Sonntag, 31. Oktober 2010

Anathema, 11. Oktober 2010 Garage Saarbrücken

Anathema

Egal, wen ich fragte, warum er nicht da war, immer kam die saarländische Antwort "ach, Anathema, das is e anna Thema" (dt. "das ist ein anderes Thema"). Naja, mutig machte ich mich dann auf und traf tatsächlich ein paar Unentwegte, die den Mut hatten, drei Stunden Langeweile auf sich zu nehmen. Falsch kalkuliert, denn langweilig wurde es nicht.

Das fing schon mit der Vor"band" an. Zunächst kamen Anneke van Giersbergen (ex-The Gathering) und der Norweger Petter Carlsen auf die Bühne und gaben wohl ein nettes Akustik-Set zum Besten. Wohl deshalb, weil Anneke alleine auf der Bühne stand, als ich die Konzerthalle betrat, Leider war das Lich nicht so dolle, so dass dieser Blog ohne Annekes Antlitz weiter leben muss. Anneke war jedenfalls gut drauf und bot sogar einige Lieder ihrer Exband. Das vom Publikum geforderte Satelitte konnte sie leider nicht, versprach es aber für die nächste Show zu lernen ;-) Für die Zugabe kam dann Herr Carlsen wieder auf die Bühne.

Anathema
waren auch gut drauf und boten erstmal ein Potpourri aus ihren alten Hits, bis als Sensation dann das neue Album We´re Here Because We're Here komplett gesoielt wurde. Oh Gott, mögen manche denken, aber Anathema spielten souverän ihren Düster-Rock zwischen Doom, Gothic Metal und Progressive Rock. Waren auch fantastisch drauf, obwohl naturgemäß bei dieser Düstermucke nicht viel bewegung auf der Bühne war. Fast zwei Stunden Anathema sind jedenfalls entgegen landsläufiger Meinung ein Genuss, kein Verdruss. Schönes Konzert, bei dem man bis zur Hauptband keine Ohrenstopfen benötigte.

Links: Anathema - Anneke van Giersbergen - Peter Carlsen

Freitag, 22. Oktober 2010

Youth of Today und Spermbirds, 17. September 2010 Garage-SB

Yeah, am 17. September 2010 wars wieder soweit. Ein Riesen-Hardcore-Happening in der Garage. Yussuf Today zusammen mit der Lauterer/Saarbrücker Hardcore-Legende Spermbirds. Da werden keine Gefangenen gemacht... Oder?



Mäßig fings an,
mit Bleed Into One.

Lobt bitte den guten Reim. Nun, mir gefällt die Mucke der Saarbrücker Lokalhelden ja ehrlich gesagt nicht so. Das sah ein Großteil des Publikums auch so, und so bildete sich ein Riesen-Moshpit ohne Leute, will sagen ein Halbkreis um die Bühne und etwas Anstandsapplaus. Zugute halten muss man der Band aber, dass sie ihre Sache durchgezogen und nicht lamentiert haben.


Spermbirds2

Spermbirds, die alten Recken mit Lee Hollis, seit einigen Jahren wieder vereint, waren die nächsten. Und leider, leider gings dann auch mit dem neuen Album los. Ich hab heuer von verschiedenen Seiten gehört, dass es ganz gut sein soll. Nur leider kam an diesem Abend nicht viel rüber. Ich fürchte auch, dass Spermbirds leider nur im Kleinen Klub richtig knallen. Gut wurde es dann, wenn sie die alten Kracher, wie My God Rides a Skateboard und Only a Phaseauspackten. Auch die Zugabe Lights out (im Original von den Angry Samoans knallte gut rein. Zum Ende hin war man dann doch zufrieden.


Youth of Today2

Youth of Today ließen nix anbrennen und hatten den Club von Anfang an im Griff. Als ich vor einigen Jahren Shelter in Sotzweiler gesehen habe, hätte ich ehrlich nicht erwartet, dass Ray Cappo so eine Rampensau sein kann. Perfektes Stageacting. Auch Porcell zeigte einmal mehr, was in ihm steckte. Von Beginn an zeigte auch das Publikum, wo der Hardcore-Hammer hängt. Stagediving bis zum Exzess und Pogo bis zum Erbrechen. Geile Sache das. Da störten dann auch die minutenlangen Ansagen wenig, auch wenn Cappos Krishna-Krempel und der ganze Positively-Positive-Kram schon etwas nervte. Ebenso wie die blonde Tusse, die die Bühne blockierte und sich auch nicht durch Ray zu einem Hechtsprung ermutigen ließ. Aber ansonsten: Großes Kino! Am intensivsten natürlich bei Break Down the Walls. Absolut gelungenes Konzert!

Links: Bleed Into One - Spermbirds - Youth of Today

Sonntag, 10. Oktober 2010

Rock 'em Festival am 11. September 2010 - Stummsche Reithalle, Neunkirchen

Auch schon wieder etwas länger her. Am 9. Jahrestag des Anschlags auf das WTC fand die zweite Auflage des Rock 'em Festivals statt (wusste gar nicht, dass es eine erste gab). Jedenfalls mit relativ hochkarätigem Line-up. Rantanplan und Bambix waren die Headliner des ansonsten mit saarländischen Undergroundbands aufgestocktem Festivals. Als ich ankam hatte auch schon fast die komplette Garde gespielt.

Die erste Band, die ich mitbekam, war dann My Cat Is Emo Too, fantastischer Name, scheiß Mucke. Leider sind die Bilder von MCIET nichts geworden. Ska-Punk ist, bis auf wenige Ausnahmen, eigentlich nur ohne das "Punk" oder ohne das "Ska" mein Fall. Erstmal etwas getrunken und etwas gelangweilt, bis ich dann doch noch ein paar Leute gefunden habe, mit denen man etwas quatschen konnte. Assfull of Love (glaube ich, leider stimmte weder Plakat noch Festivalplaner überein) haben dann als nächstes gespielt, aber die hab ich irgendwie verpasst.

Bambix

Bambix hatte ich das letzte Mal an exakt jener Stelle gesehen. Vor ungefähr 100 Jahren, äh nein, etwa 10 Jahren fand nämlich just in dieser Location ein Solidaritätskonzert für ein Jugendzentrum in Neunkirchen statt. Das war allerdings besser besucht, als das hier ;-) Jedenfalls hat sich nicht viel geändert, die Band verteilt immer noch Jägermeister während der Songs, was leider dazu führte, dass sie mein Lieblingslied Seclusion mal schön ordentlich verhunzten. Was umso bedauerlicher war, weil ansonsten alles recht straight gespielt wurde. In der Mitte des Sets wurde mit einer Ansage eine Rollstuhlfahrerin auf die Bühne geholt, die einen Song lang vorne stehen durfte. Mhm, ich frag mich bei sowas ja immer, ob das so korrekt ist. So a la, wir holen jetzt mal den Quotenbehinderten auf die Bühne, weil wir sooo sozial sind. Naja, die anfangs noch etwas unbeholfen wirkende Frau schien sich dann zunehmend sicherer zu fühlen. Hoffen wir mal, dass es ihr Spaß gemacht hat. Jedenfalls gings dann noch ein paar Lieder weiter, aber der Pogo wollte sich ncht so richtig einstellen. Lag vermutlich auch an den Altsuffpunkern, die den Platz vor der Bühne für sich einnahmen und theatralische Abschussszenen und Zwei-Mann-Pogo zeigten. Interessantes Bild jedenfalls. Schöner Auftritt insgesamt.

Rantanplan

Als Nächstes dann Rantanplan, eine der wenigen Skapunk-Bands, die mir richtig gut gefallen. Leider, als alter Snob, aber so richtig nur mit Marcus Wiesbusch. Die späteren Sachen fand ich dann, trotz Don-Fury-Produktion, nimmer so dolle. Naja, man kanns mir ja nicht immer recht machen. Toll waren sie live aber allemal und vermutlich die erste Band des Abends, die fast alle zum Tanzen brachte. Inklusive zweier Mädels, die für einen Tanzwettbewerb auf die Bühne durften, sich nun aber (gegen die Regeln?) das verschwitzte T-Shirt vom Sänger teilen müssen. Etwas auf die Nerven ging dann leider der ständige Hinweis auf den Merchandise-Stand. Am meisten los war sicherlich beim alten Funny-van-Dannen-Hit Unbekanntes Pferd. Schön waren auch die späteren Tanzeinlagen mit Einkaufswagen (wo der wohl herkam?). Die neuen Sachen fand ich nicht so prall und auch die Publikumsbegeisterung ließ leider mit steigender Uhrzeit nach. Spielten aber auch lange, die Jungs.

Schönes Festival, aber der Funke sprang leider nicht so ganz über. Lag aber vermutlich auch am geringen Publikumsaufkommen. Aber man sollte dankbar sein, dass überhaupt nahmhafte Bands in NK-Rock-City auftreten.

Links: Rock 'Em Festival