Montag, 29. Dezember 2008

Tankard & Abandoned - Pirmasens Quasimodo 27. 12. 2008


Nach einiger Irrfahrt wegen Navi in Kombination mit Baustelle und dem freundlichen Ignorieren der Tatsache, dass ich den Weg kannte, kamen wir mitten in den Auftritt der lokalen Supporter Zerogod. Gut, dass wir nicht rechtzeitig kamen, denn die Jungs hatten a) mit Soundproblemen zu kämpfen und b) war ihr Mix aus Death & Grind nichts besonderes, geschweige denn gut. Halle war leider nicht sehr voll, in die erste Reihe kam man bei allen Bands problemlos. Dennoch viele engagierte und, man kanns an den Kutten erkennen, gut informierte Metalfans.

Abondoned waren da schon wesentlich besser. Ihr sehr nett anzuhörender Thrash Metal sorgte zum ersten Mal für rege Stagediving-Aktivität. Die Spielfreude war ihnen, trotz Aushilfsdrummer von Courageous, anzumerken, obwohl sie sich ja als Hessen, ähnlich wie ich, im Ausland aufhielten. Sie präsentierten sowohl Tracks ihrer beiden Scheiben, als auch alte Demolieder.

Nach kurzer Umbaupause und einem Hippie-Intro (wusste leider nicht wie das Lied hieß, Mithilfe erwünscht), zeigten dann Tankard wo die Glocke hängt. Gerre sorgte durch seine immergute Laune und seinen fantastischen Humor mal wieder für ausgelassene Stimmung. Die sympathischste Wampe Frankfurts und garantiert auch des Thrash Metals zeigte ebendiese auch immer wieder und ließ sie vom Publikum ehrfurchtsvoll bestaunen. Leider war Gerre am Knie etwas lädiert, was er auf Sex mit dem Drummer zurückführte. Deshalb widmete er ihm auch das Lied The Beauty and the Beer Musikalisch gab es einen Querschnitt aus alten (Zombie Attack, Maniac Forces), mittleren (Beermuda, Nation Over Nation) und neuen (Die with a Beer in Your Hand, Rectifier) Klassikern. Vom neuen Album wurde auch ein Stück präsentiert. Als Zugabe gab es dann in einem Aufwasch Live to Dive, Freibier und natürlich Empty Tankard. Die Leute gingen schön ab, Stagediving während des gesamten Gigs, immer ein paar Leute auf der Bühne... Freibier kam mit Gesangseinlage eines Fans, allerdings war die Bühne so voll, dass man ihn eigentlich nur am Anfang sehen konnte.

Sehr schönes Konzert, das aber leider nicht an das 2006er im Trierer Ex-Haus heranreichte.

Link zum Veranstaltungsort: Quasimodo

Mittwoch, 24. Dezember 2008

X-Mas


Der Mann, von dem ich nun sprechen will, hat einen langen, weißen Rauschebart, ist relativ korpulent, um nicht zu sagen dick. Seine Kleidung ist rot, mit weißem Kragen. Außerdem trägt er schwere Stiefel und eine rote Pudelmütze. Sein Haar ist schneeweiß. Er ist weder verwandt noch verschwägert mit dem Nikolaus, dennoch verlässt er nur zur Weihnachtszeit sein Haus. Er trägt einen dicken, schweren Sack und ist meist in Begleitung von mehreren Rentieren, eines davon mit roter Nase.

Jetzt, in der Weihnachtszeit, ist er auf Fröhlichkeit getrimmt, doch spätestens am 27. Dezember überkommt ihn eine schwere Melancholie, die sich bis zum nächsten Herbst zu einer Depression steigert. Bis zum nächsten Oktober, vielleicht sogar schon bis zum September (die Urlaubszeiten werden im Zeichen der Globalisierung immer kürzer) verlässt er das Haus nicht. Dann denkt er nach, reflektiert das diesjährige Weihnachtsfest. War die Differenzierung erfolgreich? Hat er wirklich nur die braven Kinder beschenkt? Was war mit dem kleinen Rüdiger, der ihm auf den Schoss gepinkelt hat? War da die Wii berechtigt? Hat die Qualitätssicherung funktioniert? Hat auch jeder das bekommen, was er sich gewünscht hat? Und was ist mit denen, die sich das Falsche gewünscht haben, es aber nicht besser wussten? Und die Briefe von den armen Hindus, Moslems und den Angehörigen anderen Weltreligionen? Ist es wirklich ok, dass er diese unbeantwortet lassen musste? So viele Selbstzweifel bleiben bis zum nächsten Weihnachtsfest. Und dennoch tönt er auch im nächsten Jahr wieder "Ho-ho-ho."


In diesem Sinne: Ein schönes Weihnachtsfest allen Lesern dieses Blogs.

Dienstag, 23. Dezember 2008

Neue News

Der Herr rechts tut sich gerade mächtig weh...


Zum Entsetzen zahlreicher Metaller hat der britische Wissenschaftler Andrew McIntosh festgestellt, das Headbanging zahlreiche Gesundheitsrisiken birgt: von Genickverletzungen bis zum Schlaganfall. Abhilfe kann nur der langweilige AOR-Rock schaffen.

Na denn, prost... Muss ich wohl am Sonntag bei Tankard Pogo tanzen...

Interessant übrigens, wer das ganze gemacht hat: Ein Kreationist, der nicht an die Evolution glaubt ...

Link: Artikel in der New York Times

Montag, 22. Dezember 2008

Destruction & Debauchery im Roxy am 18.12.2008

Scared to Death aus Bayern eröffneten den Reigen und boten gefälligen Old School Thrash Metal ohne Nuancen. Größtenteils bekannte Riffs der üblichen Verdächtigen wie Motörhead, Sodom und Kreator. Die Stimme des Frontmannes beeindruckte mich wenig, dennoch boten sie ganz nette Unterhaltung. His Last Words und das motörheadlastige Your Pain is My Passion waren die Highlights. Ein weiteres Lied basierte komplett auf einem Iron-Maiden-Riff. Etwas schade, dass die Jungs dann nach vier oder fünf Songs kommentarlos von der Bühne gingen.

Debauchery legten nach kurzer Umbauphase los und ließen es dann richtig krachen. Blutverschmiert zockten sie ihren groovigen Death Metal und konnten durch galante Ansagen wie "Dieses Lied ist allen Ladys gewidmet... Cuntkiller" punkten. Am besten hat mir das rockige Hardrockin' (hat seinen Namen wirklich verdient) und das eingängige Blood for the Bloodgod gefallen. Beim Publikum kam die Show gut an, viele bangten, was das Zeug hielt.

Destruction betraten danach die Bühne. Die Senioren des Abends zeigten dann auch sehr schön wo der Metal-Hammer hängt, nämlich im guten alten Thrash Metal der Achtziger, die für mich immer noch die Königsdisziplin des Metals ist. Nach Bestial Invasion of Hell und Devolution und einigen weiteren alten Hits, gabs dann ein Medley mit The Antichrist, Release from Agony gefolgt von einem stinklangweiligen Drumsolo und dann dem weniger langweiligen Tormentor zu hören. Zwischendurch betonte Schmier immer wieder, wie sehr ihm die kleine, aber engagierte Masse (das Roxy war nur halb gefüllt) besser gefalle, als der Gig in Essen vom Vortag (der laut ihm aber auch super war). Vielleicht liest ja jemand den, der in Essen war den Blog und kann mir mitteilen, ob ihm Essen vielleicht auch besser gefallen habe, als im Londoner Underworld... Das Publikum zeigte ähnlich, wie die Leute auf der Bühne, dann auch alles, was man für eine gefällige Show so eingeübt hatte: Crowd-Surfing (natürlich wieder kein Stagediving, wegen Absperrung und Security), Bangen und ein schönes Moshpit. Cool fand ich auch, dass Schmier Cracked Brain interpretierte, da er ja an dem Album gar nicht beteiligt war. Ist allerdings auch auf Thrash Anthems zu finden.

Mit Curse the Gods gab es dann die erste Zugabe, danach das fantastische Nailed to the Cross vom Reunionalbum und als letztes dann natürlich Total Desaster. Zu den Klängen von Frank Sinatra verließen wir dann die Halle. Super Konzert ...

Sonntag, 14. Dezember 2008

Weihnachtsmusik


Nach der Liste für Weihnachtsfilme, jetzt was für die Ohren.

  • The Yobs Christmas Album: Autofahrten-taugliche Weihnachtsmusik des The Boys-Sideprojekts. Wunderschöne Punk-Versionen bekannter Weihnachtslieder, manchmal sogar Ska- und Oi!-Einflüße zu hören. Dazu eine deutsche Version von Stille Nacht... Ein rundum perfektes Weihnachtsalbum, Rerelease von Captain Oi! kommt mit allen vorherigen Single-Tracks.
  • Weihnachten wie es früher einmal war von der Nuclear-Blast-Weihnachtsband: eigentlich unerträglicher Mist, eine Schnittmenge aus Neuer Deutsche Härte, Black Metal und debilem Deutsch-Punk. Sollte wohl witzig sein und ist es zum Teil auch. Zumindest der Titel Der Weihnachtsmann brennt Kirchen an ist schon witzig. Eigentlich nur auf der Liste um anzugeben, was für rares Zeux ich besitze. Ist aber gar nicht rar, sonst hätte ichs wohl kaum fürn Euro bei Ebay bekommen.
  • X-Mas Metal Project: Eigentlich der gleiche Fall wie das eins obendrüber. Die Deutsch-Metal-Fraktion um Living Death, Rage, Axel Rudi Pell (damals noch Steeler) und natürlich uns Gerre von Tankard versuchen sich an Weihnachtsmusik. Aber: erstens gab es einen guten Artikel für das letztjährige Weihnachtsfest ab und zweitens ist die Musik besser.
  • Johnny Cash: hat dutzende Weihnachtsalben, Singles und was weiß ich aufgenommen. Ich habe zwei Kompilationen, die beide super sind. Wie man es vom Meister natürlich auch erwartet.
  • Country-Christmas: Billig-Compilations gibt es wie Sand am Meer. Fast jeder Country-Star hat mindestens ein Lied aufgenommen. Eine sollte man daher schon besitzen. Ich versuche immer darauf zu achten, dass a) kein deutschsprachiger "Country" drauf ist und b) Garth Brooks nicht drauf ist. Wichtig auch: Unbedingt Hits wie I'll Be Home For Christmas, Let it Snow! Let It Snow! Let it Snow! und I Saw Mommy Kissing Santa Clause.
  • Frank Sinatra: Hat natürlich auch einige Weihnachtssongs geschrieben. Habe ich aber letztes Jahr erst zu Weihnachten geschenkt bekommen, von daher muss ich die Tage erst mal reinhören.
  • Hass - Leise rieselt der Schnee: Der Titeltrack war bereits auf dem Debütalbum in anderer Version. Songtitel wie Der Nikolaus ist Stasi, Knecht Ruprecht die SS zeigen mal wieder ein sehr negatives Weihnachtsverständnis. Aber lustig und guter Punkrock. Etwas kurz.
  • Beach Boys: Little Saint Nick heißt Brian Wilsons Beitrag zum Weihnachtszirkus. Ein echter Klassiker. Seine anderen selbstkomponierten Weihnachtslieder gingen daher etwas unter, sind aber auch toll.
  • Little Drummer Boy ist mein Lieblings-Weihnachtslied. Natürlich präferiere ich die Yobs-Version.
  • John Lennon - Happy X-Mas (War Is Over)
  • Wizo & Hi-Standard: Eigentlich nur zwei Weihnachtslieder. Schade. Hi-Standard covern Happy X-Mas von John Lennon. Ganz nett, aber nix besonderes. Wizos Version von Santa Clause Is Coming to Town ist da wesentlich besser.
  • Sido - Weihnachtssong: Von der Aggro Ansage Nr. 3. Ich kenne aus der Hip-Hop-Subkultur ansonsten nur noch ein Weihnachtslied von Run DMC. Sidos Lied begeistert vor allem durch den authentischen Unterschichten-Text, dessen Höhepunkt IMHO "und Erika bekommt ein Kind wie jedes Jahr" ist. Die Neuauflage von 2007 mit verändertem Text ist leider nicht mehr ganz so witzig.
Negativliste:
  • alles was mit Schlager, Volksmusik oder Chören zu tun hat.
  • Do They Know It's Christmas Time: unerträglicher Schmalz von Weltverbesserer Bob Geldolf. Als Ausgleich finde ich aber Whams Last Christmas nicht schlecht (bitte dazu im Wikipedia-Artikel das Welt am Sonntag-Zitat beachten).
  • Die Roten Rosen, aber ich war auch noch nie ein Hosen-Fan

Das obige Bild stammt aus der Wikipedia und wurde unter der Lizenz: http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/ veröffentlicht. Der Autor ist unbekannt.

Samstag, 13. Dezember 2008

Top 10 der Weihnachtsfilme

Trotz des Titels willkürliche Reihenfolge:

1. Santa's Slay - Blutige Weihnachten: Fantastischer Trash mit Bill Goldberg
2. Die Geister, die ich rief: Liebevolle, moderne Umsetzung der Geschichte von Charles Dickens
3. Kevin allein zu Haus: Kein Kommentar.
4. Nightmare before Christmas: Klassiker!
5. Tödliche Weihnachten: Netter kleiner Thriller.
6. XXX: Indiziert, nicht öffnen.
7. Gremlins - Kleine Monster: Ja, der Film spielt an Weihnachten.
8. Schöne Bescherung: Die Anarcho-Komödie zum Fest.
9. Der Grinch: Ganz nett.
10. Rare Exports 1 & 2, Black XXX-Mas: Begnadete Kurzfilme.

Noch nicht gesehen, aber auf meiner Suchliste: Bad Santa (siehe auch eins untendrunter), Fröhliche Weihnacht 2, Jessy - Die Treppe in den Tod (wartet noch aufs Gesehenwerden).

Vergessen, aber auch großartig: Jack Frost 1 und 2 (nein, nicht der mit Michael Keaton), One Hell of a Christmas (netter Horror aus Dänemark)

Weihnachten

Zum Weihnachts-Test bei der Film-Community moviepilotZu moviepilot - Gute Filme für Kino, DVD & TV

Montag, 8. Dezember 2008

Umbra et Imago, Down Below und Seelenzorn - 6.12.2008

Nach spontaner Langeweile entschlossen wir uns, ein Umbra et Imago-Konzert zu besuchen. Eigentlich musikalisch nicht mein Bier, aber was tut man nicht alles für die holde Weiblichkeit. Außerdem sind Konzerte meist was feines. Das sogenannte X-Mas-Hexentanz rief zum Tanz. Die Alte Viehhalle in Ottweiler war der Austragungsort, eine Turnhalle im Herzen von Ottweiler. Mit den ersten Befürchtungen angereist, schließlich sagten vor ein paar Jahren ASP schon ab und auch das Knorkator-Konzert vor ein paar Wochen ist aus unbekannten Gründen ausgefallen. Ich denke aber, dass das wenig mit dem Veranstalter zu tun hatte, da seine sonstigen Events eigentlich recht gut organisiert sind.

Pünktlich angekommen betreten wir die Sporthalle, die leider recht leer schien. Mit der Zeit füllte sie sich zum Glück etwas, aber es war dennoch massig Platz. Mit meinen weißen Ärmeln hob ich mich dann doch etwas aus der schwarzen Masse ab. Seelenzorn legten pünktlich um 20 Uhr los und begeisterten die Massen nicht wirklich. Etwas bieder kam ihr Neuer-Deutsche-Härte-Sound rüber, dennoch gaben sie sich recht viel Mühe, das Publikum zu animieren. Die Vorband und Rockstar-üblichen "Seid ihr gut drauf?" und "Freut ihr euch auf..." wurden mit dem genialen Zwischenruf "Wir freuen uns nie..." quittiert. Zwei Sänger wechselten sich ab, die Keyboards kamen vom Band, irgendwie kam mir der Schlagzeuger bekannt vor... In der Mitte des Sets klärte es sich dann auf: es war Thomen Stauch, der ehemalige Blind-Guardian-Trommler. Das war ja eine Überraschung, immerhin war er der erste Schlagzeuger, den ich live gesehen hatte. Jedenfalls hatte die Band eine recht ansehnliche Vorgruppenspielzeit und wies immer wieder auf ihre neue Web-EP hin.

Dann tue ich dies auch mal, die gibts nämlich gratis hier, enthält fünf Songs und einen Videoclip. Ob sie sich lohnt, müsst ihr selbst entscheiden.

Im Anschluss traten die mir unbekannten Down Below auf, die aber, wie ich gerade in der Recherche festgestellt habe, bereits im diesjährigen Bundesvision-Song-Contest auftraten und dort den dritten Platz belegten. Elektro-Synthie-Pop mit einem androgynen Frontmann, der etwa wie Kraftwerks Roboter, wenn auch schneller, tanzte. Auch hier wieder die Keyboards vom Band. Die Mucke war ganz ok, genervt haben sie jedenfalls nicht, aber auch nicht wirklich überzeugt. Zum Abschluss gab es noch ein Depeche-Mode-Cover, habe leider den Titel vergessen. Mithilfe erwünscht...

Nach einer etwas längeren Umbaupause betraten Umbra et Imago die Bühne. Mozart trug eine Hippie-Perücke und sah aus, gestikulierte wie und war witzig wie Jack Black. Sie gaben wohl ihre großen Hits zum Besten, die mir leider weitestgehend unbekannt waren. Interessant war die Show jedenfalls. Die unglaublich witzigen Ansagen des Sängers waren sehr kurzweilig und schafften eine wundervolle Atmosphäre. Die politischen Ansagen gegen Gott, Staat, Kirche, das Rauchverbot, den Konsum und George W. zeigten, dass auch die Schwarze Szene durchaus politisch sein kann. Zur weiteren Unterhaltung trug Madelaine de la Roy bei, die den Frontmann bei zwei Liedern begleitete und sehr viel nackte Haut zeigte. Zusätzlich jonglierte sie mit Feuer und knutschte eine Frau aus dem Publikum ein Lied lang. Aus Dankbarkeit bekam sie kurz die Zunge von Mozart zu spüren. Aber auch der Frontmann zeigte sich von der agilen Seite, legte einen hübschen Flic-Flac hin und ließ sich ins Publikum fallen. Auch der Weihnachtsmann trat auf (seltsam, war doch Nikolaus-Tag) und verschenkte Süßigkeiten an das Publikum. Zum Abschluss gab es House of the Rising Sun, angelegt an die Animals-Version, zu hören. Danach gab es die beiden Zugaben Rock Me Amadeus von Falco und Dunkle Energie zu hören. Am Ende war die Halle in dichten Nebel gehüllt, so dass das Konzert dann auch gegen 0 Uhr 30 beendet werden musste. Ein sehr vergnüglicher Abend ging damit zu Ende.

Link zum Veranstalter: http://www.rockimdorf.com/

Samstag, 6. Dezember 2008

Filthfest 2008 - Garage Saarbrücken


Wieder eines dieser dubiosen 18-Uhr-Konzerte und dementsprechend wieder spät dran. Asrai habe ich verpasst, laut Augen- und Ohrenzeugenberichten aber wohl ungoutierbarer Mist. Septic Flesh lagen in den letzten Zügen, umso besser das ich sie schon im Vorprogramm von Vader gesehen habe. Einfach eine klasse Band!

Moonspell betraten nun die Bühne und legten zu meiner Freude den Fokus auf ihre alten Stücke. So kam man in den Genuss von Vampiria und Opium, zweier Klassiker des, nennen wir es mal Gothic Metal, der Portugiesen. Untermalt wurde das ganze von einer hübschen Bildschirmschoner-Show im Hintergrund. Allerdings rate ich der Band, sich einen neuen Rechner zuzulegen, dann stocken die Animationen auch nicht so ;-)

Gorgoroth
begannen und meine erste Reaktion war: "Singt der live?". Nun, anscheinend schon, aber erstmal weiter im Text. Die Bühne wurde flankiert von einer nackten Tusse auf der einen und einem nackten Bengel auf der anderen Seite. Beide vermummt, beide am Kreuz. Interessant, aber irgendwie ziemlich unnötig. Die Band dann ganz schön evil, das Publikum hochmotiviert. Das Stageacting des Sängers beschränkte sich auf das Heben eines Armes und mit dem Finger zeigen auf einen im Publikum. Dabei weiß man doch seit dem Kindergarten: Mit dem nackten Finger soll man nicht auf andere Leute zeigen. Naja, gut, er hatte ja auch Handschuhe an. Besser daher das Zitat von Gustav Heinemann: "Wer mit dem Zeigefinger auf andere Leute zeigt, sollte nie vergessen, dass drei Finger seiner Hand auf ihn selbst zeigen." Achso, Ansagen gabs auch nicht, dafür reines Geknüppel. Ab gings, zumindest für 20 Minuten... Dann ging die Band von der Bühne und die Nackten wurden befreit. Was war passiert? Die Gerüchteküche brodelte, das Gestammel des Sängers hatte eh keiner verstanden. Anscheinend hatte die Stimme des Gaahls versagt. Ziemliche Verarsche würde ich sagen, da einige wohl nur wegen denen angereist waren. Vielleicht war er ja auch vom Penis des "Kreuzständers" abgelenkt. Auf der Toilette hörte ich schon Gerede von Gaygoroth, ich war ja für Gorgayroth, aber später in der Eisikuh ließ ich mich zu Gaygayroth hinreißen.

Ok, das war etwas unter die Gürtellinie und es ist auch nicht p.c. sich über die geschlechtliche Neigung anderer Menschen lustig zu machen. ABER: hier habe ich meine Gründe, denn IMHO hatte das Outing des Sängers nur einen Sinn: von seinem menschenverachtenden Charakter abzulenken. Faschismusvorwürfe, Haftstrafe wegen Folter, absurd-dümmliche Erklärungsversuche hinweggewischt durch die simple Tatsache, dass er auf Männer steht. Westerwelle hats ja auch nicht geschadet. Leider, leider ändert das aber nichts an dem Unsinn, den dieser Aushilfsbösewicht verzapft, auch wenn ihn jetzt das RockHard umarmt, wie Fenriz Götz nach dem fünften Bier... Alles vergeben und vergessen... Scheiß drauf... Fickt euch Gorgoroth...

So, jetzt hatte ich mir vorgenommen, einen richtig üblen Verriss über Cradle of Filth zu verfassen. Komplett mit dem ganzen Underground-Geschmetter, üblen Vorwürfen und natürlich wie immer mit erlesener Wortwahl. Das war der Plan. Tja, leider, leider wurde mein Weltbild erschüttert. Der immer mehr wie Brandon Lee aussehende Dani und seine Mannen lieferten eine super Show ab, mit allem was das Herz begehrt: Pyros (eingeschränkt), Videoshow und vor allem einem sehr agilen Frontmann, dem man den Spaß an der Sache ansehen konnte. Naja, irgendwie hätte ich mir ja denken können, das meine jugendlich-pubertäre Meinung 15 Jahre (*schnüff*) später dann doch vielleicht etwas überholt sein dürfte. Also nix mehr mit trve, vielleicht gehe ich dann demnächst zu Slipknot und Limp Bizkit (Gott bewahre). Nee, ernsthaft, gutes Konzert und auch musikalisch super. Ich kann es immer noch nicht fassen...

Danke noch an den Metaller der Bier über meine Schuhe ausgegossen hat und mir dann tatsächlich ein Getränk derselben Sorte ausgegeben hat, sowie alle anderen, die ich getroffen und zugelabert habe. Ah, und bevor ichs vergesse: schönen Gruß an die Dame, die das Cradle of Filth-Konzert mit der Love Parade verwechselt hat. Ich bin vielleicht vntrve, aber man sieht, es gibt immer noch eine Steigerung...

Dienstag, 2. Dezember 2008

Talco, Redkick und Auslaufmodell - JUZ Neunkirchen


Samstag Abend, keiner Lust was zu machen. Neunkirchen? "Zu weit!" "Bin heut net in der Stimmung" "Ich gebe dir Bescheid!" Tja, Pustekuchen... Also ab alleine ins JUZ. Schön spät los, um Auslaufmodell zu verpassen, aber Pustekuchen, die spielten natürlich immer noch. Scheiße. Ok, ich hatte sie schlechter in Erinnerung. Tatsächlich können sie nun mehrere Riffs spielen und der Sänger variiert tatsächlich auch mal die Stimme. Die Meute (mehr als 10!) verlangte sogar nach einer Zugabe. Mit dem Toxoplasma-Cover Asozial, gegen meine Erwartungen eine gelungene Version, war dann Schluss.

Redkick legten dann los. Oi!-Punk mit Ska-Einflüssen aus Metz. Ich bin ja der Meinung, dass italienisch, spanisch und französisch perfekt für Streetpunk sind und die Jungs belegten mit ihren größtenteils französischsprachigen Texten meine Meinung mal wieder. Das junge Publikum, das zahlreich erschienen war, war auch gut am Pogen.

Trotzdem erstmal eine rauchen. Ohrenstopfen noch drin (Konzertjunkies brauchen sowas), als sich plötzlich Ärger neben mir regt. Genaues bekomme ich nicht mit, nur die beiden Schlagworte "Antifa" und "Oi! Skin" und schon sah man einen hektisch ins JUZ rennen, anscheinend Freunde alarmieren. Dann wurde die Diskussion lauter und der Skin wurde die Treppe runtergeschmissen. Dann die üblichen Drohgebärden und man fand sich auf der (Haupt-)Straße wieder. Dann formierten sich drei Gruppen: Sympathisanten des Oi!-Skins, die Antifa und deren Sympathisanten und natürlich die überwiegende Mehrheit der Besucher, die das ganze amüsiert, gleichgültig oder mit Argwohn beobachteten. Die Band hörte auf zu spielen, der Sänger kam raus und suchte laut rufend die Nazis. Da keine da waren ging er wieder rein. Dann wurde wieder rumgeschubst und ein Auto musste bremsen. 5 Minuten später kamen vier grün-weiße Partybusse mit Festbeleuchtung an. Die Polizisten sahen etwas ratlos aus. Was sollten sie auch tun? Wenn keine Nazis da sind, backt man sich halt welche. Musste ja so kommen, wenn ein Konzert von Cable Street Beat Saar und S.H.A.R.P. Saar-Crew organisiert wird. Typischer Jugendkulturenscheiß wohl. Nur sollte man sich dann nicht wundern, wenn irgendwann jemand die Gelder für ein so mühsam erobertes Stückchen Freiraum streicht. Eines war das Ganze nämlich durchaus: Unnötig und gefährlich.

Die Band spielte zur Deeskalation weiter und irgendwann waren die Skinheads und dann auch die Polizei weg und es ging weiter. Redkick lieferten dann auch einen Supergig ab.

Mittlerweile kam auch ein Kollege an, der aber nach Redkick direkt wieder fuhr. Zum Glück hatte ich noch eine flüchtige Bekannte von früher wieder getroffen und musste nicht mehr alleine rumstehen.

Talco aus Italien spielten dann schnellen Ska mit Bläsern. Die Lieder waren in Heimatsprache geschrieben, so dass ich nur "Bella Ciao" und "Katjuscha" erkannte. Der Rest war wohl eine Mischung aus eigenkomponierten und traditionellen Arbeiterliedern. Sehr cool, die Band ausnahmslos am Toben und außer Rand und Band. Die Menge war am Skanken und Tanzen, was das Zeug hielt, verringerte sich aber auf Grund der vorangeschrittenen Zeit und der Verkehrslage (letzter Bus/Zug) zunehmend rasant. Um 0:30 Uhr war dann Schicht im Schacht, leider verzichtete Talco dann auch auf eine Zugabe. Die Jungs sind übrigens bei Mad Butcher unter Vertrag. Die drei Alben lohnen sich auf jeden Fall, ich selbst habe die Combat Circus erworben. Wollte eigentlich die auf der Katjuscha drauf ist, aber der Verkäufer hat einfach nicht verstanden, dass ich das Backcover sehen wollte. Also drehte er mir die mit Bella Ciao an, bereut habe ich es nicht. Super Band!

Fazit: Kurzweiliges Konzert mit einigen Höhepunkten und einem super Begleitprogramm

Morbid Angel, Kataklysm und Marduk - Garage Saarbrücken


Morbid Angel, Kataklysm und Marduk, unterstützt von Keep of Kalessin und Arsis spielten am Donnerstag, dem 27.11. zum Tanz auf. Da der Einlass bereits um 17:30 erfolgte verpasste ich natürlich die beiden Vorbands. Tja, Metal scheint nicht mehr Working-Class-tauglich zu sein. Keep of Kalessin spielten gerade ihr letztes Lied, Standard-Extreme-Metal ohne Schnörkel würde ich sagen.

Nach einer kurzen Umbaupause spielten dann Marduk auf. Trotz Burn my Coffin und Infernal Eternal, zweier meiner Lieblingslieder, wollte keine rechte Stimmung aufkommen. Der Sound war beschissen und die Band selbst zeigte keine besonderen Ambitionen an diesem Abend. Auch die Publikumsreaktionen waren verhalten. Außerdem fragt man sich, ob ein In- oder Outro vor bzw. nach jedem Lied Sinn macht. Enttäuschend...

Ganz im Gegensatz zu Kataklysm, die danach die Halle zum Kochen brachten und einen Querschnitt ihres Repertoires ablieferten: Taking the World By Storm, Blood on the Swans und Chains of Power. Bei Crippled & Broken wurde dann auch das Publikum zum Singen aufgefordert und mit dem Abschlusssong In Shadows and Dust wird dann auch noch ein Circle Pit gefordert und tatsächlich ausgeführt. Super Auftritt, wie schon 2006 zusammen mit Bolt Thrower. Einfach eine super Band!


Morbid Angel hatten dann anscheinend unter den Ermüdungserscheinungen des Publikums zu knabbern, welches etwas geschrumpft war und während des Auftritts noch weiter schrumpfte. Mir unverständlich. Ich habe sie an dem Tag zum zweiten Mal gesehen und zum ersten Mal mit David Vincent, der merklich gealtert ist. Gut, man kann sich zu Morbid Angel nicht so bewegen, wie man es bei Kataklysm konnte, aber trotzdem... Etwas mehr Enthusiasmus hätte ich mir schon gewünscht. Trey zeigte leider wenig Freude an Kommunikation mit dem Publikum, so dass er nur durch seine Soli beeindrucken konnte und dem Ex-Nazi und Piercing-Fan (da war doch mal was?) David Vincent das Anheizen des Publikums überließ. Frage mich nur, was satanische Ansagen im Ctuhulhu-Mythos zu suchen haben. Mit Where the Slime live gings nach nervtötenden Hardcore Techno dann auch los. Auch die Songs von Steve Tucker interpretierte Vincent, was schon fast eine Überraschung war. Naja, die Songs sind ja auch Treys Babies. Dann natürlich Klassiker wie Chapel of Ghouls, Maze of Torment“ und „Lord of All Fevers And Plague“. Mit Nevermore wurde auch ein neuer Song präsentiert, der große Hoffnungen auf das "I..."-Album aufkommen lässt. Einzige Minuspunkte: kein God of Emptiness, kein Angel of Disease... und auch keine Zugabe.

Fazit: Gelungener Abend!

Das obige Bild von David Vincent stammt aus der Wikipedia und wurde unter der Lizenz: http://de.wikipedia.org/wiki/GNU-Lizenz_f%C3%BCr_freie_Dokumentation veröffentlicht. Der Autor ist Bardia Sagha / Bright Eyes Magazine.

Sonntag, 23. November 2008

SWO - Southern Revolution I in Saarlouis-Beaumarais Teil 2

Nach der Sondersendung ist wohl eigentlich erstmal die Frage: "Na, wie ist es" angebracht, aber da kann ich noch nicht soviel sagen... Einmal durchgehört beim Autofahren, aber das reicht noch nicht. Klar ist: es ist viel zu lang, die Produktion ist viel zu bombastisch und an manchen Stellen kreischt Axl wie ein kastrierter Hamster. Einige Solos hauen gut rein und die letzten beiden Lieder sind auf jeden Fall die Highlights bisher. Also bisher noch unentschlossen... Zurück zum Ringgeschehen...

Tag Team 4 Way Elimination

...stand auf dem Programm. Zu Beginn heizten Absolute Andy und sein Buddy Steve Douglas (AbLas) das Publikum erstmal schön an. Man fühlte sich fast an ein Stand-up-Comedian-Pärchen erinnert, so gut waren die beiden. Eigentlich gibt es dafür nur zwei Worte: "Lutscht es". Danach betraten Revolution Purple den Ring. Die angebliche Herkunft von Adam Polak sorgte leider dafür, dass die deutschen Fans etwas von "Autoschieber" riefen. Dazu passte leider auch ein Landser-Zitat, dass die angereisten Fans während eines Kampfes sangen. Irgendwie schade, dass Wrestling-Veranstaltungen solchen White-Trash anziehen müssen. Anschließend betraten Team Germany, bestehend aus Patrick Schulz und Christian Eckstein den Ring. Zu guter Letzt kamen die absoluten Top-Heels Swi$ Money Holding in den Ring. Die Ringchemie stimmte unter allen Beteiligten und so wurde selbstverständlich sowohl die Homophobie als auch die zweideutigen Umarmungen zelebriert. Als erste mussten dann Revolution Purple den Ring verlassen, gefolgt von Team Germany. So blieben die absoluten Superstars im Ring und lieferten sich eine wahre Ringschlacht. Sehr hübsch dann das Finnish: Nachdem Absolute Andy den Aktenkoffer (ein zeitloser Klassiker) gegen die Corporation einsetzte, brach der Schiri den Kampf ab. Absolute Andy gelang es mit Hilfe des Publikums den Schiri davon zu überzeugen, mal fünfe gerade sein zu lassen und weiter zu machen. Nach kurzer Zeit wird der Schiri abgelenkt und schwubs, kriegt der Andy das Ding über die Rübe. Sehr 'übsch.

SWO World Heavyweight Title Match: Eric Schwarz vs. Bad Bones

Tja, der nächste Kampf ging dann um den Heavyweight-Title. Eric Schwarz ist mit Sicherheit einer der professionellsten Wrestler in Deutschland und Bad Bones hat eine unglaubliche Ringpräsenz, sprach alles also für einen guten und unterhaltsamen Kampf. Leider verwickelte ich mich in der Zeit in ein Gespräch, so dass ich nicht alles mitbekam. Schwarz konnte jedenfalls seinen Titel verteidigen. Schade, denn wie man in der SR-Reportage sieht, handelt es sich bei Bad Bones, trotz seines harten Images, um einen sympathischen Menschen, der schon bei den anderen Events überzeugen konnte. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Empire of Earth Match - 4 Crown Title Match


Hier sollte es um den Titel "Meister der Erde" gehen. Joe E. Legend besitzt wohl vier Champion-Gürtel aus unterschiedlichen Ligen und die sollten alle gegen Tatanka in einem 4-Fall-Match verteidigt werden. Oh Gott, wäre das langweilig geworden. Nix gegen Joe E. Legend, der die in die Jahre gekommene Sunny in seiner Ecke hatte. Aber bitte, Tatanka, der war nie gut, immer so in der Midcard, nie sehr erfolgreich, alberne Tänze... Gut, dass Murat und Kovac noch eine Rechnung mit den beiden offen hatten. Sie stürmten das Ringgeschehen: NO CONTEST. Also wurde flugs, dank Intervention von Sunny, ein Tag-team-Match anberaumt. Natürlich gewannen die "Legenden" gegen die Heels. Der Kampf war gut, wenn auch nicht spektakulär.

Man merkt, so nah am Ring natürlich immer, dass es nur Show ist. Da fragt man sich natürlich, warum dann in den Reportagen was völlig anderes behauptet wird. Vermutlich hängt das mit dem Außenseiterstatus der Wrestler in Deutschland zusammen, aber ich finde diese Haltung etwas dümmlich. Erstens sieht es jeder, der am Ring dabei ist, und zweitens erwartet jemand, der im Theater sitzt auch nicht, dass die Schauspieler die Romeo und Julia verkörpern auch nicht, dass diese sich am Schluss wirklich vergiften. Es schmälert auch nicht die Leistung der Athleten, die ja auch echte Schmerzen während der Show ertragen müssen und teils ziemlich viel in ihren Körper stecken müssen (Positives wie auch Negatives). Während der Show ist natürlich was anderes, da sollte dann schon die Illusion erwecken.

Etwas schade fand ich dann, die etwas reservierte Haltung der Fans. Das habe ich bei den anderen Events etwas anders erlebt. Schade dann auch, dass die "Stimmungskanonen" sich dann über die Herkunft der Wrestler, die vermeintliche sexuelle Ausrichtung auslassen müssen oder dreist-dümmlich Landser-Texte gröhlen. Das trägt nicht grade zu einer Image-Verbesserung der Veranstaltungen bei. Das kann man aber der wesentlich größeren Menge an Interessierten und auch den Wrestlern nicht anlasten.

Die Show war richtig gut, kaum Ausfälle nach unten, Top-Acting der Performer und eine familiäre Atmosphäre, die solche kleinen (317 Leute waren da) Veranstaltungen ausmachen. In diesem Sinne: bis zum nächsten Mal, wenn es wieder heißt "Let's Get Ready to Rumble..." Dann hoffentlich ohne personelle Ausfälle, wie man auf der Homepage der Promotion nachlesen kann. Zum Glück war davon in der Veranstaltung selbst nichts zu spüren.

Link: SWO

Samstag, 22. November 2008

Wir...

unterbrechen für eine Sondersendung. Einer der größten Treppenwitze der Musikgeschichte, neben dem Smile-Album der Beach Boys, landete heute in meinem Briefkasten. Geffen ist tatsächlich nicht vorher Pleite gegangen und auch die Welt steht noch. ES IST DA!

Dienstag, 18. November 2008

SWO - Southern Revolution I in Saarlouis-Beaumarais Teil 1

Insgesamt schon die vierte Wrestling-Veranstaltung in der überschaubaren Mehrzweckhalle von Saarlouis-Beaumarais und die zweite der neuen Wrestling-Organisation SWO (Saarland Wrestling Organisation). War bisher nur bei den GSW-Events dabei, so dass ich nun Neuland betrat.

Der Abend begann leider unter keinem guten Stern, da ich schon auf der Arbeit über Kopfschmerzen zu klagen hatte. Nach drei Kopfwehtabletten und einer Aspirin gings dann, nur leider war ich etwas benommen, so dass ein Teil der Kämpfe leider an mir vorbeizog. Bei offentlichem Unsinn, einfach ein Kommentar schreiben...


Special SWO Rookies Tag Team Match


Nach einer kurzen Sitzplatzsuche (die 6. Reihe war leider nicht nummeriert), ging es dann auch schon los. Stefan Gauch & Julian Merten, zwei angebliche Rookies, bestritten den Eröffnungskampf gegen Michael Kovac und Murat Bosporus. "Keine zwei Minuten" höhnten die Ringfans und tatsächlich dauerte es nur zweieinhalb Minuten bis die Profis Murat und Kovac mit den beiden den Boden gewischt hatten. Das reichte den beiden aber auch nicht, so dass Tatanka und Joe E. Legend einschreiten mussten und die beiden Amateure retteten.

Oha, Murat als Heel und noch dazu ohne Eko Fresh. Öfter mal was Neues. Nun, dem sympathischen Türken schadete das nicht, er spielte seine Rolle sehr überzeugend.


Tag Team Match Karsten Beck & Coone vs. Aaron Insane & Robbie Gorden

Upsa, keine Erinnerung mehr an den Kampf. War da was? Scheint mich jedenfalls nicht sehr beeindruckt zu haben. Wenigstens zwei Bilder:










Gewonnen hatten Karsten Beck und Coone.


Ladies Match: Alpha Female vs. Jetta


Ladie-Kämpfe zeichnen sich normalerweise vor allem durch eins aus: Gähnende Langeweile... Das war schon zu seligen WWF-Zeiten so. Oder erinnert sich noch jemand an eine gute Ladies-Wrestlerin? Alundra Blayze etwa? Oder Sable, die wegen ihrer Brustimplantate keinen einzigen Bump einsstecken durfte? Gut, Chyna, aber das ist ja wieder was anderes...

Umso überraschender dieser Kampf. Alpha Female erntete erstmal Heat und wurde von den anwesenden Hardline-Fans als "Alpha Shemale" bezeichnet. Auch das inflationäre Schwenken der Deutschland-Flagge half ihr da wenig. Jetta wurde dann bejubelt. Im Kampf selbst zeigte sich allerdings, das Jetta ihrer Gegnerin nichts entgegenzusetzen hatte. Technisch ein hohes Niveau und gegen Ende konnte Alpha Female den Kampf dann auch verdient für sich entscheiden.

Four Way Dance: Lexxus vs. The Dark Phoenix vs. Capt. Steve Swallow vs. Farmer Joe

Definitiv ein Gimmicks-Match.
Der dunkle Sting-Verschnitt Dark Phoenix aka Markus Seemann gegen den mexikanischen Maskenmann Lexxus gegen einen Redneck namens Farmer Joe (müsste das nicht Bauer Joe heißen?) gegen einen Klon von Johnny Depps Jack Sparrow (und damit von Keith Richards) unter dem originellen Namen Steve Swallow. Wo die nur immer ihre Ideen herholen?

Nun, immer nur zwei im Ring und rund gings... Mit Markus Seemann wurde dann wieder mal der Boden gewischt, jeder durfte mal ran, bis er sich dann zum Glück auswechseln durfte. Dann gabs auch mal schön Blut zu sehen... Der arme Kerl hatte sich Nasenbluten zugezogen und sah etwas hilflos am Ringpfosten aus. Zum Glück ist das saarländische Publikum sehr fürsorglich und so bekam er von einer Dame aus dem Publikum ein Taschentuch überreicht. So werden Helden gemacht... Währenddessen ging die Ring-Action weiter, doch für Phoenix gab es keine Schonung, er musste wieder ran. Lexxus konnte dann auch den entscheidenden Pin ansetzen und gewann das Match. Etwas komisch, dass niemand einschritt, denn die beiden anderen sahen noch recht frisch aus. Vielleicht wollten sie ja nicht gewinnen?




2 out of 3 Falls No Holds Barred: Bernd Föhr vs. X-Dream, Special Referee: Thumbtack Jack



Der erste Höhepunkt des Abends und zugleich das letzte Match vor der Pause. Bernd "das Brot" Föhr gegen X-Dream. Das bedeutete nur eins: technisch anspruchvolles Wrestling mit High-flying-action. Am Anfang etwas Verwunderung: X-Dream kein Babyface, sondern Heel??? Was für eine Verschwendung, denn seien wir mal ehrlich: Wrestling-Fans hassen Babyfaces, zumindest bei mir ist es so. Es fällt schwer, einem Hulk Hogan zuzujubeln, man traut der Idylle und dem Gutmenschentum selten. Nur so lässt sich der enorme Erfolg des Undertakers und der NWO erklären. Umso besser ist es, wenn ein Babyface dann auch über das geeignete Charisma und die Technik verfügt, um Begeisterung auszulösen. Beides brachte X-Dream mit. Bernd Föhr als Babyface wirkt, trotz überragender Technik dagegen gesichtslos. Als "Böser" würde er meines Erachtens besser funktionieren. Naja, meine Ansicht.

So richtig No Holds Barred war der Kampf dann aber auch nicht: Auszählen, am Seil lösen? Was war denn dann bitte No Holds? Achso, der Einsatz eines Stuhls... Doof, das die Stühle der Halle recht stabil aussahen, so das man glücklicherweise einen Klappstuhl unter dem Ring versteckt hatte,

Der Kampf war auf jeden Fall das Highlight des Abends, die beiden Kontrahenten schenkten sich wirklich nichts und natürlich stand es am Ende 1:1... Sogar der hübsche 619 kam zum Einsatz. Schließlich konnte sich X-Dream durchsetzen und beendete den Kampf mit einem High-flying-Move, wobei ich gerade die Bezeichnung vergessen habe (bitte Kommentar nötigen).

So, mit der Pause verabschiede ich mich auch erstmal... im nächsten Teil gehts dann mit der Berichterstattung und einigen abschließenden Kommentaren weiter.

Mittwoch, 29. Oktober 2008

Night of Torture - 25.10.2008 JUZ Saarlouis

Im Laufe meiner Jugend hatte ich fast sämtliche saarländischen JUZe durchgemacht, im Saarlouiser war ich aber seltsamerweise noch nie. Insgesamt vier Bands spielten zum Tanz, darunter Inzane, die ich bereits live erleben durfte (siehe Eintrag dort). Da ich an dem Tag noch was anderes vorhatte (siehe eins davor), stand das Klangerlebnis leider hinten an. Aber die discofreundlichen Öffnungszeiten des Kleinen Clubs spielten mir den Ball zu und so gings trotz Beschwerden des mitfahrenden Packes, ihre Verpflegung betreffend, schnurstracks nach Saarlouis...

...wo wir von den vier Bands natürlich drei verpasst haben, d.h. eine haben wir noch am Rande mitbekommen. Teenager mit Geigerin, die üblen Death Metal spielten. Durchaus ausbaubar und musikalisch ihrem Alter entsprechend. In ein-zwei Jahren bestimmt auch vorne mit dabei...

Dann kam auch schon die Hauptattraktion Thodtgehoelz, unter dem Namen Nachzehrer gegründet (und als solche noch in der allwissenden Müllhalde der Metalszene vertreten). Das anwesende Publikum war sichtlich erschöpft, so dass die meisten Gäste sich nicht erheben konnten oder wollten. Nach einem Intro gings dann auch los mit relativ schnell gespieltem Black Metal mit deutschen Texten und gelegentlichen Death-Metal-Einlagen. Die Bassistin Carlotte war wohl leider verhindert, so dass ein Kumpel einspringen musste. Während sich die Band im Hintergrund abmühte, gab der Sänger Christian, ehemals auch bei der saarländischen Black-Metal-Legende Finsterwald, alles. Schon nach den ersten beiden Liedern ziemlich atemlos, kreischte und grunzte er sich durch die Lieder, bekannt von einer Demo-CD und einer kostenlosen Promo (Link unten). Dazu muss man sagen, dass die ersten Lieder des Sets sehr nach frühen Immortal klangen und relativ schnell gespielt waren. Die gekonnten, wenn auch schnaufenden Ansagen, zeigten unter anderem H.P. Lovecraft als Paten der Musiker, auch ein gewisser Hang zur Misanthropie erwartet erwartet man natürlich von einer Schwarzmetall-Band aus deutschen Landen. Die beiden Lieder von der Promo Jagdzeit und Widersacher gefielen mir wesentlich besser (auch wenn die ersten schon nicht schlecht waren), da hier mehr Struktur vorhanden war. Auch ein neues Lied wurde vorgestellt, das eine Hymne an den Suizid darstellte und bei dem sich der Sänger am Ende auf dem Boden wälzte (gut, dass keine zerdepperten Flaschen rumlagen). Glückwunschrufe an den Sänger, der just zur Geisterstund Geburtstag hatte, wurden mit einem stilsicheren "Fickt euch" beantwortet. Eine Coverversion von Leper Messiah fiel dann wohl der Zensur zum Opfer, das letzte Lied war mir dann leider unbekannt. Mit dem Abschiedsgruß: "Kommt gut nach Hause und fickt euch alle." ging dann auch für meine Kollegen und mich der Konzertabend zu Ende.

Thodtgehoelz sind sicher immer mal wieder eine Reise wert und werden hoffentlich noch weiter von sich reden machen. Die Liveshow jedenfalls war gelungen und auch die Promo verspricht einiges. Bilder hätte ich auch gerne gemacht, allerdings verhinderten eine Discokugel und die mangelhafte Beleuchtung dieses Unterfangen. Eines der schlechten Bilder habe ich trotzdem mal hochgeladen. Review des Demos folgt, sobald ich wieder etwas mehr Zeit habe.

Links zur Promo: Hier

Montag, 27. Oktober 2008

25.10.2008 - Waterdown & TRÆOS im Kleinen Klub


Dafür, dass an manchen Wochenenden im Saarland nichts los ist, war für die Musikszene eigentlich Hochsommer. Im JUZ Neunkirchen spielten Rantanplan, im AJZ Homburg war ein Konzert, Waterdown im kleinen Club der Garage und im JUZ Saarlouis die "Night of Torture" (dazu später mehr). Die Qual der Wahl war also schwer. Gut, dass ich einem Freund versprochen hatte, mit ihm auf Waterdown zu gehen. Rantanplan mit neuem Sänger gefallen mir sowieso nicht, schade um die Night of Torture... Schade auch, dass durch das riesige Aufgebot dieses Wochenende nur etwa 50-75 Leute den Kleinen Klub frequentierten.


Pünktlich angekommen, begann auch schon die Vorgruppe TRÆOS, die sich im wahrsten Sinne des Wortes den Arsch abspielten. Super motiviert spielte der Fünfer aus Völklingen auf und überzeugte die kleine Masse an Leuten durch ihren zähflüssigen, teilweise melodiösen, mhm, wie nennt man das heute? Früher hieß das Emo, aber das ist heute wohl eher eine Beleidigung, auch Screamo und Metalcore sind nur Modebbegriffe. Also zähflüssiger, treibender Hardcore mit melodiösem Klargesang und Gekreische, oder wie ein Freund anmerkte, die Hardcore-Variante von Disbelief. Dazu dezente Metal-Riffs, die gut zu den Stretchjeans der Bandmitglieder passten. Sehr engagiert und mit guter Stageshow, die alles beinhaltete, was man so brauchte: hinter dem Kopf spielen, Gitarre mit Geigenbogen spielen und Sprung von der Theke vom Bassisten. Super Auftakt. Einzig ein Gitarrero fiel aus der Reihe, aber der war auch nur als Ersatzmann dabei.

Anschließend Waterdown, die auch sehr gut Arsch traten. Der Spruch auf dem Gürtel Chilling is my business ... and business is good ist mir als alten Metalhasen natürlich schon mal einen Pluspunkt wert. Supernette Jungs, die sich gerade von Victory Records getrennt hatten, und nun mit ihrem "Almost Hardcore" bei Blacktop Records eine EP herausgehauen haben. Warum eigentlich "Almost"? Nun, neben den Hardcoreteilen verfügt die, mittlerweile auf ein Quintett geschrumpfte Kapelle, über einen Sänger, der neben dem Hardcore-üblichen Brüllgesang auch meldiös singt, außerdem beinhaltet die Musik auch etwas "poppigere" (Zitat des Sängers) Passagen. Leider sind es gerade die melodischen Gesangslinien, die mir überhaupt nicht gefallen.

Zu den Klängen von Scooters "Happy Hardcore" betritt die Band dann die Bühne. Von Anfang an gibt sie Vollgas und liefert einen Querschnitt aus alten, neuen und unveröffentlichten ("viel zu poppigen") Stücken. Beachtenswert auch die Ansagen, die von Selbstironie nur so strotzen. Insbesondere die Wortschöpfung "hardrockesque" bleibt im Ohr hängen. Darauf der Gitarrist: "Hast du studiert?" - Sänger: "Nein, sonst würde ich eloquenter sprechen." Tatsächlich ist der nachfolgende Song sehr nah am Hardrock, vor allem zu Beginn. Nach "True Til Deaf" von der EP und einem super Cover von Rage Against the Machine ("Killing in the Name of") ist dann leider Schicht im Schacht, vermutlich weil der Kleine Club noch für die Disco benötigt wird (oder weil die Band "zu alt" ist <---- Zitat). Leider also keine Zugaben, aber dennoch sehr lohnenswert. Reviews zu den beiden EPs (Powersnake von Waterdown und The Aion Drive von TRÆOS) folgen demnächst...

Also auf nach Saarlouis zur "Night of Torture"... im nächsten Eintrag...

Links: Waterdown - TRÆOS

Freitag, 17. Oktober 2008

15.10.2008 - ASP in der Garage


So, mein zweites bestuhltes Konzert nach Konstantin Wecker (Götz Widmann zähl ich mal nicht mit, da sitzt man ja eher auf dem Boden). Nun ja, ausreichend Plätze, schön, nur wenn man zu dritt zu spät kommt, sind leider die Stühle weg und man muss auf sonem blöden sitzkissenartigen Sessel sitzen, weil Stehen, das geht ja nicht. Vieles geht anscheinend bei einem Unplugged-Konzert nicht. Handys waren am Ausgang auszuschalten (kriegt man ja auch nicht wieder an, die Dinger), Kameras durften nicht mitgenommen werden und während des Konzertes gab es keinen Getränkeverkauf und die Zigarettenpause musste entfallen... Also schon mal sehr angepisst noch bevor man seinen Sitzplatz hatte.

Jo, dann die ersten paar Lieder und ab dann war klar, der sonst so innovative Stilmischmasch der Band wird ohne die elektronischen Stilelemente zum stinknormalen Mittelalterrock. Naja, dafür wurde man für einiges entschädigt. ASP zeigten sich von ihrer besten Seite, äußerst motiviert und spieltechnisch auf sehr hohem Niveau. Die schwülstig-künstlichen Ansagen von Frontmann Alexander „Asp“ Frank Spreng, die er aus einem Buch ablas, waren leider nicht so mein Fall (wie es auch die meisten Texte nicht), aber glücklicherweise würzte er das ganze mit genug Selbstironie ("War schon jemand auf einem Konzert dieser Tour? Nur ihr drei, gut dann kann ich ja auch die schlechten Ansagen vom letzten Mal benutzen") . Nach etwa 1 1/2 Stunden verabschiedeten sich die Musiker mit einem Minimedley aus Sympathy for the Devil, Let Me Entertain You und The Look (nanananana). Dann hieß es erst mal Luft schnappen (rauchen) und ein bis drei Bier holen...

Nach der Pause gings dann gekonnt weiter. Unglaublich, die Sangesleistung des Sängers, dem man anmerkte, dass er auch tatsächlich live sang (nicht so wie beim oberpeinlichen Halb-Playback-Auftritt von Unheilig vor einer Woche, über den es sich nicht wirklich zu Schreiben lohnte). Die "komplexen" Lieder von ASP stellten die Band vor eine große Herausforderung, so besteht im Krabat-Zyklus wohl ein Lied aus drei verschiedenen Tonarten, so dass dem Gitarristen Matthias „Matze“ Ambré immer wieder eine andere Gitarre gereicht wurde. Sehr lustig die rosanene mit "Hello Kitty"-Aufkleber. Die hat auch dem Sänger kurz aus der Fassung gebracht (obwohl er den Gag ja wohl kannte). Bei Sangesbruder ersetzte Bassist Andreas „Tossi“ Gross kongenial Eric Fish, der verständlicherweise nicht anwesend sein konnte. Nach dem letzten Lied, bei dem die Sangeskünste des Publikums gefordert wurden, folgten zwei Zugabenteile mit zwei-drei Liedern und Standing Ovations. Nur eines der wenigen Lieder der Band, die ich mochte, nämlich Wahrer Satan wurde leider nicht gespielt.

Fazit: Kurzweilig, musikalisch nicht mein Bier.

Links: Bandhomepage - Veranstaltungsort

Dienstag, 14. Oktober 2008

Was man aus B-Filmen lernen kann... Folge 2

Heutige Folge:
Frostbite


Steckbrief Vampir:
Herkunft
: Ukraine
Aussehen: humanoid
Besondere Merkmale:
Fangzähne, leuchtende rote Augen
Nahrung: Blut von Kaninchen, Pudeln und Menschen; trinkt direkt aus Arterie, Blutbeutel möglich
Jagdrevier:
Schweden in der Polarnacht
Fortpflanzung: Biss; rote, Extasy-ähnliche Pillen
Besondere Fähigkeiten:
Unsichtbarkeit, kann Wände hochlaufen, sieht gut im Dunkeln (Rotsicht), enorme Kräfte und Schnelligkeit, versteht die Sprache der Tiere (aber kann sie offenbar nicht sprechen)
Schwachstellen: Angst vor Kreuzen, reagiert allergisch auf Knoblauch (oder Fischsuppe?), Augen sehr empfindlich (Tränengas oder Pfefferspray)
Wirkt tödlich: Pflock, Stuhlbein oder Gartenzwerg durchs Herz
Weiterentwicklung: SS-Soldat-Forscher-Arzt-Selbstexperiment (Ziel:Weltherrschaft)


Was man noch aus dem Film lernen kann:
* SS-Soldaten der Division Wiking sind scheiße-dämlich (glorreiche letzte Wortwechsel: "Wo sind die Bewohner?" - "Sind wohl geflohen." - 12 Stunden später: "Wie konnten die fliehen, wenn die Türen und Fenster verschlossen und verriegelt waren?" - "Mhm, durch den Schornstein?")
* in der Polarnacht umzuziehen ist keine gute Idee
* Nicko McBrain ist der Drummer von Iron Maiden und Rick Allen von Def Leppard hat nur einen Arm (gut, das wusste man wahrscheinlich schon vorher)
* Vampir-Erschaffungspillen schmecken ekelhaft und sehen Extasy verdammt ähnlich
* Wettrennen mit 130 Sachen bei zugefrorener Straße sind in Schweden normal
* dabei erkennt man noch die Mitfahrer auf den hinteren Plätzen eines langsameren Autos
* in Schweden gibt es ein Rauchverbot an Schulen
* Das Gesundheitssystem in Schweden ist so schlecht, dass schon leicht-junkiehafte Züge tragende Medizinstudenten eingestellt werden
* Kanülen eignen sich hervorragend zum Dartspielen (Bullseye ist die Milz)
* dubiose Ärzte, die nur Nachts arbeiten und Gentechnikspezialisten sind, haben "Privatpatienten"
* Wenn die Musik auf einer Party zu laut ist, bemerkt man nicht, wenn hinter einem gerade ein Vampir einen Menschen zerfleischt.
* als Obervampir strebt man nach der Weltherrschaft (auch wenn man anfangs nur ein Heilmittel suchte)
* Als Vampir niemals einem Pfarrer die Hand geben (Entzündungsgefahr)
* Blut auf Hemd und Mund bekommt man ganz leicht mit Wasser weg
* es ist ratsam, den bösen Obervampir loszulassen, wenn man ihn auf dem Boden hat (gibt einen besseren Showdown)
* der böse Obervampir ist total hässlich, wenn er sich verwandelt

Mittwoch, 8. Oktober 2008

Was man aus B-Filmen lernen kann... Folge 1

Heutige Folge:
Acarophobia
* gentechnische Experimente sind an amerikanischen Universitäten auch für Studenten nichts besonderes
*Amerikanische Studentinnen feiern nur Partys und rennen halb nackt rum
* Fällt eine/r aus, nimmt man sich einfach den/die Nächste/n
* Wenn in der Badewanne eine blutige Leiche liegt, bemerkt man das nicht, wenn man die Augen zu hat.
* Lesben knutschen die ganze Zeit
* Wenn man sich auf die Füße pisst, bekommt man warm
* Durchtrainierte Footballspieler können nicht 1 Minute die Luft anhalten
* und sind scheißeblöd
* das primäre Geschlechtsteil ist fast nicht von einem ekligen Insekt zu unterscheiden, schmeckt und riecht genauso und ist außerdem genauso schleimig
* Heuschrecken und Spinnen sind Käfer
* Spinnen sind Insekten
* Spinnen haben Fühler
* nur Heuschrecken können sehen, die restlichen Insekten (also auch Spinnen) sind blind
* Insekten sind keine Individualisten
* Hirschkäfer lieben Fleisch, insbesondere Pizza
* berührt man Insektenschleim wird man "infiziert" und muss Maden ausbrüten
* alle Insekten (also auch Spinnen) entwickeln sich aus denselben Maden
* beherbergt man Insektenlarven hat man unheimlichen Hunger auf Süßes, Tequila, Menschenfleisch und Tabascosoße
* und sieht später aus wie ein Zombie aus Evil Dead
* Insekten platzen, wenn sie mit Strom in Berührung kommen
* amerikanische Verbindungshäuser sind so groß, dass man mindestens zehn Minuten braucht, um sie zu umrunden
* amerikanische Sicherungen springen nie raus
* Maden schreien, wenn sie rausgekotzt werden

Hilfreich gegen riesige Insekten sind:
* Mixer
* Speere
* Strom + Wasser (unbedingt an Gummisohlen denken)
* Sägen
* Asiatinnen (außer gegen Heuschrecken)

Auf keinen Fall benutzen:
* Insektenspray (macht sie größer!)

Externes Review

Montag, 6. Oktober 2008

Hooligans & This is England

Da ich beide Filme kurz hintereinander angeschaut habe, kam ich auf die Idee mit einem Doppelreview. Beide Filme behandeln Subkulturen, die gesellschaftlich geächtet sind und oft auch einer Mythenbildung unterliegen. Hooligans behandelt, wie der aufmerksame Leser sicherlich erahnt, die Hooligan-Szene, This Is England die Skinhead-Szene. Beide spielen in England, auch wenn Hooligans ein amerikanischer Film ist.
Inhalt
Die Geschichte der beiden Filme ist schnell erzählt: in beiden Streifen gerät ein (kleiner, hihi) Protagonist in eine ihm bis dato unbekannte Szene, die ihn freundlich aufnimmt und in der er seine bisher unterdrückten Aggressionen herauslassen kann. Neben gewalttätigen und kriminellem Verhalten findet der Protagonist eine Art Ersatzfamilie, die sich um ihn kümmert. In beiden Filmen scheitert letztlich das Gruppengefüge an unterschiedlichen Vorstellungen und es kommt zu einer Art Hybris des Hauptdarstellers. Was sich so ähnlich anhört, gestaltet sich letztlich doch unterschiedlich:

In Hooligans reist ein gescheiterter Journalismus-Student nach England zu seiner Schwester um dort Klarheit über sich selbst zu erlangen. Durch den Bruder seines Schwagers gerät er in die Hooligan-Szene von West Ham United und erlebt dort zum ersten Mal so etwas wie Familie und Anerkennung. Als "Presseheini", was er zunächst verleugnet, aber später aufgedeckt wird, ist er eigentlich eine geächtete Figur. Er findet desweiteren heraus, dass sein Schwager der berühmte "Major", eine Legende seiner "Firma", wie sich die Hooligan-Gangs nennen, ist. Ohne zu sehr ins Detail einzugehen: am Ende liegt der Schwager im Krankenhaus, seine Ehe ist gescheitert und sein Bruder ist tot. Der Hauptdarsteller reist zurück nach Amerika, um sich an seinem Kommilitonen zu rächen.

This is England dagegen beschreibt die Geschichte eines 12-jährigen Jungens Anfang der 1980er, ein krasser Außenseiter, dessen Vater im Falklandkrieg gefallen ist. Nur bei einer Bande von smarten Skins findet er die Familie, die er braucht. Als ein ehemaliger Freund der Bande aus dem Knast zurückkehrt, versucht dieser die Skins in die National Front zu bringen und zerstört letztlich das Gruppengefüge. Als er völlig bekifft einen schwarzen Skin halbtot prügelt, erkennt der Junge seine Fehler und löst sich von seinem Ersatzvater.

Kritik

Mit Stars kann nur Hooligans aufwarten, der mit Frodo Elijah Wood einen bekannten Hauptdarsteller an Bord hat. Die schauspielerische Leistung in Hooligans ist überraschend gut. Man nimmt Wood tatsächlich seine Rolle ab, auch die restlichen Darsteller überzeugen, insbesondere der charismatische, an der Grenze zwischen Wahnsinn, Selbstüberschätzung und Führungsrolle liegende Anführer der Hooligans, gespielt von Charlie Hunnam, kann überzeugen. Die Geschichte ist gut erzählt und wirkt in Teilen glaubwürdig. Allein das verherrlichende Ende und die ach-so-tollen Worte des Anführers, die dem Hauptdarsteller noch weiter im Ohr liegen, als dieser wieder seine tolle Yuppie-Karriere aufnehmen will, trüben den an sich guten Gesamteindruck. Denn das ist ein großes Problem: Eine Distanz zum Gezeigten fehlt fast völlig. So wirkt der Film über weite Stellen fast wie ein Hooligan-Werbefilm.

Im direkten Vergleich mit This Is England stinkt Hooligans aber ganz klar ab. Ich habe selten einen Film gesehen, der solch authentische, realistische Charaktere gezeichnet hätte. Man nimmt sämtlichen Beteiligten ihre Rollen ab. Hervorzuheben ist die Leistung der, zum Zeitpunkt der Veröffentlichung gerade mal 14 Jahre alte, Hauptdarsteller Thomas Turgoose. Im Laufe des Films wandelt er sich vom sympathischen Außenseiter zu einem brutal aussehenden Jüngling, der nach der Katharsis wieder von vorne anfängt. Hier liegt auch der große Pluspunkt des Films, man entwickelt Sympathie mit den Hauptpersonen, selbst der brutale und asoziale Naziskin zeigt an diversen Stellen des Films ein menschliches Gesicht, etwas was in Hooligans fast komplett fehlt. Denn dort sind die Gegner gesichtslose Schlägerbanden, selbst der Anführer des gegnerischen Teams, der seinen Sohn bei den Schlägereien verlor, ist entmenschlicht und taugt, wie in einem Kickboxerfilm, nur noch als Bösewicht. Dass der Soundtrack zu This Is England auch besser ist muss ich wohl nicht erwähnen, oder?

Noch eine Anmerkung: Wer in den Genuss der DVD-Fassung kommt, sollte This Is England unbedingt in der englischen OF mit zugeschalteten UT schauen. Der Akzent ist wirklich beeindruckend unverständlich.... Auch das Ansehen von Hooligans in der OF lohnt sich, die Übersetzung der Fußballgesänge ist nämlich eine Beleidigung an den Zuschauer.

Links: Hooligans (Offizielle Homepage), This Is England (Offizielle Homepage)

Montag, 22. September 2008

Loikaemie - 22.09.2008



Erst mein drittes Oi!-Konzert nach Red London und Oxymoron (außer man zählt noch Pöbel & Gesocks und die Dropkick Murphys mit). Das Konzert stand von Anfang an unter schlechten Vorzeichen, wurde es doch vom geräumigen Roxy in den ungleich kleineren "Kleinen Club" der Garage verlegt. Und dann auch noch auf dem Hinweg ne schwarze Katze von rechts nach links. Naja, zum Glück habe ich sie nicht überfahren. Kollegen eingepackt und los gings zum Veranstaltungsort.

Dort standen dann entgegen der Erwartung doch einige Leute rum und waren am Trinken und Rauchen (ach ja, das Verbot). Dann durch die Einlasskontrolle, wo meine ganze Kutte gefilzt wurde. Viel Spaß bei den Innentaschen wollte ich noch wünschen... Also, fünf Minuten Verzögerung und ab rein. Bier und abwarten.

Der Support betrat die Bühne, schätzungsweise so zwischen 15 und 18, die Jungs. Ein Criminal Class-T-Shirt ließ dann erstmal auf Crust schließen und ich glaube das sollte der Musikstil der Band aus Merzig, deren Namen ich ganze fünfmal nicht verstanden habe, auch darstellen. Laut Eigenbeschreibung (hab nämlich gerade ihre MySpace-Seite gefunden) Punk / Hardcore und jetzt weiß ich auch ihren Namen: Sick Agenda. Puh, das Lied auf ihrer MySpace-Seite klang ja ganz nett, aber irgendwie sind sie doch sehr eingeschränkt. Jedes Lied klang gleich, da verwundert es auch nicht, dass das Publikum ihnen die kalte Schulter zeigte. Ich habe noch nie eine Vorband (abgesehen vielleicht von Schacht im Vorprogramm von Knorkator) dermaßen abloosen gesehen. Nach dem ersten Lied setzte der Applaus nach 10 Sekunden erst ein. Nach dem zweiten applaudierte genau einer (!), obwohl der Saal zur Hälfte gefüllt war. Die Aufforderung doch bitte nach vorne zu kommen, klang mehr ängstlich als fordernd. Ein paar Lieder später war der Spuk vorbei und ein paar nette Jungs tanzten zum Abschlusslied sogar Pogo.

Nach dem desaströsen Auftakt betraten nach kurzer Umbaupause dann Loikaemie die Bühne, die auch direkt richtig gefeiert wurden. Ein Set voller Höhepunkte, wie "Wir sind die Skins" direkt gefolgt von "Gewalttätig", "Mädchen" und "Wir kommen auf die Welt". Auch mein Lieblingslied "Oi! Oi! That's Yer Lot" wurde gespielt. Auch ein paar Lieder von der neuen Platte "Join the Underground". Am besten bei der Meute, die den ganzen Gig eifrig Pogo tanzte, kam wohl "Good Night White Pride" an. Natürlich gefiel mir "Haar im Bier" nicht, aber man kann ja nicht alles haben. Ich persönlich habe noch "Als ich vierzehn war" und "Ein Skinhead ohne Stiefel" vermisst. Vom neuen Album wäre natürlich "You Shook Me All Night Long" schön gewesen. Die letzten paar Lieder kamen aus der Mottenkiste und wirkten auch etwas langweilig. Im Saal war es mittlerweile kochend heiß, dennoch wollte der Mob nach dem letzten Lied noch mehr. Die Band kam wieder auf die Bühne und stimmte zum zweiten Mal "Good Night White Pride" an. Was soll sowas...? Danach war Schluss, obwohl das Publikum lautstark nach mehr rief. Ein etwas komischer Abgang für ein ansonsten gelungenes Konzert.

So und wenn mein Fotograf mir die Bilder rüberschickt, gibts auch noch was fürs Auge, so erstmal nur der Flyer...

Update
Bilder sind leider nichts geworden...

Samstag, 20. September 2008

AJZ Homburg 19. 09.2008




Yeah, Freitag Abend nix zu tun, keine Begleitung in Sicht, also wat tun. Auf komischen Seiten rumgesurft und einen Konzerttermin im AJZ Homburg entdeckt. Naja, was soll man machen, also ab alleine dahin... Zum ersten Mal den neuen Standort besuchen. Beginn 20:00 Uhr, wohlweislich, dass sich nix geändert haben kann, also um kurz vor 21:30 ab nach Homburg. Erstmal Ernüchterung, wo ist dieses verdammte AJZ? Durch Erbach geirrt, keine Punkrocker gefunden. Straßenplan lotste mich dank falscher Adressenangabe in die völlig falsche Richtung. Am McDonalds dann die Dorfgangsta-Jugend gefragt, die mich zuerst zum Güterbahnhof schicken wollten, aber ihnen dann doch noch einfiel, dass das Dingens in einem AWO-Gebäude liegt und grade um die Ecke ist. Danke dafür, falls jemand das lesen sollte.

Am Veranstaltungsort angekommen, erstmal die Ernüchterung. Zwei Bands haben schon gespielt, also scheint sich tatsächlich am Zeitmanagement etwas geändert zu haben. Nun ja, erstmal rein und Bier. Dort die zweite Ernüchterung: Aus den legendären, zweieinhalb Jahrzehnte bestehenden heiligen Hallen des wahrscheinlich besten Juzes im südwestdeutschen Raums, in dem Punkrockgeschichte geschrieben wurde und so ziemlich alles von Pöbel und Gesocks, Toxoplasma, Kassierer bis hin zu Hardcore-Größen wie Gorilla Biscuits sich die Klinke in die Hand gedrückt hat, hat die Stadt tatsächlich zwei wohnzimmergroße Räume gemacht. Seit meinem letzten Besuch in den alten Räumlichkeiten (Toxoplasma-Konzert) hat sich auch das Personal mal wieder verjüngt, wat soll man machen...

Von einem ganz netten Besoffenen, dessen Namen ich leider vergessen habe (keine Angst, ich denke an deine Kippenschuld!), dann unter die Fittiche genommen, musste ich den Abend zum Glück nicht in selbstgewählter Isolation verbringen. Zum Glück auch keine Scherze über Gehstöcke oder Rheumadecken...

Dann gings auch schon los, ich nehme mal an, es waren Cambodia, leider die Bandansage nicht gehört und auf meine Frage konnte später auch keiner der Anwesenden reagieren. Später stellten sie sich noch als Pussycat Dolls, aber die sehen glaub ich attraktiver und weiblicher aus, und als Milli Vanilli, die sehen nur weiblicher aus ;-) vor. Sound beschissen, aber die Jungs motiviert und witzig. das volle Gitarrenposing, was bei der etwas, sagen wir simplen, Musik dann natürlich auch nicht ganz so schwerfällt. Jedenfalls ganz ok, auch wenn die Band am Ende nicht sehr zufrieden wirkte.

Als nächstes dann Inzane, die leider auf Grund der Fluktuation nur noch 10-13 Zuschauer hatten, von denen sie die meisten auch selbst mitgebracht haben. Schade eigentlich, die relativ syampathischen bösen Death-Grind-Black-Liebhaber, wie man an den T-Shirts erkennen konnte, lieferten das volle Grindcore-Brett ab. Grunz- und Kreischgesang im Wechsel vom gleichen Sänger und Geknüppel pur. Danke auch an die Widmung an mich, allerdings habe ich leider nix verstanden, weil mein besoffener Rawside-Fan-Kollege mich grade um Blättchen anschnorrte. Entweder sollte ich mich bewegen oder die CD kaufen (beides habe ich trotzdem nicht gemacht), da ich wohl der Einzige war, den sie nicht kannten. Jedenfalls, mir hats gefallen. Bei Gelegenheit gerne wieder. Nach zwei Zugaben war aber dann auch hier Schluß und ich verlies den Konzertort. Was bleibt ist ein durchaus positiver Eindruck vom neuen, wenn auch kleineren Juz und zwei Bands mehr auf meiner Konzertliste. Die jeweiligen MySpace-Seiten sind für Interessierte verlinkt.

AJZ Homburg

MySpace vom AJZ

Dienstag, 9. September 2008

Juz Neunkirchen - Le Cuit & les Cascadeurs de l'extreme


Am Samstag, dem 6. September reiste aus dem fernen Frankreich die Band "Le Cuit et les Cascadeurs de L'Extreme" an. Längst in Frankreich vom Geheimtipp zum Star angereift, beehrten sie als erste Station ihrer Welttournee auch das beschauliche Neunkircher Jugendzentrum. Wegen der örtlichen Begebenheiten musste die aufwändige Stageshow des Bäckers und der Stuntmänner ausfallen. An Feuerspucken und die Darbietung einer menschlichen Fackel war auf Grund derDeckenhöhe leider nicht zu denken.

Eine örtliche Vorband musste leider aus bisher unbekannten Gründen absagen. Stattdessen sollte das Tanzbein geschwungen werden, eine 60's Garage Powerpop Party eröffnete das Reigen. Leider fehlte es an Tänzern, so dass die Undergroundklassiker nur dezente Hintergrundmusik für das trinkende und sich unterhaltende Publikum war. Kurz vor 10 Uhr betrat die Band dann unter frenetischem Beifall des etwas spärlich angereisten Publikums die Bühne. Vom ersten Song, "Enemies", ein Cover von Radiators from Space, an war klar, was die nächste Dreiviertelstunde regierte: Grindcalypso Oi! Jazz, so die Eigenbezeichnung laut ihrem Theme-Song .

Doch schon beim nächsten Song ein kleines Problem, eine Seite des Ausnahmegitarristens war gerissen. Bei der energiegeladenen Show und den eleganten Riffs kein Wunder. Der slowhand clap entfiel, dafür ertönte ein Keyboard-Zwischenspiel über Drum-Impressionen. Relativ schnell war der Schaden behoben, und die Band nahm uns auf eine Zeitreise durch die 60er/70er Garagenpunk und Powerpop-Ära mit. Bei "Teenage Kicks" von den fantastischen Undertones schwang auch "Le Cuit" das Tanzbein. Einer der besten Songs, die je geschrieben wurden, wie John Peel schon richtig bemerkte. Mit "Brickfield Nights" von den Boys ein weiteres, absolutes Lieblingslied von mir, zeigte sich die Band in Höchstform. Wohl auch eines der wenigen Konzerte, wo ich mich dazu hinreißen lasse, mitzusingen. Auf Grund der Sprachbarriere blieb leider das Konzert komplett ansagenlos. Der Sound war für Juz-Verhältnisse recht gut, gegen Ende war nur der Gesang des Frontmannes etwas zu leise und dafür das Schlagzeug viel zu laut eingestellt.

Zu den weiteren Höhepunkten zählte "Don't Talk to Me" aus der Frühphase von G.G. Allin, "All Day and All of the Night" von den unvergleichlichen Kinks und "Who Do You Love?", einem der bekanntesten Garagenpunk-Lieder, im Original von Bo Diddley. Dazu zwei Eigenkompositionen, die sich nicht vor den übermächtigen Originalen zu verstecken abrauchen. Mit "Gotta Tell Me Why" der unterbewerteten D.C.-Band The Slickee Boys, endete dann eine 45-minütige Show.

Leider ließ sich die Band nicht zu einer Zugabe hinreißen, ich hätte ja durchaus ein zweites "Teenage Kicks" vertragen...

Link zum Veranstaltungsort