Donnerstag, 24. Dezember 2009

So, Zeit....




allen Lesern des Blogs ein Frohes Fest und einen guten Rutsch zu wünschen und meinen privaten Weihnachtsrückblick zu liefern.

Einiges hat sich dieses Jahr ereignet. Zumindest mit meiner virtuellen Netzidentität ;-)

Zum einen bin ich zum Admin der deutschsprachigen Wikipedia gewählt worden, wobei mich hier das große Vertrauen überrascht hat, da ich ja durchaus in relativ kontroversen Artikelfeldern agiere. Auf diesem Weg vielen Dank an alle mitlesenden Wikipedia-Benutzer.

Zum zweiten ist zum ersten Mal ein Artikel von mir, nämlich DDR von unten als Exzellent eingestuft worden.

Zum Blog: mittlerweile habe ich etwa 30 Leser am Tag, was ich durchaus als Erfolg verbuchen kann, auch wenn die meisten wohl nach einer Downloadquelle für Hooligans suchen und damit wohl enttäuscht werden.

Mein zweiter Blog http://davidjordan-runner.blogspot.com/ mit Geschichten aus meiner Rollenspielrunde (Frohe Weihnachten) dümpelt leider etwas vor sich hin, ist mehr Arbeit Prosa zu verfassen, leider.

Jahresrückblick:
Neue Lieblingsbands hab ich auch (zusätzlich zu den 5.000 anderen): The Dickies, God Dethroned und Boxhamsters.

Beste Konzerte waren: The 's natürlich, Hannes Wader, das Wohnzimmerkonzert im August, Social D und Spermbirds.

Neue Lieblingsfilme: Football Factory und Tödliche Versprechen.

Neue Lieblingsbücher: gibts wenig, denn zum Lesen fehlte mir auf Grund des Studiums und der Arbeit größtenteils die Zeit. Gaspipe möchte ich dennoch jedem Mafia-Fan (warum auch immer) ans Herz legen.

In diesem Sinne: Frohe Weihnachten und einen Guten Rutsch!

Samstag, 19. Dezember 2009

12.12. The ’s + Fuck, Wolves! + The TOC Ensemble. Juz Illingen


Und so begab es sich am 12.12. das der Sänger von The 's zu seinem 30. Wiegenfest lud. Gut gelaunt und mit zahlreichen Geschenken bestückt, betrat man das kleine, aber feine JUZ-Illingen, das noch recht neu aussah. Nach der leiblichen Verköstigung, die sich aus einer delikaten Auswahl leckerer Salate, lecker Kuchen und noch leckerer Suppe, sowie einer unüberblickbaren Menge an lokalen Biersorten (Oetinger und Ottweiler) zusammensetzte, begannen dann Fuck, Wolves! mit einem merkwürdigen Geballer, dass man wohl als Mischung aus Powerviolence, Grindcore und Hardcore Punk bezeichnen könnte. Rissen mich jedenfalls nicht vom Hocker, obwohl ich solcherart Rumpelcore eigentlich generell zugeneigt bin. Werde wohl zu alt für den Scheiß...


Nach kurzer Umbaupause betrat das Geburtstagskind zusammen mit seiner Kombo The 's die Bühne. Beziehungsweise die Band betrat die Bühne und ihr Sänger blieb davor stehen. Der erste Song war dann leider ohne Gesang, was aber zuerst nicht bemerkt wurde. Leider klappte irgendwas mit dem Mischpult nicht, so dass das Mikro umgestöpselt werden musste. Damit hatte der Keyboarder leider seine Schuldigkeit getan, denn fortan waren die Keys nicht mehr zu hören. Aus der Not eine Tugend machend, entschloss sich der geschasste Musiker durch sehr interessante Tanzeinlagen und wilde Luftkeyboard-Solos den Auftritt seiner Kollegen rein optisch zu unterstützen. Feedback war das Motto des Abends und so fegte die junge, aufstrebende Band von Lied zu Lied ihrer bisher unveröffentlichten Debüt-10'' (ihr erinnert euch?). Exzellente Gitarrensolos, fantastisches Drumming, harter Bass trafen auf verzerrte, megaphonartige Vocals. Schon nach kurzer Zeit kamen die ersten Stagediver auf, kurz danach gabs Pogo vom Feinsten, an denen sich auch der Sänger beteiligte. Das Publikum feierte die Band jedenfalls gnadenlos ab. Einzige Mankos: fehlende Ansagen und schlechter Sound. The 's ließen es sich nicht nehmen noch einige Coverversionen, wie Teenage Kicks, All Day and All of the Night und Ever Fallen in Love einzubauen und noch zwei Zugaben nachzuliefern.

Anschließend war wieder trinken angesagt, dann betraten The TOC Ensemble die Bühne, die ich allerdings nur am Rande mitbekam. Großartig jedenfalls die punkigen Coversongs von Manowar (Hail and Kill) und Billy Idol (Rebel Yell) und natürlich Real American (Einlaufmusik von Hulk Hogan).

Link: Weitere (und bessere) Bilder auf Rekombiniert.de

Dienstag, 24. November 2009

Hannes Wader - Bürgerhaus Neunkirchen am 24.11.2009


Wader ist neben Franz-Josef Degenhardt, weit vor Konstantin Wecker und sehr weit vor Reinhard Mey mein liebster Liedermacher der alten Schule. Dem Neunkircher Kulturverein ist zu danken, dass ich und ca. 300 weitere Personen in den Genuss kamen, den Altmeister live erleben zu dürfen. Wie ist es nun? Sind die politischen Texte Vergangenheit? Ist Wader zur Ruhe gekommen?

Nun, zuerst einmal ist der Bart ab. Wader legt mit seinem größten Erfolg Heute hier, morgen dort los, überrascht dann durch seine längere Ansage zu seinem Hippieklassiker Charley und erledigt damit direkt die Anfangsfrage und lässt sie zur rhetorischen verkommen. Bei Heute hier... fällt die englische Strophe gegen Ende auf, etwas dass sich durch den gesamten Abend zieht. Bei seinen zahlreichen Coverversionen verwendet er immer wieder Originaltexte. Zu den Highlights des ersten Teils gehörten eine deutsche Fassung des Liedes Les feuilles mortes („Die welken Blätter“) von Jacques Prévert, für die er "nur" 40 Jahre gebraucht hatte, ein deutsches Cover von Last Thing on My Mind (Tom Paxton) und ein englisches Volkslied, das er ebenfalls ins Deutsche übertragen hatte und mit dem er sich laut eigener Aussage mit dem Älterwerden auseinandersetzte. Mit dem tollen Traumtänzer wurde dann die Pause eingeleitet.

Nach der Pause ging es mit einem Pete-Seeger-Part anlässlich dessen 90. Geburtstags weiter. Traum vom Frieden (Last Night I Had the Strangest Dream), Wo sind all die Blumen hin? (Where Have All The Flower's Gone), sowie ein paar Lieder, die er zum ersten Mal von Seeger hörte. Zu diesen gab es auch eine kleine Geschichtsstunde: Richard Blumes Die Gedanken sind frei und das spanische Revolutionslied Mamma Mita. Es folgte eine brandneue, noch titellose Coverversion von Turn, Turn, Turn und Die Moorsoldaten (wahrscheinlich eins der Lieder, die am meisten unter die Haut gehen, man beachte Entstehungszeit und -ort). Danach folgte das nicht minder politische Die Mine über den skrupellosen Einsatz von Landminen und eine modernisierte Version von Trotz Alledem. Diesmal gemünzt auf den Neoliberalismus. Mit Schon so lang wurde der Zugabenteil eingeleitet. Zum Abschluss gab es noch ein Plattdeutsches Lied.

Ein sehr guter Auftritt, auch wenn mal wieder ein paar Favoriten wie Bella Ciao und das Einheitsfrontlied fehlten (naja, bei der derzeitigen Lage des Sozialismus... verständlich).

Links: Hannes Wader - Neunkircher Kulturgesellschaft

Freitag, 13. November 2009

God Dethroned & Endstille live im Club Caesar/Neunkirchen 11.11.2009


Tja, die Serie desillusionierender Black-Metal-Konzerte nimmt kein Ende. Vorsorglich Hollenthon verpassend kam ich so gegen 21 Uhr in die ehemalige Diskothek in Neunkirchen und war erstmal verwundert das gerade mal 100 Leutchen da waren. Erstmal mit der seltsamen Getränkekarte Bier bestellt und dem Bühnenumbau zugeguckt.


Lange brauchten die Jungs wahrlich nicht und dann kamen Endstille fast komplett geschminkt auf die Bühne. Am Gesang Lugubrem von Mordskog, der den ausgestiegenen Iblis ziemlich gut ersetzte. Tja, nicht die schlechteste Wahl, den der Sänger schien durchaus der Einzige zu sein, der sein "Instrument" beherrschte. Spielfehler en masse und das bei derart simpel gestrickten Black-Metal-Songs. Dazu noch ein Sound, der nur aus Gerumpel zu bestehen schien. Das Schlagzeug war eindeutig zu laut und sorgte dafür, dass man kaum mittig stehen konnte, ohne Gefahr zu riskieren den Kehlkopf eingedrückt zu bekommen. Sänger und Gitarrist mit ewig langem Bart waren dann auch der einzige Blickfang. Verstehe das nicht, hatte bisher nur Gutes von der Gruppe gehört. Den Fans schien es allerdings zu gefallen. Naja, jedem das Seine. Im Ohr hängen blieb mir nur I Am God und das Lied mit dem Adolf-Hitler-ist-tot-Intro. Vielleicht sind sie beim nächsten Konzert besser und haben an diesem Abend einfach zuviel Rotwein und Bier genossen.

God Dethroned hatte ich eigentlich in meiner Liste an guten death-Metal-Bands ziemlich weit unten eingeordnet und eigentlich eher als belanglos in Erinnerung. So dachte ich dann auch der stolze Preis von 20 Euronen wäre umsonst ausgegeben worden. Aber dann kam es doch anders: God Dethroned waren richtig geil und boten einen runden Querschnitt durch ihre Karriere. Von den Anfängen mit Liedern von Bloody Blasphemy und The Grand Grimoire , der mittleren Karrierephase mit Consumed By Darkness oder Soul Sweeperund Songs vom neuen Album war alles dabei. Sehr gut fand ich vor allem die dezenten Heavy-Metal-Solos, die sich sehr gut in den ansonsten harten und brutalen Death-Metal-Stil integrierten, Sie waren sich auch nicht zu schade Stage-Acting zu zeigen. Insbesondere Gitarristin Susan Gerl bangte wie die Hölle und auch der Frontmann machte eine gute Figur. Die (überraschende) Rettung des Abends. Leider ohne Zugabe war dann um 23:30 Schluss.

Links: Club Caesar - Endstille - God Dethroned

The ´S Listening Session

Großes haben die ehemaligen Franzosen (hähä) von Le Cuit et les Cascadeurs de L'extreme vor. Nach einer Zwangspause und einem halbgaren, aber arschtretenden Auftritt auf einer Geburtstagsfeier haben die nun unter dem Namen "The ´S" firmierende Band das Studio geentert und mal flux eine hoffentlich bald erscheinende 10'' aufgenommen. Der immer objektiv wertende Autor dieses Blogs war nun zu Gast bei einem der angehenden Rockstars und kann nun nach einer feucht-fröhlichen Listening-Session Glorreiches vermelden.

Zunächst fällt auf, das vom Powerpop nur noch wenig übrig ist. Die Gruppe hat sich zu einem waschechten Hardcore-Inferno entwickelt, dass jedoch nicht auf die Keyboards verzichten will. Aber der Reihe nach:

Nach dem gelungenen Intro Doomunder, wohl eine Hommage an die Australienreise des Lead-Gitarristen, geht es direkt los mit dem ersten Hit ''Shavenue''. Darauf folgt der kurze Punkrocker 1,2 Fuck You. Man beachte hier, wie auch bei den anderen Songs die fantastischen Wortspiele, die ihre Bedeutung nur bei schneller und verwaschener Aussprache entfalten. Mit I Don´t Care bewegt sich The ´S dann auf ausgetretenen Punkrock-Pfaden. Gut, knapp, kurz aber nichts weltbewegendes. Nicht so wie das folgende Walk the Dog, das vor allem von einer hübschen Kirmesorgel und der Slide-Gitarre lebt. Auch Hairy Girls on Acid wartet mit Überraschungen auf. So sind hier sehr schöne Klatschpassagen zu finden. Born with a Hole in my Pocket enthält hübsche Oi-Singalongs und besticht durch eine sehr gute Gesangsleistung. Liquor in the Front (Pole in the back) hat einige sehr coole Solos. Anschließend folgt Most Beautiful Babies, das ohne Leadgitarre auskommt. Dann ist leider auch schon Schluß, der Einzeiler Till the End beendet das Debütwerk der durchgängig sympathischen Punkrocker.

Hoffen wir, dass die erste Pressung bald in Angriff genommen wird und Liveauftritte folgen.

Samstag, 31. Oktober 2009

Boxhamsters & Biestig - 30. Oktober 2009 - Kleiner Klub

Neben dem Dackelblut-Klan, EA80, Fliehende Stürme und Pascow sind Boxhamsters was intelligenten, deutschsprachigen Punkrock angeht relativ führend. Nie der große Wurf gelungen, aber seit 20 Jahren dabei und i8mmer wieder gute Alben veröffentlicht. Die Lorbeeren durften Bands wie Kettcar und Muff Potter einsacken. Eigentlich schade...

Zuerst gabs aber Biestig aus Karlsruhe zu überstehen. Die beiden Mädels kamen in White-Stripes-Manier daher (Gitarre und Schlagzeug) und boten, naja, peinlichen Teenie-Deutschpunk. Nicht gerade mein Fall. Die üblichen Texte gegen Staat, Schule und Gesellschaft. Und natürlich Teenie-Themen in Frühem-Ärzte-Stil. Nix also, was die Ätztussis nicht schon 1980 bereitgestellt haben. Ja, ich weiß ein bisserl hart, aber gut nicht mein Fall, deshalb an alle interessierten, das Review vom Klaus N. Frick (der hat ja auch mehr Ahnung davon als ich ;-): http://enpunkt.blogspot.com/2009/10/biestig-als-punkrock-hoffnung.html


Nun, dann kamen Boxhamsters nach einem kurzen und unterhaltsamen Soundcheck (Das Licht ist zu laut!). Sie präsentierten sich minimalistisch, ohne große Worte, kaum Ansagen, ohne Verkleidung und sehr bewegungsarm. Aber man merkte schon, das alles brauchten sie auch nicht, denn das Publikum war von Anfang an dabei. Zuerst mithüpfen, dann tatsächlich auch Pogo. Mit der Zeit wurde der Auftritt auch immer gelungener. Das neue Lied Mogli kam recht gut an. Dann begann ein schönes Best-of-Programm: Herzblut vom ersten Album, Zu klein. Sehr schön auch die schnelle Blumen am Arsch der Hölle-Coverversion 1976. Melancholischer Punkrock mit Herz und Verstand.

"Die einen habens nur gelesen/und die andern waren dabei/doch jeder solls jetzt wissen/Punk ist längst vorbei."

Freitag, 30. Oktober 2009

ASP & Mono Inc. - Losheim Eisenbahnhalle 23.10.2009



Gut verfahren und dennoch rechtzeitig... leider. Mono Inc. waren tatsächlich so, wie es ihr Name aussagt: MONOton. Langweilig das Ganze, trotz starker Präsenz des Sängers. Den Leuten schien es aber zu gefallen. Naja, die halbe Stunde konnte man aushalten. Aber mal ehrlich ein Drumsolo? Wie ekelhaft.


Dann bereitete man sich auf eine laaaaaaaaaaaaaaaaaange Umbauphase vor, doch es kam anders. Gerade mal einen Toilettengang und eine Zigarette später betraten ASP die Bühne und spielten erstmal eines meiner Lieblingslieder Ich bin ein wahrer Satan. Was folgte war eine Tour de Force durch die Bandgeschichte. 2 1/2 Stunden mit allen Hits, wobei mir am Besten die Krabat-Reihe gefällt. Davon gabs ein paar über das Konzert verteilt: Denn ich bin der Meister, Zaubererbruder und Krabat Mir fehlte leider Elf und einer und Der Geheimnisvolle Fremde (Ja, Ja, drei mal hurra!). Der Spreng war mal wieder mit Pharmazeutika vollgestopft, ich weiß nicht, wie oft der Mann die Grippe hat. Dennoch überzeugende Gesangsleistung. Unglaublich! Gut aufgenommen wurden meinerseits noch Schwarzer Schmetterling, Und Wir Tanzten (Ungeschickte Liebesbriefe). Auch neue Lieder im Gepäck: die Anti-Nazi-Hymne Wer sonst?, die nach den Ereignissen auf dem diesjährigen WGT (anscheinend wurden Zeltplatzkarten mit der Schwarzen Sonne bedruckt) nach eigener Aussage wichtiger denn je wurde. Schade, habe bei der Recherche festgestellt, dass sie auch mal das geniale Sage nein! von Konstantin Wecker gecovert haben. Das zweite neue Lied Im Märchenland fand ich dagegen so lala.

Als Zugabe gabs noch Ich will brennen, das vom Publikum vehement gefordert wurde. Insgesamt fand ich sie auf dem Hexentanz und beim Unplugged-Konzert doch überzeugender. Das Konzert war einfach etwas zu lang. Und warum man mit einem Hit enden muss und nicht mit dem fantastischen Abschied, das sich viel besser anbietet, muss mir mal einer erklären.

"Niemals waren Freunde mir je treuer.
Als ihr es wart in dieser schweren Zeit:
Und jeder von euch ist mir lieb und teuer
Doch nun bleibt mir nur noch die Einsamkeit."

Links: Mono Inc. - ASP

Montag, 26. Oktober 2009

Gedanken zum Grünen-Parteitag

Claudia hatte einen roten Schäferhund,
mit dem trieb sie es nicht sehr bunt.

Afghanistan, Irak,
da waren die Grünen stark.
Krieg ist nicht nur was für Extremisten
auch für hausgemachte Pazifisten.

Claudia hat 'nen grünen Schäferhund
und mit dem treibt sie's kunterbunt
gegen CDU und FDP
Opposition ist echt okay.

Da kann mans Maul zerreißen
und auf den Wählerwillen scheißen.
Es rumort weiter in Afghanistan
das geht den Grünen noch sehr nah.

Claudia hat 'nen grünen Schäferhund
und mit dem treibt sie's kunterbunt
gegen Linke und SPD
Opposition ist echt okay.

Nur im doofen Saarbrücker Land
marschiert man mit dem Müller Hand in Hand.
Schwarze Hunde mag man gern,
Berlin ist ja noch so fern.

Claudia hat 'nen schwarzen Schäferhund
und mit dem treibt sie's heimlich bunt
gegen Linke und SPD
Regierung sein ist echt okay.

Freitag, 23. Oktober 2009

ac.ht - goreholio galore - 22. Oktober 2009 - Burg Theater Neunkirchen

Das Kulturprojekt ac.ht rief zur zweiten Runde. Mit diesmal leider rudimentären Rahmenprogramm: eine kleine Ausstellung verstorbener und vergessener Stummfilmstars. Im Mittelpunkt stand der Kinomarathon der jungen, aufstrebenden Independent-Filmer um Goreholio, die regelmäßige Besucher dieses Blogs von hier kennen. Gezeigt wurden (fast) alle Werke. Aber der Reihe nach:

Die Bestie: Vier-minütiger Kurzfilm. Eine grausame Bestie versteckt sich in den Wäldern und lauert Joggern auf. Amüsant.

H2Tod: 9 Minuten. Apokalypse pur. Das Trinkwasser ist vergiftet und bedroht das Leben eines namenlosen Hauptdarstellers. Witzig.

Wie gedruckt... 41 Minuten. Der erste (und einzige) Langfilm des Abends. Ein Zeitungsartikel, ein Druckfehler und die Geschichte dazu. Leider merkt man den Schauspielern hier ganz besonders ihre Unprofessionalität an, und so verkommt die eigentlich sehr kritische Geschichte (man vergleiche mit Reinhard Meys Was in der Zeitung steht) an manchen Stellen leider zu einer Komödie. W§as hängenbleibt: guter Soundtrack (Hip-Hop vs. Grindgeballer), gute Story, leider etwas zu lang und zu wenig auf den Punkt gebracht.

Moloch 10 Minuten. Man merkt den Goreholios an, dass sie aus dem letzten Werk gelernt haben. Der sehr düstere Thriller um die Rache an einem mutmaßlichen Kindermörder ist ein deprimierendes Stück Filmkunst, das durch seine überraschende Wendung überzeugt. Gut gemacht, s/w, mit Oliver Rohrbeck (Justus Jonas, Ben Stiller) als Synchronsprecher. Veröffentlicht wurde das gute Stück auf der sehr empfehlenswerten Krankheit Mensch.

Asakku 12 Minuten. Genauso kranke Scheiße. Gut gemacht, interessante Geschichte, aber scheiß-deprimierende Optik. Ein Junkie setzt sich eine Spritze und erlebt einen Tag voller Halluzinationen. IMHO etwas schlechter als "Moloch", aber gut gemachte Effekte, die überzeugen. Kompletter Verzicht auf Dialoge.

El Guitarrista 20 Minuten. Was soll man über dieses komödiantische Highlight noch schreiben, was ich nicht schon im April geschrieben habe? Sehr professionelles Highlight aus dem Hause Goreholio.

Recht & Ordnung Gezeigt wurde lediglich Teil 1. Auch schon im April-Review gesichtet. Leider wurde Teil 2 nicht gezeigt. Anschließend gab es noch einen Trailer zum ersten Full-length-Streifen El Guitarrista 2, der hoffentlich bald fertig ist.

Die Jungs (und Mädel) von Goreholio waren anwesend, wurden nicht verprügelt und stellten sich den Fragen des Publikums.[1] Leider waren nicht so viele Leute da, wie beim ersten Event. Hoffen wir nur, dass die gelungene Veranstaltungsreihe weiter Bestand hat und dies nur ein dummer Zufall war. Das Programm war zwar etwas kleiner als sonst, aber dennoch gut organisiert. Als alter Splatter- und Amateurfilmfreund kam ich jedenfalls gut auf meine Kosten.

Links: ac.ht - Goreholio - Burg Theater

Freitag, 9. Oktober 2009

Cannibal Corpse & Dying Fetus - 5. Oktober 2009

Cannibal Corpse back in SB!

Das Konzert ging wohl um 18:30 Uhr los, aber als Mensch der zur arbeitenden Bevölkerung zählt, war das leider nicht zu bewerkstelligen. Nach einer nicht repräsentativen Stichprobe waren aber sowohl Obscura aus dem Bayernlande, als auch Evocation (immerhin vertreten auf der genialen Swedish-Death-Metal-Kompilation) Schrott.

Naja, pünktlich zu Dying Fetus bin ich dann eingelaufen. Ich muss schon sagen, ein ganz schönes Brett lieferten die drei Amerikaner da ab. Ein Querschnitt durch die Diskografie, wobei besonders Justifiable Homicide hervorstach, zeigte das Können des Dreiers. Jeder Song durch die zahlreichen Breaks an sich abwechslungsreich, langweilte die Mischung dann nach einer halben Stunde doch etwas. Trotzdem ein schöner und brutaler Auftritt.

Kurze Umbaupause und dann die genialen Florida-Death-Metaller Cannibal Corpse. Kann da etwas schief gehen? Durchaus. An sich war der ganze Auftritt recht gelungen, doch nach einer halben Stunde trat auch hier ein Gewöhnungseffekt ein, den man beispielsweise bei Six Feet Under nicht verspürt. Zu ähnlich alles, kaum echte Höhepunkte. Dennoch war man gespannt: Kommen die verbotenen Hymnen oder hatte man CC gezähmt, wie damals Rockbitch (eins der langweiligsten und überflüssigsten Konzerte meines Lebens)? Um es kurz zu machen: Ja, sie durften. Die Frage war mit Fucked with a Knife ("a song for all the ladys") beantwortet. Vomit the Soul und Maggots folgten. Natürlich auch völlig überflüssige neue Nummern. Naja, George Fisher zeigte auch noch warum er zu den besten Frontmännern im Death Metal zählt. Eine ware Bangorgie lieferte er ab ("You can try to compete, but you will fail. But you can still try"). An Selbstüberschätzung mangelt es dem Jungen jedenfalls nicht. Nach Hammer Smashed Face war dann erstmal Schluss. Ob eine Zugabe folgte, weiß ich leider nicht. 1 1/2 Stunden reichen völlig.

Ein recht gelungenes Konzert trotz einiger Längen. Achja, Christa Jenal war nicht zu sehen. Hoffen wir mal, dass sie ihren wahnsinnigen Kreuzzug mittlerweile beendet hat. Irgendwann ist ja auch mal gut. Zu Schaden kam jedenfalls niemand auf dem Konzert und die meisten Leute sahen auch ganz nett aus :-)

Dienstag, 1. September 2009

Wohnzimmerkonzert in Edesheim - 29. August 2009




Wenn gute Freunde rufen, kommt man. Und so machte ich mich dann mit einem tränenden Auge auf den beschwerlichen Weg nach Landau, wohlwissend, dass nur 20 Minuten entfernt die legendären Reagan Youth spielten. Man kann nicht alles haben.

Pünktlich zu Beginn der Veranstaltung angekommen und erstmal ein Bier gezischt. Seltsam nur, dass keine Band spielte. Tja, Zeitplanung bei Wohnzimmerkonzis... Das Ambiente war mir ja schon bekannt und so ging es zwecks Smalltalk und ernsthaftem Gespräch direkt in die Küche. Kaffee und Bier, das lob ich mir. Schade, das meine Chauffeurin Urlaub hatte und dem Alkohol frönte, während ich ihren Posten übernehmen musste ;-)

Punkt 8 gings dann los mit Pulse of Decay, die mit ihrem Doom Thrash Metal die Massen (also so 30 Mann/Frau waren es schon) begeisterten. Ich weiß ja nicht, wie sie auf ihre Stilbeschreibung kommen, für mich wars Death-/Black-Metal mit Thrash-Einflüssen, so a la Dissection. Das "Doom" vermisste man irgendwie. Ziemlich gut die Jungs, bis auf den Typen vom Schwermetall-Film feierte aber niemand so richtig. Der geneigte Autor allerdings auch nicht. Zu gemütlich die Couch. N paar nette Ansagen, die Texte hat man teilweise von H.P. Lovecraft (*gähn*), und mehrere Lieder später war Schluss und es hieß auf die nächste Band zu warten. Fairerweise muss man allerdings sagen, dass sich die Lieder auf der MySpace-Seite etwas anders anhören und da die Stilbeschreibung "Doom" durchaus zutreffend ist. Auch variiert der Sänger dort mehr seinen Vocal-Stil. Übrigens gibts dort auch ein kostenloses Demo. Link weiter unten.

Nach kurzer "Umbaupause" betraten Zombieslut die Bühne (also das Wohnzimmer). Das Nummerngirl hatte ihren Einsatz verpennt und musste notgedrungen während des ersten Liedes ran. Mit der typischen "When there's no more room in Hell..."-Ansage ballerten sich Zombieslut durch ihren eingängigen Deathgrind, dass es eine Freude war. Auch direkt Headbanging von Anfang an und immer auf die Zwölf. Superwitzige Ansagen, auch mit saarländischer Gastbegrüßung ("Bei der Macht von..."). Gegen Ende gabs dann etwas Pogo, wobei seltsamerweise keine Einrichtungsgegenstände zu Bruch gingen. Zum Abschluss dann "Outbreak of Evil" in einer recht coolen Version.

Beide Bands gaben trotz wohnzimmergroßem Publikum ihr Bestes. Ich hoffe, den beiden Sinsheimer/Heidelberger Bands gelingt irgendwann sowas wie der Durchbruch. Verdient hätten sie es. Punkt 10 war dann auch Schluss, man wollte wohl noch ein paar Monate länger in der Nachbarschaft bleiben. Wie dann das allgemeine Besäufnis ausgesehen haben mag, entzieht sich leider meiner Kenntnis, denn es galt noch eine Heimfahrt anzutreten. Nur schade um "We're the sons of Reagan! Heil!" Vielleicht kann ja der Kalif mal seine Bettgeschichten auspacken und seinen Blog mal reanimieren.

Links: Pulse of Decay (Demo [*rar]-Direktlink) - Zombieslut

Montag, 31. August 2009

Lieblings-Suchanfragen

  • geburtsdatum von alexander frank spreng
  • SHEMALES SAARLOUIS (gelandet auf dem Wrestling-Bericht)
  • Theater in die Engel Apotheke, Landau
  • hooligan anführer england
  • *halbplayback kostenlos runterladen zombie* (wtf?)
  • suchanfragen suchanfragen.html
  • Suicidal Tendencies spielen lernen
  • jodel mir doch noch ein film kostenlos legal sehen (ist bei Social D rausgekommen, keine Ahnung wieso...)

Sonntag, 30. August 2009

Forget about Art School - Do im Alten Burg Theater NK Neunkirchen


Forget about art school hieß das Motto am Donnerstagabend auf einer kleinen Privatveranstaltung im altehrwürdigen Burg Theater Neunkirchen, mein ehemaliges Lieblingskino und leider schon seit Jahren geschlossen. Dementsprechend groß waren auch die Erwartungen. Nur geladene Gäste wurden empfangen und die Bewirtung erfolgte im kleinen Rahmen. Lecker Bier, Radler oder Mineralwasser inklusive Sesamstangen. Tja, was soll man sagen? Viel hat sich in dem Kino getan, neue Dekoration, frisch gestrichen. Leider ist nur noch der kleine Saal gut in Schuss.

Was hat nun die Elite der Geek-, Fanboy- und sonstiger Subkulturen, die sich mit einem Personenkreis von etwa 50 Personen eingefunden hat, unter dem Motto des Abends vorzustellen?

Nun, recht viel. Eine kleine Vernissage des Künstlers Jürgen Jörg bot den Rahmen und war von der Eröffnung bis zum Ende des Abends präsent. Gegen 20:30 Uhr wurde die Independet-Dokumentation D.i.y. or Die - How to survive as an Independent Artist auf der großen (na gut, im Vergleich zum ehemaligen Saal 1 wohl eher kleinen) Leinwand gezeigt. Eine sehr interessante Dokumentation, die unter anderem Statements von Ian McKaye, Lydia Lunch und J Masics zum Phänomen DIY enthielt. Eine hervoragende und frei erhältliche Doku, die Lust am Erschaffen von Kunst weckt. Geheimtipp! Gibts auch kostenlos im Netz.


Den Abschluss bildete ein Auftritt des Liedermachers Phil (This is Cowboy Poetry). Sehr netter Folk, der mit seiner Verbindung zur Punkmusik (When We Were Punks) auch ein alternatives Publikum ansprach.

Fazit: Ein rundum gelungener, ruhiger Abend im kleinen Kreis. Alle Interessierten sollten schleunigst versuchen in den Email-Verteiler zu gelangen, da es (hoffentlich bald) eine Fortsetzung geben wird. Es lohnt sich!


PS: Das Burg-Theater kann für private Veranstaltungen kostengünstig gemietet werden.

Links: Jürgen Jörg - D.I.Y. or Die - Burgtheater Neunkirchen

Montag, 24. August 2009

Jello Biafra & The Guantanamo School of Medicine / Pascow am 23. August 2009


Meine erste Ü30-Party. Im Vorfeld hatte ich das Konzert als so wichtig beschrieben, wie für einen Christen ein Open-Air am Petersplatz. Und eine kompetente Vorband hatte man mit Pascow auch gefunden. Von daher war ich doch schockiert, dass gegen 20 Uhr kaum einer da war. Pascow hatten jedenfalls gerade angefangen und lieferten ein schönes Set ab. Am Besten gefiel mir die Knochenfabrik-Coverversion Fuck off sowie das sehr ähnliche Ich, Jello Biafra und das verdammte WOM (wäre auch peinlich, wenn sies nicht gespielt hätten. Trotz des geringen Zulaufs jedenfalls ein super Auftritt der vier Jungs aus Gimbweiler.

Gegen kurz nach 21 Uhr betrat Jello Biafra im Morgenmantel mit Ralph Spight von Victims Family die Bühne. Billy Gould, großspurig auf der Website der Garage angekündigt war allerdings nirgends zu sehen. Statt dessen zwei unbekannte (14jährige?) Musiker. Mittlerweile hatte sich auch die Halle merklich gefüllt. Mit Terror in Tiny Town legten die Musiker dann los und Jello war in seinem Element. Er posierte, zog Grimassen und sprang wild (und vor allem ungelenk) herum. Vor vielen Songs, die auf dem neuen, noch nicht erschienen Album, stammten, machte er ellenlange politische Ansagen, die beim Publikum auf Wohlwollen stießen. Insbesondere die Erwähnung von Gerhard Schröder und seinen Verstrickungen beim russischen Ölkonzern Gazprom vor New Feudalism zeigen, dass Biafra nicht nur nationalpolitisch, sondern auch global denkt. California über Alles wurde in der Schwarzenegger-Version gespielt und im regulären Set hatte auch noch Let's Lynch the Landlord Platz. Three Strikes...You're Out war ein interessantes Statement zu einem der dämmlichsten Gesetze, die es in Amerika (für Downloader auch in anderen Ländern) gibt. Jello war jedenfalls kaum aufzuhalten, allerdings sah er nach einem Maleur mit der Wasserflasche die Hälfte vom Set so aus, als habe er in die Hose gepinkelt. Zum Glück trocknet ja Wasser...

Nach Pets Eat Their Masters war dann erstmal Schluss, aber Jello kam noch für die beiden DK-Klassiker Holiday in Cambodia und Police Truck zurück auf die Bühne, die erwartungsgemäß die meisten Reaktionen verbuchten. Nach dem kurzen Set verließ die Gruppe wieder die Bühne und betrat zum fanalen I Won't Give In (ein wirklich fantastischer neuer Song) die Bühne. Alles in allem ein rundum gelungenes Konzert.

Link: Jello Biafra and the Guantanamo School of Medicine auf MySpace - Pascow

Mittwoch, 19. August 2009

Bold / Bringin' It Down im Kleinen Klub am 18. August 2009

Letzte Woche Dickies, diese Woche Bold. Geht gut ab an der lokalen Konzertfront, trotz Festival-Flaute.

Vorband aus Deutschland haben wir dann mal ignoriert, erstmal ganz un-XXX gepflegt ein Bier genossen. Angekündigt haben sich als zweite Band Bringin' It Down, laut Beschreibung von der Garagen-Seite, "spielen ein komplettes Set aus Judge-, Project X- und Youth Of Today-Songs". Gut, erstmal zum Negativen: komplettes Set heißt wohl 20 Minuten, die Project-X-Klassiker suchte man vergebens oder sie gingen im recht schlechten Sound unter. Los gings erwartungsgemäß mit Bringin' It Down von Judge. Das Publikum war sehr davon angetan Porcell tatsächlich mal live zu sehen und so gings dann auch schon mal schön gut ab. Es folgten noch weitere Judge-Klassiker wie New York Crew und In My Way. Zum Abschluss gabs Warrior von Blitz. Inklusive Tough-Guy-Macho-Shit-Posen von Porcell, der es sich nicht nehmen ließ mit nacktem Oberkörper ein Bad in der Menge zu nehmen. Die anderen Mitglieder waren übrigens Tim Brooks (Bold), Ken Olden (Battery, Better Than a Thousand), Daniel Larsson (Shelter) und Vinny Panza (Bold).


Nach kurzem Umbau stand dann fast schon wieder dieselbe Band auf der Bühne. Nur Porcell hatte sich an die Gitarre geschlichen und ein anderer Sänger stand auf der Bühne. Obwohl mir die Gruppe als ziemlich schlechtes Geknüppel beschrieben wurde, schafften sie es doch live ziemlich gut Arsch zu treten. Im Endeffekt alles, was man von einer Hardcore-Show erwartete: Stagediving, Pogo, Moshpit, alles da. Auch musikalisch fand ich sie nicht schlecht. Etwas enttäuschend, das nach 30 Minuten alles rum war und dann genau eine Zugabe (welche nicht Nailed to the X war) kam. Eins habe ich noch gelernt: Frauen sollten nicht stagediven, das arme Mädel flog geradezu durch die Luft. Pure angestaute männliche Kraft kann man wohl nicht kontrollieren... Ihr ist wenigstens nichts passiert.

Gratulation

Hiermit gratuliere ich dem Doktor und seinem Atzen Marc zum Einstieg in die Top 10.



Wenig kann einen bei der desolaten Lage im Musikgeschäft fröhlicher stimmen, als ein Top-Ten-Hit und Sommerhit von einem Independent-Label!

Samstag, 8. August 2009

Dickies am 6. August 2007 im Kleinen Klub SB

Ohne großartige Erwartungen nach Saarbrücken gefahren. 77er Punkbands gibts wie Sand am Meer und meist bleiben die Konzerte hinter den Erwartungen zurück. Erstmal vor dem Klub rumgegammelt, das ein oder andere Bier getrunken und über die wirklich wichtigen Dinge im Leben unterhalten (Musik und Bud Spencer natürlich). Vorband mal hübsch ignoriert, auf jeden Fall hatten sie Ramones gecovert, aber welches weiß ich nimmer.

Pünktlich zum Dickies-Konzert dann rein und die nicht vorhandenen Erwartungen wurden zum Übermaß übertroffen. Statt alten Knackern präsentierte sich ein gut gelaunter Haufen von jung gebliebenen Altpunks, die kräftig Arsch traten. Insbesondere der Sänger war fernab von Gut und Böse. Debil grinsend nahm er das Publikum und seine Mitstreiter auf den Arm. Er sprang herum und übte die typischen energiegeladenen Punkrock-Posen als wäre Johnny Rotten heute nicht John Lydon. Ami-Punk? Vergiss es, das war astreiner 77er Sound mit leichten Dead Kennedys-Einflüssen (die zugegebenermaßen erst später kamen). Und das Alles vor gerade mal etwas über 50 zahlenden Gästen. Respekt! Ihr Backkatalog dürfte sich auf jeden Fall in den nächsten Wochen um ein Album mehr verkaufen. Gut gelungen auch die Auswahl an Coverversionen. So wurden The Who (Tommy), Black Sabbath (Paranoid), die The Banana Splits Adventure Hour (Banana Splits (Tra La La Song)) und Neil Young (Keep on Rocking in the Free World) gewürdigt. Klasse Konzert!

Link: The Dickies

Mittwoch, 22. Juli 2009

Amphi Festival 2009 - Köln 18./19.07.2009


Wie letztes Jahr gings auf ein Stelldichein nach Köln. Auf Grund beruflicher Bedingungen leider erst um 10 losgefahren und gegen 16 Uhr Zeltaufbau im strömenden Regen abgeschlossen.

Erste Band des Tages waren damit Leæther Strip, die angeblich ein ganzes Genre begründet haben. Welches denn? Mist-Musik? Covenant folgten als nächstes, aber auch die fand ich nur leidlich nett. Also ab zu Feindflug... Hab ich mich wirklich drauf gefreut. Kannte zwar nur ein Lied, aber die Show war ab 18 freigegeben. Auch die streitbare Ausrichtung der Gruppe versprach ein kontroverses Konzertereignis. Also denkt man natürlich, dass einem da was geboten werde. Wie der Konjunktiv im letzten Satz deutlich machen soll, war dem leider nicht so. Harte Technobeats und Samples ohne Sinn waren angesagt und so blieb ich auch nur ein paar Lieder. Ich frage mich, wie die Anhänger der Gruppe die einzelnen Lieder unterscheiden können. "Also mein Lieblingslied ist ja das mit dem Ersten Weltkriegs-Sample!" - "Nee, das wo bei der Show immer die Foltersequenzen eingeblendet werden" - "Quatsch, das bei dem dem Keyboarder die Decke auffen Kopf gefallen ist." Ja, richtig gelesen! Zum Glück ist niemandem was passiert. Allerdings war das leider der Grund warum ich Laibach nicht gesehen habe. Alle anschließenden Konzerte wurden von der Rheinparkhalle in den wesentlich kleineren Tanzbrunnen verlegt. Das bedeutete eine Zeitverlegung des Laibach-Gigs und leider auch, dass sich vor dem Theater die Gruftis türmten. Und soviel Bock auf Drängelei hatte ich dann wirklich nicht. Von wegen Toleranz, Menschenmengen sind immer doof und es ist ja auch wirklich scheiß wichtig, dass kleine Gruftimädels ihren Freunden das Bier direkt in die erste Schlangenreihe bringen müssen, wenn ja klar ist, dass man sich nur an 2000 geduldig wartenden Besuchern vorbeidrängeln musste. Ja, auf Thunfischdose hatte ich dann keinen Bock und so ging der erste Tag mit einem Gefühl herber Enttäuschung ins Zeltbett, was meine Mitreisenden leider nicht allzu ernst nahmen.

Oh, jetzt hätte ich fast Fields of the Nephilim vergessen, Headliner am ersten Tag. Naja, Sisters of Mercy in langweilig. Ihr Hit Moonchild war aber ganz nett.


Nächster Tag, neues Glück. Auf Drängen der Mädels dann Mono Inc. gesehen und hübsche Bilder geschossen. Sind nun auch im Wikipedia-Eintrag zu bewundern. Musikalisch aber ganz und gar nicht meine Baustelle. Aber immer noch besser als die nachfolgenden Panzer AG. Gut aber, dass dann die fantastischen Horrorpunker von The Other im Theater auftraten. Mit Join the Undead Army legten sie auch gleich gut los und traten die nächste Stunde gehörig Arsch. Begleitet von witzigen Ansagen wie "Das ist unser Gitarrist mit seiner Gitarre. Die meisten von euch sehen dieses Instrument zum ersten Mal:" und "Wenigstens etwas lauter als bei den Techno-Parties gestern." geleiteten sie das Publikum durch einen Querschnitt ihres Programmes. Beware of Ghouls, Tarantula Lover's Lane und In the Dead Of Night zeigten, dass mit Horrorpunk auch heute noch zu rechnen ist. Schade nur, dass es wohl keiner Band gelingen wird an die Misfits heranzukommen. Mit dem deutschen Lied Der Tod steht dir gut können sie zumindest neue Akzente setzen (auch wenn das Lied unweigerlich an Bela B.s Lieder bei Die Ärzte und auf seinen Soloalben erinnert). Sehr guter Auftritt, nette Zombiemasken, was will man mehr?

Danach wollten wir eigentlich Jesus on Extasy gucken, doch die Halle war definitiv zu voll. Also Zeltabbau- und Essenspause.

Pünktlich zu Henke waren wir wieder da, doch leider hatte sich der Zeitplan etwas verzögert und die Mädels wollten zum Graf. Naja, Unheilig ist ja so gar nicht mein Fall. Wenigstens sang er diesmal überwiegend live und nur die Refrains kamen vom Band. Außerdem spielte er das einzige Lied, das mir gefällt (Maschine. Dennoch, ich kann mit diesem Modepüppchen-Gruftie-Sexsymbol mit unglaublich pathetischen Texten nichts anfangen. Als Publikumsmagnet wirkte er aber wohl ganz wunderbar. Dass Frauen auf sowas stehen ist mir ja noch verständlich. Aber Leute in METAL-Shirts? Tut mir leid, da muss ich kotzen! Egal, ging jedenfalls rum und war auch gar nicht so schlimm.

Dann auf zur nächsten Drängelei. KMFDM spielten im Theater, das bis zum letzten Platz dicht war. Ich hoffte nur, dass die überwiegende Mehrheit der Leute spätestens 20 Minuten später zu Front 242 abhauen würden. KEIN MITLEID FÜR DIE MEHRHEIT. Oh Mann, fühlte sich das gut an... harte Beats, anarchistische Texte, kaum Ansagen, einfach nur harte, knochentrockene Musik. Ja, ich musste tanzen. Na gut, Kopf schütteln, ab und zu mal vor und zurück und Fäuste ballen. Aber andere erledigten das Tanzen auch wesentlich graziler als ich. Genialer Gig! (Laut Ansicht der Frauen: Nur Krach!) Nach dem fantastischen KMFDM Is a Drug Against War leider schon Schluss.

Schluss auch für das Festival. Aus der Ferne lauschte ich noch Front 242, während die Mädels zum letzten Mal shoppen waren und dann ließen wir The Gathering und Camouflage The Gathering und Camouflage sein und machten uns auf den Heimweg.

Fazit:
Schade wegen Laibach, ansonsten gut durchorganisiertes Festival. Ein, zwei gute Bands gesehen. Nächstes Jahr eventuell wieder.

Top-3-Shirts:
1. Minimal
2. Südberlin Maskulin (das ist wahre Individualität)
3. The Smiths (ach, schön)

Neueerwerbungen:
Death in June: Nada!
Kirlian Camera: Invisible Front. 2005
Umbra et Imago: Machina Mundi
MZ 412: Burning the Temple of God (endlich!!!)

Link: Amphi-Festival

Donnerstag, 2. Juli 2009

Suicidal Tendencies in der Garage Saarbrücken am 30. Juni 2009

Pünktlich zu Waterdown habe ich die nunmehr (durch Vorhang) kleineren heiligen Halle der Garage betreten. Waterdown hatte mich ja schon im Herbst des letzten Jahres positiv überrascht (siehe hier). Für sie hatte der Auftritt wohl auch etwas von Heldenverehrung, denn sie betonten ständig, wie stolz sie seien, hier spielen zu dürfen. Leider Anfangs mit derben Soundproblemen, die sich jedoch im Laufe des Auftritts merklich besserten. Ein paar Songs von der großartigen EP inklusive einer gelungenen Snapcase-Coverversion (Caboose) später beendeten sie ihren Auftritt und bekamen mehr als nur Achtungsapplaus.

Die Halle füllte sich nun sichtlich und Hip-Hop-Beats dröhnten aus den Boxen. Die Umbauphase dauerte leider etwas länger, dann betraten Suicidal Tendencies nach der Ankündigung durch einen Kollegen die Bühne und legten mit You Can't Bring Me Down los. Krass, wie agil Mike Muir über die Bühne hopste. Wie ein junger Derwisch und nicht wie ein Mann zwischen 40 und 50 animierte Mike die Menge zum Mitsingen, Hoppeln und Pogo. Leider verstand man von seinen Ansagen kein einziges Wort, seltsamer Slang. Der Hammer war der etwas korpulentere Schlagzeuger. Ich habe noch nie so einen dicken Schwarzen gesehen. Wer Mable (bzw. Viscera) noch kennt, der weiß ungefähr wie er aussieht. Aber sein Handwerk beherrschte er ohne Frage. Beim Schlagzeugsolo ließ er die Stöcke zwischen seinen Fingern rotieren und zeigte sich doch tatsächlich sehr agil. Also etwas, was man von einem Menschen, der es mit Poison Idea alleine aufnehmen könnte, nicht gerade erwartete. Suicidal Tendencies ließen dann ihren eigenen Kult hochleben, immer wieder "ST, ST, ST"-Rufe und selbstreferentielle Lieder, wie We Are Family und Cyco Vision. Auch ein neues Lied namens Come Alive wurde aufgeführt. Am besten gefielen mir die alten Klassiker wie Possessed to Skate, War Inside My Head und Feel Like Shit. Das Publikum war sehr enthusiastisch, sogar ein paar Bandana-Träger aus den Mittachtzigern waren anwesend. Muss wohl grade Fasching sein ...

Nach How Will I Laugh Tomorrow war dann erstmal Schluss. Der Schlagzeuger animierte das Publikum dann für die Zugabe und los gings mit I Shot Reagan, Hammertrack! Anschließend luden die Suicidals zur letzten Selbstbeweihräucherung ein: Pledge Your Allegiance. Das Publikum strömte in Scharen auf die Bühne und feierte eine hübsche Party. Doch aller Spaß geht mal zu Ende...

Kritikpunkte: I Saw Your Mommy wurde einfach hingerotzt, kein Facist Pig, kein Institutionalized.

Link: Fotogalerie auf Sol.de

Mittwoch, 17. Juni 2009

Social Distortion am 16.06.2009 Stadthalle in Offenbach

Yeah, ein länger geheggter Traum endlich erfüllt. Zwei Stunden sind wir zu dritt nach Offenbach gegurkt und natürlich direkt im Stau gelandet. Zum Glück sind wir noch rechtzeitig angekommen und nach dem Besuch der zweitbekanntesten Ami-Burger-Kette satt und gestärkt (wenn auch mein Country-Burger kalt war und auch nach Beschwerde der zweite nicht gerade vor Wärme strotzte) gings dann in die Stadthalle. Dort hatte sich bereits eine riesige Menschentraube gebildet und es war zum Brechen voll. Noch ein paar Bekannte getroffen, dann fingen bereits Gaslight Anthem an, die mir von einem Freund als Mischung aus Social Distortion und Bruce Springsteen empfohlen wurden. Und tatsächlich war die Viermann-Band genau das. Der Gesang klang dermaßen nach dem Boss, würden Bon Jovi nicht auch aus New Jersey kommen, könnte man glatt annehmen, dass alle dort so singen. Gute Show, wenn die Lieder sich doch leider alle etwas ähnelten.

Social Distortion legten gleich mit The Creeps und Mommy's Little Monsters los, um sich dann mit Don't Drag Me Down langsam zum neuen Album vorzuarbeiten. Der Fokus wurde dann auch auf dieses Album gelegt, was ich doch etwas enttäuschend finde, beim Publikum aber auch seltsamerweise ziemlich gut ankam.

Ich kann mir das nur so vorstellen: Klein-Dieter sitzt zu Hause, sein kleiner Kumpel kommt und sagt: "Ey, sag mal, kennst du Social Distortion? Weißte, die mit dem legendären White Light, White Heat, White Trash-Album, dass ich noch nie gehört habe? Ich habe hier das neue Album!" - "Cool. Das White-Dingens hab ich auch noch nicht gehört, lass mal antesten." Und dabei bleibts dann. Schade...

Ring of Fire spielten sie auch noch. Bis dahin ein grandioser Gig. Mit "Prison Bound" und "Ball & Chain" wirds dann merklich ruhiger, zwei neue Lieder werden auch gespielt, klangen auch sehr gut. Zum Abschluss gibts dann noch ein Hank- Williams-Cover (Alone and Forsaken), leider ohne Jodel-Part. Danach kommen sie noch zweimal zurück und schmeißen uns mit Story of My Life raus...

Interessantes Konzept unheimlich stark zu beginnen, die Spannungskurve dann langsam abzubauen und mit dem Zugabenteil die Leute dann etwas zu langweilen. Mike Ness, bei dem die Geheimratsecken merklich wucherten, verstand es auch noch jedes noch so dämliche Rockstarklischee zu bedienen. Am Besten hat mir "In München waren sie aber lauter" und "Das deutsche Publikum ist das Beste vonne ganzen Welt" gefallen. Schade, so ein dummes Geseiere. Und dann die üblen Mitklatschpassagen und das dämmliche Hüpfen. Naja, war auch kein Platz für Pogo in der überfüllten Stadthalle.

So genug gemeckert. Was bleibt war ein grandioser Gig, bei dem man sich gewünscht hätte, dass Mike Ness doch besser die Fresse gehalten hätte und den Mund nur aufgemacht hätte, wenn das Lied eine Gesangspassage erforderte. Die Songauswahl wäre zwar verbesserungswürdig, insbesondere von der reihenfolge her, aber, hey, wir reden hier von Social Distortion, die haben eh nur Hits. Ein Traum ging in Erfüllung und jetzt muss ich ein neues "will ich noch live sehen, bevor ich abtrete"-Konzi suchen. Vielleicht Stray Cats/Brian Setzer oder doch Slayer, wie man es mir öfter nahelegt.

Montag, 15. Juni 2009

Feuerfänger-Festival 2009 am 13.06. in Überherrn

Hübsch außerhalb an den Gleisen lang liegt der Rockerbilly's Cage von Überherrn, eine alte Lagerhalle plus massig Gelände drumherum. Genau die richtige Umgebung für ein Underground-Festival. Zwei Bühnen, 15 Bands, faire Bier- und Getränkepreise, eine gemütliche Umgebung und strahlendes Wetter lockten zahlreiche Besucher zu dieser Location. Leider kamen wir etwas verspätet gegen 19:00 Uhr an, so dass ich Nocturnal Opera leider verpasst habe. Stattdessen gabs auf der einen Bühne Power Metal und auf der anderen... mhm... nix. Waren dann wohl doch nur 14 Bands ;-) Dann erstmal die Stände gecheckt, nettes Old-School-Zeux, nur leider wenig für mich dabei. Ein Black-Metal-Fans gegen Rechts-Shirt eingesackt und zurück ans Auto.


Als wir wieder ankamen, waren gerade Cold Rush am Zocken. Leider war das T-Shirt des Sängers (Misfits-Skull) auch bereits das einzig Gute an der Gruppe. Ein Rammstein-Cover und ansonsten "elektronische Beats und Gothic Metal Sounds" (Bandinfo). Oder zu deutsch: Mist. Naja, auf der anderen Bühne mühten sich gerade Remember Twilight ab. Ihr "Kammermusik-Core" konnte aber leider nur etwa 10 Leute begeistern. Zwei Violistinnen als Blickfang, interessante Melange aus Kammermusik und Metal, leider im Zeitalter von Mist-Bands wie Coppelius (remember?) nicht wirklich innovativ. Die Version von Mackie Messer war jedoch recht gefällig.



Auf der Hauptbühne spielte dann pünktlich um 21:30 Spielbann und zeigten vor den Anwesenden dann auch, warum sie eine der besten Livebands des Saarlands sind. Nicole, Ersatzsängerin, da Danny in Engelland weilte, gab jedenfalls alles und trieb das dicht gedrängte Publikum zum ersten Mal (?) zu Höchstleistungen an. Lauthals wurden neue und alte Hits wie Bruder Narr, Lied zu Hameln und Yasmin mitgegröhlt. Spyke war mal wieder am Faxen machen und Sänger Seb gab auch alles. Die neuen Lieder scheinen auch recht gut zu funktionieren.

Drinnen spielten gerade 7 Seals, langweiliger Power-Metal, den man wohl auf diesem Festival öfter zu hören hatte. Nach Spielbann gabs dann mit Tomorrow's Eve, na was wohl, auch auf der Hauptbühne langweiligen Power Metal, so dass ich es leider nicht mehr bis zu Banished Force, die eher nach meinem Geschmack sind, abwarten konnte.

Fazit: Gelungenes Festival, auf jeden Fall, jedoch ziemlich Power-Metal-lastig. Auf jeden Fall sehr unterstützenswert. Hoffen wir, dass es zu einer regelmäßigen Institution wird.

Link: Feuerfänger-Festival

Top-3-Shirts:
1. Misfits-Skull-Allover-Print
2. King Diamond: Fatal Portrait (leider Ärmel ab)
3. Harcorestyle Pornopussy oder so ähnlich

Sonntag, 14. Juni 2009

Red Haze / Shoot Me Down im Juz Neunkirchen 12. Juni 2009

So, also diesmal zwei Bands aus dem fernen Frankreich (genauer: aus St. Avold und aus Nancy) angereist. Am Ort des Geschehens angekommen und festgestellt, das mal wieder gar nix los ist. Naja, egal: Rein und Bier! Die erste Band Shoot me down war schon am zocken. Ganz netter Indierock mit Covern von den Libertines und den fantastischen Cold War Kids. Leider merkte man den Jungs ihr noch recht junges Alter an. Kommunikation mit dem Publikum gab es nicht und auch die Liveshow beschränkte sich auf das Nötigste.

Nach kurzer Pause betraten Red Haze die Bühne. Sehr gutes Bühnenoutfit, der eine Gitarrist sah aus wie eine Mischung aus John Lennon und den Ramones. Die Frisuren der anderen waren auch ziemlich cool. Lockenköpfe ohne Kamm. Geboten wurde Hardrock der gefälligen Sorte, aber auch hier gab es eindeutig Barrieren zum Publikum, wenige Ansagen, kaum Bewegung. Musikalisch etwas versierter als die Ersten. Fantastisch: Zwei Stooges-Cover (I Wanna Be Your Dog und No Fun). Gewöhnungsbedürftig: 10minütige Feedbackorgie, bei der alle Bandmitglieder (bis auf den Schlagzeuger natürlich) in die Hocke gingen. WTF? Ein, zwei Franzosen am Pogen, sonst wenig los. Am Ende spielten sie vor zwei Leuten. Schade, denn musikalisch waren sie echt gut.

Bei beiden Bands ist durchaus noch Entwicklungspotential vorhande. Schade, dass so wenig los war. Hoffen wir mal, das sie wiederkommen und dann mit ordentlicher Promo.

Links: Red Haze / Shoot Me Down

Donnerstag, 28. Mai 2009

Sonntag, 17. Mai 2009

Battle of Metal 2009 - Special Guest: Sodom - Losheim

Acht Bands traten beim diesjährigen Battle of Metal in der alten Eisenbahnhalle von Losheim gegeneinander an. Dem Gewinner winkte ein Auftritt beim diesjährigen Rock-Area-Festival. Ermittelt per ultrageheimer Stimmzettelwahl. Anscheinend ein Testlauf für die baldigen Kommunal- und Europawahlen. Als Special Guests traten Sodom auf.

Eigentlich recht pünktlich tauchten wir am Veranstaltungsort auf, nur um festzustellen, dass wir Thodtgehoelz (siehe hier) schon verpasst haben. Die Veranstalter haben wohl schon um 17:30 Uhr die ersten Bands auf die Bühne gescheucht (Einlass sollte um 18 Uhr sein). Doof und unfair. Naja, erstmal Bier trinken und Leute begrüssen. Das führte leider dazu, dass wir von den ganzen Bands gerade mal vier gesehen haben. Bei Godslave waren wir kurz in der Halle, aber der belanglose Death-Thrash ließ uns gleich wieder verschwinden. Naja, hatten wohl die meisten Freunde, denn schließlich haben sie an diesem Abend gewonnen. Ancient Gods waren auch sehr unspektakulär. Eigentlich wollten wir Indicator (für die ich gevotet habe) sehen, aber die sind dann auch 30 Minuten zu früh aufgetreten. Schade, nette Kerle,guter Thrash Metal.

Erinnern kann ich mich noch an die Metalcorler von Saddest Messiah (bescheuerter Name). Seeeehr langweilig. Weiß leider nicht, wenn sie aus der Halle haben wollten, aber schien wichtig zu sein. Endless Void mit Violine waren ganz ok. Beim Der Wolf im Manne-Lied von ihrer MySpace-Seite haben sie aber zu oft Halloween (sic!) gehört. Vom Besuch ebenjener Seite rate ich ab, die Soundqualität der MP3s ist gar fürchterlich. Mhm, ich müsste noch ein paar Bands gesehen haben, kann mich noch an ne Fronttrulla erinnern und irgendn Gothic-Metal-Haufen...

Naja, dann hieß es auf Sodom warten. Draußen raste gerade der Krankenwagen heran, keine Ahnung, was los war. Jedenfalls legten Tom und Gesellen dann mit Napalm in the Morning los und 90 Minuten lang regierte der gute, alte Thrash Metal. Ging gut ab und das Pogen war im Gegensatz zum Spermbirds-Gig (hier) nicht zu anstrengend. Stahlgitter hätten die Veranstalter aber besser gekauft, so standen zehn Männeken vor der Bühne und mussten selbst absperren. Bescheuert... Leid tats mir dann um den verunglückten Crowdsurfer bei Fuck the Police, den seine Freunde Räuberteitern-Style hinter sich warfen ... wo leider NIEMAND gestanden hat. Hätten sie auch vorher sehen können. Ich hoffe dem Flanellhemdenträger ist nichts passiert. Er landete nämlich direkt auf dem Kopf und sein Freund hat ihn rausgetragen.

Sodom boten ein buntes Best-of-Programm, in das sich nur wenige neuere Lieder verirrt haben. So muss das sein. Sehr schön auch, dass neben Standards wie Obsessed by Cruelty und Outbreak of Evil auch Witching Metal und Blasphemer ausgepackt wurden. Ansonsten nur Hits, zwei Coverversionen (Iron Fist und Aber bitte mit Sahne). Alles wurde frenetisch mitgegröhlt und abgefeiert. Beim Wachturm sang Angelripper zweimal die gleiche Strophe, was er auf sein Alter schob. Leider etwas wenige Scherze, sogar Bobby Schottkowski verkniff sich seine Sprüche. Schade irgendwie. Mit Ausgebombt (deutsche Version) endete dann der offizielle Teil und als Zugaben gabs noch Remember the Fallen, die Stumme Ursel und natürlich als Abschluss Bombenhagel. Anschließend wurden die Gewinner verkündet, aber da waren wir schon auf dem Heimweg.

Bildergalerien von sol.de: 1, 2, 3 (mit einem sehr schönen Button).

Lieblings-T-Shirts:
1. Darkness
2. Krümelmonster
3. Mehrere Chris-Dudek-Memorial-T-Shirts

(Blasphemy und No War mit Panzer drauf außer Konkurrenz)

Einkäufe: Hellowed Debütalbum (geniales Cover), Sabbat - The Harmageddon Vinylucifer Singles (dito) und Pentacle - Under the Black Cross

Sonntag, 3. Mai 2009

Hexentanz Festival 2009 - Sa, 2. Mai 2009

Mal wieder viel zu spät, aber zum Glück nur Schock (sagt mir nix) und Seelenzorn (ihr erinnert euch?) verpasst. Erst mal nach dem Stand der letzten zwei Tage gefragt, anscheinend haben Spielbann gut abgerockt. Equilibrium wurden wohl eher belächelt, der Rest wohl ganz ok. Übers Walpurgisschlacht-Ding konnte ich nix in Erfahrung bringen, ne Bilder-Show gibts hier. Am ersten Tag hatte ich leider keine Zeit

Los gings dann für mich mit Coppelius, auf die ich sehr gespannt war. Nach einer 20-30minütigen Anstehphase (wohl zu wenig Security?), betrat ich dann das Gelände und lauschte den Klängen. Tja, mal wieder bestätigt: Mein Musikgeschmack und der, der breiten Masse bzw. der Musikfachzeitschriften beißen sich etwas. Was als Melange aus 30er Jahre Musik und 19. Jhdt.-Optik mit Mittelaltereinflüssen geschildert wurde, entpuppte sich als plumper, unausgegorener Stilmix. Ekelhaft vor allem die Vergewaltigung von Maidens Charlotte the Harlot. Furchtbarer Müll, der den Massen aber wohl recht gut behagte.


Bei Faun gings dann erst mal shoppen. Ne Sabbat-Live-CD war mein Fund. Ende des Faun-Gigs dann aus der Ferne miterlebt. Kann nicht viel mit ihnen anfangen. Wenigstens kein Mittelalter-Gitarrenrock, sondern "authentische" mittelalterliche Balladen, was immer das heißen mag.

Eisbrecher kamen dann aus der 3. Liga der Neuen Deutschen Härte wenn man Rammstein und Oomph! als 1. und ihre Epigonen wie Richthofen und die Ursprungsband von Eisbrecher, Megaherz, als 2. sieht). Dicke Backen-Musik mit Texten, die man nur als "bescheuert" umschreiben kann. Ausnahmen: das gute Zugabenstück This is deutsch!, das mit allen Nazi-Klischees und deutschen Stereotypen spielt und Referenzen an Kraftwerk und Trio enthält, sowie die Clawfinger-Passage im anschließenden Miststück. Hach, das waren noch Zeiten. Schade, dass ich die CD als böser Schwarzmetaller verkauft habe. Aber eigentlich war auch nur Nigger gut, dessen schnellgesprochener Mittelteil Alexx recht gut performte. Nette Geste auch, den Schnaps und Wasserflaschen ans Publikum zu verteilen. Er bekam sogar die Flasche zurück.

So, zum Glück kamen noch ASP, sonst wäre das Festival für mich eine wahre Tortur geblieben. Jedes Mal, wirklich JEDES Mal, wenn man auf den Markt wechselte, wurde man durchsucht. Aber auch das reichte nicht. Jedes Mal, wenn man den Flohmarkt verließ, musste man auch durchsucht werden. Verstehe ich nicht, ich hätte mir dort ein Schwert kaufen können, aber Deospray ist verboten? Ach so, von etwa 10 Durchsuchungen wurde mein Deoroller drei Mal gefunden. Nette Stichprobe. Auf Nachfrage durfte ich den dann behalten, war ja kein Spray...


Zurück zu ASP, kamen gerade von ihrer Unplugged-Tour zurück und so musste sich Alexander „Asp“ Frank Spreng doppelt anstrengen. Tatsächlich hatte man anfangs den Eindruck, es würde ihm nicht gelingen. Nach ein paar Songs war er aber wieder eingesungen und zeigte wie immer eine fantastische Spielfreude. Um es mit Frauenarzts Worten zu sagen "Er hampelte auf der Bühne wie ein Hampelmann". Geboten wurde ein Querschnitt aus 10 Jahren Musikgeschichte. Alle Hits wie How far would you go?, Sing Child und Ich bin ein wahrer Satan. Auch gut, dass Lieder aus dem Krabat-Zyklus aufgenommen wurden. Bin mittlerweile ein großer Krabat-Fan. Denn ich bin der Meister und natürlich Krabat kamen extrem gut an. Das neue Lied Biotopia fand ich dagegen ziemlich schlecht. In der Mitte des Auftritts zeigte Spreng bei Und wir tanzten auch, dass er gut kreischen kann. Für insgesamt vier Zugaben kam die Band zurück auf die Bühne, den Abschluss bildeten Ich will brennen und Abschied, das sich als Schlusslied natürlich besonders gut eignete.

Mir persönlich fehlten Aus der Tiefe, Der geheimnisvolle Fremde (Ja, ja, drei Mal Hurra!) und Hässlich. Aber sonst super gutes Konzert, das alleine schon den Eintritt wert gewesen wäre (und für mich wohl auch war).

Link: Hexentanz-Festival

PS: Hier mein Votum für die besten T-Shirts:

1. Eisenpimmel
2. Protector
3. Patrick von Spongebob als roter Stern

Mein Beherit-T-Shirt war natürlich außer Konkurrenz.

Montag, 20. April 2009

Splatterday Night Fever - 18.April 2009 im Cine Star Saarbrücken

So lud der beste Freund aller saarländischen Splatterfans also zum allhalbjährlichen Splatterday Night Fever ein. Leider diesmal im flughafenähnlichen Saarbrücker CineStar und nicht mehr im gemütlichen UT. Das konnte ja heiter werden: Bier- und Knabberpreise für angehende Millionäre.

Los gings mit dem saarländischen Beitrag El Guitarrista, eine Hommage an die unsterblichen Filmklassiker der El Mariachi-Reihe. Hats funktioniert? Oh ja, und wie. Bester Beitrag des Festivals. Es folgten die beiden brandneuen Teile der Recht und Ordnung-Serie. Zwei Krimiparodien, die vor allem wegen dem authentischen saarländischen Dialekt überzeugen konnten. Sehr gute Arbeit der saarländischen Filmcrew aus dem Raum Lebach/Schmelz.

Link: Goreholio Filmworks

Weiter gings mit den sichtlich gut gelaunten Freax. Das Independent-Filmduo wusste durch gut platzierte Gags zu überzeugen und zeigte einige Kurzfilme aus ihrem unerschöpflichen Fundus des Haudrauf- und Genitalhumors, allem voran die ersten drei Teile der "Zwei Fragezeichen". Got-stuck-in-the-age-of-14-Productions ist auf jeden Fall der richtige Name für diesen unterhaltsamen Trash der besonderen Art. Beim dritten Teil machte zudem Thilo Gosejohann, der seit Operation Dance Sensation mein persönlicher Trashheld ist, mit.

Link: Freax

Danach war erstmal 30 Minuten Pause angesetzt. Pullern und mit Nachschub in flüssiger (Bier bzw. Cola) und fester (überteuertes Popcorn vom Nebenmann) Form eindecken. Der langerwartete (hüstel) Nachfolger von Ittenbachs Familienradgeber (der erste Teil ist aus unerfindlichen Gründen beschlagnahmt) folgte nach der Pause. Was sollte man sagen? Nun, Ittenbach ist es gelungen, den recht derben ersten Teil vom Niveau noch zu unterbieten. Ich dachte nie, dass ich das mal über einen Film sagen würde, aber das war sogar mir zu dümmlich (Simpsons-Zitat). Eine Aneinanderreihung von Ekelszenen, die keinem Sinn, noch einer Story folgten. Highlight waren nur die "Radgeber" Ossama Bin Laden und Obama in einer Nebenrolle und die dezent platzierte Splattereinlage. Der Rest war (zum Aussuchen): a) unlustig oder b) Humor, über den pubertierende 14jährige lachen können (die allerdings den Film nicht sehen werden). Hoffen wir, das sein nächster Streifen wieder an alte Glanzzeiten herankommt.

Link: Olaf Ittenbach in der IMDB - Olaf Ittenbach in der deutschsprachigen Wikipedia

Nach einer schier endlosen Pause wegen Autogrammstunde und Fernsehinterview vom Ittenbach, ging es dann weiter mit den Freax. Das "Schwedenkotz"-Video hätte nicht unbedingt sein müssen. Ich bin ja einiges gewohnt, aber das war dermaßen eklig, dass ich nicht mehr auf die Leinwand gucken konnte. Also etwas, was mir sonst nur bei Schrott a la "Twilight" passiert. Der vierte Teil der "Zwei Fragezeichen" war leider etwas schlechter als die vorangegangenen. Das lag IMHO an der ewig langen Schlacht mit dem Pappmaché-Monster. Immerhin wieder mit Thilo Gosejohann. Es kann aber auch an den vorangegangenen Kotzvideos gelegen haben. Nachdem dann allerdings noch ein Making-of gezeigt wurde und das trotz Zeitverzug, verließen wir den Ort des Geschehens. Island of the Damned, der einzige richtige Splatterbeitrag muss dann wohl auf DVD einverleibt werden.

Fazit: Irgendwie war das Splatterday Night Fever diesmal gar nicht nach meinem Geschmack Man hätte es wohl auch besser das PukeShitandBelchDay Night Fever nennen sollen. Schade... Sonst immer so treffsicher. Immerhin: die saarländischen Beiträge und die Freax haben es dennoch über das Mittelmaß herausgehoben. Ich hoffe aufs nächste...

Link: Splatterday Night Fever

Sonntag, 12. April 2009

Nachruf

"Das letzte Hemd
hat keine Taschen
und so sollte es auch sein." (Das Letzte Hemd, Daily Terror)

Gestern, am 11. April 2009, verstarb Pedder Teumer von Daily Terror nach langer Krankheit. Pedder war ein Punkrockurgestein und hatte eine der prägendsten Stimmen der deutschen Punkrockgeschichte. Habe heute extra mehrmals die Apokalypse gehört, mit dem fantastischen Cover Wenn ich mit dir Pogo tanze.

Auch wenn Daily Terror in letzter Zeit eher durch Schlammschlachten wegen des Bandnamens auffielen, so waren sie doch eine der bekanntesten und langlebigsten Legenden der Punkgeschichte.

Es bleibt mir nur noch allen Verwandten und Freunden mein herzliches Beileid auszusprechen. Ruhe in Frieden.





Links: MySpace

Samstag, 4. April 2009

Spermbirds am 3.04.2009 - Kleiner Klub

Alte Männer rocken besser war wohl das Thema des Abends. Eröffnet haben Kick Joneses, hab die früher schon mal gesehen, aber konnte mich nicht mehr dran erinnern. Nach den ersten drei Liedern, weiß ich warum. Sie sind einfach langweilig. Schade, denn die LP hätte nur 5 Euronen gekostet. Naja, kann man machen nix. Mit I'm a Product von den heiligen Saints beweisen sie dann wenigstens Geschmack. Angeblich Legenden, Nachfolger von Walter Elf. Schlimm, ganz schlimm, waren die deutschen Lieder, Froschmann und so. Warum sie jetzt mit ihrer fast 18jährigen Bandgeschichte plötzlich auf Boxhamsters machen, kann ich nicht nachvollziehen. Gut waren sie zumindest, wenn sie etwas schneller spielten. Also irgendwie nicht so ganz meine Baustelle. Das Publikum mochte die Band aber, nach einigen Liedern gabs dann auch schönen Pogo. Beim Zugabenset war ich draußen, aber ich glaube es handelte sich um ein Ramones-Cover und Lights Out von den Angry Samoans. Musikgeschmack haben sie also.


Spermbirds waren dann natürlich, wie auch nicht anders zu erwarten, großartig. Lee Hollis ist zurück (ok, schon ein bisserl länger) und trat gehörig Arsch. Los gings mit Something to Prove, das hatten sie aber eigentlich nicht mehr. Vergessen die schreckliche Phase ohne Lee Hollis mit Shit for Sale (haargenau das war das Album: Scheiße zum Kaufen). Weiter gings mit Americans Are Cool und so war ich dann die ersten drei Lieder am Pogen. Was die alten Knochen halt so mitmachen. War dann auch ganz schön fertig, da es im Kleinen Klub geschätzte 50° waren. My God Rides a Skateboard gabs auch ziemlich früh und natürlich No Punks in K-Town (laut Lee Hollis waren alle drei in Saarbrücken ;-) . Überhaupt, gute Ansagen. "Ja, Kick Joneses haben eben von ihrer Hass-Liebe zu Lautern gesprochen, bei mir ist es nur Hass", tönte der sympathisch-wütende Frontmann, Barkeeper und Buchautor. Großartig. Das ungewöhnliche Texas Cowboy wurde auch noch angespielt. Mein Lieblingslied Only a Phase und das Agent-Orange-Cover Bloodstains folgten. Nach 45 Minuten war dann erstmal Schluss. Die Band kam nochmal für zwei Songs (einer davon war Knifethrower) und dann dachte man es wäre Schluss, da die Musik schon lief. Es folgten aber zwei weitere Songs, die ich aber nicht mehr mitbekam, da ich schon draußen war. Großartiger Gig.

Dienstag, 31. März 2009

Danke...

Ich wollte einfach mal "Danke" an zwei Bands sagen, die ich eigentlich kaum mag, die ich aber beide je einmal live gesehen habe, und die trotzdem meinen Musikgeschmack auf unterschiedliche Weise mitgeprägt haben.

Als erstes Die Toten Hosen: Nie mit ihnen warm geworden, bis auf "Hier kommt Alex" viel zu viel Müll. Dennoch mit "Learning English Lesson 1" das Album, das meine Liebe zum englischen und amerikanischen Punkrock auslöste: Ramones und The Boys waren hier mein Fang. Dann natürlich Funny Van Dannen, den ich zwar eigentlich über die Udo Lindenberg-Version von "Nana Mouskori" entdeckte, aber dessen heiter-ironisches "Bayern" passte so auch gar nicht zu den Hosen, so dass es auch mein Interesse weckte.



Auch "Die Ärzte" sind so ein Fall. Obwohl ich sie musikalisch eigentlich super finde, habe ich nie die Zeit und die Lust gehabt, ihren Back-Katalog zu erforschen. Das Konzert dagegen war im Gegensatz zu dem stinklangweiligen Hosen-Konzert super. Jedenfalls prägte mich hier vor allem Farin Urlaubs super Solo-Lied "Sumisu". Seitdem bin ich hinter allem her, was etwas mit Morrissey und den Smiths zu tun hat.



Ein weiterer Pluspunkt sind die fantastischen Interviews mit Bela, in denen er von seiner "Schäbi-Metal-Sammlung" (siehe auch hier) erzählte. Vorher dachte ich immer, die "Arschbomben" im Rock Hard wären schlecht, aber ohne sie hätte ich niemals meine geliebten Beherit aus Finnland oder die von mir hochgeschätzten Blasphemy aus Kanada entdeckt.

Bei den Ärzten kommt hinzu, dass es hier auch umgekehrt funktioniert. Wie cool sie eigentlich sind, weiß man nur, wenn man die letzte Strophe des Jesus Skins-Lied "Für immer Christ" gehört hat.



Also dann, danke ihr Millionäre...