Sonntag, 23. November 2008

SWO - Southern Revolution I in Saarlouis-Beaumarais Teil 2

Nach der Sondersendung ist wohl eigentlich erstmal die Frage: "Na, wie ist es" angebracht, aber da kann ich noch nicht soviel sagen... Einmal durchgehört beim Autofahren, aber das reicht noch nicht. Klar ist: es ist viel zu lang, die Produktion ist viel zu bombastisch und an manchen Stellen kreischt Axl wie ein kastrierter Hamster. Einige Solos hauen gut rein und die letzten beiden Lieder sind auf jeden Fall die Highlights bisher. Also bisher noch unentschlossen... Zurück zum Ringgeschehen...

Tag Team 4 Way Elimination

...stand auf dem Programm. Zu Beginn heizten Absolute Andy und sein Buddy Steve Douglas (AbLas) das Publikum erstmal schön an. Man fühlte sich fast an ein Stand-up-Comedian-Pärchen erinnert, so gut waren die beiden. Eigentlich gibt es dafür nur zwei Worte: "Lutscht es". Danach betraten Revolution Purple den Ring. Die angebliche Herkunft von Adam Polak sorgte leider dafür, dass die deutschen Fans etwas von "Autoschieber" riefen. Dazu passte leider auch ein Landser-Zitat, dass die angereisten Fans während eines Kampfes sangen. Irgendwie schade, dass Wrestling-Veranstaltungen solchen White-Trash anziehen müssen. Anschließend betraten Team Germany, bestehend aus Patrick Schulz und Christian Eckstein den Ring. Zu guter Letzt kamen die absoluten Top-Heels Swi$ Money Holding in den Ring. Die Ringchemie stimmte unter allen Beteiligten und so wurde selbstverständlich sowohl die Homophobie als auch die zweideutigen Umarmungen zelebriert. Als erste mussten dann Revolution Purple den Ring verlassen, gefolgt von Team Germany. So blieben die absoluten Superstars im Ring und lieferten sich eine wahre Ringschlacht. Sehr hübsch dann das Finnish: Nachdem Absolute Andy den Aktenkoffer (ein zeitloser Klassiker) gegen die Corporation einsetzte, brach der Schiri den Kampf ab. Absolute Andy gelang es mit Hilfe des Publikums den Schiri davon zu überzeugen, mal fünfe gerade sein zu lassen und weiter zu machen. Nach kurzer Zeit wird der Schiri abgelenkt und schwubs, kriegt der Andy das Ding über die Rübe. Sehr 'übsch.

SWO World Heavyweight Title Match: Eric Schwarz vs. Bad Bones

Tja, der nächste Kampf ging dann um den Heavyweight-Title. Eric Schwarz ist mit Sicherheit einer der professionellsten Wrestler in Deutschland und Bad Bones hat eine unglaubliche Ringpräsenz, sprach alles also für einen guten und unterhaltsamen Kampf. Leider verwickelte ich mich in der Zeit in ein Gespräch, so dass ich nicht alles mitbekam. Schwarz konnte jedenfalls seinen Titel verteidigen. Schade, denn wie man in der SR-Reportage sieht, handelt es sich bei Bad Bones, trotz seines harten Images, um einen sympathischen Menschen, der schon bei den anderen Events überzeugen konnte. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Empire of Earth Match - 4 Crown Title Match


Hier sollte es um den Titel "Meister der Erde" gehen. Joe E. Legend besitzt wohl vier Champion-Gürtel aus unterschiedlichen Ligen und die sollten alle gegen Tatanka in einem 4-Fall-Match verteidigt werden. Oh Gott, wäre das langweilig geworden. Nix gegen Joe E. Legend, der die in die Jahre gekommene Sunny in seiner Ecke hatte. Aber bitte, Tatanka, der war nie gut, immer so in der Midcard, nie sehr erfolgreich, alberne Tänze... Gut, dass Murat und Kovac noch eine Rechnung mit den beiden offen hatten. Sie stürmten das Ringgeschehen: NO CONTEST. Also wurde flugs, dank Intervention von Sunny, ein Tag-team-Match anberaumt. Natürlich gewannen die "Legenden" gegen die Heels. Der Kampf war gut, wenn auch nicht spektakulär.

Man merkt, so nah am Ring natürlich immer, dass es nur Show ist. Da fragt man sich natürlich, warum dann in den Reportagen was völlig anderes behauptet wird. Vermutlich hängt das mit dem Außenseiterstatus der Wrestler in Deutschland zusammen, aber ich finde diese Haltung etwas dümmlich. Erstens sieht es jeder, der am Ring dabei ist, und zweitens erwartet jemand, der im Theater sitzt auch nicht, dass die Schauspieler die Romeo und Julia verkörpern auch nicht, dass diese sich am Schluss wirklich vergiften. Es schmälert auch nicht die Leistung der Athleten, die ja auch echte Schmerzen während der Show ertragen müssen und teils ziemlich viel in ihren Körper stecken müssen (Positives wie auch Negatives). Während der Show ist natürlich was anderes, da sollte dann schon die Illusion erwecken.

Etwas schade fand ich dann, die etwas reservierte Haltung der Fans. Das habe ich bei den anderen Events etwas anders erlebt. Schade dann auch, dass die "Stimmungskanonen" sich dann über die Herkunft der Wrestler, die vermeintliche sexuelle Ausrichtung auslassen müssen oder dreist-dümmlich Landser-Texte gröhlen. Das trägt nicht grade zu einer Image-Verbesserung der Veranstaltungen bei. Das kann man aber der wesentlich größeren Menge an Interessierten und auch den Wrestlern nicht anlasten.

Die Show war richtig gut, kaum Ausfälle nach unten, Top-Acting der Performer und eine familiäre Atmosphäre, die solche kleinen (317 Leute waren da) Veranstaltungen ausmachen. In diesem Sinne: bis zum nächsten Mal, wenn es wieder heißt "Let's Get Ready to Rumble..." Dann hoffentlich ohne personelle Ausfälle, wie man auf der Homepage der Promotion nachlesen kann. Zum Glück war davon in der Veranstaltung selbst nichts zu spüren.

Link: SWO

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

In welchem Kampf und was wurde denn von den Fans gerufen, was dir negativ aufgestoßen ist?

Gripweed hat gesagt…

Es war ein abgeänderter Songtext von Landser, den ich hier nicht wiedergeben möchte. Die Biermarke, die dahinter verlinkt ist, ist gleichzeitig der Liedtitel. War, soweit ich weiß, noch vor der Pause, glaube beim Vierer-Tag-Team-Match, bin mir aber nicht sicher.

Anonym hat gesagt…

Aso, habe ich gar nicht mitbekommen. Es muss ja beim Four Way Tag Elimination gewesen sein, wenn es gegen Polak war. ;o