Dienstag, 2. November 2010

Hörspielpremiere Moe Hackett am 31. Oktober 2010 im ehemaligen Burgkino Neunkirchen


Aus Aktualitätsgründen ziehe ich mal diese Hörspielpremiere vor. Eigentlich wollte ich ja an Halloween nach Ottweiler, wo Schwarzer Engel, Ahab und The Vision Bleak. Aber wie so oft, angekündigt heißt ja nicht, dass es stattfindet. Allerdings, wenn ich da hingegangen wäre, hätte ich vermutlich den ganzen Abend ein schlechtes Gewissen gehabt. Denn an diesem Tag fand die Premiere eines außergewöhnlichen Projekts statt. Die Entwicklung des Hörspield wurde nicht im Studio entwickelt, sondern fand komplett über Social-Media statt. Facebook, Twitter und Google Documents wurde benutzt um die Arbeit der ehrenamtlich agierenden Sprecher, Musiker, Zeichner und Texter aus ganz Deutschland zu koordinieren. Das Werk selbst wurde unter die Creative-Commons Lizenz 3.0 gestellt.

Wie hat man sich nun eine Hörspielpremiere vorzustellen? Nun, im Eingangsbereich des alten Burgkinos befand sich eine kleine Ausstellung. Da waren zum einen Dinge, die dem Hörspiel zuzuordnen sind und mit der Entstehung des Hörspiels zu tun haben. Beispielsweise dT-Shirts von Moe Hacketts Lieblingsband (;-)) Kingdom, ein paar Einflüsse (Krimis, Little Shop of Horrors-DVD) und Dinge die thematisch zu Halloween passten. Ein Creative-Commons-Comic sollte die Lizenz erklären. Zur Verköstigung gab es Gummiware und Kuchen (siehe unteres Bild von Schlauerbacken.de) und Piranja-Cola, die leckere Colamarke aus Neunkirchen. Letztere probierte ich dann auch zum ersten Mal und bewertete sie als gut und schmackhaft. Dabei fand ich sowohl die normale und die Light-Cola als sehr erfrischend.



Der Andrang war riesig, etwa 120 Personen fanden sich im Burg-Kino ein. Das bedeutete, die Premiere musste in zwei Teilen stattfinden, da das kleine Burg-Theater leider nur 80 Leute umfasste. Zum Glück gehörte ich zum erlesenen Kreis der ersten 80 Leute. Interessant fand ich, wie diskret die Mächte hinter diesem Hörspiel agierten. Die Organisatoren waren es nämlich nicht, die die Einleitung zum Hörspiel präsentierten. Stattdessen moderierten Sprecherin und Bloggerin Bianca Gade und Francesco Cottone das Ganze.






Im prall gefüllten Kinosaal gings dann los. Auf der Leinwand wurden die passenden Bilder zur jeweiligen Szene an die Leinwand projiziert. Inhaltlich bietet das Hörspiel eine an die Groschenromane von John Sinclair erinnernde Atmosphäre, gewürzt mit dem literarischen Opus von Dashiell Hammett. Vor allem der Sprachgebrauch scheint sehr an Sam Spade angelehnt zu sein und entfernt sich etwas vom Stil eines Groschenromans. Man merkt kaum, dass nur semiprofessionelle Sprecher und Tüftler am Werk waren, alles wirkte aus einem Guss. Die sehr unterhaltsame Story um Geister, die aus einem Gemälde hervorkamen, ließ den Zuhörer in ein düsteres London eintauchen, das an Wdgar Wallace erinnerte. Die stimmungsvollen Bilder (teilweise bewegt) erinnerten allerdings an die 1930er Jahre, was wohl auch daran liegt, dass es nur aus dieser Zeit freies Material zur Untermalung gab. Auch wenn manche Bilder ein Schmunzeln oder Lachen entlockte, war die Geschichte doch sehr ernst und dramaturgisch gut aufgebaut. Nach 45 Minuten durften dann die restlichen Besucher eine erneute Premiere bewundern. Für alle anderen: das Stück ist frei erhältlich und mit komplettenm Soundtrack downloadbar und auch weiterverwendbar (zum Remixen und so nem Kram). Link gibts am Ende des Beitrags.

Die Premiere des Stückes war jedenfalls ein voller Erfolg, so dass ein zweiter Teil hoffentlich nicht allzulange auf sich warten lässt. Vielen Dank an die Verantwortlichen für einen vergnüglichen Abend.

Links: Moe Hackett - Burgtheater Neunkirchen

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