Mittwoch, 17. Juni 2009

Social Distortion am 16.06.2009 Stadthalle in Offenbach

Yeah, ein länger geheggter Traum endlich erfüllt. Zwei Stunden sind wir zu dritt nach Offenbach gegurkt und natürlich direkt im Stau gelandet. Zum Glück sind wir noch rechtzeitig angekommen und nach dem Besuch der zweitbekanntesten Ami-Burger-Kette satt und gestärkt (wenn auch mein Country-Burger kalt war und auch nach Beschwerde der zweite nicht gerade vor Wärme strotzte) gings dann in die Stadthalle. Dort hatte sich bereits eine riesige Menschentraube gebildet und es war zum Brechen voll. Noch ein paar Bekannte getroffen, dann fingen bereits Gaslight Anthem an, die mir von einem Freund als Mischung aus Social Distortion und Bruce Springsteen empfohlen wurden. Und tatsächlich war die Viermann-Band genau das. Der Gesang klang dermaßen nach dem Boss, würden Bon Jovi nicht auch aus New Jersey kommen, könnte man glatt annehmen, dass alle dort so singen. Gute Show, wenn die Lieder sich doch leider alle etwas ähnelten.

Social Distortion legten gleich mit The Creeps und Mommy's Little Monsters los, um sich dann mit Don't Drag Me Down langsam zum neuen Album vorzuarbeiten. Der Fokus wurde dann auch auf dieses Album gelegt, was ich doch etwas enttäuschend finde, beim Publikum aber auch seltsamerweise ziemlich gut ankam.

Ich kann mir das nur so vorstellen: Klein-Dieter sitzt zu Hause, sein kleiner Kumpel kommt und sagt: "Ey, sag mal, kennst du Social Distortion? Weißte, die mit dem legendären White Light, White Heat, White Trash-Album, dass ich noch nie gehört habe? Ich habe hier das neue Album!" - "Cool. Das White-Dingens hab ich auch noch nicht gehört, lass mal antesten." Und dabei bleibts dann. Schade...

Ring of Fire spielten sie auch noch. Bis dahin ein grandioser Gig. Mit "Prison Bound" und "Ball & Chain" wirds dann merklich ruhiger, zwei neue Lieder werden auch gespielt, klangen auch sehr gut. Zum Abschluss gibts dann noch ein Hank- Williams-Cover (Alone and Forsaken), leider ohne Jodel-Part. Danach kommen sie noch zweimal zurück und schmeißen uns mit Story of My Life raus...

Interessantes Konzept unheimlich stark zu beginnen, die Spannungskurve dann langsam abzubauen und mit dem Zugabenteil die Leute dann etwas zu langweilen. Mike Ness, bei dem die Geheimratsecken merklich wucherten, verstand es auch noch jedes noch so dämliche Rockstarklischee zu bedienen. Am Besten hat mir "In München waren sie aber lauter" und "Das deutsche Publikum ist das Beste vonne ganzen Welt" gefallen. Schade, so ein dummes Geseiere. Und dann die üblen Mitklatschpassagen und das dämmliche Hüpfen. Naja, war auch kein Platz für Pogo in der überfüllten Stadthalle.

So genug gemeckert. Was bleibt war ein grandioser Gig, bei dem man sich gewünscht hätte, dass Mike Ness doch besser die Fresse gehalten hätte und den Mund nur aufgemacht hätte, wenn das Lied eine Gesangspassage erforderte. Die Songauswahl wäre zwar verbesserungswürdig, insbesondere von der reihenfolge her, aber, hey, wir reden hier von Social Distortion, die haben eh nur Hits. Ein Traum ging in Erfüllung und jetzt muss ich ein neues "will ich noch live sehen, bevor ich abtrete"-Konzi suchen. Vielleicht Stray Cats/Brian Setzer oder doch Slayer, wie man es mir öfter nahelegt.

Montag, 15. Juni 2009

Feuerfänger-Festival 2009 am 13.06. in Überherrn

Hübsch außerhalb an den Gleisen lang liegt der Rockerbilly's Cage von Überherrn, eine alte Lagerhalle plus massig Gelände drumherum. Genau die richtige Umgebung für ein Underground-Festival. Zwei Bühnen, 15 Bands, faire Bier- und Getränkepreise, eine gemütliche Umgebung und strahlendes Wetter lockten zahlreiche Besucher zu dieser Location. Leider kamen wir etwas verspätet gegen 19:00 Uhr an, so dass ich Nocturnal Opera leider verpasst habe. Stattdessen gabs auf der einen Bühne Power Metal und auf der anderen... mhm... nix. Waren dann wohl doch nur 14 Bands ;-) Dann erstmal die Stände gecheckt, nettes Old-School-Zeux, nur leider wenig für mich dabei. Ein Black-Metal-Fans gegen Rechts-Shirt eingesackt und zurück ans Auto.


Als wir wieder ankamen, waren gerade Cold Rush am Zocken. Leider war das T-Shirt des Sängers (Misfits-Skull) auch bereits das einzig Gute an der Gruppe. Ein Rammstein-Cover und ansonsten "elektronische Beats und Gothic Metal Sounds" (Bandinfo). Oder zu deutsch: Mist. Naja, auf der anderen Bühne mühten sich gerade Remember Twilight ab. Ihr "Kammermusik-Core" konnte aber leider nur etwa 10 Leute begeistern. Zwei Violistinnen als Blickfang, interessante Melange aus Kammermusik und Metal, leider im Zeitalter von Mist-Bands wie Coppelius (remember?) nicht wirklich innovativ. Die Version von Mackie Messer war jedoch recht gefällig.



Auf der Hauptbühne spielte dann pünktlich um 21:30 Spielbann und zeigten vor den Anwesenden dann auch, warum sie eine der besten Livebands des Saarlands sind. Nicole, Ersatzsängerin, da Danny in Engelland weilte, gab jedenfalls alles und trieb das dicht gedrängte Publikum zum ersten Mal (?) zu Höchstleistungen an. Lauthals wurden neue und alte Hits wie Bruder Narr, Lied zu Hameln und Yasmin mitgegröhlt. Spyke war mal wieder am Faxen machen und Sänger Seb gab auch alles. Die neuen Lieder scheinen auch recht gut zu funktionieren.

Drinnen spielten gerade 7 Seals, langweiliger Power-Metal, den man wohl auf diesem Festival öfter zu hören hatte. Nach Spielbann gabs dann mit Tomorrow's Eve, na was wohl, auch auf der Hauptbühne langweiligen Power Metal, so dass ich es leider nicht mehr bis zu Banished Force, die eher nach meinem Geschmack sind, abwarten konnte.

Fazit: Gelungenes Festival, auf jeden Fall, jedoch ziemlich Power-Metal-lastig. Auf jeden Fall sehr unterstützenswert. Hoffen wir, dass es zu einer regelmäßigen Institution wird.

Link: Feuerfänger-Festival

Top-3-Shirts:
1. Misfits-Skull-Allover-Print
2. King Diamond: Fatal Portrait (leider Ärmel ab)
3. Harcorestyle Pornopussy oder so ähnlich

Sonntag, 14. Juni 2009

Red Haze / Shoot Me Down im Juz Neunkirchen 12. Juni 2009

So, also diesmal zwei Bands aus dem fernen Frankreich (genauer: aus St. Avold und aus Nancy) angereist. Am Ort des Geschehens angekommen und festgestellt, das mal wieder gar nix los ist. Naja, egal: Rein und Bier! Die erste Band Shoot me down war schon am zocken. Ganz netter Indierock mit Covern von den Libertines und den fantastischen Cold War Kids. Leider merkte man den Jungs ihr noch recht junges Alter an. Kommunikation mit dem Publikum gab es nicht und auch die Liveshow beschränkte sich auf das Nötigste.

Nach kurzer Pause betraten Red Haze die Bühne. Sehr gutes Bühnenoutfit, der eine Gitarrist sah aus wie eine Mischung aus John Lennon und den Ramones. Die Frisuren der anderen waren auch ziemlich cool. Lockenköpfe ohne Kamm. Geboten wurde Hardrock der gefälligen Sorte, aber auch hier gab es eindeutig Barrieren zum Publikum, wenige Ansagen, kaum Bewegung. Musikalisch etwas versierter als die Ersten. Fantastisch: Zwei Stooges-Cover (I Wanna Be Your Dog und No Fun). Gewöhnungsbedürftig: 10minütige Feedbackorgie, bei der alle Bandmitglieder (bis auf den Schlagzeuger natürlich) in die Hocke gingen. WTF? Ein, zwei Franzosen am Pogen, sonst wenig los. Am Ende spielten sie vor zwei Leuten. Schade, denn musikalisch waren sie echt gut.

Bei beiden Bands ist durchaus noch Entwicklungspotential vorhande. Schade, dass so wenig los war. Hoffen wir mal, das sie wiederkommen und dann mit ordentlicher Promo.

Links: Red Haze / Shoot Me Down