Dienstag, 26. August 2008

Running Scared

Eigentlich schaue ich mir Filme meist geteilt an, da ich nicht immer 90 Minuten habe. Gestern musste ich eine Ausnahme machen. Mittlerweile stapeln sich bei mir die TV Movie-DVDs. Eigentlich eine gute Sache, ein Film pro Ausgabe für günstige 3,40€, dazu noch eine 14-tägige Programmzeitschrift (die ich nie nutze, Fernsehen ist scheiße). Nur leider sammeln sich die Filme langsam an. Des weiteren haben die TV-Movie-DVDs ein paar kleine Macken: Trailer, Raubkopierer-Spots und TV-Movie-Werbung lassen sich nicht wegdrücken, man muss auf OmU verzichten... Allerdings ist der Preis natürlich ungeschlagen, da es sich bei den Filmen in den seltensten Fällen um Schrott handelt.

Jedenfalls bekam ich von einem Freund Running Scared empfohlen. So entscheid ich mich diesen gestern zu gucken. Und, ja, es war Essig mit dem Aufteilen des Films. Worum geht es? Schwer zusammenzufassen, deshalb nur soviel: Joey, ein kleiner Mafiagangster, bekommt eine Waffe zum "Verschwinden lassen". Statt dies zu tun, versteckt er sie im Keller. Die Kinder finden die Waffe beim Spielen. Oleg, der kleine russischstämmige Junge, schießt auf seinen Drecksack von Stiefvater. Ab dann bricht für Joey und seine Familie die Hölle los. Er muss die Waffe so schnell wie möglich finden und verschwinden lassen. Dabei kommt ihm so ziemlich alles in die Quere, was eine Großstadt so an Abartigkeiten zu bieten hat.

Weiteres zu verraten, wie es der oben verlinkte Wikipedia-Artikel tut (dämliche Policy übrigens), wäre für den geneigten Zuschauer ein Desaster. Nein, das muss man gesehen haben. Der Film besteht aus atemberaubenden, realistischen und unrealistischen Plot-Twists, Charakteren, bei denen das Attribut grenzwertig eine absolute Untertreibung wäre, krassen Gewaltszenen und einer Düsternis, die vieles in den Schatten stellt, was man sonst so zu sehen bekommt. Die Kamerafahrten und die Effekte sind zum Teil irre und unterstreichen die komplizierte Story, da sie vieles vorwegnehmen oder nachzeichnen. Natürlich wirbt man mit dem üblichen Tarantino-Vergleich, aber das sollte man einfach mal ignorieren. Dieser ist nämlich eigentlich nicht gerechtfertigt, denn wo Tarantino Coolness sprechen lässt, zeigt Wayne Kramer (nicht identisch mit dem bekannten MC5-Gitarristen und -Sänger) auch die Schattenseiten der Gewalt und zeichnet ein eher pessimistisches Bild der Unterwelt. Einiziges Manko ist das etwas an den Haaren herbeigezogene, unrealistische Happy-End...

Fazit: Geheimtipp!

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