Samstag, 8. Mai 2010

Hexentanz Festival 2. Mai 2010 / Bostalsee

Eine Warnung an all jene, die diese Musik gut finden mögen. Der nun folgende Beitrag wird einige Hetz- und Schmähschriften enthalten, die durchaus die Gefühle zartbesaiteter Gothic-Wannabes verletzen könnten.

So, als erstes aber die Frage, ob der Veranstalter aus den Fehlern vom letzten Mal und den Malen davor gelernt hat. Diese Frage kann man mit einem konsequenten "Jein" beantworten. Immer noch waren Schlangen sowohl vor dem Mittelaltermarkt (der von Jahr zu Jahr kleiner wird) und dem Bühnengelände. Leibesvisitationen im Stile einer Drogenkommission blieben dieses Jahr wenigstens aus. Ein dicker Minuspunkt ist der Preis des Ein-Tages-Ticket, unterscheidet er sich doch genau um den Faktor 10, also 10€, was ein echter Witz und ein Schlag ins Gesicht von jedem ist, der berufs- oder interessenbedingt nur einen Tag kommen kann. Der nächste Schlag ins Gesicht ist das wirklich dämliche Bon-System, ohne dass man nicht an die überlebenswichtigen Getränke kommen kann. Ein 6€-Bon reichte nicht einmal für zwei Bier, dank des ausgeklügelten Pfandsystems. Insgesamt war mal wieder einiges überteuert. Dafür scheint das Zelten und Campieren jetzt wesentlich besser zu klappen, was und jedoch nicht zu Gute kam.


Dank eines weiteren ausgeklügelten Systems, nämlich des Umleitungssystems von St. Wendel, die just an diesem Tag ihren City-Marathon oderwasdasauchimmerwar machten) kamen wir dann statt ein doch zwei Bands zu spät, was meine Begleiterin mehr ärgerte als mich ;-) Jedenfalls sahen wir dann nach kurzem Anstehen und Ärgern über den Festivalpreis und dann etwas längerem Anstehen, als erste Band die Neue-Deutsche-Proll-Band Megaherz. Super Texte, die Jungs, muss man sagen, sind bestimmt einmal zu oft vom Wickeltisch gefallen. Du bist ein Miststück - ein Stück Mist. Bei soviel geballter Dummheit wars auch gut, dass der Regen just in diesem Moment einsetzte und man sich so an den Bierständen zusammen fand. Irgendwann hörte es dann auch wieder auf zu regnen, aber selbst das kaputte Mikrofon des Sängers hielt die Band nicht davon ab, weiterzumachen. Also erstmal den Rest des Geländes inspiziert.



Pünktlich zu End of Green wieder am Start, die mir doch erstaunlich gut gefielen. Wird wohl die Trauerum den King of Pop gewesen sein. Netter tralala-Gothic-Metal mit leichten Alternative-Rock-Anleihen. Konnte man aushalten.



Diary of Dreams hatten den regen auf ihrer Seite, so dass wir den Auftritt fast verpassten. Gefälliger Synth-Pop ohne echte Höhepunkte. Am Ende kam es noch zu einer kuriosen Szene, als zwei Bandmitglieder noch da standen und den Bassisten riefen, der jedoch aus unerklärlichen Gründen nicht mehr auftauchte. Dann ging plötzlich die Pausenmusik an, Fans und Band protestierten. Anscheinend zeitliche Abstimmungsprobleme, die Gruppe durfte dann aber doch nochmal auf die Bühne.



Letzte Instanz gaben sich dann redlich Mühe, das Publikum zu animieren. Klappte auch ganz gut, aber mit der Musik bin ich einfach durch...



Nach etwas längerer Umbaupause und Feuershow fing der Unheilig-Gig dann in Form eines Miniclips an. Diese kurzen Videosequenzen zogen sich dann auch durch das gesamte Set der Band. Der Skinhead mit den weißen Augen geht dabei mit einem geheimnisvollen Koffer durchs Land. Unterbrochen werden diese Videosequenzen mit dem üblichen Schlager-Tralala, das auf dem neuen Album noch schnulziger daherkommt, und NDH-Stücken, die Laut.de auch schon als "totale textliche und stimmliche Lindemannisierung" umschrieb. Naja, genug gehetzt: Großartig dagegen war die Show, die dank des Charterfolgs natürlich entsprechend großzügig umgesetzt wurde: mit Videoleinwand, Schiff und Kerzen. Den Status, den Unheilig mittlerweile haben konnte man auch gut an der Zuschauermenge sehen. War es mir bei allen Bands davor ein leichtes ein günstigen Platz zum Bildermachen zu ergattern, war es hier unmöglich. Himmel und Menschen...

Link: Festival-Homepage

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