Sonntag, 10. Oktober 2010

Rock 'em Festival am 11. September 2010 - Stummsche Reithalle, Neunkirchen

Auch schon wieder etwas länger her. Am 9. Jahrestag des Anschlags auf das WTC fand die zweite Auflage des Rock 'em Festivals statt (wusste gar nicht, dass es eine erste gab). Jedenfalls mit relativ hochkarätigem Line-up. Rantanplan und Bambix waren die Headliner des ansonsten mit saarländischen Undergroundbands aufgestocktem Festivals. Als ich ankam hatte auch schon fast die komplette Garde gespielt.

Die erste Band, die ich mitbekam, war dann My Cat Is Emo Too, fantastischer Name, scheiß Mucke. Leider sind die Bilder von MCIET nichts geworden. Ska-Punk ist, bis auf wenige Ausnahmen, eigentlich nur ohne das "Punk" oder ohne das "Ska" mein Fall. Erstmal etwas getrunken und etwas gelangweilt, bis ich dann doch noch ein paar Leute gefunden habe, mit denen man etwas quatschen konnte. Assfull of Love (glaube ich, leider stimmte weder Plakat noch Festivalplaner überein) haben dann als nächstes gespielt, aber die hab ich irgendwie verpasst.

Bambix

Bambix hatte ich das letzte Mal an exakt jener Stelle gesehen. Vor ungefähr 100 Jahren, äh nein, etwa 10 Jahren fand nämlich just in dieser Location ein Solidaritätskonzert für ein Jugendzentrum in Neunkirchen statt. Das war allerdings besser besucht, als das hier ;-) Jedenfalls hat sich nicht viel geändert, die Band verteilt immer noch Jägermeister während der Songs, was leider dazu führte, dass sie mein Lieblingslied Seclusion mal schön ordentlich verhunzten. Was umso bedauerlicher war, weil ansonsten alles recht straight gespielt wurde. In der Mitte des Sets wurde mit einer Ansage eine Rollstuhlfahrerin auf die Bühne geholt, die einen Song lang vorne stehen durfte. Mhm, ich frag mich bei sowas ja immer, ob das so korrekt ist. So a la, wir holen jetzt mal den Quotenbehinderten auf die Bühne, weil wir sooo sozial sind. Naja, die anfangs noch etwas unbeholfen wirkende Frau schien sich dann zunehmend sicherer zu fühlen. Hoffen wir mal, dass es ihr Spaß gemacht hat. Jedenfalls gings dann noch ein paar Lieder weiter, aber der Pogo wollte sich ncht so richtig einstellen. Lag vermutlich auch an den Altsuffpunkern, die den Platz vor der Bühne für sich einnahmen und theatralische Abschussszenen und Zwei-Mann-Pogo zeigten. Interessantes Bild jedenfalls. Schöner Auftritt insgesamt.

Rantanplan

Als Nächstes dann Rantanplan, eine der wenigen Skapunk-Bands, die mir richtig gut gefallen. Leider, als alter Snob, aber so richtig nur mit Marcus Wiesbusch. Die späteren Sachen fand ich dann, trotz Don-Fury-Produktion, nimmer so dolle. Naja, man kanns mir ja nicht immer recht machen. Toll waren sie live aber allemal und vermutlich die erste Band des Abends, die fast alle zum Tanzen brachte. Inklusive zweier Mädels, die für einen Tanzwettbewerb auf die Bühne durften, sich nun aber (gegen die Regeln?) das verschwitzte T-Shirt vom Sänger teilen müssen. Etwas auf die Nerven ging dann leider der ständige Hinweis auf den Merchandise-Stand. Am meisten los war sicherlich beim alten Funny-van-Dannen-Hit Unbekanntes Pferd. Schön waren auch die späteren Tanzeinlagen mit Einkaufswagen (wo der wohl herkam?). Die neuen Sachen fand ich nicht so prall und auch die Publikumsbegeisterung ließ leider mit steigender Uhrzeit nach. Spielten aber auch lange, die Jungs.

Schönes Festival, aber der Funke sprang leider nicht so ganz über. Lag aber vermutlich auch am geringen Publikumsaufkommen. Aber man sollte dankbar sein, dass überhaupt nahmhafte Bands in NK-Rock-City auftreten.

Links: Rock 'Em Festival

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