Sonntag, 14. November 2010

The Boys & 999 im Zakk, Düsseldorf 29.10.2010

Eine so lange Fahrt an einem Arbeitstag, nur sich für zwei abgehalfterte '77er Bands anzuschauen. War es das wert? Um es mit den Worten meines Lieblings-Hooligans zu sagen: "of course it fucking was!" Um genau zu sein: Nachdem jahrelang Gorilla Biscuits auf Platz Numero Uno meiner liebsten Konzerte aller Zeiten war, habe ich nun einen neuen Favoriten.

Los gings erstmal mit einer kleinen Enttäuschung: The Damned hatten leider etwas vorher aus gesundheitlichen Gründen abgesagt. 3€ sind The Damned wert, soviel gabs an der Abendkasse zurück. Und ein Poster. Als wir, natürlich verspätet dank langer Anreise, Working Class und Pinkelpausen am Zakk ankamen, waren natürlich alle Poster schon weg und die lokale Vorband, deren Name mir gerade entfallen ist, hatte auch schon gespielt. Nach etwas Kölsch gings in den recht übersichtlichen Konzertsaal.

999live

Los gings mit 999, die eine tolle Show lieferten. Leider waren die Ur-Punker nur zu dritt angerückt. Mit sehr viel Spielfreude boten sie ein Set ohne große Überraschungen, dafür mit sehr viel Agilität. Springende dicke Männer sind also doch cool. Die Stimme von Frontmann Nick Cash hatte auch nicht gelitten, so dass einem schönen Konzerterlebnis nichts mehr im Wege stand. Natürlich mussten sie ihre beiden Hits Nasty, Nasty und Homicide auspacken und zauberten alten (und jungen) Männern ein Lächeln aufs Gesicht.


The Boys

Was wiederum auch der große Unterschied zu The Boys. Nine Nine Nine zauberten alten Männern ein Lächeln aufs Gesicht, The Boys brachten sie zum Pogen. Und hätten The Boys First Time und Brickfield Nights nicht gespielt, wäre es den Fans egal gewesen. Denn sämtliche Alben von The Boys enthalten nur Hits. Und diese boten sie dann auch: Cast of Thousands, Sick on You, Terminal Love... Die Liste ist endlos. Und jedes Lied wurde frenetisch abgefeiert. Hinzu kamen deutsche Ansagen von Matt Dangerfield, sehr viel Freude über das Konzert auf den Gesichtern der Band und einen hyperaktiven Vom Ritchie (der seltsamerweise schlechtere Deutschkenntnisse hatte, als Dangerfield, obwohl er doch schon seit Jahren in Düsseldorf wohnt...). Die Halle war jedenfalls am Kochen. Und das Tolle an Pogern zwischen 40 und 50 ist, dass man immer weich fällt und keine Arschloch-Karate-Violent-Dancer drunter sind. Ebenfalls optimal war, dass ausnahmslos jeder im Pit ein riesengroßes, fettes Lächeln im Gesicht hatte, gerade so als würde durch die Nebelanlage Cannabis verteilt. Eine Einladung zum Boys-Überraschungskonzert einen Tag später konnten wir leider nicht annehmen, da wir nach Konzertende zurückfahren mussten. Schade, in einer kleineren Location wäre es wahrscheinlich noch eine Steigerung gewesen.

Ich hätte es nie geglaubt, immerhin sind Teile der Band schon fast 60 (Honest John Plain), aber das war mit Sicherheit das beste Livekonzert, dass ich jemals gesehen habe. Und ich glaube auch nicht, dass ich in nächster Zeit was besseres sehen werde. The Boys konnten an diesem Abend jung und alt begeistern. Das einzige Problem, dass ich jetzt habe, ist das mindestens zwei Leute aus meinem engeren Umfeld das gleiche T-Shirt wie ich haben ;-)

Links: The Boys - 999 - Zakk

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