Montag, 27. Oktober 2008

25.10.2008 - Waterdown & TRÆOS im Kleinen Klub


Dafür, dass an manchen Wochenenden im Saarland nichts los ist, war für die Musikszene eigentlich Hochsommer. Im JUZ Neunkirchen spielten Rantanplan, im AJZ Homburg war ein Konzert, Waterdown im kleinen Club der Garage und im JUZ Saarlouis die "Night of Torture" (dazu später mehr). Die Qual der Wahl war also schwer. Gut, dass ich einem Freund versprochen hatte, mit ihm auf Waterdown zu gehen. Rantanplan mit neuem Sänger gefallen mir sowieso nicht, schade um die Night of Torture... Schade auch, dass durch das riesige Aufgebot dieses Wochenende nur etwa 50-75 Leute den Kleinen Klub frequentierten.


Pünktlich angekommen, begann auch schon die Vorgruppe TRÆOS, die sich im wahrsten Sinne des Wortes den Arsch abspielten. Super motiviert spielte der Fünfer aus Völklingen auf und überzeugte die kleine Masse an Leuten durch ihren zähflüssigen, teilweise melodiösen, mhm, wie nennt man das heute? Früher hieß das Emo, aber das ist heute wohl eher eine Beleidigung, auch Screamo und Metalcore sind nur Modebbegriffe. Also zähflüssiger, treibender Hardcore mit melodiösem Klargesang und Gekreische, oder wie ein Freund anmerkte, die Hardcore-Variante von Disbelief. Dazu dezente Metal-Riffs, die gut zu den Stretchjeans der Bandmitglieder passten. Sehr engagiert und mit guter Stageshow, die alles beinhaltete, was man so brauchte: hinter dem Kopf spielen, Gitarre mit Geigenbogen spielen und Sprung von der Theke vom Bassisten. Super Auftakt. Einzig ein Gitarrero fiel aus der Reihe, aber der war auch nur als Ersatzmann dabei.

Anschließend Waterdown, die auch sehr gut Arsch traten. Der Spruch auf dem Gürtel Chilling is my business ... and business is good ist mir als alten Metalhasen natürlich schon mal einen Pluspunkt wert. Supernette Jungs, die sich gerade von Victory Records getrennt hatten, und nun mit ihrem "Almost Hardcore" bei Blacktop Records eine EP herausgehauen haben. Warum eigentlich "Almost"? Nun, neben den Hardcoreteilen verfügt die, mittlerweile auf ein Quintett geschrumpfte Kapelle, über einen Sänger, der neben dem Hardcore-üblichen Brüllgesang auch meldiös singt, außerdem beinhaltet die Musik auch etwas "poppigere" (Zitat des Sängers) Passagen. Leider sind es gerade die melodischen Gesangslinien, die mir überhaupt nicht gefallen.

Zu den Klängen von Scooters "Happy Hardcore" betritt die Band dann die Bühne. Von Anfang an gibt sie Vollgas und liefert einen Querschnitt aus alten, neuen und unveröffentlichten ("viel zu poppigen") Stücken. Beachtenswert auch die Ansagen, die von Selbstironie nur so strotzen. Insbesondere die Wortschöpfung "hardrockesque" bleibt im Ohr hängen. Darauf der Gitarrist: "Hast du studiert?" - Sänger: "Nein, sonst würde ich eloquenter sprechen." Tatsächlich ist der nachfolgende Song sehr nah am Hardrock, vor allem zu Beginn. Nach "True Til Deaf" von der EP und einem super Cover von Rage Against the Machine ("Killing in the Name of") ist dann leider Schicht im Schacht, vermutlich weil der Kleine Club noch für die Disco benötigt wird (oder weil die Band "zu alt" ist <---- Zitat). Leider also keine Zugaben, aber dennoch sehr lohnenswert. Reviews zu den beiden EPs (Powersnake von Waterdown und The Aion Drive von TRÆOS) folgen demnächst...

Also auf nach Saarlouis zur "Night of Torture"... im nächsten Eintrag...

Links: Waterdown - TRÆOS

Kommentare:

Godefroot hat gesagt…

Mir persönlich hat das Konzert super gefallen!

Die Vorband fand ich echt super! Ich finde die Band wäre es auch wert, mal extra wegen ihnen auf ein Konzert zu gehen ;)

Da Waterdown eine meiner persönlichen Lieblingsbands ist, ist meine Meinung vllt. auch ein bisschen befangen ^^
Ich empfand die Stimmung, trotz oder gerade wegen der wenigen Besucher, super. Was die Band halt echt mit Humor nahm. Bei der Songauswahl blieb von meiner Seite ausnahmsweise mal kein Wunsch offen. Rundum: Klasse Konzert

Der Bericht war mal wieder gut ;)

Jacky Revolver hat gesagt…

Schön schön, bekomme ich ja fast Lust wieder selbst zu schreiben. Jetzt noch die "Torture night" und ich bin zufrieden.