Sonntag, 3. Mai 2009

Hexentanz Festival 2009 - Sa, 2. Mai 2009

Mal wieder viel zu spät, aber zum Glück nur Schock (sagt mir nix) und Seelenzorn (ihr erinnert euch?) verpasst. Erst mal nach dem Stand der letzten zwei Tage gefragt, anscheinend haben Spielbann gut abgerockt. Equilibrium wurden wohl eher belächelt, der Rest wohl ganz ok. Übers Walpurgisschlacht-Ding konnte ich nix in Erfahrung bringen, ne Bilder-Show gibts hier. Am ersten Tag hatte ich leider keine Zeit

Los gings dann für mich mit Coppelius, auf die ich sehr gespannt war. Nach einer 20-30minütigen Anstehphase (wohl zu wenig Security?), betrat ich dann das Gelände und lauschte den Klängen. Tja, mal wieder bestätigt: Mein Musikgeschmack und der, der breiten Masse bzw. der Musikfachzeitschriften beißen sich etwas. Was als Melange aus 30er Jahre Musik und 19. Jhdt.-Optik mit Mittelaltereinflüssen geschildert wurde, entpuppte sich als plumper, unausgegorener Stilmix. Ekelhaft vor allem die Vergewaltigung von Maidens Charlotte the Harlot. Furchtbarer Müll, der den Massen aber wohl recht gut behagte.


Bei Faun gings dann erst mal shoppen. Ne Sabbat-Live-CD war mein Fund. Ende des Faun-Gigs dann aus der Ferne miterlebt. Kann nicht viel mit ihnen anfangen. Wenigstens kein Mittelalter-Gitarrenrock, sondern "authentische" mittelalterliche Balladen, was immer das heißen mag.

Eisbrecher kamen dann aus der 3. Liga der Neuen Deutschen Härte wenn man Rammstein und Oomph! als 1. und ihre Epigonen wie Richthofen und die Ursprungsband von Eisbrecher, Megaherz, als 2. sieht). Dicke Backen-Musik mit Texten, die man nur als "bescheuert" umschreiben kann. Ausnahmen: das gute Zugabenstück This is deutsch!, das mit allen Nazi-Klischees und deutschen Stereotypen spielt und Referenzen an Kraftwerk und Trio enthält, sowie die Clawfinger-Passage im anschließenden Miststück. Hach, das waren noch Zeiten. Schade, dass ich die CD als böser Schwarzmetaller verkauft habe. Aber eigentlich war auch nur Nigger gut, dessen schnellgesprochener Mittelteil Alexx recht gut performte. Nette Geste auch, den Schnaps und Wasserflaschen ans Publikum zu verteilen. Er bekam sogar die Flasche zurück.

So, zum Glück kamen noch ASP, sonst wäre das Festival für mich eine wahre Tortur geblieben. Jedes Mal, wirklich JEDES Mal, wenn man auf den Markt wechselte, wurde man durchsucht. Aber auch das reichte nicht. Jedes Mal, wenn man den Flohmarkt verließ, musste man auch durchsucht werden. Verstehe ich nicht, ich hätte mir dort ein Schwert kaufen können, aber Deospray ist verboten? Ach so, von etwa 10 Durchsuchungen wurde mein Deoroller drei Mal gefunden. Nette Stichprobe. Auf Nachfrage durfte ich den dann behalten, war ja kein Spray...


Zurück zu ASP, kamen gerade von ihrer Unplugged-Tour zurück und so musste sich Alexander „Asp“ Frank Spreng doppelt anstrengen. Tatsächlich hatte man anfangs den Eindruck, es würde ihm nicht gelingen. Nach ein paar Songs war er aber wieder eingesungen und zeigte wie immer eine fantastische Spielfreude. Um es mit Frauenarzts Worten zu sagen "Er hampelte auf der Bühne wie ein Hampelmann". Geboten wurde ein Querschnitt aus 10 Jahren Musikgeschichte. Alle Hits wie How far would you go?, Sing Child und Ich bin ein wahrer Satan. Auch gut, dass Lieder aus dem Krabat-Zyklus aufgenommen wurden. Bin mittlerweile ein großer Krabat-Fan. Denn ich bin der Meister und natürlich Krabat kamen extrem gut an. Das neue Lied Biotopia fand ich dagegen ziemlich schlecht. In der Mitte des Auftritts zeigte Spreng bei Und wir tanzten auch, dass er gut kreischen kann. Für insgesamt vier Zugaben kam die Band zurück auf die Bühne, den Abschluss bildeten Ich will brennen und Abschied, das sich als Schlusslied natürlich besonders gut eignete.

Mir persönlich fehlten Aus der Tiefe, Der geheimnisvolle Fremde (Ja, ja, drei Mal Hurra!) und Hässlich. Aber sonst super gutes Konzert, das alleine schon den Eintritt wert gewesen wäre (und für mich wohl auch war).

Link: Hexentanz-Festival

PS: Hier mein Votum für die besten T-Shirts:

1. Eisenpimmel
2. Protector
3. Patrick von Spongebob als roter Stern

Mein Beherit-T-Shirt war natürlich außer Konkurrenz.

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