Montag, 29. Dezember 2008

Tankard & Abandoned - Pirmasens Quasimodo 27. 12. 2008


Nach einiger Irrfahrt wegen Navi in Kombination mit Baustelle und dem freundlichen Ignorieren der Tatsache, dass ich den Weg kannte, kamen wir mitten in den Auftritt der lokalen Supporter Zerogod. Gut, dass wir nicht rechtzeitig kamen, denn die Jungs hatten a) mit Soundproblemen zu kämpfen und b) war ihr Mix aus Death & Grind nichts besonderes, geschweige denn gut. Halle war leider nicht sehr voll, in die erste Reihe kam man bei allen Bands problemlos. Dennoch viele engagierte und, man kanns an den Kutten erkennen, gut informierte Metalfans.

Abondoned waren da schon wesentlich besser. Ihr sehr nett anzuhörender Thrash Metal sorgte zum ersten Mal für rege Stagediving-Aktivität. Die Spielfreude war ihnen, trotz Aushilfsdrummer von Courageous, anzumerken, obwohl sie sich ja als Hessen, ähnlich wie ich, im Ausland aufhielten. Sie präsentierten sowohl Tracks ihrer beiden Scheiben, als auch alte Demolieder.

Nach kurzer Umbaupause und einem Hippie-Intro (wusste leider nicht wie das Lied hieß, Mithilfe erwünscht), zeigten dann Tankard wo die Glocke hängt. Gerre sorgte durch seine immergute Laune und seinen fantastischen Humor mal wieder für ausgelassene Stimmung. Die sympathischste Wampe Frankfurts und garantiert auch des Thrash Metals zeigte ebendiese auch immer wieder und ließ sie vom Publikum ehrfurchtsvoll bestaunen. Leider war Gerre am Knie etwas lädiert, was er auf Sex mit dem Drummer zurückführte. Deshalb widmete er ihm auch das Lied The Beauty and the Beer Musikalisch gab es einen Querschnitt aus alten (Zombie Attack, Maniac Forces), mittleren (Beermuda, Nation Over Nation) und neuen (Die with a Beer in Your Hand, Rectifier) Klassikern. Vom neuen Album wurde auch ein Stück präsentiert. Als Zugabe gab es dann in einem Aufwasch Live to Dive, Freibier und natürlich Empty Tankard. Die Leute gingen schön ab, Stagediving während des gesamten Gigs, immer ein paar Leute auf der Bühne... Freibier kam mit Gesangseinlage eines Fans, allerdings war die Bühne so voll, dass man ihn eigentlich nur am Anfang sehen konnte.

Sehr schönes Konzert, das aber leider nicht an das 2006er im Trierer Ex-Haus heranreichte.

Link zum Veranstaltungsort: Quasimodo

Mittwoch, 24. Dezember 2008

X-Mas


Der Mann, von dem ich nun sprechen will, hat einen langen, weißen Rauschebart, ist relativ korpulent, um nicht zu sagen dick. Seine Kleidung ist rot, mit weißem Kragen. Außerdem trägt er schwere Stiefel und eine rote Pudelmütze. Sein Haar ist schneeweiß. Er ist weder verwandt noch verschwägert mit dem Nikolaus, dennoch verlässt er nur zur Weihnachtszeit sein Haus. Er trägt einen dicken, schweren Sack und ist meist in Begleitung von mehreren Rentieren, eines davon mit roter Nase.

Jetzt, in der Weihnachtszeit, ist er auf Fröhlichkeit getrimmt, doch spätestens am 27. Dezember überkommt ihn eine schwere Melancholie, die sich bis zum nächsten Herbst zu einer Depression steigert. Bis zum nächsten Oktober, vielleicht sogar schon bis zum September (die Urlaubszeiten werden im Zeichen der Globalisierung immer kürzer) verlässt er das Haus nicht. Dann denkt er nach, reflektiert das diesjährige Weihnachtsfest. War die Differenzierung erfolgreich? Hat er wirklich nur die braven Kinder beschenkt? Was war mit dem kleinen Rüdiger, der ihm auf den Schoss gepinkelt hat? War da die Wii berechtigt? Hat die Qualitätssicherung funktioniert? Hat auch jeder das bekommen, was er sich gewünscht hat? Und was ist mit denen, die sich das Falsche gewünscht haben, es aber nicht besser wussten? Und die Briefe von den armen Hindus, Moslems und den Angehörigen anderen Weltreligionen? Ist es wirklich ok, dass er diese unbeantwortet lassen musste? So viele Selbstzweifel bleiben bis zum nächsten Weihnachtsfest. Und dennoch tönt er auch im nächsten Jahr wieder "Ho-ho-ho."


In diesem Sinne: Ein schönes Weihnachtsfest allen Lesern dieses Blogs.

Dienstag, 23. Dezember 2008

Neue News

Der Herr rechts tut sich gerade mächtig weh...


Zum Entsetzen zahlreicher Metaller hat der britische Wissenschaftler Andrew McIntosh festgestellt, das Headbanging zahlreiche Gesundheitsrisiken birgt: von Genickverletzungen bis zum Schlaganfall. Abhilfe kann nur der langweilige AOR-Rock schaffen.

Na denn, prost... Muss ich wohl am Sonntag bei Tankard Pogo tanzen...

Interessant übrigens, wer das ganze gemacht hat: Ein Kreationist, der nicht an die Evolution glaubt ...

Link: Artikel in der New York Times

Montag, 22. Dezember 2008

Destruction & Debauchery im Roxy am 18.12.2008

Scared to Death aus Bayern eröffneten den Reigen und boten gefälligen Old School Thrash Metal ohne Nuancen. Größtenteils bekannte Riffs der üblichen Verdächtigen wie Motörhead, Sodom und Kreator. Die Stimme des Frontmannes beeindruckte mich wenig, dennoch boten sie ganz nette Unterhaltung. His Last Words und das motörheadlastige Your Pain is My Passion waren die Highlights. Ein weiteres Lied basierte komplett auf einem Iron-Maiden-Riff. Etwas schade, dass die Jungs dann nach vier oder fünf Songs kommentarlos von der Bühne gingen.

Debauchery legten nach kurzer Umbauphase los und ließen es dann richtig krachen. Blutverschmiert zockten sie ihren groovigen Death Metal und konnten durch galante Ansagen wie "Dieses Lied ist allen Ladys gewidmet... Cuntkiller" punkten. Am besten hat mir das rockige Hardrockin' (hat seinen Namen wirklich verdient) und das eingängige Blood for the Bloodgod gefallen. Beim Publikum kam die Show gut an, viele bangten, was das Zeug hielt.

Destruction betraten danach die Bühne. Die Senioren des Abends zeigten dann auch sehr schön wo der Metal-Hammer hängt, nämlich im guten alten Thrash Metal der Achtziger, die für mich immer noch die Königsdisziplin des Metals ist. Nach Bestial Invasion of Hell und Devolution und einigen weiteren alten Hits, gabs dann ein Medley mit The Antichrist, Release from Agony gefolgt von einem stinklangweiligen Drumsolo und dann dem weniger langweiligen Tormentor zu hören. Zwischendurch betonte Schmier immer wieder, wie sehr ihm die kleine, aber engagierte Masse (das Roxy war nur halb gefüllt) besser gefalle, als der Gig in Essen vom Vortag (der laut ihm aber auch super war). Vielleicht liest ja jemand den, der in Essen war den Blog und kann mir mitteilen, ob ihm Essen vielleicht auch besser gefallen habe, als im Londoner Underworld... Das Publikum zeigte ähnlich, wie die Leute auf der Bühne, dann auch alles, was man für eine gefällige Show so eingeübt hatte: Crowd-Surfing (natürlich wieder kein Stagediving, wegen Absperrung und Security), Bangen und ein schönes Moshpit. Cool fand ich auch, dass Schmier Cracked Brain interpretierte, da er ja an dem Album gar nicht beteiligt war. Ist allerdings auch auf Thrash Anthems zu finden.

Mit Curse the Gods gab es dann die erste Zugabe, danach das fantastische Nailed to the Cross vom Reunionalbum und als letztes dann natürlich Total Desaster. Zu den Klängen von Frank Sinatra verließen wir dann die Halle. Super Konzert ...

Sonntag, 14. Dezember 2008

Weihnachtsmusik


Nach der Liste für Weihnachtsfilme, jetzt was für die Ohren.

  • The Yobs Christmas Album: Autofahrten-taugliche Weihnachtsmusik des The Boys-Sideprojekts. Wunderschöne Punk-Versionen bekannter Weihnachtslieder, manchmal sogar Ska- und Oi!-Einflüße zu hören. Dazu eine deutsche Version von Stille Nacht... Ein rundum perfektes Weihnachtsalbum, Rerelease von Captain Oi! kommt mit allen vorherigen Single-Tracks.
  • Weihnachten wie es früher einmal war von der Nuclear-Blast-Weihnachtsband: eigentlich unerträglicher Mist, eine Schnittmenge aus Neuer Deutsche Härte, Black Metal und debilem Deutsch-Punk. Sollte wohl witzig sein und ist es zum Teil auch. Zumindest der Titel Der Weihnachtsmann brennt Kirchen an ist schon witzig. Eigentlich nur auf der Liste um anzugeben, was für rares Zeux ich besitze. Ist aber gar nicht rar, sonst hätte ichs wohl kaum fürn Euro bei Ebay bekommen.
  • X-Mas Metal Project: Eigentlich der gleiche Fall wie das eins obendrüber. Die Deutsch-Metal-Fraktion um Living Death, Rage, Axel Rudi Pell (damals noch Steeler) und natürlich uns Gerre von Tankard versuchen sich an Weihnachtsmusik. Aber: erstens gab es einen guten Artikel für das letztjährige Weihnachtsfest ab und zweitens ist die Musik besser.
  • Johnny Cash: hat dutzende Weihnachtsalben, Singles und was weiß ich aufgenommen. Ich habe zwei Kompilationen, die beide super sind. Wie man es vom Meister natürlich auch erwartet.
  • Country-Christmas: Billig-Compilations gibt es wie Sand am Meer. Fast jeder Country-Star hat mindestens ein Lied aufgenommen. Eine sollte man daher schon besitzen. Ich versuche immer darauf zu achten, dass a) kein deutschsprachiger "Country" drauf ist und b) Garth Brooks nicht drauf ist. Wichtig auch: Unbedingt Hits wie I'll Be Home For Christmas, Let it Snow! Let It Snow! Let it Snow! und I Saw Mommy Kissing Santa Clause.
  • Frank Sinatra: Hat natürlich auch einige Weihnachtssongs geschrieben. Habe ich aber letztes Jahr erst zu Weihnachten geschenkt bekommen, von daher muss ich die Tage erst mal reinhören.
  • Hass - Leise rieselt der Schnee: Der Titeltrack war bereits auf dem Debütalbum in anderer Version. Songtitel wie Der Nikolaus ist Stasi, Knecht Ruprecht die SS zeigen mal wieder ein sehr negatives Weihnachtsverständnis. Aber lustig und guter Punkrock. Etwas kurz.
  • Beach Boys: Little Saint Nick heißt Brian Wilsons Beitrag zum Weihnachtszirkus. Ein echter Klassiker. Seine anderen selbstkomponierten Weihnachtslieder gingen daher etwas unter, sind aber auch toll.
  • Little Drummer Boy ist mein Lieblings-Weihnachtslied. Natürlich präferiere ich die Yobs-Version.
  • John Lennon - Happy X-Mas (War Is Over)
  • Wizo & Hi-Standard: Eigentlich nur zwei Weihnachtslieder. Schade. Hi-Standard covern Happy X-Mas von John Lennon. Ganz nett, aber nix besonderes. Wizos Version von Santa Clause Is Coming to Town ist da wesentlich besser.
  • Sido - Weihnachtssong: Von der Aggro Ansage Nr. 3. Ich kenne aus der Hip-Hop-Subkultur ansonsten nur noch ein Weihnachtslied von Run DMC. Sidos Lied begeistert vor allem durch den authentischen Unterschichten-Text, dessen Höhepunkt IMHO "und Erika bekommt ein Kind wie jedes Jahr" ist. Die Neuauflage von 2007 mit verändertem Text ist leider nicht mehr ganz so witzig.
Negativliste:
  • alles was mit Schlager, Volksmusik oder Chören zu tun hat.
  • Do They Know It's Christmas Time: unerträglicher Schmalz von Weltverbesserer Bob Geldolf. Als Ausgleich finde ich aber Whams Last Christmas nicht schlecht (bitte dazu im Wikipedia-Artikel das Welt am Sonntag-Zitat beachten).
  • Die Roten Rosen, aber ich war auch noch nie ein Hosen-Fan

Das obige Bild stammt aus der Wikipedia und wurde unter der Lizenz: http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/ veröffentlicht. Der Autor ist unbekannt.

Samstag, 13. Dezember 2008

Top 10 der Weihnachtsfilme

Trotz des Titels willkürliche Reihenfolge:

1. Santa's Slay - Blutige Weihnachten: Fantastischer Trash mit Bill Goldberg
2. Die Geister, die ich rief: Liebevolle, moderne Umsetzung der Geschichte von Charles Dickens
3. Kevin allein zu Haus: Kein Kommentar.
4. Nightmare before Christmas: Klassiker!
5. Tödliche Weihnachten: Netter kleiner Thriller.
6. XXX: Indiziert, nicht öffnen.
7. Gremlins - Kleine Monster: Ja, der Film spielt an Weihnachten.
8. Schöne Bescherung: Die Anarcho-Komödie zum Fest.
9. Der Grinch: Ganz nett.
10. Rare Exports 1 & 2, Black XXX-Mas: Begnadete Kurzfilme.

Noch nicht gesehen, aber auf meiner Suchliste: Bad Santa (siehe auch eins untendrunter), Fröhliche Weihnacht 2, Jessy - Die Treppe in den Tod (wartet noch aufs Gesehenwerden).

Vergessen, aber auch großartig: Jack Frost 1 und 2 (nein, nicht der mit Michael Keaton), One Hell of a Christmas (netter Horror aus Dänemark)

Weihnachten

Zum Weihnachts-Test bei der Film-Community moviepilotZu moviepilot - Gute Filme für Kino, DVD & TV

Montag, 8. Dezember 2008

Umbra et Imago, Down Below und Seelenzorn - 6.12.2008

Nach spontaner Langeweile entschlossen wir uns, ein Umbra et Imago-Konzert zu besuchen. Eigentlich musikalisch nicht mein Bier, aber was tut man nicht alles für die holde Weiblichkeit. Außerdem sind Konzerte meist was feines. Das sogenannte X-Mas-Hexentanz rief zum Tanz. Die Alte Viehhalle in Ottweiler war der Austragungsort, eine Turnhalle im Herzen von Ottweiler. Mit den ersten Befürchtungen angereist, schließlich sagten vor ein paar Jahren ASP schon ab und auch das Knorkator-Konzert vor ein paar Wochen ist aus unbekannten Gründen ausgefallen. Ich denke aber, dass das wenig mit dem Veranstalter zu tun hatte, da seine sonstigen Events eigentlich recht gut organisiert sind.

Pünktlich angekommen betreten wir die Sporthalle, die leider recht leer schien. Mit der Zeit füllte sie sich zum Glück etwas, aber es war dennoch massig Platz. Mit meinen weißen Ärmeln hob ich mich dann doch etwas aus der schwarzen Masse ab. Seelenzorn legten pünktlich um 20 Uhr los und begeisterten die Massen nicht wirklich. Etwas bieder kam ihr Neuer-Deutsche-Härte-Sound rüber, dennoch gaben sie sich recht viel Mühe, das Publikum zu animieren. Die Vorband und Rockstar-üblichen "Seid ihr gut drauf?" und "Freut ihr euch auf..." wurden mit dem genialen Zwischenruf "Wir freuen uns nie..." quittiert. Zwei Sänger wechselten sich ab, die Keyboards kamen vom Band, irgendwie kam mir der Schlagzeuger bekannt vor... In der Mitte des Sets klärte es sich dann auf: es war Thomen Stauch, der ehemalige Blind-Guardian-Trommler. Das war ja eine Überraschung, immerhin war er der erste Schlagzeuger, den ich live gesehen hatte. Jedenfalls hatte die Band eine recht ansehnliche Vorgruppenspielzeit und wies immer wieder auf ihre neue Web-EP hin.

Dann tue ich dies auch mal, die gibts nämlich gratis hier, enthält fünf Songs und einen Videoclip. Ob sie sich lohnt, müsst ihr selbst entscheiden.

Im Anschluss traten die mir unbekannten Down Below auf, die aber, wie ich gerade in der Recherche festgestellt habe, bereits im diesjährigen Bundesvision-Song-Contest auftraten und dort den dritten Platz belegten. Elektro-Synthie-Pop mit einem androgynen Frontmann, der etwa wie Kraftwerks Roboter, wenn auch schneller, tanzte. Auch hier wieder die Keyboards vom Band. Die Mucke war ganz ok, genervt haben sie jedenfalls nicht, aber auch nicht wirklich überzeugt. Zum Abschluss gab es noch ein Depeche-Mode-Cover, habe leider den Titel vergessen. Mithilfe erwünscht...

Nach einer etwas längeren Umbaupause betraten Umbra et Imago die Bühne. Mozart trug eine Hippie-Perücke und sah aus, gestikulierte wie und war witzig wie Jack Black. Sie gaben wohl ihre großen Hits zum Besten, die mir leider weitestgehend unbekannt waren. Interessant war die Show jedenfalls. Die unglaublich witzigen Ansagen des Sängers waren sehr kurzweilig und schafften eine wundervolle Atmosphäre. Die politischen Ansagen gegen Gott, Staat, Kirche, das Rauchverbot, den Konsum und George W. zeigten, dass auch die Schwarze Szene durchaus politisch sein kann. Zur weiteren Unterhaltung trug Madelaine de la Roy bei, die den Frontmann bei zwei Liedern begleitete und sehr viel nackte Haut zeigte. Zusätzlich jonglierte sie mit Feuer und knutschte eine Frau aus dem Publikum ein Lied lang. Aus Dankbarkeit bekam sie kurz die Zunge von Mozart zu spüren. Aber auch der Frontmann zeigte sich von der agilen Seite, legte einen hübschen Flic-Flac hin und ließ sich ins Publikum fallen. Auch der Weihnachtsmann trat auf (seltsam, war doch Nikolaus-Tag) und verschenkte Süßigkeiten an das Publikum. Zum Abschluss gab es House of the Rising Sun, angelegt an die Animals-Version, zu hören. Danach gab es die beiden Zugaben Rock Me Amadeus von Falco und Dunkle Energie zu hören. Am Ende war die Halle in dichten Nebel gehüllt, so dass das Konzert dann auch gegen 0 Uhr 30 beendet werden musste. Ein sehr vergnüglicher Abend ging damit zu Ende.

Link zum Veranstalter: http://www.rockimdorf.com/

Samstag, 6. Dezember 2008

Filthfest 2008 - Garage Saarbrücken


Wieder eines dieser dubiosen 18-Uhr-Konzerte und dementsprechend wieder spät dran. Asrai habe ich verpasst, laut Augen- und Ohrenzeugenberichten aber wohl ungoutierbarer Mist. Septic Flesh lagen in den letzten Zügen, umso besser das ich sie schon im Vorprogramm von Vader gesehen habe. Einfach eine klasse Band!

Moonspell betraten nun die Bühne und legten zu meiner Freude den Fokus auf ihre alten Stücke. So kam man in den Genuss von Vampiria und Opium, zweier Klassiker des, nennen wir es mal Gothic Metal, der Portugiesen. Untermalt wurde das ganze von einer hübschen Bildschirmschoner-Show im Hintergrund. Allerdings rate ich der Band, sich einen neuen Rechner zuzulegen, dann stocken die Animationen auch nicht so ;-)

Gorgoroth
begannen und meine erste Reaktion war: "Singt der live?". Nun, anscheinend schon, aber erstmal weiter im Text. Die Bühne wurde flankiert von einer nackten Tusse auf der einen und einem nackten Bengel auf der anderen Seite. Beide vermummt, beide am Kreuz. Interessant, aber irgendwie ziemlich unnötig. Die Band dann ganz schön evil, das Publikum hochmotiviert. Das Stageacting des Sängers beschränkte sich auf das Heben eines Armes und mit dem Finger zeigen auf einen im Publikum. Dabei weiß man doch seit dem Kindergarten: Mit dem nackten Finger soll man nicht auf andere Leute zeigen. Naja, gut, er hatte ja auch Handschuhe an. Besser daher das Zitat von Gustav Heinemann: "Wer mit dem Zeigefinger auf andere Leute zeigt, sollte nie vergessen, dass drei Finger seiner Hand auf ihn selbst zeigen." Achso, Ansagen gabs auch nicht, dafür reines Geknüppel. Ab gings, zumindest für 20 Minuten... Dann ging die Band von der Bühne und die Nackten wurden befreit. Was war passiert? Die Gerüchteküche brodelte, das Gestammel des Sängers hatte eh keiner verstanden. Anscheinend hatte die Stimme des Gaahls versagt. Ziemliche Verarsche würde ich sagen, da einige wohl nur wegen denen angereist waren. Vielleicht war er ja auch vom Penis des "Kreuzständers" abgelenkt. Auf der Toilette hörte ich schon Gerede von Gaygoroth, ich war ja für Gorgayroth, aber später in der Eisikuh ließ ich mich zu Gaygayroth hinreißen.

Ok, das war etwas unter die Gürtellinie und es ist auch nicht p.c. sich über die geschlechtliche Neigung anderer Menschen lustig zu machen. ABER: hier habe ich meine Gründe, denn IMHO hatte das Outing des Sängers nur einen Sinn: von seinem menschenverachtenden Charakter abzulenken. Faschismusvorwürfe, Haftstrafe wegen Folter, absurd-dümmliche Erklärungsversuche hinweggewischt durch die simple Tatsache, dass er auf Männer steht. Westerwelle hats ja auch nicht geschadet. Leider, leider ändert das aber nichts an dem Unsinn, den dieser Aushilfsbösewicht verzapft, auch wenn ihn jetzt das RockHard umarmt, wie Fenriz Götz nach dem fünften Bier... Alles vergeben und vergessen... Scheiß drauf... Fickt euch Gorgoroth...

So, jetzt hatte ich mir vorgenommen, einen richtig üblen Verriss über Cradle of Filth zu verfassen. Komplett mit dem ganzen Underground-Geschmetter, üblen Vorwürfen und natürlich wie immer mit erlesener Wortwahl. Das war der Plan. Tja, leider, leider wurde mein Weltbild erschüttert. Der immer mehr wie Brandon Lee aussehende Dani und seine Mannen lieferten eine super Show ab, mit allem was das Herz begehrt: Pyros (eingeschränkt), Videoshow und vor allem einem sehr agilen Frontmann, dem man den Spaß an der Sache ansehen konnte. Naja, irgendwie hätte ich mir ja denken können, das meine jugendlich-pubertäre Meinung 15 Jahre (*schnüff*) später dann doch vielleicht etwas überholt sein dürfte. Also nix mehr mit trve, vielleicht gehe ich dann demnächst zu Slipknot und Limp Bizkit (Gott bewahre). Nee, ernsthaft, gutes Konzert und auch musikalisch super. Ich kann es immer noch nicht fassen...

Danke noch an den Metaller der Bier über meine Schuhe ausgegossen hat und mir dann tatsächlich ein Getränk derselben Sorte ausgegeben hat, sowie alle anderen, die ich getroffen und zugelabert habe. Ah, und bevor ichs vergesse: schönen Gruß an die Dame, die das Cradle of Filth-Konzert mit der Love Parade verwechselt hat. Ich bin vielleicht vntrve, aber man sieht, es gibt immer noch eine Steigerung...

Dienstag, 2. Dezember 2008

Talco, Redkick und Auslaufmodell - JUZ Neunkirchen


Samstag Abend, keiner Lust was zu machen. Neunkirchen? "Zu weit!" "Bin heut net in der Stimmung" "Ich gebe dir Bescheid!" Tja, Pustekuchen... Also ab alleine ins JUZ. Schön spät los, um Auslaufmodell zu verpassen, aber Pustekuchen, die spielten natürlich immer noch. Scheiße. Ok, ich hatte sie schlechter in Erinnerung. Tatsächlich können sie nun mehrere Riffs spielen und der Sänger variiert tatsächlich auch mal die Stimme. Die Meute (mehr als 10!) verlangte sogar nach einer Zugabe. Mit dem Toxoplasma-Cover Asozial, gegen meine Erwartungen eine gelungene Version, war dann Schluss.

Redkick legten dann los. Oi!-Punk mit Ska-Einflüssen aus Metz. Ich bin ja der Meinung, dass italienisch, spanisch und französisch perfekt für Streetpunk sind und die Jungs belegten mit ihren größtenteils französischsprachigen Texten meine Meinung mal wieder. Das junge Publikum, das zahlreich erschienen war, war auch gut am Pogen.

Trotzdem erstmal eine rauchen. Ohrenstopfen noch drin (Konzertjunkies brauchen sowas), als sich plötzlich Ärger neben mir regt. Genaues bekomme ich nicht mit, nur die beiden Schlagworte "Antifa" und "Oi! Skin" und schon sah man einen hektisch ins JUZ rennen, anscheinend Freunde alarmieren. Dann wurde die Diskussion lauter und der Skin wurde die Treppe runtergeschmissen. Dann die üblichen Drohgebärden und man fand sich auf der (Haupt-)Straße wieder. Dann formierten sich drei Gruppen: Sympathisanten des Oi!-Skins, die Antifa und deren Sympathisanten und natürlich die überwiegende Mehrheit der Besucher, die das ganze amüsiert, gleichgültig oder mit Argwohn beobachteten. Die Band hörte auf zu spielen, der Sänger kam raus und suchte laut rufend die Nazis. Da keine da waren ging er wieder rein. Dann wurde wieder rumgeschubst und ein Auto musste bremsen. 5 Minuten später kamen vier grün-weiße Partybusse mit Festbeleuchtung an. Die Polizisten sahen etwas ratlos aus. Was sollten sie auch tun? Wenn keine Nazis da sind, backt man sich halt welche. Musste ja so kommen, wenn ein Konzert von Cable Street Beat Saar und S.H.A.R.P. Saar-Crew organisiert wird. Typischer Jugendkulturenscheiß wohl. Nur sollte man sich dann nicht wundern, wenn irgendwann jemand die Gelder für ein so mühsam erobertes Stückchen Freiraum streicht. Eines war das Ganze nämlich durchaus: Unnötig und gefährlich.

Die Band spielte zur Deeskalation weiter und irgendwann waren die Skinheads und dann auch die Polizei weg und es ging weiter. Redkick lieferten dann auch einen Supergig ab.

Mittlerweile kam auch ein Kollege an, der aber nach Redkick direkt wieder fuhr. Zum Glück hatte ich noch eine flüchtige Bekannte von früher wieder getroffen und musste nicht mehr alleine rumstehen.

Talco aus Italien spielten dann schnellen Ska mit Bläsern. Die Lieder waren in Heimatsprache geschrieben, so dass ich nur "Bella Ciao" und "Katjuscha" erkannte. Der Rest war wohl eine Mischung aus eigenkomponierten und traditionellen Arbeiterliedern. Sehr cool, die Band ausnahmslos am Toben und außer Rand und Band. Die Menge war am Skanken und Tanzen, was das Zeug hielt, verringerte sich aber auf Grund der vorangeschrittenen Zeit und der Verkehrslage (letzter Bus/Zug) zunehmend rasant. Um 0:30 Uhr war dann Schicht im Schacht, leider verzichtete Talco dann auch auf eine Zugabe. Die Jungs sind übrigens bei Mad Butcher unter Vertrag. Die drei Alben lohnen sich auf jeden Fall, ich selbst habe die Combat Circus erworben. Wollte eigentlich die auf der Katjuscha drauf ist, aber der Verkäufer hat einfach nicht verstanden, dass ich das Backcover sehen wollte. Also drehte er mir die mit Bella Ciao an, bereut habe ich es nicht. Super Band!

Fazit: Kurzweiliges Konzert mit einigen Höhepunkten und einem super Begleitprogramm

Morbid Angel, Kataklysm und Marduk - Garage Saarbrücken


Morbid Angel, Kataklysm und Marduk, unterstützt von Keep of Kalessin und Arsis spielten am Donnerstag, dem 27.11. zum Tanz auf. Da der Einlass bereits um 17:30 erfolgte verpasste ich natürlich die beiden Vorbands. Tja, Metal scheint nicht mehr Working-Class-tauglich zu sein. Keep of Kalessin spielten gerade ihr letztes Lied, Standard-Extreme-Metal ohne Schnörkel würde ich sagen.

Nach einer kurzen Umbaupause spielten dann Marduk auf. Trotz Burn my Coffin und Infernal Eternal, zweier meiner Lieblingslieder, wollte keine rechte Stimmung aufkommen. Der Sound war beschissen und die Band selbst zeigte keine besonderen Ambitionen an diesem Abend. Auch die Publikumsreaktionen waren verhalten. Außerdem fragt man sich, ob ein In- oder Outro vor bzw. nach jedem Lied Sinn macht. Enttäuschend...

Ganz im Gegensatz zu Kataklysm, die danach die Halle zum Kochen brachten und einen Querschnitt ihres Repertoires ablieferten: Taking the World By Storm, Blood on the Swans und Chains of Power. Bei Crippled & Broken wurde dann auch das Publikum zum Singen aufgefordert und mit dem Abschlusssong In Shadows and Dust wird dann auch noch ein Circle Pit gefordert und tatsächlich ausgeführt. Super Auftritt, wie schon 2006 zusammen mit Bolt Thrower. Einfach eine super Band!


Morbid Angel hatten dann anscheinend unter den Ermüdungserscheinungen des Publikums zu knabbern, welches etwas geschrumpft war und während des Auftritts noch weiter schrumpfte. Mir unverständlich. Ich habe sie an dem Tag zum zweiten Mal gesehen und zum ersten Mal mit David Vincent, der merklich gealtert ist. Gut, man kann sich zu Morbid Angel nicht so bewegen, wie man es bei Kataklysm konnte, aber trotzdem... Etwas mehr Enthusiasmus hätte ich mir schon gewünscht. Trey zeigte leider wenig Freude an Kommunikation mit dem Publikum, so dass er nur durch seine Soli beeindrucken konnte und dem Ex-Nazi und Piercing-Fan (da war doch mal was?) David Vincent das Anheizen des Publikums überließ. Frage mich nur, was satanische Ansagen im Ctuhulhu-Mythos zu suchen haben. Mit Where the Slime live gings nach nervtötenden Hardcore Techno dann auch los. Auch die Songs von Steve Tucker interpretierte Vincent, was schon fast eine Überraschung war. Naja, die Songs sind ja auch Treys Babies. Dann natürlich Klassiker wie Chapel of Ghouls, Maze of Torment“ und „Lord of All Fevers And Plague“. Mit Nevermore wurde auch ein neuer Song präsentiert, der große Hoffnungen auf das "I..."-Album aufkommen lässt. Einzige Minuspunkte: kein God of Emptiness, kein Angel of Disease... und auch keine Zugabe.

Fazit: Gelungener Abend!

Das obige Bild von David Vincent stammt aus der Wikipedia und wurde unter der Lizenz: http://de.wikipedia.org/wiki/GNU-Lizenz_f%C3%BCr_freie_Dokumentation veröffentlicht. Der Autor ist Bardia Sagha / Bright Eyes Magazine.