Montag, 8. Dezember 2008

Umbra et Imago, Down Below und Seelenzorn - 6.12.2008

Nach spontaner Langeweile entschlossen wir uns, ein Umbra et Imago-Konzert zu besuchen. Eigentlich musikalisch nicht mein Bier, aber was tut man nicht alles für die holde Weiblichkeit. Außerdem sind Konzerte meist was feines. Das sogenannte X-Mas-Hexentanz rief zum Tanz. Die Alte Viehhalle in Ottweiler war der Austragungsort, eine Turnhalle im Herzen von Ottweiler. Mit den ersten Befürchtungen angereist, schließlich sagten vor ein paar Jahren ASP schon ab und auch das Knorkator-Konzert vor ein paar Wochen ist aus unbekannten Gründen ausgefallen. Ich denke aber, dass das wenig mit dem Veranstalter zu tun hatte, da seine sonstigen Events eigentlich recht gut organisiert sind.

Pünktlich angekommen betreten wir die Sporthalle, die leider recht leer schien. Mit der Zeit füllte sie sich zum Glück etwas, aber es war dennoch massig Platz. Mit meinen weißen Ärmeln hob ich mich dann doch etwas aus der schwarzen Masse ab. Seelenzorn legten pünktlich um 20 Uhr los und begeisterten die Massen nicht wirklich. Etwas bieder kam ihr Neuer-Deutsche-Härte-Sound rüber, dennoch gaben sie sich recht viel Mühe, das Publikum zu animieren. Die Vorband und Rockstar-üblichen "Seid ihr gut drauf?" und "Freut ihr euch auf..." wurden mit dem genialen Zwischenruf "Wir freuen uns nie..." quittiert. Zwei Sänger wechselten sich ab, die Keyboards kamen vom Band, irgendwie kam mir der Schlagzeuger bekannt vor... In der Mitte des Sets klärte es sich dann auf: es war Thomen Stauch, der ehemalige Blind-Guardian-Trommler. Das war ja eine Überraschung, immerhin war er der erste Schlagzeuger, den ich live gesehen hatte. Jedenfalls hatte die Band eine recht ansehnliche Vorgruppenspielzeit und wies immer wieder auf ihre neue Web-EP hin.

Dann tue ich dies auch mal, die gibts nämlich gratis hier, enthält fünf Songs und einen Videoclip. Ob sie sich lohnt, müsst ihr selbst entscheiden.

Im Anschluss traten die mir unbekannten Down Below auf, die aber, wie ich gerade in der Recherche festgestellt habe, bereits im diesjährigen Bundesvision-Song-Contest auftraten und dort den dritten Platz belegten. Elektro-Synthie-Pop mit einem androgynen Frontmann, der etwa wie Kraftwerks Roboter, wenn auch schneller, tanzte. Auch hier wieder die Keyboards vom Band. Die Mucke war ganz ok, genervt haben sie jedenfalls nicht, aber auch nicht wirklich überzeugt. Zum Abschluss gab es noch ein Depeche-Mode-Cover, habe leider den Titel vergessen. Mithilfe erwünscht...

Nach einer etwas längeren Umbaupause betraten Umbra et Imago die Bühne. Mozart trug eine Hippie-Perücke und sah aus, gestikulierte wie und war witzig wie Jack Black. Sie gaben wohl ihre großen Hits zum Besten, die mir leider weitestgehend unbekannt waren. Interessant war die Show jedenfalls. Die unglaublich witzigen Ansagen des Sängers waren sehr kurzweilig und schafften eine wundervolle Atmosphäre. Die politischen Ansagen gegen Gott, Staat, Kirche, das Rauchverbot, den Konsum und George W. zeigten, dass auch die Schwarze Szene durchaus politisch sein kann. Zur weiteren Unterhaltung trug Madelaine de la Roy bei, die den Frontmann bei zwei Liedern begleitete und sehr viel nackte Haut zeigte. Zusätzlich jonglierte sie mit Feuer und knutschte eine Frau aus dem Publikum ein Lied lang. Aus Dankbarkeit bekam sie kurz die Zunge von Mozart zu spüren. Aber auch der Frontmann zeigte sich von der agilen Seite, legte einen hübschen Flic-Flac hin und ließ sich ins Publikum fallen. Auch der Weihnachtsmann trat auf (seltsam, war doch Nikolaus-Tag) und verschenkte Süßigkeiten an das Publikum. Zum Abschluss gab es House of the Rising Sun, angelegt an die Animals-Version, zu hören. Danach gab es die beiden Zugaben Rock Me Amadeus von Falco und Dunkle Energie zu hören. Am Ende war die Halle in dichten Nebel gehüllt, so dass das Konzert dann auch gegen 0 Uhr 30 beendet werden musste. Ein sehr vergnüglicher Abend ging damit zu Ende.

Link zum Veranstalter: http://www.rockimdorf.com/

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