Montag, 24. August 2009

Jello Biafra & The Guantanamo School of Medicine / Pascow am 23. August 2009


Meine erste Ü30-Party. Im Vorfeld hatte ich das Konzert als so wichtig beschrieben, wie für einen Christen ein Open-Air am Petersplatz. Und eine kompetente Vorband hatte man mit Pascow auch gefunden. Von daher war ich doch schockiert, dass gegen 20 Uhr kaum einer da war. Pascow hatten jedenfalls gerade angefangen und lieferten ein schönes Set ab. Am Besten gefiel mir die Knochenfabrik-Coverversion Fuck off sowie das sehr ähnliche Ich, Jello Biafra und das verdammte WOM (wäre auch peinlich, wenn sies nicht gespielt hätten. Trotz des geringen Zulaufs jedenfalls ein super Auftritt der vier Jungs aus Gimbweiler.

Gegen kurz nach 21 Uhr betrat Jello Biafra im Morgenmantel mit Ralph Spight von Victims Family die Bühne. Billy Gould, großspurig auf der Website der Garage angekündigt war allerdings nirgends zu sehen. Statt dessen zwei unbekannte (14jährige?) Musiker. Mittlerweile hatte sich auch die Halle merklich gefüllt. Mit Terror in Tiny Town legten die Musiker dann los und Jello war in seinem Element. Er posierte, zog Grimassen und sprang wild (und vor allem ungelenk) herum. Vor vielen Songs, die auf dem neuen, noch nicht erschienen Album, stammten, machte er ellenlange politische Ansagen, die beim Publikum auf Wohlwollen stießen. Insbesondere die Erwähnung von Gerhard Schröder und seinen Verstrickungen beim russischen Ölkonzern Gazprom vor New Feudalism zeigen, dass Biafra nicht nur nationalpolitisch, sondern auch global denkt. California über Alles wurde in der Schwarzenegger-Version gespielt und im regulären Set hatte auch noch Let's Lynch the Landlord Platz. Three Strikes...You're Out war ein interessantes Statement zu einem der dämmlichsten Gesetze, die es in Amerika (für Downloader auch in anderen Ländern) gibt. Jello war jedenfalls kaum aufzuhalten, allerdings sah er nach einem Maleur mit der Wasserflasche die Hälfte vom Set so aus, als habe er in die Hose gepinkelt. Zum Glück trocknet ja Wasser...

Nach Pets Eat Their Masters war dann erstmal Schluss, aber Jello kam noch für die beiden DK-Klassiker Holiday in Cambodia und Police Truck zurück auf die Bühne, die erwartungsgemäß die meisten Reaktionen verbuchten. Nach dem kurzen Set verließ die Gruppe wieder die Bühne und betrat zum fanalen I Won't Give In (ein wirklich fantastischer neuer Song) die Bühne. Alles in allem ein rundum gelungenes Konzert.

Link: Jello Biafra and the Guantanamo School of Medicine auf MySpace - Pascow

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