Freitag, 17. Oktober 2008

15.10.2008 - ASP in der Garage


So, mein zweites bestuhltes Konzert nach Konstantin Wecker (Götz Widmann zähl ich mal nicht mit, da sitzt man ja eher auf dem Boden). Nun ja, ausreichend Plätze, schön, nur wenn man zu dritt zu spät kommt, sind leider die Stühle weg und man muss auf sonem blöden sitzkissenartigen Sessel sitzen, weil Stehen, das geht ja nicht. Vieles geht anscheinend bei einem Unplugged-Konzert nicht. Handys waren am Ausgang auszuschalten (kriegt man ja auch nicht wieder an, die Dinger), Kameras durften nicht mitgenommen werden und während des Konzertes gab es keinen Getränkeverkauf und die Zigarettenpause musste entfallen... Also schon mal sehr angepisst noch bevor man seinen Sitzplatz hatte.

Jo, dann die ersten paar Lieder und ab dann war klar, der sonst so innovative Stilmischmasch der Band wird ohne die elektronischen Stilelemente zum stinknormalen Mittelalterrock. Naja, dafür wurde man für einiges entschädigt. ASP zeigten sich von ihrer besten Seite, äußerst motiviert und spieltechnisch auf sehr hohem Niveau. Die schwülstig-künstlichen Ansagen von Frontmann Alexander „Asp“ Frank Spreng, die er aus einem Buch ablas, waren leider nicht so mein Fall (wie es auch die meisten Texte nicht), aber glücklicherweise würzte er das ganze mit genug Selbstironie ("War schon jemand auf einem Konzert dieser Tour? Nur ihr drei, gut dann kann ich ja auch die schlechten Ansagen vom letzten Mal benutzen") . Nach etwa 1 1/2 Stunden verabschiedeten sich die Musiker mit einem Minimedley aus Sympathy for the Devil, Let Me Entertain You und The Look (nanananana). Dann hieß es erst mal Luft schnappen (rauchen) und ein bis drei Bier holen...

Nach der Pause gings dann gekonnt weiter. Unglaublich, die Sangesleistung des Sängers, dem man anmerkte, dass er auch tatsächlich live sang (nicht so wie beim oberpeinlichen Halb-Playback-Auftritt von Unheilig vor einer Woche, über den es sich nicht wirklich zu Schreiben lohnte). Die "komplexen" Lieder von ASP stellten die Band vor eine große Herausforderung, so besteht im Krabat-Zyklus wohl ein Lied aus drei verschiedenen Tonarten, so dass dem Gitarristen Matthias „Matze“ Ambré immer wieder eine andere Gitarre gereicht wurde. Sehr lustig die rosanene mit "Hello Kitty"-Aufkleber. Die hat auch dem Sänger kurz aus der Fassung gebracht (obwohl er den Gag ja wohl kannte). Bei Sangesbruder ersetzte Bassist Andreas „Tossi“ Gross kongenial Eric Fish, der verständlicherweise nicht anwesend sein konnte. Nach dem letzten Lied, bei dem die Sangeskünste des Publikums gefordert wurden, folgten zwei Zugabenteile mit zwei-drei Liedern und Standing Ovations. Nur eines der wenigen Lieder der Band, die ich mochte, nämlich Wahrer Satan wurde leider nicht gespielt.

Fazit: Kurzweilig, musikalisch nicht mein Bier.

Links: Bandhomepage - Veranstaltungsort

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