Samstag, 31. Oktober 2009

Boxhamsters & Biestig - 30. Oktober 2009 - Kleiner Klub

Neben dem Dackelblut-Klan, EA80, Fliehende Stürme und Pascow sind Boxhamsters was intelligenten, deutschsprachigen Punkrock angeht relativ führend. Nie der große Wurf gelungen, aber seit 20 Jahren dabei und i8mmer wieder gute Alben veröffentlicht. Die Lorbeeren durften Bands wie Kettcar und Muff Potter einsacken. Eigentlich schade...

Zuerst gabs aber Biestig aus Karlsruhe zu überstehen. Die beiden Mädels kamen in White-Stripes-Manier daher (Gitarre und Schlagzeug) und boten, naja, peinlichen Teenie-Deutschpunk. Nicht gerade mein Fall. Die üblichen Texte gegen Staat, Schule und Gesellschaft. Und natürlich Teenie-Themen in Frühem-Ärzte-Stil. Nix also, was die Ätztussis nicht schon 1980 bereitgestellt haben. Ja, ich weiß ein bisserl hart, aber gut nicht mein Fall, deshalb an alle interessierten, das Review vom Klaus N. Frick (der hat ja auch mehr Ahnung davon als ich ;-): http://enpunkt.blogspot.com/2009/10/biestig-als-punkrock-hoffnung.html


Nun, dann kamen Boxhamsters nach einem kurzen und unterhaltsamen Soundcheck (Das Licht ist zu laut!). Sie präsentierten sich minimalistisch, ohne große Worte, kaum Ansagen, ohne Verkleidung und sehr bewegungsarm. Aber man merkte schon, das alles brauchten sie auch nicht, denn das Publikum war von Anfang an dabei. Zuerst mithüpfen, dann tatsächlich auch Pogo. Mit der Zeit wurde der Auftritt auch immer gelungener. Das neue Lied Mogli kam recht gut an. Dann begann ein schönes Best-of-Programm: Herzblut vom ersten Album, Zu klein. Sehr schön auch die schnelle Blumen am Arsch der Hölle-Coverversion 1976. Melancholischer Punkrock mit Herz und Verstand.

"Die einen habens nur gelesen/und die andern waren dabei/doch jeder solls jetzt wissen/Punk ist längst vorbei."

Freitag, 30. Oktober 2009

ASP & Mono Inc. - Losheim Eisenbahnhalle 23.10.2009



Gut verfahren und dennoch rechtzeitig... leider. Mono Inc. waren tatsächlich so, wie es ihr Name aussagt: MONOton. Langweilig das Ganze, trotz starker Präsenz des Sängers. Den Leuten schien es aber zu gefallen. Naja, die halbe Stunde konnte man aushalten. Aber mal ehrlich ein Drumsolo? Wie ekelhaft.


Dann bereitete man sich auf eine laaaaaaaaaaaaaaaaaange Umbauphase vor, doch es kam anders. Gerade mal einen Toilettengang und eine Zigarette später betraten ASP die Bühne und spielten erstmal eines meiner Lieblingslieder Ich bin ein wahrer Satan. Was folgte war eine Tour de Force durch die Bandgeschichte. 2 1/2 Stunden mit allen Hits, wobei mir am Besten die Krabat-Reihe gefällt. Davon gabs ein paar über das Konzert verteilt: Denn ich bin der Meister, Zaubererbruder und Krabat Mir fehlte leider Elf und einer und Der Geheimnisvolle Fremde (Ja, Ja, drei mal hurra!). Der Spreng war mal wieder mit Pharmazeutika vollgestopft, ich weiß nicht, wie oft der Mann die Grippe hat. Dennoch überzeugende Gesangsleistung. Unglaublich! Gut aufgenommen wurden meinerseits noch Schwarzer Schmetterling, Und Wir Tanzten (Ungeschickte Liebesbriefe). Auch neue Lieder im Gepäck: die Anti-Nazi-Hymne Wer sonst?, die nach den Ereignissen auf dem diesjährigen WGT (anscheinend wurden Zeltplatzkarten mit der Schwarzen Sonne bedruckt) nach eigener Aussage wichtiger denn je wurde. Schade, habe bei der Recherche festgestellt, dass sie auch mal das geniale Sage nein! von Konstantin Wecker gecovert haben. Das zweite neue Lied Im Märchenland fand ich dagegen so lala.

Als Zugabe gabs noch Ich will brennen, das vom Publikum vehement gefordert wurde. Insgesamt fand ich sie auf dem Hexentanz und beim Unplugged-Konzert doch überzeugender. Das Konzert war einfach etwas zu lang. Und warum man mit einem Hit enden muss und nicht mit dem fantastischen Abschied, das sich viel besser anbietet, muss mir mal einer erklären.

"Niemals waren Freunde mir je treuer.
Als ihr es wart in dieser schweren Zeit:
Und jeder von euch ist mir lieb und teuer
Doch nun bleibt mir nur noch die Einsamkeit."

Links: Mono Inc. - ASP

Montag, 26. Oktober 2009

Gedanken zum Grünen-Parteitag

Claudia hatte einen roten Schäferhund,
mit dem trieb sie es nicht sehr bunt.

Afghanistan, Irak,
da waren die Grünen stark.
Krieg ist nicht nur was für Extremisten
auch für hausgemachte Pazifisten.

Claudia hat 'nen grünen Schäferhund
und mit dem treibt sie's kunterbunt
gegen CDU und FDP
Opposition ist echt okay.

Da kann mans Maul zerreißen
und auf den Wählerwillen scheißen.
Es rumort weiter in Afghanistan
das geht den Grünen noch sehr nah.

Claudia hat 'nen grünen Schäferhund
und mit dem treibt sie's kunterbunt
gegen Linke und SPD
Opposition ist echt okay.

Nur im doofen Saarbrücker Land
marschiert man mit dem Müller Hand in Hand.
Schwarze Hunde mag man gern,
Berlin ist ja noch so fern.

Claudia hat 'nen schwarzen Schäferhund
und mit dem treibt sie's heimlich bunt
gegen Linke und SPD
Regierung sein ist echt okay.

Freitag, 23. Oktober 2009

ac.ht - goreholio galore - 22. Oktober 2009 - Burg Theater Neunkirchen

Das Kulturprojekt ac.ht rief zur zweiten Runde. Mit diesmal leider rudimentären Rahmenprogramm: eine kleine Ausstellung verstorbener und vergessener Stummfilmstars. Im Mittelpunkt stand der Kinomarathon der jungen, aufstrebenden Independent-Filmer um Goreholio, die regelmäßige Besucher dieses Blogs von hier kennen. Gezeigt wurden (fast) alle Werke. Aber der Reihe nach:

Die Bestie: Vier-minütiger Kurzfilm. Eine grausame Bestie versteckt sich in den Wäldern und lauert Joggern auf. Amüsant.

H2Tod: 9 Minuten. Apokalypse pur. Das Trinkwasser ist vergiftet und bedroht das Leben eines namenlosen Hauptdarstellers. Witzig.

Wie gedruckt... 41 Minuten. Der erste (und einzige) Langfilm des Abends. Ein Zeitungsartikel, ein Druckfehler und die Geschichte dazu. Leider merkt man den Schauspielern hier ganz besonders ihre Unprofessionalität an, und so verkommt die eigentlich sehr kritische Geschichte (man vergleiche mit Reinhard Meys Was in der Zeitung steht) an manchen Stellen leider zu einer Komödie. W§as hängenbleibt: guter Soundtrack (Hip-Hop vs. Grindgeballer), gute Story, leider etwas zu lang und zu wenig auf den Punkt gebracht.

Moloch 10 Minuten. Man merkt den Goreholios an, dass sie aus dem letzten Werk gelernt haben. Der sehr düstere Thriller um die Rache an einem mutmaßlichen Kindermörder ist ein deprimierendes Stück Filmkunst, das durch seine überraschende Wendung überzeugt. Gut gemacht, s/w, mit Oliver Rohrbeck (Justus Jonas, Ben Stiller) als Synchronsprecher. Veröffentlicht wurde das gute Stück auf der sehr empfehlenswerten Krankheit Mensch.

Asakku 12 Minuten. Genauso kranke Scheiße. Gut gemacht, interessante Geschichte, aber scheiß-deprimierende Optik. Ein Junkie setzt sich eine Spritze und erlebt einen Tag voller Halluzinationen. IMHO etwas schlechter als "Moloch", aber gut gemachte Effekte, die überzeugen. Kompletter Verzicht auf Dialoge.

El Guitarrista 20 Minuten. Was soll man über dieses komödiantische Highlight noch schreiben, was ich nicht schon im April geschrieben habe? Sehr professionelles Highlight aus dem Hause Goreholio.

Recht & Ordnung Gezeigt wurde lediglich Teil 1. Auch schon im April-Review gesichtet. Leider wurde Teil 2 nicht gezeigt. Anschließend gab es noch einen Trailer zum ersten Full-length-Streifen El Guitarrista 2, der hoffentlich bald fertig ist.

Die Jungs (und Mädel) von Goreholio waren anwesend, wurden nicht verprügelt und stellten sich den Fragen des Publikums.[1] Leider waren nicht so viele Leute da, wie beim ersten Event. Hoffen wir nur, dass die gelungene Veranstaltungsreihe weiter Bestand hat und dies nur ein dummer Zufall war. Das Programm war zwar etwas kleiner als sonst, aber dennoch gut organisiert. Als alter Splatter- und Amateurfilmfreund kam ich jedenfalls gut auf meine Kosten.

Links: ac.ht - Goreholio - Burg Theater

Freitag, 9. Oktober 2009

Cannibal Corpse & Dying Fetus - 5. Oktober 2009

Cannibal Corpse back in SB!

Das Konzert ging wohl um 18:30 Uhr los, aber als Mensch der zur arbeitenden Bevölkerung zählt, war das leider nicht zu bewerkstelligen. Nach einer nicht repräsentativen Stichprobe waren aber sowohl Obscura aus dem Bayernlande, als auch Evocation (immerhin vertreten auf der genialen Swedish-Death-Metal-Kompilation) Schrott.

Naja, pünktlich zu Dying Fetus bin ich dann eingelaufen. Ich muss schon sagen, ein ganz schönes Brett lieferten die drei Amerikaner da ab. Ein Querschnitt durch die Diskografie, wobei besonders Justifiable Homicide hervorstach, zeigte das Können des Dreiers. Jeder Song durch die zahlreichen Breaks an sich abwechslungsreich, langweilte die Mischung dann nach einer halben Stunde doch etwas. Trotzdem ein schöner und brutaler Auftritt.

Kurze Umbaupause und dann die genialen Florida-Death-Metaller Cannibal Corpse. Kann da etwas schief gehen? Durchaus. An sich war der ganze Auftritt recht gelungen, doch nach einer halben Stunde trat auch hier ein Gewöhnungseffekt ein, den man beispielsweise bei Six Feet Under nicht verspürt. Zu ähnlich alles, kaum echte Höhepunkte. Dennoch war man gespannt: Kommen die verbotenen Hymnen oder hatte man CC gezähmt, wie damals Rockbitch (eins der langweiligsten und überflüssigsten Konzerte meines Lebens)? Um es kurz zu machen: Ja, sie durften. Die Frage war mit Fucked with a Knife ("a song for all the ladys") beantwortet. Vomit the Soul und Maggots folgten. Natürlich auch völlig überflüssige neue Nummern. Naja, George Fisher zeigte auch noch warum er zu den besten Frontmännern im Death Metal zählt. Eine ware Bangorgie lieferte er ab ("You can try to compete, but you will fail. But you can still try"). An Selbstüberschätzung mangelt es dem Jungen jedenfalls nicht. Nach Hammer Smashed Face war dann erstmal Schluss. Ob eine Zugabe folgte, weiß ich leider nicht. 1 1/2 Stunden reichen völlig.

Ein recht gelungenes Konzert trotz einiger Längen. Achja, Christa Jenal war nicht zu sehen. Hoffen wir mal, dass sie ihren wahnsinnigen Kreuzzug mittlerweile beendet hat. Irgendwann ist ja auch mal gut. Zu Schaden kam jedenfalls niemand auf dem Konzert und die meisten Leute sahen auch ganz nett aus :-)