Dienstag, 31. März 2009

Danke...

Ich wollte einfach mal "Danke" an zwei Bands sagen, die ich eigentlich kaum mag, die ich aber beide je einmal live gesehen habe, und die trotzdem meinen Musikgeschmack auf unterschiedliche Weise mitgeprägt haben.

Als erstes Die Toten Hosen: Nie mit ihnen warm geworden, bis auf "Hier kommt Alex" viel zu viel Müll. Dennoch mit "Learning English Lesson 1" das Album, das meine Liebe zum englischen und amerikanischen Punkrock auslöste: Ramones und The Boys waren hier mein Fang. Dann natürlich Funny Van Dannen, den ich zwar eigentlich über die Udo Lindenberg-Version von "Nana Mouskori" entdeckte, aber dessen heiter-ironisches "Bayern" passte so auch gar nicht zu den Hosen, so dass es auch mein Interesse weckte.



Auch "Die Ärzte" sind so ein Fall. Obwohl ich sie musikalisch eigentlich super finde, habe ich nie die Zeit und die Lust gehabt, ihren Back-Katalog zu erforschen. Das Konzert dagegen war im Gegensatz zu dem stinklangweiligen Hosen-Konzert super. Jedenfalls prägte mich hier vor allem Farin Urlaubs super Solo-Lied "Sumisu". Seitdem bin ich hinter allem her, was etwas mit Morrissey und den Smiths zu tun hat.



Ein weiterer Pluspunkt sind die fantastischen Interviews mit Bela, in denen er von seiner "Schäbi-Metal-Sammlung" (siehe auch hier) erzählte. Vorher dachte ich immer, die "Arschbomben" im Rock Hard wären schlecht, aber ohne sie hätte ich niemals meine geliebten Beherit aus Finnland oder die von mir hochgeschätzten Blasphemy aus Kanada entdeckt.

Bei den Ärzten kommt hinzu, dass es hier auch umgekehrt funktioniert. Wie cool sie eigentlich sind, weiß man nur, wenn man die letzte Strophe des Jesus Skins-Lied "Für immer Christ" gehört hat.



Also dann, danke ihr Millionäre...

Dienstag, 24. März 2009

Hans Söllner am 24.03.2009 in der Garage Saarbrücken

Gerade heimgekommen und noch flux was in die Tastatur gehauen. Mein drittes Liedermacherkonzert nach Götz Widmann und Konstantin Wecker. Schön bestuhlt, aber nicht so voll besucht, wie ich gedacht hätte. Sehr viele ältere Mitbürger, bei einigen schienen die 1960er nie aufgehört zu haben. Sehr entspannte Atmosphäre, wenn auch ein paar Proleten (und mit Sicherheit ein paar Zivilbeamte) darunter waren.

Punkt 8 ging es mit einer längeren und sehr witzigen Ansage zum Thema "Ziviles Ungehorsam" los. Kurz zusammengefasst: so tun als ob man bekifft wäre, es aber nicht sein, um die Staatsgewalt zu beschäftigen. Interessante Methode, die aber vermutlich den Praxistest nicht bestehen wird. "All dies geschieht nur, weil wir es zulassen" war dann wohl auch das Motto des Abends. Söllner zeigte wieder einmal, dass er einer der streitfreudigsten und, trotz der Behauptung "unpolitisch" zu sein, politischsten Liedermacher hierzulande ist. Da wird dann schon mal von "dem Merkel" gesprochen und Joschka Fischer als der "größte Verräter der Nachkriegszeit" gesprochen, als hätte er gerade kein Verfahren gegen Beckstein (zumindest formell) verloren ([1]).

Zwei Begleitmusiker am Bass und am Schlagzeug unterstützten den bayrischen Mundart-Liedermacher, der sichtlich gut gelaunt war. Zum Set gehörten natürlich Standards wie Hey Staat, Mei voda hot an marihuanabam, Edeltraud und (für) meine Buam. Auch Ernstes wie Monchmoi wenn i aufwoch und Frühling (Joschka Fischer gewidmet. Ein paar Kinderlieder sind auch im Programm, wobei das zynische Zeugnis wohl eher nicht als solches geeignet ist.

Ansonsten schießt er gewohnt scharf gegen Politiker und die Ungerechtigkeit im Lande. Überraschend wenig zum Marihuana-Konsum und gegen die Polizei, dafür zum Glück auch wenig Reggae. Nur beim Zugabenset wirds etwas mehr Rastafari, A Drecksau bleibt a Drecksau, Loben & Preisen und Lass flieg`n deine Dreads endete nach zweieinhalb Stunden ein gutes Konzert.

Link: Hans Söllner

Mittwoch, 18. März 2009

Kreator Caliban Eluveitie Eisenbahnhalle Losheim am 08.03. 2009

Hübsch lang gewartet und noch beim Chinamann futtern um Emergency Gate und Eluveitie zu verpassen. Leider wurde das nichts, die letzten beiden Lieder von dieser unsäglichen Pagan-Metal-Mist-Kombo mussten wir dann doch noch ertragen. Emergency Call waren nach einer nicht-repräsentativen Umfrage wohl gewöhnlicher, unspektakulärer Power Metal.

Gespannt habe ich dann auf Caliban gewartet, die mir schon auf dem Rock-Area-Festival recht gut gefallen haben. Die große Ablehnung (nur die ersten drei Reihen waren gefüllt), überraschte mich dann doch. Ich frage mich da, was mehr Metal ist, Panflöten-Keyboard-Quatsch oder Metalcore. Die überwiegende Mehrheit der gut besuchten Halle entschied sich für letzteres. Interessant der Typ, der das ganze Set über mit dem Effenberg da stand und auch den Sänger zu unsäglichen Reaktionen zwang. Tja, im Hardcore wäre er wohl verprügelt worden. Respekt an die kleine Pogomeute, die dezent an ihm vorbeisprang (bis auf einen). Auch eine kleine Wall-of-Death mit etwa 10 Teilnehmern gabs. Irgendwie sehr schade, zumal die Band sich viel Mühe gab ...

Bei Kreator war dann zum Glück alles anders. Ein gut gelaunter Mille gab diverse Klassiker wie Extreme Agression, Phobia und Coma of Souls zum Besten. Garniert wurde daws Ganze mit ein paar neuen Stücken. Leider war der Sound stellenweise so schlecht, dass man erst mit dem Einsatz des Gesanges diverse Lieder erkennen konnte. Schwierig war es jedenfalls nach vorne zu gelangen, so dass ich das Set von etwas weiter hinten beobachtete. Nach Betrayer, das ich leider wegen Zigarettenpause verpasste, war erstmal Schluss. Als Zugabe folgte wohl ein Stück vom Endorama-Album. Dann gab es die unvermeidlichen Zugaben Riot of Violence und Tormentor, die mich dann auch nach vorne zogen, um noch einmal den Kopf zu schütteln. Nach etwa 75 Minuten (15 weniger als versprochen) war dann leider Schluss. Schade, dass nichts von der Renewal gespielt wurde. Ich hoffe, Mille hält sich an seine Drohung, jetzt öfter im Saarland zu spielen.

Samstag, 7. März 2009

Cro-Mags, Strength Approach und Bleed Into One am 04.03.2009 im Roxy


Nachdem ich im letzten Jahr Agnostic Front (mein Schreibwettbewerbs-Thema) in den heiligen, sehr bald wieder geschlossenen, Hallen des Roxys gesehen habe, freute ich mich nun auch das zweite große Standbein der New-York-Hardcore-Szene zu erleben.

Den Anheizerposten hatten Bleed into One, die auch die Zeit nutzten um ihr neues Album The Scars Remain vorzustellen. Die Lokalmatadoren aus Saarbrücken legten auch gleich gut los und die Stimmung war ausgelassen. Pogo, Stagediving und Schlachten ums Mikrofon prägten den wirklich gelungenen Auftritt. Die Gruppe spielte Lieder aus allen Schaffensperioden. Beiläufig erfuhr ich auch, das wohl irgendwie ein Nazi die Rechte an der Wortmarke Hardcore besitzt (Zeit-Artikel hierzu). Schlimm, schlimm, hoffe da passiert noch was.

Nach kurzer Pause betraten dann Strength Approach aus Italien die Bühne. Ziemlich gutes Livebrett, sehr tighte Band und die Mucke war auch gut. Leider hatte das Publikum wohl keinen Bock und so hieß es schon nach etwa 25 Minuten Abschied nehmen.

Danach dauerte es fast 45 Minuten bis sich die Cro-Mags auf die Bühne bequemten. Am Bühnenumbau kann es wohl nicht gelegen haben, der war schon nach 20 Minuten erledigt und auch der Soundcheck klappte zügig. Fühlt man sich wie bei Guns N' Roses... Jedenfalls eine super Show, nach Aussagen eines Bekannten leider nicht so gut wie in Wiesbaden (?) vor ein paar Jahren. Mir hats dennoch gefallen, auch wenn der Sound nicht vom Feinsten war. Mit Beginn gings voll ab, stärker noch als bei Bleed Into One. Paar Stagediver und sehr viel Pogo. Nach 45 Minuten und Hard Times als Zugabe war leider schon Schluss. So endete dann vermutlich mein letztes Konzert im Roxy (*schnüff*).