Dienstag, 1. September 2009

Wohnzimmerkonzert in Edesheim - 29. August 2009




Wenn gute Freunde rufen, kommt man. Und so machte ich mich dann mit einem tränenden Auge auf den beschwerlichen Weg nach Landau, wohlwissend, dass nur 20 Minuten entfernt die legendären Reagan Youth spielten. Man kann nicht alles haben.

Pünktlich zu Beginn der Veranstaltung angekommen und erstmal ein Bier gezischt. Seltsam nur, dass keine Band spielte. Tja, Zeitplanung bei Wohnzimmerkonzis... Das Ambiente war mir ja schon bekannt und so ging es zwecks Smalltalk und ernsthaftem Gespräch direkt in die Küche. Kaffee und Bier, das lob ich mir. Schade, das meine Chauffeurin Urlaub hatte und dem Alkohol frönte, während ich ihren Posten übernehmen musste ;-)

Punkt 8 gings dann los mit Pulse of Decay, die mit ihrem Doom Thrash Metal die Massen (also so 30 Mann/Frau waren es schon) begeisterten. Ich weiß ja nicht, wie sie auf ihre Stilbeschreibung kommen, für mich wars Death-/Black-Metal mit Thrash-Einflüssen, so a la Dissection. Das "Doom" vermisste man irgendwie. Ziemlich gut die Jungs, bis auf den Typen vom Schwermetall-Film feierte aber niemand so richtig. Der geneigte Autor allerdings auch nicht. Zu gemütlich die Couch. N paar nette Ansagen, die Texte hat man teilweise von H.P. Lovecraft (*gähn*), und mehrere Lieder später war Schluss und es hieß auf die nächste Band zu warten. Fairerweise muss man allerdings sagen, dass sich die Lieder auf der MySpace-Seite etwas anders anhören und da die Stilbeschreibung "Doom" durchaus zutreffend ist. Auch variiert der Sänger dort mehr seinen Vocal-Stil. Übrigens gibts dort auch ein kostenloses Demo. Link weiter unten.

Nach kurzer "Umbaupause" betraten Zombieslut die Bühne (also das Wohnzimmer). Das Nummerngirl hatte ihren Einsatz verpennt und musste notgedrungen während des ersten Liedes ran. Mit der typischen "When there's no more room in Hell..."-Ansage ballerten sich Zombieslut durch ihren eingängigen Deathgrind, dass es eine Freude war. Auch direkt Headbanging von Anfang an und immer auf die Zwölf. Superwitzige Ansagen, auch mit saarländischer Gastbegrüßung ("Bei der Macht von..."). Gegen Ende gabs dann etwas Pogo, wobei seltsamerweise keine Einrichtungsgegenstände zu Bruch gingen. Zum Abschluss dann "Outbreak of Evil" in einer recht coolen Version.

Beide Bands gaben trotz wohnzimmergroßem Publikum ihr Bestes. Ich hoffe, den beiden Sinsheimer/Heidelberger Bands gelingt irgendwann sowas wie der Durchbruch. Verdient hätten sie es. Punkt 10 war dann auch Schluss, man wollte wohl noch ein paar Monate länger in der Nachbarschaft bleiben. Wie dann das allgemeine Besäufnis ausgesehen haben mag, entzieht sich leider meiner Kenntnis, denn es galt noch eine Heimfahrt anzutreten. Nur schade um "We're the sons of Reagan! Heil!" Vielleicht kann ja der Kalif mal seine Bettgeschichten auspacken und seinen Blog mal reanimieren.

Links: Pulse of Decay (Demo [*rar]-Direktlink) - Zombieslut

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