Montag, 20. April 2009

Splatterday Night Fever - 18.April 2009 im Cine Star Saarbrücken

So lud der beste Freund aller saarländischen Splatterfans also zum allhalbjährlichen Splatterday Night Fever ein. Leider diesmal im flughafenähnlichen Saarbrücker CineStar und nicht mehr im gemütlichen UT. Das konnte ja heiter werden: Bier- und Knabberpreise für angehende Millionäre.

Los gings mit dem saarländischen Beitrag El Guitarrista, eine Hommage an die unsterblichen Filmklassiker der El Mariachi-Reihe. Hats funktioniert? Oh ja, und wie. Bester Beitrag des Festivals. Es folgten die beiden brandneuen Teile der Recht und Ordnung-Serie. Zwei Krimiparodien, die vor allem wegen dem authentischen saarländischen Dialekt überzeugen konnten. Sehr gute Arbeit der saarländischen Filmcrew aus dem Raum Lebach/Schmelz.

Link: Goreholio Filmworks

Weiter gings mit den sichtlich gut gelaunten Freax. Das Independent-Filmduo wusste durch gut platzierte Gags zu überzeugen und zeigte einige Kurzfilme aus ihrem unerschöpflichen Fundus des Haudrauf- und Genitalhumors, allem voran die ersten drei Teile der "Zwei Fragezeichen". Got-stuck-in-the-age-of-14-Productions ist auf jeden Fall der richtige Name für diesen unterhaltsamen Trash der besonderen Art. Beim dritten Teil machte zudem Thilo Gosejohann, der seit Operation Dance Sensation mein persönlicher Trashheld ist, mit.

Link: Freax

Danach war erstmal 30 Minuten Pause angesetzt. Pullern und mit Nachschub in flüssiger (Bier bzw. Cola) und fester (überteuertes Popcorn vom Nebenmann) Form eindecken. Der langerwartete (hüstel) Nachfolger von Ittenbachs Familienradgeber (der erste Teil ist aus unerfindlichen Gründen beschlagnahmt) folgte nach der Pause. Was sollte man sagen? Nun, Ittenbach ist es gelungen, den recht derben ersten Teil vom Niveau noch zu unterbieten. Ich dachte nie, dass ich das mal über einen Film sagen würde, aber das war sogar mir zu dümmlich (Simpsons-Zitat). Eine Aneinanderreihung von Ekelszenen, die keinem Sinn, noch einer Story folgten. Highlight waren nur die "Radgeber" Ossama Bin Laden und Obama in einer Nebenrolle und die dezent platzierte Splattereinlage. Der Rest war (zum Aussuchen): a) unlustig oder b) Humor, über den pubertierende 14jährige lachen können (die allerdings den Film nicht sehen werden). Hoffen wir, das sein nächster Streifen wieder an alte Glanzzeiten herankommt.

Link: Olaf Ittenbach in der IMDB - Olaf Ittenbach in der deutschsprachigen Wikipedia

Nach einer schier endlosen Pause wegen Autogrammstunde und Fernsehinterview vom Ittenbach, ging es dann weiter mit den Freax. Das "Schwedenkotz"-Video hätte nicht unbedingt sein müssen. Ich bin ja einiges gewohnt, aber das war dermaßen eklig, dass ich nicht mehr auf die Leinwand gucken konnte. Also etwas, was mir sonst nur bei Schrott a la "Twilight" passiert. Der vierte Teil der "Zwei Fragezeichen" war leider etwas schlechter als die vorangegangenen. Das lag IMHO an der ewig langen Schlacht mit dem Pappmaché-Monster. Immerhin wieder mit Thilo Gosejohann. Es kann aber auch an den vorangegangenen Kotzvideos gelegen haben. Nachdem dann allerdings noch ein Making-of gezeigt wurde und das trotz Zeitverzug, verließen wir den Ort des Geschehens. Island of the Damned, der einzige richtige Splatterbeitrag muss dann wohl auf DVD einverleibt werden.

Fazit: Irgendwie war das Splatterday Night Fever diesmal gar nicht nach meinem Geschmack Man hätte es wohl auch besser das PukeShitandBelchDay Night Fever nennen sollen. Schade... Sonst immer so treffsicher. Immerhin: die saarländischen Beiträge und die Freax haben es dennoch über das Mittelmaß herausgehoben. Ich hoffe aufs nächste...

Link: Splatterday Night Fever

Sonntag, 12. April 2009

Nachruf

"Das letzte Hemd
hat keine Taschen
und so sollte es auch sein." (Das Letzte Hemd, Daily Terror)

Gestern, am 11. April 2009, verstarb Pedder Teumer von Daily Terror nach langer Krankheit. Pedder war ein Punkrockurgestein und hatte eine der prägendsten Stimmen der deutschen Punkrockgeschichte. Habe heute extra mehrmals die Apokalypse gehört, mit dem fantastischen Cover Wenn ich mit dir Pogo tanze.

Auch wenn Daily Terror in letzter Zeit eher durch Schlammschlachten wegen des Bandnamens auffielen, so waren sie doch eine der bekanntesten und langlebigsten Legenden der Punkgeschichte.

Es bleibt mir nur noch allen Verwandten und Freunden mein herzliches Beileid auszusprechen. Ruhe in Frieden.





Links: MySpace

Samstag, 4. April 2009

Spermbirds am 3.04.2009 - Kleiner Klub

Alte Männer rocken besser war wohl das Thema des Abends. Eröffnet haben Kick Joneses, hab die früher schon mal gesehen, aber konnte mich nicht mehr dran erinnern. Nach den ersten drei Liedern, weiß ich warum. Sie sind einfach langweilig. Schade, denn die LP hätte nur 5 Euronen gekostet. Naja, kann man machen nix. Mit I'm a Product von den heiligen Saints beweisen sie dann wenigstens Geschmack. Angeblich Legenden, Nachfolger von Walter Elf. Schlimm, ganz schlimm, waren die deutschen Lieder, Froschmann und so. Warum sie jetzt mit ihrer fast 18jährigen Bandgeschichte plötzlich auf Boxhamsters machen, kann ich nicht nachvollziehen. Gut waren sie zumindest, wenn sie etwas schneller spielten. Also irgendwie nicht so ganz meine Baustelle. Das Publikum mochte die Band aber, nach einigen Liedern gabs dann auch schönen Pogo. Beim Zugabenset war ich draußen, aber ich glaube es handelte sich um ein Ramones-Cover und Lights Out von den Angry Samoans. Musikgeschmack haben sie also.


Spermbirds waren dann natürlich, wie auch nicht anders zu erwarten, großartig. Lee Hollis ist zurück (ok, schon ein bisserl länger) und trat gehörig Arsch. Los gings mit Something to Prove, das hatten sie aber eigentlich nicht mehr. Vergessen die schreckliche Phase ohne Lee Hollis mit Shit for Sale (haargenau das war das Album: Scheiße zum Kaufen). Weiter gings mit Americans Are Cool und so war ich dann die ersten drei Lieder am Pogen. Was die alten Knochen halt so mitmachen. War dann auch ganz schön fertig, da es im Kleinen Klub geschätzte 50° waren. My God Rides a Skateboard gabs auch ziemlich früh und natürlich No Punks in K-Town (laut Lee Hollis waren alle drei in Saarbrücken ;-) . Überhaupt, gute Ansagen. "Ja, Kick Joneses haben eben von ihrer Hass-Liebe zu Lautern gesprochen, bei mir ist es nur Hass", tönte der sympathisch-wütende Frontmann, Barkeeper und Buchautor. Großartig. Das ungewöhnliche Texas Cowboy wurde auch noch angespielt. Mein Lieblingslied Only a Phase und das Agent-Orange-Cover Bloodstains folgten. Nach 45 Minuten war dann erstmal Schluss. Die Band kam nochmal für zwei Songs (einer davon war Knifethrower) und dann dachte man es wäre Schluss, da die Musik schon lief. Es folgten aber zwei weitere Songs, die ich aber nicht mehr mitbekam, da ich schon draußen war. Großartiger Gig.