Sonntag, 28. Februar 2010

Ramoanes - Kleiner Klub 20. Februar 2010



Und weiter gehts auf dem nicht enden wollenden Konzertberichte-Trip nach der (Zwangs-)Winterpause. Die Ramones-Coverband Ramoanes rief zum Tanz auf. Eine saarländische Ramones-Coverband? Das muss man sich trotz Prüfungsstress anschauen. Als wir gegen 21 Uhr ankamen, war der Laden dann auch gut propevoll. Ich kann mich nicht erinnern, wann es das letzte Mal im Kleinen Klub so voll war, dass man nicht zur Theke gehen konnte. Selbst beim ausverkauften Meteors-Konzert war das öglich. Vielleicht halten sich Ramones-Fans am liebsten bühnennah auf.

Um 21:15 gings dann auch los und Chrissy Ramoane (Gesang), Heiland Ramoane (Gitarre), Peetee Ramoane (Bass) und Neelsee Ramoane (Schlagzeug) betraten die Bühne. 1,2,3,4 und ab ging die Party. Blitzkrieg Bop dröhnte direkt als drittes Lied aus den Boxen und die Meute kannte kein Halten mehr. Vorne wurde geschubst, getanzt und geschunkelt als wäre man im guten alten CBGBs. Perückenpower, authentische Ansagen, einfach schön... Jedenfalls hatten sie alle Hits parat und packten sogar das Trashmen-Cover Surfin' Bird aus (Ramones-Version auf Rocket to Russia). Handwerklich alles perfekt (ist ja auch nicht sooo schwer), nur die langsamen Passagen bei You're Gonna Kill That Girl waren nicht so toll. Mir persönlich fehlte leider auch Oh Oh I Love Her So, mein Lieblingslied von den Ramones. Schade auch, dass das moanes keine Bedeutung hatte ;-)

Links: Interview in der Saarbrücker Zeitung

Samstag, 27. Februar 2010

New Model Army/Garage am 16.02.2010


New Model Army habe ich bereits vor 10 Jahren irgendwann mal gesehen, als sie sich selbst als Nobody Else supportet haben. Damals war ich schon überrascht, wie viele Leute die Band eigentlich kennen und gut finden.

Diesmal gabs allerdings eine Vorband: Esha Ness. Ich muss leider zugeben, ich finde deutsche Bands, die keltische Wurzeln verarbeiten, ungefähr so glaubwürdig, wie betrunkene Pagan-Metaller, die laut "Odin" prossten. Denn selbst wenn man zweitausend Jahre Christianisierung vergisst, doch eigentlich Wotan für sie zuständig wäre. Naja, wie man an meinen Äußerungen erkennt, sind Esha Ness wohl keine Schotten. Sie spielen eine gefällige Mischung aus Folkrock und etwas Alternative Rock. Die Stimme klingt wie eine Mischung aus frühem Justin Sullivan und Robert Smith, also durchaus angenehm. Auch musikalisch merkt man an, dass sich hier eine Band wohl einen Jugendtraum verwirklicht hat, auch wenn die Musik etwas softer als NMA ist. Nichts dolles, aber auch nix verwerfliches. Das Publikum schien jedenfalls ganz gut unterhalten zu werden.

Nach kurzer Pause betraten dann New Model Army mit dem States Radio ihrer aktuellen CD Today Is a Good Day die Bühne. Es präsentiert sich eine Band, die in Würde gealtert ist und dieses Jahr ihr 30jähriges Jubiläum begeht. Justin Sullivan hat nach Kurzhaarschnitt in den 1990ern jetzt wieder lange, teilweise graue Haare. Nach dem zweiten Lied Get Me Out, einem meiner Favoriten, wirds leider langweilig. Das Material ihrer 2000er Alben ist, bis auf Today Is a Good Day, leider nicht so gut, wie ihre 1980er Alben. Dann folgen liebgewohnene Klassiker wie White Coats, Purity und Vagabonds und ich bin wieder zufrieden.

Nach Wonderful Way to Go ist der offizielle Teil vorbei. Unter frenetischem Jubel kehren NMA zurück für die Klassiker Into The Wind, No Rest und Green and Grey. Dann ging das Hallenlicht an und Enttäuschung machte sich breit. Viele Zuschauer verließen die Halle, doch einige blieben zurück. Wo ist denn dieses 51st State, mit Sicherheit der Überhit. Die Rufe wurden lauter und das Licht ging wieder aus. Yeah, gelungener Abschluss mit den beiden Übersongs 51st State und 225.

Einziger Wermutstropfen: Von meinem Lieblingsalbum Love of Hopeless Causes mal ein einziges Lied. Frechheit.

Links: Esha Ness - New Model Army - Alternatives Konzertreview von Musicheadquarter.de

Donnerstag, 18. Februar 2010

Power CD Release - Das Modul am 12. Februar 2010

Als alter Freund von NK-Rock-City... mom... stimmt nicht. Also, da sich Power zusammen mit meinen Kollegen von The 'S (oder The Apostroph S, wie ich jetzt gehört hab) den Proberaum teilen, war es mir eine Ehre und Freude naheliegend zur CD-Release-Party zu kommen. Zufällig war auch nix im Fernsehen und so machte man sich gemütlich auf den Weg in eine der schönsten Locations, die die Saarbrücker Innenstadt seit dem Ende des Roxys (gut, das war jetzt nicht gerade Innenstadt) zu bieten hat. Dort angekommen die Qual der Wahl: mit CD oder ohne, Mehraufwand 4€. Cool, also CD gekauft. Immerhin, nach Anhören der Songs auf der MySpace-Seite sind Power ja nicht so schlecht.Nach kurzer Rauchr- und Trinkpause an der frischen Luft (oben war nicht offen), legte dann The Humans (nein, nicht die Band um Toyah Wilcox) los. Sehr schöner, dreckiger (kein Widerspruch) Blues mit zwei Sängern. Dazu dezente Garagenrock-Anleihen und professionelle Ansagen, wie zum Beispiel, dass der Gesang nicht zu leise ist, wie es ein leicht angetrunkener Gast wohl meinte besser zu wissen. Gut auch das "Binford"-Motiv des Sängers auf obigem Bild. Ziemlich gute Band, hoffe da gibts bald mehr zu hören.


Nach kurzer Pause und Also sprach Zarathustra waren dann Power dran. Also, ich bereue nicht, die 4 Euronen mehr ausgegeben zu haben, aber mein Fall ist es leider auch nicht. Bin kein Freund von neumodischen Alternative-Rock-Sachen wie Arctic Monkeys oder Bright Eyes. Für eine saarländische Band ist die Qualität in diesem Bereich aber recht gut. Eine gute Stunde und drei Zugaben später ging dann das Konzert zu Ende. Btw: Der Typ der die Charakterisierungen auf der NK-Rock-City-Seite geschrieben hat, hat wohl die Bands, die er da als Einflüsse hingeschrieben hat, noch nie gehört oder ist offensichtlich taub. Was an Power unmodern sein soll, erschließt sich mir jedenfalls nicht. Soll jetzt keine Kritik an der Band sein, die sind eigentlich schon ok, aber so Promogeblubber wirkt IMHO eher peinlich.

Links: Das Modul - the Humans - Power

Samstag, 6. Februar 2010

Evile, Warbringer, The Fading... am 31. Januar 2010 im Kleinen Klub

Mitten im größten Schneechaos, dass das Saarland seit mindestens 30 Jahren erlebt hat, machte sich eine kleine Gruppe aus zwei Personen auf in den Kleinen Klub, um gepflegt The Fading, Warbringer und Evile abzufeiern. Ob dieser wagemutige Plan klappen würde?


Naja, am Anfang wohl nicht so. Wie immer macht es keinen Sinn pünktlich zu kommen, den die unsäglich überbewerteten Godslave eröffneten das erhoffte Thrash-Metal-Fest. Der Augenkontakt zu meinem Kumpel (der in der glücklichen Position war, diese Gruppe noch nie wahrgenommen zu haben) nach dem ersten Song bestätigten meine Gefühle dieser Band gegenüber. Also nix wie raus.

Nach einem gepflegten Bier rein zu The Fading, die mit einem Star-Wars-Intro loslegten. Die israelischen Abräumer des Wacken Open Air 2008 haben nach ihrer Show zumindest einen Tonträger mehr verkauft (muss doch meine Israel-Lücke im Regal schließen) und einen Wikipedia-Artikel mehr. Ganz nett, die Mucke der fünf Musiker. Göteborg-Thrash mit dezenten neuen Elementen. Live kamen übrigens die Shouts bei Confront Myself besser als auf Platte. Das Publikum reagierte auch ganz gut, zumindest für eine Vorband. In der Pause hörte ich dann einige Bemängelungen des Gesangstils, die ich allerdings weniger nachvollziehen konnte. Naja, ein Publikum, dass Godslave abfeiert...



Warbringer aus LA waren die nächsten auf der Liste. Geiler Old-School-Thrash von fünf sympathischen Musikern. John Kevill, der Sänger, begeisterte durch tolle Mimik, die mich an einen jungen Gerre erinnerte (obwohl ich den in jungen Jahren ja nie sehen konnte). Gut auch die T-Shirt-Auswahl, oben zu sehen das T-Shirt von Demolition Hammer, dass der Sänger am Leib trug. Das Asphyx-T-Shirt mit rotem Pentagramm fand ich allerdings noch besser. Eine der besten Bands aus diesem Genre, das zeigten auch die frenetischen Reaktionen des Publikums, inklusive Circle Pit. Leider keine Zugabe wegen Zeitplanung und so, hätten mal Godslave nicht gespielt...

Zum Schluss dann Evile, die mir gar nicht zusagten. Bemühte Slayer-Vocals, langweiliger Thrash aus Großbritannien. Aber schön, anfangs bedankte sich Matt Drake für die Beileidsbekundungen und Geldspenden an die Familie von Mike Alexander, der letztes Jahr überraschend verstorben war. Auch schön: erinnerten sich noch an das arme Roxy. Damals im Vorprogramm von Overkill hatte ich die Gruppe verpasst. Musikalisch nicht mein Fall, aber damit war ich wohl nicht alleine. Auch das Publikum war weniger aufgedreht als bei Warbringer. Naja, zu Creeping Death sind wir dann gegangen.

Fazit: Schöner Abend!

Links: Godslave - The Fading - Warbringer - Evile