Donnerstag, 30. Dezember 2010

Kreator et al in der Garage Saarbrücken am 30. November 2010

Gott, habe ich mich gefreut. Das erste Mal, dass ich wirklich jede Band auf einem dieser ewig langen Tour-Festivals schätzte. Am Präterium sieht man, dass dem jetzt nicht mehr so ist. Aber der Reihe nach:

Suicidal Angels

Suicidal Angels aus Griechenland kannte ich bisher noch nicht. Die Newcomer waren aber auf jeden Fall solide und machten klar, dass an diesem Abend Stimmung groß geschrieben wurde. Trotz ihres eher Ottonormal-Thrash-Metals ein guter Opener, der es schaffte, die Leute vor der Bühne in ausgelassene Stimmung zu versetzten. Top!

Death Angel4

Death Angel aus San Francisco zeigten dann den Jungs wies wirklich geht. Ich schätze die Band wegen ihres Comeback-Albums The Art of Dying und natürlich wegen Act III. Für den Rest hatte ich bisher kein Geld, unglaublich wieviel die Dinger sogar auf CD kosten. jedenfalls war ich sehr gespannt und wurde nicht enttäuscht. Rasend schnelle, tighte Gitarrenparts, eine Band die perfekt harmonierte und ein absolut gelungenes Stageacting mit viel Hampelei. Die beste Band des Abends, obwohl sie nach Ansicht meines Kollegens nur ein Lied spielten (ok, die Songs sind wirklich seeeeehhhhrrrr lang).

Rob Dukes

Exodus schafften es dann, die gute Stimmung vollständig zu zerstören. Sie sind der Grund für das Präterium im ersten Satz dieses Blog-Eintrags. Ich habe sie bereits zweimal vorher gesehen, einmal mit beschissenem Sound, einmal mit gutem Sound. beide Male waren sie super. An diesem Abend entschlossen sie sich mit ersterem Sound zu spielen. Unglaublich laut, unglaublich beschissen. Dazu einen Pitbull als Sänger, der jedes einzelne Lied elendig verhunzte. Wenn ich Bonded by Blood erst beim Refrain erkenne, läuft definitiv was falsch. Und 700 Leute feiern die Band willenlos ab. Echt, ich könnte kotzen. Die Konzertenttäuschung des Jahres. Das einzig tolle war das DK-T-Shirt des Sängers.

Kreator
auf 25-Jahres-Tournee (die Tyrant- und Tormentor-Jahre also nicht mitgezählt). Schönes Ding. Leider war meine Motivation dabk Exodus dann doch ziemlich unten. Da konnte mich auch der hübsche Bühnenaufbau mit mehreren Ebenen und die Videoleinwand nicht überzeugen. Das Problem an der Videoleinwand war auch, dass diese zu niedrig hing und man kaum was erkennen konnte. Dazu kam noch, dass die Songauswahl am Anfang nicht so gelungen war. Dank Bierspende bangte ich dann aber zu Phobia und langsam gings dann auch ins Standardprogramm. Der Sound war kein Vergleich zu Exodus und sehr klar. Ab der Mitte des Sets hatten sie mich endgültig und mit den alten Klassikern, wie Pleasure to Kill und Coma of Souls, wurde ein letztes Mal gebangt. Auch schön das Medley mit Betrayer, Tormentor und Flag of Hate am Schluss. Photos gibts von Kreator keine, die hatten eine seltsame Lightshow, die es mir unmöglich machte, akzeptable Photos zu machen.

Alles in Allem ein gelungener Abend, der leider mit Exodus einen Totalausfall hatte.

Links: Suicidal Angels - Death Angel - Exodus - Kreator

Dienstag, 28. Dezember 2010

Slime in der Garage Saarbrücken am 26. November 2010

Vielleicht schaff ichs in den Weihnachtsferien meinen Rückstand aufzuholen. Nun, zu Einleitung: An der Garage angekommen, bei gefühlten -10°C in der Kälte draußen warten. Ich dachte, die Garage hätte noch nicht geöffnet und die Schlange wäre deshalb so lang. Bullshit, die Nietenpunker brauchten so lange um den ersten Teil der Komposita abzugeben und ihre zahlreich mitgebrachten Alkoholvorräte vor der Tür zu lagern. Wenn man sich so das Publikum anguckte, tat einem die Security leid, die brauchten bestimmt vorher eine Schutzimpfung. Interessant jedenfalls, wer bei so einem Ereignis alles aus seinen Löchern kroch (doch sie lagen nicht in Löchern rum/oft sah man sie auf der Straße gehn und sie grüßen dich "mit Alkoholfahne/du musstest einfach wegsehen", um mal die Band in leicht abgewandelter Form zu zitieren). Aber Spaß beiseite, ich war schon immer ein großer Slime-Fan und hatte mich wirklich auf den Auftritt gefreut. Doch zuerst gabs:

Skafield

Skafield... Ich betone es immer wieder gerne: Ska und Punk sind zwei tolle Genres, aber als Komposita vereinigen sie die beiden schlechtesten Eigenschaften beider Genres. Und so konnte mich die Band nicht überzeugen. Aber dazu hatten sie auch wenig Gelegenheit, den erst hieß es mal ein paar Kollegen und Kolleginnen zu begrüßen. Und so ging dann auch der Skafield-Auftritt zu Ende und es wurde Zeit für...

Slime SB

Slime!!! Nicht ganz in Originalbesetzung, offensichtlich hatten Stephan Mahler und Eddi Räther keinen Bock. Jedenfalls war die Songauswahl sehr gut, viel von der Schweineherbst, vom Debüt und von Alle gegen alle. Leider kamen die beiden Songs von meiner Lieblingsplatte Viva La Muerte nicht so gut, wie mans eigentlich erwarten sollte. Ist wohl ein zu komplexes Album ;-) Jedenfalls schon toll, was die Jungs (und die Bassistin natürlich) noch so drauf haben. Obwohl, ein paar Freunde von mir fanden das Ganze zu gut einstudiert und zu wenig knallend. Zu gute halten muss man den Kritikern aber auf jeden Fall, dass die Ansagen durchaus vorhersehbar waren. Es kommt einem direkt vor, als hätte Dicken morgens die Zeitung aufgeschlagen und nach Themen gesucht, die irgendwie ins Konzept passten (Stuttgart 21 usw.). Das typische preaching to the converted, wobei die alkoholgeschwängerte Masse vermutlich eher das politische Bewusstsein einer Küchenschabe hatte (und auch so roch). Etwas auf die Nüsse ging auch das FC St. Pauli abfeiern (bei Wenn der Himmel brennt und Gewinnen werden immer wir. Dafür gabs meine beiden Lieblingslieder Etikette tötet und Schweineherbst. Natürlich auf Grund der Anbiederei mit den ach so linken Antideutschen kein Yankees raus und auf Grund aktueller Entwicklungen auch kein Iran (gut, letzteres fand ich immer schon beschissen).

Naja, die kleinen Schwächen milderten meine Begeisterung wenig und so gabs einen gelungenen Abend mit einer kleinen Überraschung: Eine Coverversion von Heute hier, morgen dort, recht gut gelungen, wie ich finde. Sollte auch das einzige Cover bleiben (kein Nazis raus diesmal). Und mir ist aufgefallen, dass Slime einige der wenigen Bands sind, die fast keinen Ausfall haben, fast ausnahmslos Hits, ob jetzt eher progressiv (Viva La Muerte, Schweinherbst) oder simpel (Debüt). (Fast) immer mitgröhlfähig, gute Songstrukturen und textlich genau die richtige Mischung aus platten Parolen und intelligenten Songtexten. Doch, doch, schöner Abend...

Links: Skafield - Slime

Mittwoch, 22. Dezember 2010

Donnerstag, 9. Dezember 2010

AC4 und The 's im Kleinen Klub am 21. November 2010


Der Crux bei Bands, mit denen man freundschaftlich verbunden ist, ist ein komplizierter. Einerseits möchte man, dass die Band Erfolg hat und ihren Weg gehen kann, andererseits ist man immer etwas außen vor. Trifft die Band für den Rezipienten unangenehme Entscheidungen, muss man sich damit abfinden und kann nicht, wie bei anderen Bands, ihr einfach den Rücken zudrehen. Gleichzeitig kann man nur wenig Kritik üben und wenn ja, muss sie konstruktiv sein. Welch ein Glück dann, wenn man das Gefühl hat, dass die Band doch alles richtig macht. War ich zunächst ja eher skeptisch, was die Abkehr vom Powerpop vergangener Tage hin zu einem Hardcore-Punk-Sound anging, so muss man sagen, dass die Band heute recht selbstbewusst mit dem neuen Stil umgeht.


The S

An diesem Sonntag lockten The 'S als Support von AC4 doch recht viele Besucher schon früh in den Kleinen Klub. Begünstigt durch die eisige Kälte versammelten sich auch recht viele Leute drinnen, so dass der eigentlichen Livepremiere abseits von JUZ-Konzerten und Geburtstagspartys nichts im Wege stand. Und sie machten ihre Sache gut, aber vor allem laut. Heftigst übersteuerter Sound, der jedoch gut zum verzerrten Gesang passte. Etwaige Spielfehler (nur drei sollens gewesen sein), wurden einfach durch die Lautstärke hinweggeweht. 30 Minuten Zeit hatten die Jungs, reicht also für 18 Lieder etwa, darunter zwei Cover, zum einen Who Do You Love von Bo Diddley und dieses eine Lied von The Sonics, dessen Titel mir gerade entfallen ist. Ansonsten ordentliche Eigenproduktionen wie Meat Cheese Revenge (die Rache des Fleischkäses) und "alle Titel vergessen" (bestimmt was von hier). Auch rein optisch bekam man einiges geboten, so natürlich die Fratzen des endlich mal zuhörenden Keyboarders, der das Posen von der Pike auf gelernt hatte, das Slide-Spiel mit Bierflasche vom Stargitarristen und die Animal-Einlagen vom Schlagzeuger. Leider wieder mal keine Ansagen, dafür gabs aber wirklich 20 Minuten Auffe-Fresse-Hardcore, der die Masse zwar nicht zum Pogen, aber doch zum gutgelaunten Grinsen brachte.

Ac4

AC4 kamen nach kurzer Pause au die Bühne. Konnten die beiden Ex-Refused-Mitstreiter Dennis Lyxzén and David Sandström den Standard halten? Oh ja, sie konnten. AC4 sind das genaue Gegenteil von (International) Noise Conspiracy. Straighter Old-School-Harcore, der alles beinhaltete, was ich am Hardcore der letzten Jahre vermisst habe. Hasserfüllte, gesellschaftskritische Texte gegen den Staat, die Bullen und die Nu-Metal-Schweine, straight und schnell gespielt und eingesungen von einem Vokalisten, für den das Label Hyperaktivität eine Untertreibung ist. Zudem auch noch gut gelaunt und zu selbst- und publikumsironischen Späßen aufgelegt. Leider war auch hier die Spielzeit stark begrenzt, was aber klar ist, wenn man nur eine 20minütige Platte (meine Kaufempfehlung hierzu) und eine 7'' draußen hat. Wahnsinnig geile Show!

Einziger Wehrmutstropfen: Bin von beiden Bands beim Best-T-Shirt-Contest geschlagen worden. Gut, hatte auch nur ein altes Army-Style-Noise Conspiracy-Shirt an, aber trotzdem. Der Gitarrist von The S hatte ein Masters-of-the -Universe-Shirt an und David Sandström ein Wehrmacht-T-Shirt. Schweine!

Links: AC4 - The 's

Sonntag, 14. November 2010

The Boys & 999 im Zakk, Düsseldorf 29.10.2010

Eine so lange Fahrt an einem Arbeitstag, nur sich für zwei abgehalfterte '77er Bands anzuschauen. War es das wert? Um es mit den Worten meines Lieblings-Hooligans zu sagen: "of course it fucking was!" Um genau zu sein: Nachdem jahrelang Gorilla Biscuits auf Platz Numero Uno meiner liebsten Konzerte aller Zeiten war, habe ich nun einen neuen Favoriten.

Los gings erstmal mit einer kleinen Enttäuschung: The Damned hatten leider etwas vorher aus gesundheitlichen Gründen abgesagt. 3€ sind The Damned wert, soviel gabs an der Abendkasse zurück. Und ein Poster. Als wir, natürlich verspätet dank langer Anreise, Working Class und Pinkelpausen am Zakk ankamen, waren natürlich alle Poster schon weg und die lokale Vorband, deren Name mir gerade entfallen ist, hatte auch schon gespielt. Nach etwas Kölsch gings in den recht übersichtlichen Konzertsaal.

999live

Los gings mit 999, die eine tolle Show lieferten. Leider waren die Ur-Punker nur zu dritt angerückt. Mit sehr viel Spielfreude boten sie ein Set ohne große Überraschungen, dafür mit sehr viel Agilität. Springende dicke Männer sind also doch cool. Die Stimme von Frontmann Nick Cash hatte auch nicht gelitten, so dass einem schönen Konzerterlebnis nichts mehr im Wege stand. Natürlich mussten sie ihre beiden Hits Nasty, Nasty und Homicide auspacken und zauberten alten (und jungen) Männern ein Lächeln aufs Gesicht.


The Boys

Was wiederum auch der große Unterschied zu The Boys. Nine Nine Nine zauberten alten Männern ein Lächeln aufs Gesicht, The Boys brachten sie zum Pogen. Und hätten The Boys First Time und Brickfield Nights nicht gespielt, wäre es den Fans egal gewesen. Denn sämtliche Alben von The Boys enthalten nur Hits. Und diese boten sie dann auch: Cast of Thousands, Sick on You, Terminal Love... Die Liste ist endlos. Und jedes Lied wurde frenetisch abgefeiert. Hinzu kamen deutsche Ansagen von Matt Dangerfield, sehr viel Freude über das Konzert auf den Gesichtern der Band und einen hyperaktiven Vom Ritchie (der seltsamerweise schlechtere Deutschkenntnisse hatte, als Dangerfield, obwohl er doch schon seit Jahren in Düsseldorf wohnt...). Die Halle war jedenfalls am Kochen. Und das Tolle an Pogern zwischen 40 und 50 ist, dass man immer weich fällt und keine Arschloch-Karate-Violent-Dancer drunter sind. Ebenfalls optimal war, dass ausnahmslos jeder im Pit ein riesengroßes, fettes Lächeln im Gesicht hatte, gerade so als würde durch die Nebelanlage Cannabis verteilt. Eine Einladung zum Boys-Überraschungskonzert einen Tag später konnten wir leider nicht annehmen, da wir nach Konzertende zurückfahren mussten. Schade, in einer kleineren Location wäre es wahrscheinlich noch eine Steigerung gewesen.

Ich hätte es nie geglaubt, immerhin sind Teile der Band schon fast 60 (Honest John Plain), aber das war mit Sicherheit das beste Livekonzert, dass ich jemals gesehen habe. Und ich glaube auch nicht, dass ich in nächster Zeit was besseres sehen werde. The Boys konnten an diesem Abend jung und alt begeistern. Das einzige Problem, dass ich jetzt habe, ist das mindestens zwei Leute aus meinem engeren Umfeld das gleiche T-Shirt wie ich haben ;-)

Links: The Boys - 999 - Zakk

Freitag, 5. November 2010

Yuppicide am 22. Oktober 2010 / Garage Saarbrücken

Jaja, die Hardcore-Punk-Fans bekommen in letzter Zeit einiges geboten in Saarbrücken. Ich kann nur sagen, zu recht. Seit den glorreichen Tagen des AJZ und des P-Werks ist ja leider schon etwas Wasser die Saar runtergeflossen und hat anscheinend die HC-Crews weggespült. Heute verschlägt sich (im wahrsten Sinne des Wortes) nur noch die Proleten-Metalcore-Fraktion oder die schnarchnasigen Langweiler-Emos auf Konzerte. Erfrischend daher im kurzen Abstand zwei Legenden des NYHC , bevor er im Proletencore unterging, erleben zu dürfen. Auch genial, dass das Konzert auf Grund der großen Nachfrage in die Haupthalle der Garage umgelegt wurde. Die Soundanlage war zwar sichtlich auf kleinere Räume ausgelegt, aber Probleme gab es keine. Was mal wieder zeigt, dass viele Bands ihre Marshalls als Schwanzverlängerung benutzen dürften.


Los gings aber erstmal mit *gähn* Daily Riot aus Saarbrücken. Oft genug gesehen, fand ich deren Old-School-Hardcore früher noch ganz frisch, merkt man ihnen leider die 17 Jahre ohne musikalische Innovation an. Immer noch regiert der Knüppel. Naja, ist musikalisch einfach nicht mein Fall. Sie gaben sich live zwar allergrößte Mühe, Stimmung zu verbreiten, doch auch dieses hehre Ziel stieß beim Publikum auf taube Ohren. Ganz nett sind ja doch die deutschen Lieder, auch wenn deutschsprachiger Hardcore oft unfreiwillig komisch wirkt. Aber ich habe eben eine Schwäche für Baffdecks, Loxiran und Diavolo Rosso.

Ja, Manifestation, nun, die habe ich leider verquatscht und kann nix Negatives und nix Positives über die Saarlouiser Buwwen erzählen. Versuchts mal bei MySpace.

Yuppicide
Yuppicide kannte ich davor nur vom Hörensagen. Jetzt standen sie live vor mir auf der Bühne. Und was soll ich sagen, von der ersten Minute an war ich überzeugt. Alleine das Stageacting des Sängers Jesse „KFW” Jones ist unglaublich. Verkleidet mit blutbespritztem Arztkittel, Gorillamaske oder mit dem Megaphon bewaffnet, zeigte er eine unglaubliche Präsenz und ließ es sich nicht nehmen, seine Kickboxkünste in den sekundenlangen Soli-Pausen vorzuführen. Mit schönster Kriegsbemalung positionierte er sich, als gebürtiger Engländer sowieso mit einer gewissen laissez-fair-Haltung ausgestattet, entgegengesetzt zu den Predigten eines Ray Cappo und verzichtete auf ach so tolle Belehrungen über die richtige Lebensweise. Stattdessen sagte er einfach, was er dachte.

Stagediving war außerdem an diesem Abend erlaubt und diese Chance nutzten auch die zahlreich angereisten Besucher. Als Jesse dann auch noch die alte deutsche Thrash-Szene lobte, hatten Yuppicide endgültig mein Herz gewonnen. Kleinigkeiten, wie die Erwähnung der Piratenmetal-Urväter Running wild (die stilistisch ja eher Power Metal sind) seien daher auch verziehen.

Das verleitete mich auch dazu, die Anthology-CD zu erwerben, was ich zwar nicht bereut habe, aber leider ist der Live-Standard auf den Studiostücken leider nicht ganz so druckvoll und dreckig, wie an jenem Abend in der Garage. Trotzdem sei die 2CD jedem ans Herz gelegt, denn sie umfasst alle (!) Stücke, die Yuppicide innerhalb ihrer zehnjährigen Geschichte aufgenommen haben und ist auch für kleines Geld erhältlich (hab jetzt nur den Amazon-Link angegeben, wendet euch aber besser an den Händler eures Vertrauens ;-)). Für ein paar Zugaben kamen sie dann wieder zurück, aber leider auch nur kurz. Dank neuem Schlagzeuger konnten sie nicht mehr Lieder runterrattern.

Link: Yuppicide

Dienstag, 2. November 2010

Hörspielpremiere Moe Hackett am 31. Oktober 2010 im ehemaligen Burgkino Neunkirchen


Aus Aktualitätsgründen ziehe ich mal diese Hörspielpremiere vor. Eigentlich wollte ich ja an Halloween nach Ottweiler, wo Schwarzer Engel, Ahab und The Vision Bleak. Aber wie so oft, angekündigt heißt ja nicht, dass es stattfindet. Allerdings, wenn ich da hingegangen wäre, hätte ich vermutlich den ganzen Abend ein schlechtes Gewissen gehabt. Denn an diesem Tag fand die Premiere eines außergewöhnlichen Projekts statt. Die Entwicklung des Hörspield wurde nicht im Studio entwickelt, sondern fand komplett über Social-Media statt. Facebook, Twitter und Google Documents wurde benutzt um die Arbeit der ehrenamtlich agierenden Sprecher, Musiker, Zeichner und Texter aus ganz Deutschland zu koordinieren. Das Werk selbst wurde unter die Creative-Commons Lizenz 3.0 gestellt.

Wie hat man sich nun eine Hörspielpremiere vorzustellen? Nun, im Eingangsbereich des alten Burgkinos befand sich eine kleine Ausstellung. Da waren zum einen Dinge, die dem Hörspiel zuzuordnen sind und mit der Entstehung des Hörspiels zu tun haben. Beispielsweise dT-Shirts von Moe Hacketts Lieblingsband (;-)) Kingdom, ein paar Einflüsse (Krimis, Little Shop of Horrors-DVD) und Dinge die thematisch zu Halloween passten. Ein Creative-Commons-Comic sollte die Lizenz erklären. Zur Verköstigung gab es Gummiware und Kuchen (siehe unteres Bild von Schlauerbacken.de) und Piranja-Cola, die leckere Colamarke aus Neunkirchen. Letztere probierte ich dann auch zum ersten Mal und bewertete sie als gut und schmackhaft. Dabei fand ich sowohl die normale und die Light-Cola als sehr erfrischend.



Der Andrang war riesig, etwa 120 Personen fanden sich im Burg-Kino ein. Das bedeutete, die Premiere musste in zwei Teilen stattfinden, da das kleine Burg-Theater leider nur 80 Leute umfasste. Zum Glück gehörte ich zum erlesenen Kreis der ersten 80 Leute. Interessant fand ich, wie diskret die Mächte hinter diesem Hörspiel agierten. Die Organisatoren waren es nämlich nicht, die die Einleitung zum Hörspiel präsentierten. Stattdessen moderierten Sprecherin und Bloggerin Bianca Gade und Francesco Cottone das Ganze.






Im prall gefüllten Kinosaal gings dann los. Auf der Leinwand wurden die passenden Bilder zur jeweiligen Szene an die Leinwand projiziert. Inhaltlich bietet das Hörspiel eine an die Groschenromane von John Sinclair erinnernde Atmosphäre, gewürzt mit dem literarischen Opus von Dashiell Hammett. Vor allem der Sprachgebrauch scheint sehr an Sam Spade angelehnt zu sein und entfernt sich etwas vom Stil eines Groschenromans. Man merkt kaum, dass nur semiprofessionelle Sprecher und Tüftler am Werk waren, alles wirkte aus einem Guss. Die sehr unterhaltsame Story um Geister, die aus einem Gemälde hervorkamen, ließ den Zuhörer in ein düsteres London eintauchen, das an Wdgar Wallace erinnerte. Die stimmungsvollen Bilder (teilweise bewegt) erinnerten allerdings an die 1930er Jahre, was wohl auch daran liegt, dass es nur aus dieser Zeit freies Material zur Untermalung gab. Auch wenn manche Bilder ein Schmunzeln oder Lachen entlockte, war die Geschichte doch sehr ernst und dramaturgisch gut aufgebaut. Nach 45 Minuten durften dann die restlichen Besucher eine erneute Premiere bewundern. Für alle anderen: das Stück ist frei erhältlich und mit komplettenm Soundtrack downloadbar und auch weiterverwendbar (zum Remixen und so nem Kram). Link gibts am Ende des Beitrags.

Die Premiere des Stückes war jedenfalls ein voller Erfolg, so dass ein zweiter Teil hoffentlich nicht allzulange auf sich warten lässt. Vielen Dank an die Verantwortlichen für einen vergnüglichen Abend.

Links: Moe Hackett - Burgtheater Neunkirchen

Sonntag, 31. Oktober 2010

Anathema, 11. Oktober 2010 Garage Saarbrücken

Anathema

Egal, wen ich fragte, warum er nicht da war, immer kam die saarländische Antwort "ach, Anathema, das is e anna Thema" (dt. "das ist ein anderes Thema"). Naja, mutig machte ich mich dann auf und traf tatsächlich ein paar Unentwegte, die den Mut hatten, drei Stunden Langeweile auf sich zu nehmen. Falsch kalkuliert, denn langweilig wurde es nicht.

Das fing schon mit der Vor"band" an. Zunächst kamen Anneke van Giersbergen (ex-The Gathering) und der Norweger Petter Carlsen auf die Bühne und gaben wohl ein nettes Akustik-Set zum Besten. Wohl deshalb, weil Anneke alleine auf der Bühne stand, als ich die Konzerthalle betrat, Leider war das Lich nicht so dolle, so dass dieser Blog ohne Annekes Antlitz weiter leben muss. Anneke war jedenfalls gut drauf und bot sogar einige Lieder ihrer Exband. Das vom Publikum geforderte Satelitte konnte sie leider nicht, versprach es aber für die nächste Show zu lernen ;-) Für die Zugabe kam dann Herr Carlsen wieder auf die Bühne.

Anathema
waren auch gut drauf und boten erstmal ein Potpourri aus ihren alten Hits, bis als Sensation dann das neue Album We´re Here Because We're Here komplett gesoielt wurde. Oh Gott, mögen manche denken, aber Anathema spielten souverän ihren Düster-Rock zwischen Doom, Gothic Metal und Progressive Rock. Waren auch fantastisch drauf, obwohl naturgemäß bei dieser Düstermucke nicht viel bewegung auf der Bühne war. Fast zwei Stunden Anathema sind jedenfalls entgegen landsläufiger Meinung ein Genuss, kein Verdruss. Schönes Konzert, bei dem man bis zur Hauptband keine Ohrenstopfen benötigte.

Links: Anathema - Anneke van Giersbergen - Peter Carlsen

Freitag, 22. Oktober 2010

Youth of Today und Spermbirds, 17. September 2010 Garage-SB

Yeah, am 17. September 2010 wars wieder soweit. Ein Riesen-Hardcore-Happening in der Garage. Yussuf Today zusammen mit der Lauterer/Saarbrücker Hardcore-Legende Spermbirds. Da werden keine Gefangenen gemacht... Oder?



Mäßig fings an,
mit Bleed Into One.

Lobt bitte den guten Reim. Nun, mir gefällt die Mucke der Saarbrücker Lokalhelden ja ehrlich gesagt nicht so. Das sah ein Großteil des Publikums auch so, und so bildete sich ein Riesen-Moshpit ohne Leute, will sagen ein Halbkreis um die Bühne und etwas Anstandsapplaus. Zugute halten muss man der Band aber, dass sie ihre Sache durchgezogen und nicht lamentiert haben.


Spermbirds2

Spermbirds, die alten Recken mit Lee Hollis, seit einigen Jahren wieder vereint, waren die nächsten. Und leider, leider gings dann auch mit dem neuen Album los. Ich hab heuer von verschiedenen Seiten gehört, dass es ganz gut sein soll. Nur leider kam an diesem Abend nicht viel rüber. Ich fürchte auch, dass Spermbirds leider nur im Kleinen Klub richtig knallen. Gut wurde es dann, wenn sie die alten Kracher, wie My God Rides a Skateboard und Only a Phaseauspackten. Auch die Zugabe Lights out (im Original von den Angry Samoans knallte gut rein. Zum Ende hin war man dann doch zufrieden.


Youth of Today2

Youth of Today ließen nix anbrennen und hatten den Club von Anfang an im Griff. Als ich vor einigen Jahren Shelter in Sotzweiler gesehen habe, hätte ich ehrlich nicht erwartet, dass Ray Cappo so eine Rampensau sein kann. Perfektes Stageacting. Auch Porcell zeigte einmal mehr, was in ihm steckte. Von Beginn an zeigte auch das Publikum, wo der Hardcore-Hammer hängt. Stagediving bis zum Exzess und Pogo bis zum Erbrechen. Geile Sache das. Da störten dann auch die minutenlangen Ansagen wenig, auch wenn Cappos Krishna-Krempel und der ganze Positively-Positive-Kram schon etwas nervte. Ebenso wie die blonde Tusse, die die Bühne blockierte und sich auch nicht durch Ray zu einem Hechtsprung ermutigen ließ. Aber ansonsten: Großes Kino! Am intensivsten natürlich bei Break Down the Walls. Absolut gelungenes Konzert!

Links: Bleed Into One - Spermbirds - Youth of Today

Sonntag, 10. Oktober 2010

Rock 'em Festival am 11. September 2010 - Stummsche Reithalle, Neunkirchen

Auch schon wieder etwas länger her. Am 9. Jahrestag des Anschlags auf das WTC fand die zweite Auflage des Rock 'em Festivals statt (wusste gar nicht, dass es eine erste gab). Jedenfalls mit relativ hochkarätigem Line-up. Rantanplan und Bambix waren die Headliner des ansonsten mit saarländischen Undergroundbands aufgestocktem Festivals. Als ich ankam hatte auch schon fast die komplette Garde gespielt.

Die erste Band, die ich mitbekam, war dann My Cat Is Emo Too, fantastischer Name, scheiß Mucke. Leider sind die Bilder von MCIET nichts geworden. Ska-Punk ist, bis auf wenige Ausnahmen, eigentlich nur ohne das "Punk" oder ohne das "Ska" mein Fall. Erstmal etwas getrunken und etwas gelangweilt, bis ich dann doch noch ein paar Leute gefunden habe, mit denen man etwas quatschen konnte. Assfull of Love (glaube ich, leider stimmte weder Plakat noch Festivalplaner überein) haben dann als nächstes gespielt, aber die hab ich irgendwie verpasst.

Bambix

Bambix hatte ich das letzte Mal an exakt jener Stelle gesehen. Vor ungefähr 100 Jahren, äh nein, etwa 10 Jahren fand nämlich just in dieser Location ein Solidaritätskonzert für ein Jugendzentrum in Neunkirchen statt. Das war allerdings besser besucht, als das hier ;-) Jedenfalls hat sich nicht viel geändert, die Band verteilt immer noch Jägermeister während der Songs, was leider dazu führte, dass sie mein Lieblingslied Seclusion mal schön ordentlich verhunzten. Was umso bedauerlicher war, weil ansonsten alles recht straight gespielt wurde. In der Mitte des Sets wurde mit einer Ansage eine Rollstuhlfahrerin auf die Bühne geholt, die einen Song lang vorne stehen durfte. Mhm, ich frag mich bei sowas ja immer, ob das so korrekt ist. So a la, wir holen jetzt mal den Quotenbehinderten auf die Bühne, weil wir sooo sozial sind. Naja, die anfangs noch etwas unbeholfen wirkende Frau schien sich dann zunehmend sicherer zu fühlen. Hoffen wir mal, dass es ihr Spaß gemacht hat. Jedenfalls gings dann noch ein paar Lieder weiter, aber der Pogo wollte sich ncht so richtig einstellen. Lag vermutlich auch an den Altsuffpunkern, die den Platz vor der Bühne für sich einnahmen und theatralische Abschussszenen und Zwei-Mann-Pogo zeigten. Interessantes Bild jedenfalls. Schöner Auftritt insgesamt.

Rantanplan

Als Nächstes dann Rantanplan, eine der wenigen Skapunk-Bands, die mir richtig gut gefallen. Leider, als alter Snob, aber so richtig nur mit Marcus Wiesbusch. Die späteren Sachen fand ich dann, trotz Don-Fury-Produktion, nimmer so dolle. Naja, man kanns mir ja nicht immer recht machen. Toll waren sie live aber allemal und vermutlich die erste Band des Abends, die fast alle zum Tanzen brachte. Inklusive zweier Mädels, die für einen Tanzwettbewerb auf die Bühne durften, sich nun aber (gegen die Regeln?) das verschwitzte T-Shirt vom Sänger teilen müssen. Etwas auf die Nerven ging dann leider der ständige Hinweis auf den Merchandise-Stand. Am meisten los war sicherlich beim alten Funny-van-Dannen-Hit Unbekanntes Pferd. Schön waren auch die späteren Tanzeinlagen mit Einkaufswagen (wo der wohl herkam?). Die neuen Sachen fand ich nicht so prall und auch die Publikumsbegeisterung ließ leider mit steigender Uhrzeit nach. Spielten aber auch lange, die Jungs.

Schönes Festival, aber der Funke sprang leider nicht so ganz über. Lag aber vermutlich auch am geringen Publikumsaufkommen. Aber man sollte dankbar sein, dass überhaupt nahmhafte Bands in NK-Rock-City auftreten.

Links: Rock 'Em Festival

Sonntag, 26. September 2010

Skeletonwitch, Warbringer und Angelus Apatrida - 29. August 2010, Garage (Kleiner Klub)

Erst einmal eine dicke Entschuldigung an meine treuen und hoffentlich geduldigen Dauerleser. Leider, leider, habe ich momentan wenig Zeit mich um den Blog zu kümmern und eigentlich müsste ich auch jetzt gerade was anderes tun. Aber was solls.



Etwas enttäuscht war ich schon. Pünktlich um 20 Uhr haben wir den kleinen Klub betreten, nur um gerade noch zwei Lieder der fantastischen Thrash-Metal-Band Angelus Apatrida aus Spanien miterleben zu dürfen. Schade, denn zu hören gabs erstklassigen Thrash und etwas mehr Publikum hätte der Band bestimmt gut getan.



Regelmäßige Leser dieses Blogs kennen Warbringer schon aus dem Vorprogramm von Evile Anfang diesen Jahres. Wieder mal nur Support, eine Headlinertour wäre anzuraten. Denn die fünf Jungs aus Kalifornien traten gehörig Arsch. Wie schon beim vorigen Auftritt muss man das Stageacting des Sängers einfach lieben. Grimassen und Posen was das Zeug hält. Feinster Thrash Metal, der eigentlich kaum gesteigert werden kann. Leider war nach knapp 35 Minuten das Pulver im Mikro (Hinweis auf Gewehrpose) verschossen und mit Combat Shock war dann leider schon wieder Schluss. HEADLINER-TOUR und Set mit Covern aufstocken, das wärs.



Skeletonwitch (seit neuestem versehen mit einem Wikpipedia-Eintrag ;-) kannte ich gar nicht, sind aber in den USA wohl relativ groß. Ozzfest-Tour und Chartsplatzierung sagen schon ziemlich viel aus. Seltsam, dachte die Amis stehen mehr auf Metalcore-Quark. Jedenfalls hier sind sie wohl noch recht unbekannt, denn es war weniger Publikum da, als bei Warbringer (zum Glück aber immer noch mehr als bei den Spaniern). Ufff, also mich haben sie weggeblassen. Geile Mischung aus Old-School-Thrash und Old-School-Black mit einem wirbelnden Shouter, der gurgelte und kreichte was das Zeug hielt. Die im Infoblatt genannten NWoBHM-Einlagen konnte ich zwar nicht entdecken, aber seis drum. Haben jetzt auf jeden Fall einen Fan mehr. Deutlich vor Zapfenstreich um 23 Uhr war leider schon Schluss.

Guter, gelungener Abend mit ein paar kleinen Schönheitsfehlern (Line-up, zu früher Beginn).

Links: Angelus Apatrida - Warbringer - Skeletonwitch

Sonntag, 12. September 2010

Real McKenzies - JUZ Neunkirchen, 20. August 2010


Einen Tag nach Gwar war ja wieder was im Saarland los. Die irisch kanadischen Real McKenzies spielten im Neunkircher Jugendzentrum auf. Ich persönlich mag ja diesen Folk-Punk-Trend nicht so, aber neben den Dropkick Murphys zählen The Real McKenzies schon zu den erträglicheren Bands dieses oft auf den Einsatz von Dudelsäcken beschränkten Genres. Zugleich war es eine gute Gelegenheit, das etwas marode JUZ-Gebäude zum vielleicht letzten Mal zu betreten. Denn irgendwie soll die Location in etwas ungünstigere Räume umziehen. Irgendwie schade, dass die Stadt Neunkirchen mal wieder quer schießt.

Keine Vorband nur die McKenzies an diesem Abend. Etwas erschreckend war, dass nur etwa 70 Leute anwesend waren, was bei diesem Kaliber absolut unverschämt ist. Naja, gab auch kaum Werbung und ich habe von dem Konzert auch nur von einem Kumpel erfahren. Jedenfalls musste man sich die Zeit dann noch ein wenig vertreiben, denn los gings erst um 21:30 Uhr. Naja, wenigstens konsequent. Los gings schnell und punkig mit grandiosem Streetpunk der gehobenen Klasse. Das so wenig Leute da waren, ließ sich die Band nicht anmerken. Auch das Publikum war enthusiastisch und von Beginn an am Pogen.Schon beim ersten Song der Kapelle hatte sich die erste Reihe (so ca. 5 Haneln) die T-Shirts vom Leib gerissen, die stellenweise doch besser den Oberkörper bedeckt gehalten hätten. Jedenfalls war die Stimmung auf jeden Fall bierschwanger und tanzgeil. So gings dann auch die ersten Songs weiter, die sehr stark, trotz neuen Bandmitgliedern perfomt wurden. Im etwas folkigeren Mittelteil, mit a-capella-Gesang und Mitgröhlsingpassagen wurde es dann leider wieder etwas langweiliger, so dass es viele nach draußen zog. Aber jeder Tiefpunkt kann sich auch schlagartig zum Höhepunkt entwickeln und nach einer guten Stunde gings wieder voll ab. Leider zu schnell für einige. Stagediving mit dem Rücken zum Publikum in einer nicht annähernd gefüllten Halle endet leider meist auf dem Beton, so auch für einen verirrten Diver. Leider mit dem Kopf und vermutlich auf Scherben, denn es begann zu bluten, dass Gwar ihre ware Freude dran gehabt hätten. Ab ins Büro, wo sich dann etwa 10 Mann auf den stark angetrunkenen Mann stüzten um ihn Erste-Hilfe-Kurs-gerecht zu bearbeiten. Weiß leider nicht, wie die Episode ausging. Als die Real McKenzies ihren Zugabeteil beendeten, war der arme Kerl immer noch in den Räumen des JUZ-Teams.

Trotz dieser Episode ein schöner Abend.

Links: JUZ Neunkirchen - Real McKenzies

Samstag, 28. August 2010

GWAR, Garage Saarbrücken, 19. August 2010



Oja, ein GWAR-Konzert ist immer ein unvergessliches Erlebnis. Das wusste ich schon vorher, nur leider spielten vor ein paar Jahren just zu dem Zeitpunkt als GWAR in der Garage auftraten, etwa 100 km weiter die unvergleichlichen Lokalmatadore in Trier. In der Rückschau waren die Lokalmatadore eine gute Wahl, belegt das Konzert doch auf meiner ewigen Top-Ten der Konzertbesuche einen der oberen Ränge. Sollte dies GWAR auch tun? Nun, wir werden sehen.

Die Vorband haben wir uns gespart, dafür mehr Zeit in die Auswahl eines weißen T-Shirts (gar nicht so einfach) investiert. In der Garage angekommen, warteten wir dann auf den Auftritt von GWAR. Und tatsächlich, irgendwann betraten die Bewohner der Antarktis und echte Aliens die Bühne und zelebrierten eine Mordsshow. Die Gruppe tat alles, um ihrem Publikum zu zeigen, wo sie herkommen und so betrat schon früh am Anfang ein alter bekannter den Platz. Der gute alte JesusHitler, bekannt aus Funk und Fernsehen (und von der zweiten Carnivore-Platte). Da aber GWAR nicht nur ausgemachte Geschichtsfanatiker sind, sondern auch keine Diktatoren (neben sich, versteht sich) dulden, dauerte es nicht lange, und der seltsamerweise mit Schwarzenegger-Akzent ausgestattete Kerl lässt sein Leben, nachdem er vorher ins Publikum masturbierte.


Mit den Deutschen hatte es die Gruppe dann noch öfter, schließlich betrat auch noch das neue "Wir"-Gefühl die Bühne, der allseits beliebte Nazi-Papst. Mein Kollege vom GIG-blog.net nannte dies den Gipfel der Provokation. Für die Anwesenden war es vor allem lustig. Der fröhlich vor sich hin grüßende (naja, eigentlich versuchte er es ja nicht zu tun, aber, naja, die Reflexe) nicht allzugute Mann kehrte jedenfalls kurz danach sein Inneres nach außen und ins Publikum.

Ebenfalls traten noch auf und meistens dann auch ab: ein Polizist, ein paar Slaves und ein Taliban, der etwas orientierungslos versuchte irgendwas in die Luft zu sprengen. Zu guter Letzt kam dann auch Satan auf die Bühne, der, nun ja, wie soll man sagen, auf etwas wenig subtile Weise wortwörtlich gedeepthroatet wurde. Armer Satan...

Naja, alles hate ein Ende und so kam als letztes bei meinem Lieblingslied Sick of You noch die Kanone zum Einsatz, damit auch niemand unbesudelt den Raum verließ. Interessanterweise vor allem ein Kollege von mir, neben dem ich gestanden habe. Ich selbst habe dabei wenig abbekommen, war natürlich auch ziemlich versaut, aber im Gegensatz zu den Leuten im Moshpit noch ziemlich frisch. Zumindest so, dass ich bei der anschließenden Kneipenbegehung wenig beäugt wurde.

Vielleicht noch ein paar Worte zur Musik: Ich bin ja ein großer GWAR-Fan seit etwa 15 Jahren, als ich das erste Mal die Scumdogs of the Universe in den Händen hielt. Und ich hab die Band wegen iherer musikalischen Qualitäten immer verteidigt, allerdings muss man sagen: eyeyey, es war vor allem laut. Die meisten Lieder habe ich beim besten Willen nicht erkannt, so weiß ich nicht ob sie Maggots gespielt haben. Ein paar Solos fand ich ganz hörenswert, aber meistens ging das alles im Schlagzeugkrach unter. Ok, es ist bestimmt auch schwer in den Gummianzügen zu spielen, was will man machen.

Darauf kommt es aber am Ende nicht an, die Show zählt. Die war zwar abgespeckt im Gegensatz zu den DVD-Shows, aber immer noch gut. Farbtöne gab es nur grün und rot. Das Zeug ging auch gut ab. Wollte eigentlich mein T-Shirt behalten und habs extra etwas länger ziehen gelassen, hat aber leider nix genutzt. So, zurück zum Anfang: kommts in die Top-10? Naja, leider nicht so ganz. Wenns etwas länger als ne Stunde gegangen wäre, vielleicht. So nur gehobenes Mittelfeld.

Links: GWAR

Sonntag, 22. August 2010

Monster Magnet, 10. August 2010 Garage SB



Nach einem eher enttäuschenden Life of Agony-Konzert an ebenjenem Ort, bei dem ich zudem meine Kamera vergessen habe, und zu dem es nicht wirklich was zu schreiben gibt (außer vielleicht, dass Panic Cell ganz gut waren und sich Keith Caputo auf der Bühne aufführte, wie der jüngere und wesentlich kleinere Bruder von Ozzy Osbourne), gings nun zur Stoner-Rock-Legende Monster Magnet. Vorher galt es aber erstmal Karma to Burn durchzustehen. Naja, was heißt durchzustehen? Die Jungs lieferten einen echt fetten Sound, der ziemlich mitrocken ließ. Leider kommt ihre Musik ja heuer rein instrumental aus, die Frage war also nur: Geht das? Ja, es geht. Die Musik ist so abwechslungsreich, druckvoll, die Musiker so engagiert, dass es keine Sekunde langweilig war.



Nach kurzer Umbauphase beherrschten dann Monster Magnet den Rest der Spielzeit. Das ehemalige Drogenopfer Dave Wyndorf versteht es immer noch zu unterhalten. Zwar hat sein Äußeres unter den Drogeneskapaden extrem gelitten, wie man auf dem Foto vielleicht erkennen kann, auf die Power der Band hatte das jedoch keine Auswirkungen. Das Set unterhielt dann durch eine Mischung aus neuen Nummern vom demnächgst erscheinenden Album und guten alten Klassikern, wie Negasonic Teenage Warhead und Spacelord. Leider hatte auch hier das harte Leben von Wyndorf zumindest Auswirkungen auf den Gesang, der nicht ganz so markant aus den Boxen strömte. Die Light-Show war fantastisch, psychedelische Videoaufnahmen rundeten das Konzert ab und ab Mitte des Sets konnte man die Bühne dank dem ganzen Nebel nicht mehr erkennen. Das Konzert endete mit der Zugabe Powertrip und der unvergesslichen Textzeile "I'm never gonna work another day in my life/The gods told me to relax/They said I'm gonna be fixed up right/I'm never gonna work another day in my life".

Links: Monster Magnet - Karma to Burn

Donnerstag, 12. August 2010

Amphi-Festival 2010 in Köln - 16/17. juli 2010


Ay Caramba, schon wieder fast einen Monat her. Jaja, die liebe Zeit, wo ist sie hin?

Nun, ein Teil davon ging wohl auch auf der fahrt nach Köln verloren, so dass wir statt zur ersten Band, erst zu Solitary Experiments ankamen. Nicht ganz mein Fall, spielten die Jungs doch eine sehr schöne Show mit viel Nebel, harten Beats und elektronischem Synthiekram. Und wer auf einem Amiga 500 programmiert, ist sowieso mein Freund.

Gleichzeitig spielten noch Ashbury Heights um unsere Gunst, die wir aber als dezent langweilig interpretierten. Nach ein bisschen Schlendern über den Festival-Parcours (ganz schön was los) , gings dann erstmal zu Welle:Erdball, eine meiner Lieblingsbands aus der "Schwarzen Szene". Auch live kamen die Jungs im Anzug richtig geil und gaben ein Set zum Besten, das fast nur aus NDW-Zitaten bestand. Aber wer auf einem C64 programmiert, ist sowieso mein Freund.




Direkt nach Welle:Erdball kam dann Chris Pohl mit Blutengel auf die Bühne. Also eigentlich kam Chris Pohl mit austauschbaren (da stimmlich oft nicht wirklich beeindruckenden) Sängerinnen und Tänzerinnen auf die Bühne, aber eigentlich wars auch egal wer da steht, denn live ist anders.
Gut, wenigstens haben ein paar Leute die Lippen bewegt. Andererseits, ich hab schon von so vielen Leuten gehört, dass die live unglaublich mies sein müssen, dass es vielleicht besser war, dass da nix live war... So konnte man wenigstens die Show genießen. Wobei ich mich frage, obs da eine Choreographie gab. Ich glaube nämlich nicht. Aber auch egal und genug gelästert, war doch ganz nett, das Spektakel auf der Bühne zu betrachten und mit Sicherheit besser, als das was ich so gehört habe, von deren Liveshows. Ausspannen war dann angesagt, so dass wir Anne Clarke, Funker Vogt und Project Pitchfork verpasst haben. Naja, gibt schlimmeres.

And One haben wir uns dann gespart. Und eigentlich galt auch alles, was ich über Welle:Erdball geschrieben habe, auch für diese Jungs, nur mit anderen Vorzeichen: "Live kamen die Jungs im Szene-Outfit ziemlich langweilig und gaben ein Set zum Besten, das fast nur aus NDW-Zitaten bestand. Aber wer auf einem wasauchimmer programmiert, ist sowieso mein Feind." Der Meute vor der Bühne hats aber wohl gefallen.

Als letztes dann noch Skinny Puppy, deren Krach ich schon sehr geil finde. Leider hat man auf den Bildern, trotz Blitzlicht, nix erkennen können, so dass die leider ohne Bild auskommen müssen. Sehr intensiv auf jeden Fall...


Sonntag

Ist denn schon Sonntag, oder was? Ja, tatsächlich. Nach komfortablem Matratzen-Geschnarche bei Freunden, betraten wir dann zu Rabia Sorda das Gelände, die ihre Sache recht gut machten, muss man sagen. Leider war keine Zeit, denn Blitzkid war angesagt. Und die machten ihre Sache auch wirklich gut. Als einzige Horrorpunk-Band hatten sie einen schweren Stand, doch die sympathischen Amis zeogten, dass man auch "dumb and loud" auf dem Festival aushalten kann. Für mich definitiv die beste Band des Festivals.

Dann war Einkaufen angesagt, denn Leaves Eyes ist wirklich unglaublich schlechter Goten-Metal. Coppelius das selbe für die Mittelalterszene...äh tschulligung 19Jhdt.-Szene... Urgh... Mesh hab ich auch irgendwieverpasst. Wegen was eigentlich? Ah ja, wegen...

Samsas Traum. Viele hassen die Band ja, warum kann ich nicht so ganz nachvollziehen. Ich bin zwar auch kein großer Freund ihrer Musik, aber live sind sie auf jeden Fall sehr schön anzusehen. Viel Energie, witzige Ansagen.

Dann hieß es wieder ausspannen. Combichrist sind nicht so mein Fall, wobei ich Leute getroffen habe, die nur wegen denen gekommen sind. Geschmäcker sind verschieden. Wir sind dann in so ein Edelrestaurant gegangen, dass im Theater untergebracht ist. Ich muss sagen, "zwar etwas teurer, dafür ist man unter sich". Sehr leckeres vegetarisches Essen und netter Service.

ASP waren dann die letzte Band, die wir gesehen haben. Leider (oder besser Gottseidank) gibt es nichts, was ich noch über die Band zu erzählen hätte, was ich nicht schon die vielen Male zuvor schon gesagt habe. Ah, doch, eines: aus aktuellem Anlass gabs ne Type-O-Coverversion. Nur frag ich mich grad welche... Ich sollte die Konzertberichte immer aktuell schreiben. Naja, bis zum nächsten Amphi... War aber auch noch ne Woche Urlaub dazwischen...

Links: Amphi-Festival

Donnerstag, 22. Juli 2010

Splatterday Night Fever am 17. Juli 2010



Das Cinestar Saarbrücken öffnete zum wiederholten Male seine Pforten um eine der größten Abartigkeiten der Saarbrücker Haute Couture zu präsentieren. Die Rede ist natürlich von einer Twilight-Triple-Nacht... Ha, nein Quatsch, der aufmerksame Leser wird natürlich schon am Titel und am Bild erkannt haben, dass nun kein Edward-Verriss folgen wird, sondern eine neue Ausgabe des Splatterday Night Fevers. Zu Hoffen war, dass die Pleite vom letzten Jahr ausfiel. Stargast Lloyd Kaufman und die Premiere von Violent Shit 4 versprachen diesmal einiges.

Los gings mit zwei neuen Folgen der saarländischen Kult-Krimiserie Recht und Ordnung, gwohnt und gekonnt witzig umgesetzt zeigten Michael Valentin und Heiko Schulz, was sie auf dem Kasten haben.

Danach folgte aber unweigerlich der Tiefpunkt des Abends. Schon der hyperaktive Regisseur von Attack of the Tromaggott ließ schlimmstes vermuten. Leider bewahrheitete sich diese Vermutung um so mehr. Der nachfolgende Streifen war der letzte Rotz. Eine Mischung aus Kasperletheater mit Pornosynchronisation, bewusst auf dümmlich gedrillter Monsterhorror-Scheiße und einem angeblich an Troma angelegten Trashfilm. Zeit, was zu Essen zu holen und zu angemessenen Preisen zu trinken. Ich frag mich immer, wie man bei einem 90-Minuten-Film diese Getränkepreise ertragen kann. Dafür müsste eigentlich das komplette Twilight-Cast anreisen und einem die Getränke reichen. Will nicht wissen, wie viele Leute am nächsten Tag beim Sozialamt auftauchen und erklären, dass sie jetzt kein Geld mehr haben, weil sie ihre Familie ins Kino ausgeführt haben. Ich kann mir schon das entsetzte Gesicht des Sachbearbeiters vorstellen, wenn er ihnen ohne Nachfrage einen Scheck ausstellt und sein bedauern ausdrückt. Leider kamen wir zurück, als der Film noch lief. Ein Kollege erklärte mir auf Rückfrage, ob wir etwas verpasst hätten, dass er schon fast dreimal schmunzeln musste. Grottig!

Dann kam Lloyd zur Autogrammstunde und man muss sagen, wenn man seine Filme und seine Auftritte in ihnen kennt, gewisse Erwartungshaltungen hat. Witzig, sarkastisch, aber immer nett zu seinen Fans. Das waren meine Erwartungen und sie wurden voll erfüllt. er nahm sich für jeden Fan Zeit, posierte mit einem ausgeliehenen Toxie und zeigte einfach, wie cool man als Filmschaffender, der kurz vor der Pleite steht, noch wirken kann. Beeindruckend! Anschließend stellte er sich den Fragen des Publikums und riss derbe Scherze. Er betonte aber immer wieder, wie gut ihm der Film gefallen habe (was ich nicht nachvollziehen kann) und stellte weitere Leute vor. Immer darauf bedacht, nicht alleine im Vordergrund zu stehen. Sehr cool auf jeden Fall.

Es folgten einige Ausschnitte aus seiner Lehrfilm-DVD. Make Your Own Damn Movie Lohnt sich auf jeden Fall, das Buch ist übrigens auch sehr lesenswert (meins ist jetzt signiert). Dann folgte The Toxic Avenger, vermutlich zur Feier des vielleicht folgenden Remakes. Leider schon gesehen, deshalb etwas langweilig, vor allem weil die Zeit schon stark voran geschritten war.

Zum Schluss kam dann das neueste Schnaas/Rose-Projekt Violent Shit 4, die zweite Zusammenarbeit der beiden nach Unrated: The Movie. Die Rückkehr von "Karl the Butcher" hat es jedenfalls in sich. Blutig, blutig, oft witzig, teilweise etwas albern (vor allem die K(r)ampfszenen, aber meines Erachtens sehr gut. Auch wenn Rose in letzter Zeit viel Prügel einstecken musste (siehe Pape-Interview im X-Rated 52, die Mischung passt. Besser als das eher bescheidene Vorgängerwerk (ab 45 Minuten geht das zwar auch ab, aber solange durchhalten ist schwer). Klar kommts nicht an Teil 2 beziehungsweise 3 ran, aber es ist ja schließlich auch eine andere Zeit heute. Gut gefallen haben mir vor allem die Auftritte von The Other und der Hirntot Posse (darf man die eigentlich verlinken oder sind die schon verboten?). Wie gesagt, hat mir sehr gut gefallen. Schade nur, dass der Applaus etwas verhalten war (es hat keiner geklatscht), aber das lag mit Sicherheit an den Rose-Hatern. Naja, so ging dann um vier der Abend zu Ende und der Morgen brach heran.

Leider auch wieder etwas enttäuschend, vor allem wegen dem ersten Film.

Links: Splatterday Night Fever - Troma Entertainment - Goreholio Filmworks - Attack of the Tromaggott - Anthroproject - Timo Rose

Dienstag, 22. Juni 2010

Egotronic am 18. Juni 2010 / Jazzkeller Saarbrücken


Nach dem verlorenen Mistspiel am Mittag, kam natürlich ein Rave gegen Deutschland gerade recht. Pünktlich um 23 Uhr den hübsch kleinen Jazzkeller betreten. Voll war es, ausreichend Publikum vorhanden, aber keine Band zu sehen. Stattdessen ein DJ mit Mistmukke. Nach guter Recherche sollte sich auch in den nächsten anderthalb Stunden nichts daran ändern, so dass man kurzzeitig den guten, alten Karate Club Meier unsicher machte, um dann etwas später zurück zum Jazzkeller zu pilgern. Egotronic fingen gut gelaunt mit ihrem Set an und liefeerten mit Kotzen und Raven gegen Deutschland ihre größten Hits ab. Das Publikum war fröhlich am Raven, sowohl am gestellten, selbstironischen, als auch am ernsthaften Raven. Den Tech-No-Orominenz schien auch angereist. Obwohl ich da natürlich nicht so firm bin. Weiter gehts mit Lustprinzip, Tanzen gehen, Heut Nacht und einen weiteren bunten Mix aus alten und neuen Hits. Super Stimmung und schöne Party, auch wenns hier wieder um Mitklatschen und natürlich Hände in die Luft ging, was mich ja eher abtörnt. Sogar eine Wall of Rave bekam das Publikum hin. Nach dem sogenannten "Anti-Drogensong" Pilze beginnt fast unvermittelt der erste Zugabenteil, bevor die Band mit Die Partei den Abend beendete. Allerdings mussten sie das Lied zweimal beginnen, weil es noch eine kleine Schlägerei gab, die von Torsun jedoch unterbunden wurde ("Die Leute wollen tanzen. Wenn ihr euch schlagen wollt, geht doch nach draußen.") Wofür dann auch ein Security-Mann sorgte. Nach Die Partei war dann auch Schluss. Hübscher Gig, leider nur 70 Minuten.

Links: Jazzkeller - Egotronic

Sonntag, 13. Juni 2010

Kommando Sonne-nmilch im Kleinen Klub - 04. Juni 2010

"OOOOOOHHHHHH YEEEEEAAAAAHHHH", wie der Macho Man sagen würde. Lange, lange habe ich auf den Rachut gewartet und nun stand er tatsächlich vor mir. Als glühender Verehrer seiner tausend verschiedenen Bands und meiner Umwelt beständig mit meiner Begeisterung auf den Sack >gehend, ist es mir nun eine Ehre, dieses Review zu verfassen.



Im Anbetracht er Umstände, fällt es mir schwer, ein gutes Haar an der Vorband zu lassen. Nennen wir Norton daher einfach "Nirvana für Arme" und gehen einfach über sie hinweg.




Rachut und Mannen (bzw. Frauen) betraten gegen 21 Uhr die Bühne und machten im Gewande quietschfideler Griechen die klare Ansage, jetzt bis 22:15 Uhr zu spielen und dann "kacheln" zu gehen. Und da war er, leibhaftig, ein Jahr älter als damals, wo ich ihn zum ersten Mal verpasst habe. Von meiner Wunschvorstellung war er jedoch irgendwie weit entfernt. Aber er war es wirklich, klar wie auf den Platten war sein Gesang. Hatte ich Rachut und seine Mannen nach Dackelblut, Angeschissen und Blumen am Arsch der Hölle etwas vernachlässigt, wurde mir nun schlagartig bewusst, dass meine Plattensammlung großen Nachholbedarf hat. Die Kommando-Sonne-nmilch-Stücke und ein paar der eingestreueten Oma-Hans-Einlagen sind jedenfalls wundervolle Lyrik, die im Wechsel- und Einzelgesang brillierte. Zwei Sängerinnen waren anwesend um den nach Gin-Tonic gierenden und wunderbar sympathischen Sänger zu unterstützen. geboten wurde ein Querschnitt aus sämtlichen Sonne-nmilch-Alben, sowie ein Fokus auf das neue Album, das mit Hits wie Wenn was umfällt und Meine Schwester zurück zu alten Tugenden führt, ohne die neu gegangenen Wege zu vernachlässigen. Nach dem Gesang Stand der Dinge wurde nach rund einer Stunde dann der Zugabenteil eingeleitet und dann ging der Rachut wie angekündigt "kacheln". Ein geniales Konzert, leider etwas unterfrequentiert, aber richtig GEIL!!!

Links: Norton - Kommando Sonne-nmilch

Mittwoch, 26. Mai 2010

Rock n Roll Weekender in Walldorf, Baden-Württemberg, Tag 2 - 23. Mai 2010

Erstmal in der Sonne brutzeln, hieß dann das Motto des zweiten Tages. Ausgestattet mit Karlsberg Ur-Pils, Frühstücksbroten und herbeigeholtem Coffee2go gestalteten sich dann die ersten 10 Stunden des Tages recht erholsam. Schon nach kurzer Zeit entstand ein heftiger Sonnenbrand, der nun, wo ich diese Zeilen tippe, wieder abgeklungen ist. Zwischendurch machte sich der Kalif auf den Weg, sein Auto zu flicken, doch wie durch Wunderhand lief die Kiste wieder einwandfrei. Vielleicht hatte ja über Nacht einer der zahllosen Tüftler Hand angelegt, man weiß es nicht.

Jedenfalls war nicht viel angesagt, etwas über den Flohmarkt gestrommert, aber nichts wirklich substanzielles gefunden. Dann gings PizzaFlammkuchenEssen in das nahegelegene Session-Café. Mhm, lecker...

Musik war dann endlich auch mal wieder angesagt. Rhythm Train aus der Schweiz waren gerade am Start:



Sehr geiler Auftritt mit authentischen Rockabilly-Hits aus den 1950ern. Ein sehr energiegeladener Auftritt, der sehr viel Spaß machte, auch wenns ab und an etwas schnulzig wurde. Die ewig langen Pausen zwischen den Auftritten waren allerdings ziemlich doof. Eine Stunde Umbau für son bisserl Kram?



Den Auftritt der nächsten Band hätten wir dann fast verpasst, den vor der Halle spielte eine nette, kleine Kapelle unplugged. Schöne Hits wie Ring of Fire gaben die Jungs zum Besten. Das letzte Lied performte Sänger und Gitarrist dann auch stilecht stehend auf Kontrabass. Alles sehr mitgröhltauglich, was wohl auch besser war, den textsicher waren die Jungs kein bisschen. Trotzdem, sehr mutig und hat Spaß gemacht.



Arsen Roulette boten drinnen wieder Rockabilly vom Feinsten. Das schöne Honey Hush von Johnny Burnette hatten sie am Schluss ausgepackt. Meine Freude über den gelungenen Auftritt wurde allerdings getrübt durch zwei Penner im Spießer-Look, die sich wohl hinter mir über mich lustig gemacht haben. Naja, ihre SAP-Manager-Frisuren waren eigentlich nicht dazu geeignet, sich über das Aussehen anderer Leute lustig zu machen. Wenns wenigstens echte Rockabillys gewesen wären... Naja, Mitleid gibts gratis, Neid muss man sich erarbeiten.



Den Abschluss unseres Programmes bot dann die Swing-Band King Pleasure & The Biscuit Boys. Und was für einen. Sänger King Pleasure hat eine Stimme, die wirklich unglaublich ist. Außerdem verfügte er über haargenau die Ausstrahlung, die nötig ist, um solche Musik zu singen. Unglaublich gut! Danach gings in die Heia, schließlich hieß es am nächsten Tag zurückzufahren.

Das gestaltete sich zunächst schwierig. Mit dem Auto an den Camping-Platz zu gelangen, war nicht so einfach, da a) die Security keinen richtigen Plan hatte und mir innerhalb des Gespräches dreimal etwas anderes erzählte, außerdem nicht wusste, wo man das Monopoly-Geld zurückgeben konnte, b) man ständig Leuten, Chevrolets und weiteren Securities ausweichen musste, und c) eine Hausfrau, die wohl zufällig neben dem Campingplatz wohnt, gerade jetzt dringend weg musste. Naja, wird schon genug Kohle bekommen haben, damit ihre Wiese als Zeltplatz genutzt werden durfte. Die Rückfahrt war dann sehr angenehm, auch wenn mein Sonnenbrand dadurch noch etwas schlimmer wurde.

Links: Rhythm Train - Arsen Roulette - King Pleasure & The Biscuit Boys

Dienstag, 25. Mai 2010

Rock n Roll Weekender in Walldorf, Baden-Württemberg, Tag 1 - 22. Mai 2010

Und so begab es sich, dass sich unsere kleine Reisegruppe auf den Weg in die beschauliche SAP-Hauptstadt Walldorf machte. Nach einer etwa zweistündigen Fahrt und einer etwa einstündigen Suche kamen wir dann auch tatsächlich am Session-Kulturzentrum an, wo es erst mal hieß Zeltaufbau. Dies gestaltete sich dann allerdings recht schwierig, da anscheinend niemand von der Security so richtig wusste, bis wohin man fahren durfte. Nach dem Zahlen einer übermäßig hohen Kaution durften wir dann fast bis zum Zeltplatz fahren. Leider erhielt ich sogleich einen Anruf vom Kalifen, dass seine Reisegruppe am anderen Ende von Walldorf eine Autopanne mit Totalausfall hatte. Also die Zelte und alles ausgeladen und dann die Frauen alleine den Zeltaufbau bewerkstelligen lassen. Mit dem Abschleppseil gings dann Richtung Kulturzentrum. Dort hieß es dann umladen und wieder die Kaution hinterlegt. Schwupps, ausgeladen, wieder Parkplatzsuche und schon konnte die Party losgehen. Nach dem ganzen Stress erstmal etwas Gerstensaft. Das gestaltete sich dann etwas länger, so dass wir erst gegen 22 Uhr das Festivalgelände betraten, wo es dann weiteren Gerstensaft gab.



Die kleine Halle war jedenfalls gut gefüllt, als die Smalltown Casanovas die Bühne betraten und ein wunderschönes Rockabilly-Set Feil boten. Neben eigenen Liedern gab es auch Klassiker, wie You Never Can Tell zu hören. Eine recht sympathische Band jedenfalls, die das Publikum zum Tanzen animieren konnte. Danach wars für den Tag leider schon musikalisch Schluss, auf Swing hatten wir keine Lust und so gings mit Trinken, Umschauen und Essen weiter, bis wir recht früh (so 1:00 Uhr) Richtung Zelt gingen. Die Strapazen des Tages waren uns allen jedenfalls noch anzumerken. Positiv anmerken muss ich jedenfalls noch, dass mein eher unkonventionelles Auftreten (Kutte, Johnny-Cash-T-Shirt, lange Haare) in der Horde von Rockabillys nicht auf Ablehnung stieß, sondern sogar teilweise gefeiert wurde. Dass das nicht selbstverständlich war, lest ihr im nächsten Teil des Berichtes, wo Gripweed gegen Sonnenbrand, überforderte Securities und SAP-Mitarbeiter kämpfen muss. Außerdem folgt dann die Auflösung, welches Malheur Storchens Chevy lahm legte.

Link: Festival-Homepage - Smalltown Casanovas