Samstag, 28. August 2010

GWAR, Garage Saarbrücken, 19. August 2010



Oja, ein GWAR-Konzert ist immer ein unvergessliches Erlebnis. Das wusste ich schon vorher, nur leider spielten vor ein paar Jahren just zu dem Zeitpunkt als GWAR in der Garage auftraten, etwa 100 km weiter die unvergleichlichen Lokalmatadore in Trier. In der Rückschau waren die Lokalmatadore eine gute Wahl, belegt das Konzert doch auf meiner ewigen Top-Ten der Konzertbesuche einen der oberen Ränge. Sollte dies GWAR auch tun? Nun, wir werden sehen.

Die Vorband haben wir uns gespart, dafür mehr Zeit in die Auswahl eines weißen T-Shirts (gar nicht so einfach) investiert. In der Garage angekommen, warteten wir dann auf den Auftritt von GWAR. Und tatsächlich, irgendwann betraten die Bewohner der Antarktis und echte Aliens die Bühne und zelebrierten eine Mordsshow. Die Gruppe tat alles, um ihrem Publikum zu zeigen, wo sie herkommen und so betrat schon früh am Anfang ein alter bekannter den Platz. Der gute alte JesusHitler, bekannt aus Funk und Fernsehen (und von der zweiten Carnivore-Platte). Da aber GWAR nicht nur ausgemachte Geschichtsfanatiker sind, sondern auch keine Diktatoren (neben sich, versteht sich) dulden, dauerte es nicht lange, und der seltsamerweise mit Schwarzenegger-Akzent ausgestattete Kerl lässt sein Leben, nachdem er vorher ins Publikum masturbierte.


Mit den Deutschen hatte es die Gruppe dann noch öfter, schließlich betrat auch noch das neue "Wir"-Gefühl die Bühne, der allseits beliebte Nazi-Papst. Mein Kollege vom GIG-blog.net nannte dies den Gipfel der Provokation. Für die Anwesenden war es vor allem lustig. Der fröhlich vor sich hin grüßende (naja, eigentlich versuchte er es ja nicht zu tun, aber, naja, die Reflexe) nicht allzugute Mann kehrte jedenfalls kurz danach sein Inneres nach außen und ins Publikum.

Ebenfalls traten noch auf und meistens dann auch ab: ein Polizist, ein paar Slaves und ein Taliban, der etwas orientierungslos versuchte irgendwas in die Luft zu sprengen. Zu guter Letzt kam dann auch Satan auf die Bühne, der, nun ja, wie soll man sagen, auf etwas wenig subtile Weise wortwörtlich gedeepthroatet wurde. Armer Satan...

Naja, alles hate ein Ende und so kam als letztes bei meinem Lieblingslied Sick of You noch die Kanone zum Einsatz, damit auch niemand unbesudelt den Raum verließ. Interessanterweise vor allem ein Kollege von mir, neben dem ich gestanden habe. Ich selbst habe dabei wenig abbekommen, war natürlich auch ziemlich versaut, aber im Gegensatz zu den Leuten im Moshpit noch ziemlich frisch. Zumindest so, dass ich bei der anschließenden Kneipenbegehung wenig beäugt wurde.

Vielleicht noch ein paar Worte zur Musik: Ich bin ja ein großer GWAR-Fan seit etwa 15 Jahren, als ich das erste Mal die Scumdogs of the Universe in den Händen hielt. Und ich hab die Band wegen iherer musikalischen Qualitäten immer verteidigt, allerdings muss man sagen: eyeyey, es war vor allem laut. Die meisten Lieder habe ich beim besten Willen nicht erkannt, so weiß ich nicht ob sie Maggots gespielt haben. Ein paar Solos fand ich ganz hörenswert, aber meistens ging das alles im Schlagzeugkrach unter. Ok, es ist bestimmt auch schwer in den Gummianzügen zu spielen, was will man machen.

Darauf kommt es aber am Ende nicht an, die Show zählt. Die war zwar abgespeckt im Gegensatz zu den DVD-Shows, aber immer noch gut. Farbtöne gab es nur grün und rot. Das Zeug ging auch gut ab. Wollte eigentlich mein T-Shirt behalten und habs extra etwas länger ziehen gelassen, hat aber leider nix genutzt. So, zurück zum Anfang: kommts in die Top-10? Naja, leider nicht so ganz. Wenns etwas länger als ne Stunde gegangen wäre, vielleicht. So nur gehobenes Mittelfeld.

Links: GWAR

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