Dienstag, 28. Dezember 2010

Slime in der Garage Saarbrücken am 26. November 2010

Vielleicht schaff ichs in den Weihnachtsferien meinen Rückstand aufzuholen. Nun, zu Einleitung: An der Garage angekommen, bei gefühlten -10°C in der Kälte draußen warten. Ich dachte, die Garage hätte noch nicht geöffnet und die Schlange wäre deshalb so lang. Bullshit, die Nietenpunker brauchten so lange um den ersten Teil der Komposita abzugeben und ihre zahlreich mitgebrachten Alkoholvorräte vor der Tür zu lagern. Wenn man sich so das Publikum anguckte, tat einem die Security leid, die brauchten bestimmt vorher eine Schutzimpfung. Interessant jedenfalls, wer bei so einem Ereignis alles aus seinen Löchern kroch (doch sie lagen nicht in Löchern rum/oft sah man sie auf der Straße gehn und sie grüßen dich "mit Alkoholfahne/du musstest einfach wegsehen", um mal die Band in leicht abgewandelter Form zu zitieren). Aber Spaß beiseite, ich war schon immer ein großer Slime-Fan und hatte mich wirklich auf den Auftritt gefreut. Doch zuerst gabs:

Skafield

Skafield... Ich betone es immer wieder gerne: Ska und Punk sind zwei tolle Genres, aber als Komposita vereinigen sie die beiden schlechtesten Eigenschaften beider Genres. Und so konnte mich die Band nicht überzeugen. Aber dazu hatten sie auch wenig Gelegenheit, den erst hieß es mal ein paar Kollegen und Kolleginnen zu begrüßen. Und so ging dann auch der Skafield-Auftritt zu Ende und es wurde Zeit für...

Slime SB

Slime!!! Nicht ganz in Originalbesetzung, offensichtlich hatten Stephan Mahler und Eddi Räther keinen Bock. Jedenfalls war die Songauswahl sehr gut, viel von der Schweineherbst, vom Debüt und von Alle gegen alle. Leider kamen die beiden Songs von meiner Lieblingsplatte Viva La Muerte nicht so gut, wie mans eigentlich erwarten sollte. Ist wohl ein zu komplexes Album ;-) Jedenfalls schon toll, was die Jungs (und die Bassistin natürlich) noch so drauf haben. Obwohl, ein paar Freunde von mir fanden das Ganze zu gut einstudiert und zu wenig knallend. Zu gute halten muss man den Kritikern aber auf jeden Fall, dass die Ansagen durchaus vorhersehbar waren. Es kommt einem direkt vor, als hätte Dicken morgens die Zeitung aufgeschlagen und nach Themen gesucht, die irgendwie ins Konzept passten (Stuttgart 21 usw.). Das typische preaching to the converted, wobei die alkoholgeschwängerte Masse vermutlich eher das politische Bewusstsein einer Küchenschabe hatte (und auch so roch). Etwas auf die Nüsse ging auch das FC St. Pauli abfeiern (bei Wenn der Himmel brennt und Gewinnen werden immer wir. Dafür gabs meine beiden Lieblingslieder Etikette tötet und Schweineherbst. Natürlich auf Grund der Anbiederei mit den ach so linken Antideutschen kein Yankees raus und auf Grund aktueller Entwicklungen auch kein Iran (gut, letzteres fand ich immer schon beschissen).

Naja, die kleinen Schwächen milderten meine Begeisterung wenig und so gabs einen gelungenen Abend mit einer kleinen Überraschung: Eine Coverversion von Heute hier, morgen dort, recht gut gelungen, wie ich finde. Sollte auch das einzige Cover bleiben (kein Nazis raus diesmal). Und mir ist aufgefallen, dass Slime einige der wenigen Bands sind, die fast keinen Ausfall haben, fast ausnahmslos Hits, ob jetzt eher progressiv (Viva La Muerte, Schweinherbst) oder simpel (Debüt). (Fast) immer mitgröhlfähig, gute Songstrukturen und textlich genau die richtige Mischung aus platten Parolen und intelligenten Songtexten. Doch, doch, schöner Abend...

Links: Skafield - Slime

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