Freitag, 5. März 2010

Krwallbrüder 26. februar in, ja wo eigentlich? Noswendel!

Um auf den ganzen Trubel, der um dieses Konzert in Idar-Oberstein Noswendel stattgefunden hat, besser reflektieren zu können, werde ich noch vor dem Tocotronic-Konzertbericht heute Abend genauer auf den Hintergrund eingehen. Dieser Post beinhaltet ausdrücklich nur den Konzertbericht, ohne speziell auf den vermeintlich politischen Hintergrund einzugehen. Nur so viel vorneweg, Nazis konnte ich keine ausmachen und auch die Bands haben keine rechten politischen Statements von sich gegeben. Entwarnung für die berühmten Forentrolle, die immer wieder gerne eine Mär von irgendwelchen Verstrickungen zur rechten Szene ausmachen wollen, und die dankbaren Herren und Frauen aus der Politik, die dies gerne unüberprüft übernehmen. Mist, jetzt habe ich doch mehr geschrieben, als ich wollte. Egal, der Aufklärungspost kommt noch.


Jedenfalls hatte meine Begleitung und ich keinerlei Probleme die Lokalität zu finden, auch wenn Google Maps manchmal nicht so zuverlässig ist, wie mans gern hätte. Glücklicherweise hatte ich vorher auf der KB-Homepage nachgeschaut, so dass wir nicht am falschen Ort auftauchen mussten. Auch wurden unsere Bedenken (die trotz anderer Meinung durchaus vorhanden waren) nicht durch Handy-Anweisungen und mysteriöse Mailboxen bestätigt. Die CD von den Prolligans lief noch am gleichen Tag des Konzertes in meinem Auto. Und so freute ich mich eigentlich ganz dolle auf ihren Auftritt. Leider hatten sie den beschissensten Sound des ganzen Abends, so dass es etwas dauerte, bis ich die Lieder erkannte. Gut drauf waren sie, auch wenn der Belphegor-T-Shirt-Trommler nicht vorgestellt werden durfte (???) . Mit Das 1. und das Letzte verabschiedeten sie sich nach einem recht kurzen Gig und machten Platz für...



Iron Fist. Mir bisher unbekannt, boten die Jungs einen Skinhead-Sound aus der Melange zwischen metallischem Oi! und Böhse Onkelz, die auch ausgiebig gecovert wurden (Heute trinken wir richtig und Halb Mensch, halb Tier>. Ich fand sie, obwohl sie wesentlich bessere Besucherresonanz hatten und auch der Sound besser war, eher unspektakulär. Das liegt wohl auch an den immergleichen Oi!-Themen wie Saufen, Ficken und die bösen Internet-Foren, äh, ich meine halt dieses wir sind unpolitisch und mögen kein rechts-links. Und außerdem, bei dem Namen MUSS man Motörhead covern (was sie nicht taten).


Bakers Dozen kannte ich bisher leider auch nicht. Aber als großer Fan des britischen Oi!s war ich doch sehr gespannt und wurde leider enttäuscht. Nicht das die Band schlecht wäre, nein, das kann man so nicht sagen, aber etwas, sagen wir mal einfallslos. Ich meine, es ist immer noch zehn mal cooler, wenn ein Muttersprachler englische Texte gröhlt, als ein Einheimischer. Und, seien wir mal ehrlich, die englischen Texte bei deutschen Skinbands sind ja wohl eher ein Hohn und nur vergleichbar mit den deutschen Texten von Manowar. Aber das Wahre waren sie auch nicht. Ich meine, die ersten drei Lieder waren saucool, aber dann wiederholte sich alles doch bis zur Ermüdung. Cool waren sie da, wo es etwas rockiger wurde. Ein Rockabilly-Stück hatten sie nämlich auch im Angebot. Weiter gings mit...

den Krawallbrüdern, die schon zu Beginn ihres Gigs ziemlich betrunken waren. Zumindest am Anfang machte sich das aber kaum bemerbar. Wochenend und Schlägerei und Saarland kamen gewohnt fetzig. Die Meute war direkt am Pogen, um genau zu sein, asozial am Pogen. Da hätte ich mich nimmer reingetraut. Gut gefallen hat mir allerdings das 13-jährige Mädel, das von ihrem 14-jährigen Freund beschützt wurde. Er so in Kickboxhaltung abwartend das irgendeiner seiner sturzbetrunkenen Flamme was antun würde. Was irgendwie auch hätte passieren können, da diese eigentlich nur abwartete bis einer der nicht minder sturzbetrunkenen Skinheads eventuell etwa 3 Meter näher kommen könnte. Geschah diese unfassbare Frechheit trat sie dem Widerling in den Hintern. Irgendwie nur so zart wohl das es keiner bemerkte. Schade, hätte gerne gesehen, wie ihr Freund mit einem der Zwei-Meter-Männer fertig werden würde. Wahrscheinlich so im Karate-Kid-Stil...
Jedenfalls, die Band wurde zusehends betrunkener und um so betrunkener sie wurden, desto schwammiger wurden ihre Lieder. Ein paar konnte man noch erkennen, aber irgendwie wurde es dann zu Gedudel. Mit Sicherheit waren sie aber dennoch die musikalisch beste Band des Abends, gut drauf, unterhaltsam und wesentlich abwechslungsreicher.

Fazit: Netter Abend, wenn auch musikalisch nicht gerade die Offenbarung.

Links: Krawallbrüder - Bakers Dozen - Iron Fist - Prolligans

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