Donnerstag, 2. Juli 2009

Suicidal Tendencies in der Garage Saarbrücken am 30. Juni 2009

Pünktlich zu Waterdown habe ich die nunmehr (durch Vorhang) kleineren heiligen Halle der Garage betreten. Waterdown hatte mich ja schon im Herbst des letzten Jahres positiv überrascht (siehe hier). Für sie hatte der Auftritt wohl auch etwas von Heldenverehrung, denn sie betonten ständig, wie stolz sie seien, hier spielen zu dürfen. Leider Anfangs mit derben Soundproblemen, die sich jedoch im Laufe des Auftritts merklich besserten. Ein paar Songs von der großartigen EP inklusive einer gelungenen Snapcase-Coverversion (Caboose) später beendeten sie ihren Auftritt und bekamen mehr als nur Achtungsapplaus.

Die Halle füllte sich nun sichtlich und Hip-Hop-Beats dröhnten aus den Boxen. Die Umbauphase dauerte leider etwas länger, dann betraten Suicidal Tendencies nach der Ankündigung durch einen Kollegen die Bühne und legten mit You Can't Bring Me Down los. Krass, wie agil Mike Muir über die Bühne hopste. Wie ein junger Derwisch und nicht wie ein Mann zwischen 40 und 50 animierte Mike die Menge zum Mitsingen, Hoppeln und Pogo. Leider verstand man von seinen Ansagen kein einziges Wort, seltsamer Slang. Der Hammer war der etwas korpulentere Schlagzeuger. Ich habe noch nie so einen dicken Schwarzen gesehen. Wer Mable (bzw. Viscera) noch kennt, der weiß ungefähr wie er aussieht. Aber sein Handwerk beherrschte er ohne Frage. Beim Schlagzeugsolo ließ er die Stöcke zwischen seinen Fingern rotieren und zeigte sich doch tatsächlich sehr agil. Also etwas, was man von einem Menschen, der es mit Poison Idea alleine aufnehmen könnte, nicht gerade erwartete. Suicidal Tendencies ließen dann ihren eigenen Kult hochleben, immer wieder "ST, ST, ST"-Rufe und selbstreferentielle Lieder, wie We Are Family und Cyco Vision. Auch ein neues Lied namens Come Alive wurde aufgeführt. Am besten gefielen mir die alten Klassiker wie Possessed to Skate, War Inside My Head und Feel Like Shit. Das Publikum war sehr enthusiastisch, sogar ein paar Bandana-Träger aus den Mittachtzigern waren anwesend. Muss wohl grade Fasching sein ...

Nach How Will I Laugh Tomorrow war dann erstmal Schluss. Der Schlagzeuger animierte das Publikum dann für die Zugabe und los gings mit I Shot Reagan, Hammertrack! Anschließend luden die Suicidals zur letzten Selbstbeweihräucherung ein: Pledge Your Allegiance. Das Publikum strömte in Scharen auf die Bühne und feierte eine hübsche Party. Doch aller Spaß geht mal zu Ende...

Kritikpunkte: I Saw Your Mommy wurde einfach hingerotzt, kein Facist Pig, kein Institutionalized.

Link: Fotogalerie auf Sol.de

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