Freitag, 9. Januar 2009

1. Landauer Poetry Slam - Der Dichterwettstreit, 08.01.2009

Mit Hekate und The Boys im Ohr (kühne Mischung, ich weiß) ging es eher gemusst als gewollt nach Landau in die Bürgerstraße, wo Frau Dr. Anja Ohmer zum ersten universitären Poetry Slam an der Universität Koblenz-Landau einlud. Einen Stuhl musste man sich aus der Cafetaria selbst mitbringen, da die Kapazitäten des Festsaals erschöpft waren. In einem vollgestopften Saal fand dann im Rahmen eines Seminars ein Dichterwettstreit der Studierenden statt. Insgesamt 16 Gruppen stritten um die Gunst des Publikums und der vier Juroren, bestehend aus Prof. Dr. Merten und Frau Biederbeck von der Universität Landau und den beiden Gästen Martin Rieger (Fotokünstler und Besitzer der Engel-Apotheke in Landau) und Robert Montoto vom Nationaltheater Mannheim. Durch den Abend führten Dr. Ohmer und Michael Ignatowicz.

Die Vortragsarten waren recht unterschiedlich, so wechselten sich kurze Theaterstücke, Gedichte und an Bütenreden erinnernde Vorträge ab. Auch die Vortragsart wechselte von sehr leise bis ziemlich laut. Das enorme Engagement der Studierenden verhalf dem Abend zu einem gelungenen Ende. Sehr gut fand ich, dass zwei Gruppen ihre Redezeit dazu nutzten, auf die Situation der Bachelor-Studierenden aufmerksam zu machen. Mir persönlich gefielen vor allem die kurzen Gedichte, darunter eine Ode an eine Katze, die an Kurt Schwitters erinnerte und "Der Wanderer". Auch der Samurai "Hiro Nakamura" war sehr erheiternd, leider hatte dabei die Technik einige Aussetzer. Lob auch deshalb, weil der gute, alte Buk erwähnt wurde und es einer der wenigen Beiträge war, bei dem auch mal Kraftausdrücke benutzt wurden. Von den Theaterstücken waren das medienkritische "Couch Potatoes" und die Performance der "Chaoskinder", die letztlich auch den Publikumspreis gewann, meine Favoriten. Der Preis der Jury ging an Jan Köhler, der das alte Thema der Trennung aufgriff und sehr souverän agierte.

Einziges Manko waren die fehlenden Pausen und die Temperatur im Raum, die stetig anstieg. Alles in allem also ein sehr amüsanter und gelungener Abend, der den langen Anfahrtsweg ausglich. Neben Denkanstößen lieferte der Abend auch zwei Erkenntnisse: 1) Löcher in Manteltaschen sollte man möglichst direkt nähen und 2) moderne Autoschlüssel können überfahren werden, ohne dass ihre Funktion dadurch beeinträchtigt wird (gilt zumindest im Winter).

Link: Ankündigung

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hallo Gripweed,

als einer der Teilnehmer des Slams freue ich mich über deine positive Darstellung und Beurteilung der Veranstaltung, wozu ich allerdings gerne noch eine Frage stellen würde. Könnte ich Dich hierzu beispielsweise per Mail erreichen?

Gripweed hat gesagt…

E-Mail ist im Profil angegeben, habe ich vor kurzem aktualisiert.

Gruß, Gripweed