Dienstag, 9. September 2008

Juz Neunkirchen - Le Cuit & les Cascadeurs de l'extreme


Am Samstag, dem 6. September reiste aus dem fernen Frankreich die Band "Le Cuit et les Cascadeurs de L'Extreme" an. Längst in Frankreich vom Geheimtipp zum Star angereift, beehrten sie als erste Station ihrer Welttournee auch das beschauliche Neunkircher Jugendzentrum. Wegen der örtlichen Begebenheiten musste die aufwändige Stageshow des Bäckers und der Stuntmänner ausfallen. An Feuerspucken und die Darbietung einer menschlichen Fackel war auf Grund derDeckenhöhe leider nicht zu denken.

Eine örtliche Vorband musste leider aus bisher unbekannten Gründen absagen. Stattdessen sollte das Tanzbein geschwungen werden, eine 60's Garage Powerpop Party eröffnete das Reigen. Leider fehlte es an Tänzern, so dass die Undergroundklassiker nur dezente Hintergrundmusik für das trinkende und sich unterhaltende Publikum war. Kurz vor 10 Uhr betrat die Band dann unter frenetischem Beifall des etwas spärlich angereisten Publikums die Bühne. Vom ersten Song, "Enemies", ein Cover von Radiators from Space, an war klar, was die nächste Dreiviertelstunde regierte: Grindcalypso Oi! Jazz, so die Eigenbezeichnung laut ihrem Theme-Song .

Doch schon beim nächsten Song ein kleines Problem, eine Seite des Ausnahmegitarristens war gerissen. Bei der energiegeladenen Show und den eleganten Riffs kein Wunder. Der slowhand clap entfiel, dafür ertönte ein Keyboard-Zwischenspiel über Drum-Impressionen. Relativ schnell war der Schaden behoben, und die Band nahm uns auf eine Zeitreise durch die 60er/70er Garagenpunk und Powerpop-Ära mit. Bei "Teenage Kicks" von den fantastischen Undertones schwang auch "Le Cuit" das Tanzbein. Einer der besten Songs, die je geschrieben wurden, wie John Peel schon richtig bemerkte. Mit "Brickfield Nights" von den Boys ein weiteres, absolutes Lieblingslied von mir, zeigte sich die Band in Höchstform. Wohl auch eines der wenigen Konzerte, wo ich mich dazu hinreißen lasse, mitzusingen. Auf Grund der Sprachbarriere blieb leider das Konzert komplett ansagenlos. Der Sound war für Juz-Verhältnisse recht gut, gegen Ende war nur der Gesang des Frontmannes etwas zu leise und dafür das Schlagzeug viel zu laut eingestellt.

Zu den weiteren Höhepunkten zählte "Don't Talk to Me" aus der Frühphase von G.G. Allin, "All Day and All of the Night" von den unvergleichlichen Kinks und "Who Do You Love?", einem der bekanntesten Garagenpunk-Lieder, im Original von Bo Diddley. Dazu zwei Eigenkompositionen, die sich nicht vor den übermächtigen Originalen zu verstecken abrauchen. Mit "Gotta Tell Me Why" der unterbewerteten D.C.-Band The Slickee Boys, endete dann eine 45-minütige Show.

Leider ließ sich die Band nicht zu einer Zugabe hinreißen, ich hätte ja durchaus ein zweites "Teenage Kicks" vertragen...

Link zum Veranstaltungsort

1 Kommentar:

Godefroot hat gesagt…

Klasse Bericht wie immer! Sehr humorvoll geschrieben, wenn auch nicht ganz objektiv ;)
Mein Highlight: Grindcalypso Oi! Jazz