Samstag, 31. Dezember 2011

So ne Art Jahresrückblick...

Tja, 2011 neigt sich dem Ende zu. Für meine Web-2.0-Karriere war 2011 ein aufregendes, wenn nicht spektakuläres Jahr (von meinen privaten bleibt ihr wie immer verschont). Von daher möchte ich auf ein paar Höhepunkte hinweisen:

Als allerersten Höhepunkt möchte ich hier meine Mitwirkung an einem professionellen Onlinemagazin hervorheben. Ich bin stolz, an einem saarländischen Szenejournal mitwirken zu dürfen und mittlerweile auch dort exklusiv zu veröffentlichen. Sicher, dieser kleine Blog liegt mir am Herzen und die Strategie der Doppelveröffentlichung werde ich weiter fortführen. Aber ein paar Sachen gibts eben nur dort



An zweiter Stelle steht mein Artikel Straight Edge für Wikipedia.Mein zweiter exzellenter Artikel. Einen Haufen Arbeit im Rahmen des 15. Schreibwettbewerbs reingesteckt, was mir letztlich den Sektionssieg in der Kategorie Kultur und den 7. Platz der Gesamtwertung einbrachte. Also:

Straight Edge Tattoo cropped


Was diesen Blog angeht: Seit seiner Entstehung wurde das ganze Ding (laut Blogspot) in der Zeit von Mai 2009 – Dezember 2011 21.772 mal aufgerufen. Im letzten Monat ganze 680 mal. Das ist erfreulich, ob es viel ist, kann ich nicht sagen ;-) Offensichtlich ist Was man aus B-Filmen lernen kann... Folge 2 relativ beliebt, so dass ich in dieser Richtung mal etwas genauer gucken sollte. Ansonsten versuche ich auch weiterhin jedes Konzert, dass ich besuche, zu reviewen. Für 2012 habe ich mir vorgenommen, auch Tonträger (vornehmlich auf iamhavoc) und Filme zu besprechen, mal sehen, was daraus wird.

Ich wünsche allen Lesern des Blogs ein "Frohes neues Jahr und einen guten Rutsch!" Up the Irons!

Mittwoch, 28. Dezember 2011

Morbid Angel am 18. Dezember 2011 - Garage Saarbrücken

Wie mans macht, man machts falsch. Kam ich beim letzten Megapackage eine halbe Stunde zu spät, hatte ich schon eine Band verpasst. Hier kam ich pünktlich und konnte noch gut eine Dreiviertelstunde warten. Allzuviel war nicht los, was sich leider den Abend über auch nicht änderte, obwohl viele erst zu späterer Stunde anreisten. Nicht ganz so wenig wie bei Sodom zu Anfang des Jahres, aber auch nicht wirklich voll. Schade, aber das passt leider zur stagnierenden Old-School-Death-Metal-Szene.
Nervecell live in SB 

Nervecell aus Dubai jedenfalls gibt es seit 2000 und bisher ging die Band dann doch an mir vorbei. Gut, Dubai ist jetzt auf der Metal-Landkarte auch nicht so der Fixpunkt. Laut Metal-archives gibts/gabs in den Vereinigten Arabischen Emiraten 19 Bands. Umso schöner, dass es eine nach Saarbrücken geschafft hat. Nervecell überzeugten mich dann auch mit ihrem hübschen Brutal Death Metal, laut BWikipedia und Reviews mit dezenten arabischen Einflüssen. Müssen sehr dezent gewesen sein, habe nämlich keine vernommen. Hauptaugenmerk des mit 30 Minuten recht kurz angelegten Gigs waren Stücke des aktuellen Albums Psychogenocide, dass ich hiermit auch jedem ans Herz legen möchte. Übrigens inklusive einem Featuring (wie nennt man das im Nicht-Hip-Hop?) von Karl Sanders. es gab aber auch ein-zwei neue Lieder zu hören. Wenn ich recht verstanden habe war der Titel des einen The Holy Bible und hörte sich recht nett an. Das Publikum war aber offensichtlich noch nicht ganz wach, gebangt wurde äußerst dezent. Auch beim Bolt-Thrower-Cover Where Next To Conquer nicht.

Benighted Saarbrücken02

Benighted aus Frankreich traten dann an, um ihren teil zur Tour beizutragen. Ich muss allerdings sagen, ich weiß nicht, ob ich sie gut fand. Immerhin konnte ich sie ja nicht sehen. Nein, ernsthaft, wer immer auf die Idee gekommen ist, zu brutalem Deathgrind würden Stroboskopteffekte gut passen, der sollte mir besser nicht unter die Augen treten. Ich konnte jedenfalls nichts sehen, ohne befürchten zu müssen, mit Zuckungen auf dem Boden zu liegen. Ist ja schon nervig, wenn das einmal an einem Abend passiert, aber mir schien es so, als wäre das den ganzen Gig lang so. Also gings zunächst in den Vorraum und dann auf eine Sitzgelegenheit ohne Sicht auf die Bühne. Ich bin ja eigentlich erklärter Grindcore-Freund, aber mit so Deathgrind-Kram kann ich nicht viel anfangen. Man kann aber sagen, dass die Jungs bemüht waren und auch das Publikum ganz gut abging. Not my cup of tea, wie wir Saarländer sagen.

Necrophobic Saarbrücken 2011

Necrophobic live zu sehen, war dann schon sowas, wie ein kleiner Traum. Die Schweden an der Grenze zwischen Death und Black-Metal zählen doch schon lange zu meinen Favoriten. Naja, zumindest das Album The Nocturnal Silence (ist jetzt auch schon wieder ein paar Jährchen her). Naja, und als ich sie damals vor gut 15 Jahren gehört habe, naja, da schienen sie wie eine der bösesten Bands des Planeten zu sein. Dieser Eindruck ist heute natürlich nicht mehr ganz so. Insbesondere dann, wenn Sänger Tobias Sidegård in so einem dubiosen Gothic-Röckchen auftritt und schon zu Beginn des Intros guckt, als könnte er die Welt vernichten. "Och, guck mal, wie niedlich" werden wohl ein paar mehr gedacht haben. Das Outfit von Basser Alex Friberg fand ich dagegen super.


Schön Old School sozusagen.Gut gefallen haben sie mir sowieso vor allem, wenns ein bisschen thrashiger wurde, also vor allem bei den alten Songs. Musikalisch topfit jedenfalls. Leider sind meine Aufzeichnungen etwas mangelhaft, daher weiß ich nur noch das sie wohl Sacrificial Rites gespielt haben, ihren größten Hit Revelation 666 der Crew gewidmet haben und bei ebenjenem Song Sidegård eine Necrophobic-Flagge mit Pentagram und allem drum und dran herumschwenkte. Aja, genau, musste alles auch sehr schnell gehen, weil die Bands alle schnell zum Flieger mussten. Deshalb gabs ab 22 Uhr nur noch Merch der Hauptband zu erstehen. Dennoch hatten Necrophobic schon ne gute Spielzeit.

Morbid Angel Saarbrücken 2011

Tja, und dann begannen auch schon diemorbiden Engel. Zur Pausenmusik gabs irgendwas seltsames, das neue Moribid-Angel-Album soll auch eher durchwachsen sein... Sollte der Gig jetzt wider Erwarten Scheiße werden? Nein, die Setlist war mit Sicherheit die beste seit Jahren. Nennt einen Morbid-Angel-Klassiker, den sie an dem Abend nicht gespielt haben... Ich glaube, ihr werdet keinen finden. Mit Immortal Rites gings los. Es folgten Fallen from Grace, Rapture, Day of Suffering, Blasphemy of the Holy Gods... Ich glaube aus der Tucker-Phase gabs Bil Ur-Sag und vom neuen Album gerade einmal zwei Lieder (Nevermore und Existo Vulgoré). Nicht schlecht, Herr Specht. Der arme Tucker ist zwar mittlerweile bei Nader Sadek unter, aber etwas mehr Aufmerksamkeit hätte der gute Mann verdient. Auch nicht bei den Engeln spielte Pete Sandoval, der sich einer Rückenoperation unterziehen musste und durch Tim Yeung (Divine Heresy) ersetzt wurde. T-Shirts zollten dem Ausnahmedrummer Tribut, der seit seiner OP nicht mehr spielen darf. David Vincent war an dem Abend super drauf und packte ein altes Lied nach dem anderen aus. Mit Angel of Disease der leider nicht von Trey gesungen wurde (den man unter seinen Haaren den ganzen Gig nicht erkennen konnte), gab auch mein Lieblingslied zu hören. Mit dem Oberknaller God of Emptiness und World of Shit (The Promised Land) war dann Schluss. Für die beiden Zugaben Sworn to the Black und Chapel of Ghouls kam die Band dann noch ein letztes Mal zurück und beendeten nach 90 Minuten eine absolute Hammershow!

Links: Nervecell - Benighted - Necrophobic - Morbid Angel

Dienstag, 13. Dezember 2011

Leningrad Cowboys in der Garage: Der Sprit ist noch da...

Oh mein Gott, der Gripweed legt sich jetzt mit den Multis an. Ich habe den Fehler gemacht und den Saarbrücker-Zeitungs-Artikel kurz vorm Verfassen des Artikels gelesen. Nun ja... Was soll man sagen? Ich bin jedenfalls nicht ganz der Meinung des oder der kfb. Aber der Reihe nach...

Leningrad Cowboys SB 2

Auch in meinem Bekanntenkreis erinnerten sich nicht mehr viele an die Leningrad Cowboys, von daher ist wohl mal wieder eine Geschichtsstunde angebracht. 1989, als Finnland noch kein Exportland zahlloser zahnloser Trendbands, die sich oft genug Metal schimpfen, aber eigentlich Humppa spielen, war, gründete sich mit Beherit eine perfekte Black-Metal-Band. Mist, das war falsch. Also nochmal: Zu dieser Zeit drehte der Kultregisseur Aki Kaurismäki (keine Angst, die heißen dort alle so) den Film Leningrad Cowboys Go America und erfand damit die Band Leningrad Cowboys. Eine dreizehnköpfige Band, die Rock'n'Roll-Klischees und Klischees über Finnland/Russland miteinander verband und so eine irrwitzige Komödie hervorbrachte, die rasch zum Kultfilm aufstieg. 1994 erfuhr der Film mit Die Leningrad Cowboys treffen Moses eine Fortsetzung. Doch Kaurismäki wurde die Geister, die er rief nicht mehr los. Das Monster entwickelte ein Eigenleben, in Form eines dreizehnköpfigen Ensembles, die plötzlich real Musik machten und durch die Welt tingelten. Markenzeichen sind extreme Tollen und absonderlich lange Schuhe, ein mit russischem Akzent gesprochenes Englisch und eine Latte von Coverversionen, die die Band zum Besten gibt. 2011 erschien das Album Buena Vodka Social Club und die Band ging erneut auf Tour. Dabei machte sie auch Station in Saarbrücken, in der Garage nämlich. Dort fanden sich dann kfb und Gripweed auch ein. Der/die eine ein/e Provinzjournalist/in, der andere einer der bekanntesten Blogger Deutschlands Mit zwei unterschiedlichen Auftraggebern. Der eine schreibt für die beste saarländische Publikation, der oder die eine für die Saarbrücker Zeitung. Ist ja gut, ich lasse ab jetzt die Kalauer. Meinungen sind eben wie Arschlöcher. Jeder hat eins. Meine Meinung ist eben eine andere, wie sie in der SZ steht. Jedenfalls bekam ich genau das, wofür ich bezahlt habe:
Leningrad Cowboys Elvis 2

Haufenweise Klischees und alte Kammellen. Fing schon an mit Back in the USSR und ging weiter mit Fight for Your Right (for Party) und dann Enter Sandman und das waren die ersten drei Lieder. Danach gings munter weiter über alle möglichen Lieder, Fremd- und Eigenkompositionen aus über 50 Jahren Rockmusik. Darunter Perlen wie Ring of Fire oder gewagte Cover wie Offsprings Pretty Fly (for a White Guy). Und Tume Uusitalo durfte sich gleich zweimal verkleiden, als Elvis und als Krabbe. Warum? Keine Ahnung, war mir auch egal. "Ihrem Auftritt fehlte es an Ideen und Esprit. Diese Show mag vor Jahren ein großer Spaß gewesen sein. Heutzutage hat das den Charakter eines Kalauers." Zitiert aus der Saarbrücker Zeitung. Kann man so sehen. Was verkannt wird: Die Leute, die in die Garage kamen, wusste was sie erwartet. Natürlich ist das nicht zeitgemäß. Ich finde, dass soll es auch nicht sein. Vielmehr geht es um die Idee, die dahintersteht. Ich wollte all die Klischees und die Sinnlosigkeit der Kaurismäki-Vorlage. Innovationen habe ich keine erwartet.

Leningrad Cowboys Pink Crab

Sicher, mich hat auch das Schlagzeugsolo gestört. Das Krabbenkostüm fand ich auch nicht besonders witzig. Und als Zugabe Born to be Wild und Those Were the Days? Kann man sich auch sparen. Dennoch: ich will von Metallica auch kein Album mit Lou Reed zusammen und wenn Slayer kommen, sollen sie gefälligst auch nur Reign in Blood spielen und dann wieder abzischen. Und genau das habe ich bekommen: schräge Frisuren, dümmliche Kalauer und einen dicken Elvis. Nicht mehr, aber auch verdammichnochmal nicht weniger. Und jetzt gucke ich mir erstmal den zweiten Teil an. Den kenne ich nämlich noch gar nicht.

Links: Leningrad Cowboys

Freitag, 9. Dezember 2011

X-Mas Hexentanz am 2. Dezember 2011 in der Illipse Illingen

"Monoton und Minimal
Meine Welt ist ganz total
Alles was ich will ist da
Monoton und Minimal"

Welle erdball Illingen 2011


Seit dem 2. Dezember 2011 geht mir das verdammte Lied nicht mehr aus dem Kopf. Und schuld sind einziog und allein Welle:Erdball. Ganz, ganz schlimm. Jedenfalls hatten Welle:Erdball schon begonnen, als ich mit einem Kollegen die Halle betrat. Folgerichtig heißt das, ich habe auch den Bandcontest verpasst. Von daher kann ich die Mehrheitsentscheidung des Publikums weder kritisieren, noch loben. Aber dazu später mehr. Jetzt regierte für 90 Minuten erstmal der Retro-Future-Sound von Welle:Erdball. Retro-Future? Was soll denn das sein? Nun, dazu muss ich etwas Werbung für mein Lieblings-Computer-Magazin Retro und dessen sympathischen Herausgeber, den Herrn Enno Coners, denn ohne im Speziellen diese Ausgabe hätte ich wohl nur elektronische Musik gesagt. Weiß auch nicht, ob man Welle:Erdball wirklich als Retro-Future-Band bezeichnet. Ich empfinde sie jedenfalls so. Im Prinzip handelt es sich bei der Band um eine bereits vergangene Version von der Zukunft. Klingt komisch, ist aber so. Die Sounds klingen wie aus dem C-64er, besungen werden Super-8, der Gameboy oder Starfighter und zwar in einer Form, als wären diese Dinge nicht vergangen, sondern die Zukunft. Musikalisch irgendwo zwischen NDW und Kraftwerk, aber mit modernen oder modern aussehenden Mitteln geschaffen. Dazu flimmern Videoleinwände mit Tic-Tac-Toe-Mustern, Papierflugzeuge werden gestartet und nicht zuletzt riesige Luftballons gestartet. Ich kann nur sagen: wer Welle:Erdball noch nicht live gesehen hat, der sollte bei der sich am nächsten bietenden Gelegenheit auf ein Konzert einschleichen. Sehenswert und musikalisch ein ganz neues (altes) Erlebnis.Ich habe sie jetzt zum dritten Mal gesehen. Als alter Metaller vor acht Jahren verabscheut, vor drei Jahren wiederentdeckt und für gut befunden und jetzt nur noch am Feiern.



Nach Welle:Erdball wurden die Gewinner des Bandcontestes verkündet.

Siren’s Legacy konnten sich gegen ihre Konkurrenten Hooray (2. Platz) und Unchained durchsetzen. Wie ich von anderen Besuchern erfahren habe, müssen Unchained einen schlechten Tag erwischt haben und ansonsten eigentlich gut rocken, so Metalcore-technisch. Kann ich nicht soviel zu sagen. Als Gewinnerband erhalten Siren’s Legacy jedenfalls einen Auftritt beim Hexentanz-Festival 2012. Viel Erfolg dort! Ich bin mit Sicherheit dort auch am Start, weiß nur nicht, ob zu dieser (vermutlich frühen) Stunde.

Fiddlers Green2


Aber vorbei war der Event jedoch noch nicht. Sollte es doch nun mit Fiddler’s Green weitergehen. Waren bisher noch nicht auf meinem Schirm. Ich gebe gerne zu, mit Folk-Rock bzw. -Punk nicht so vertraut zu sein und dies bisher auch noch nicht bereut zu haben. Aber Fiddler’s Green sind live schon eine echte Bank. Und was für eine geniale Mischung ist das bitte? Zuerst Retro-Future-Sound, dann Retro-Rock-Sound, zwei Extreme, die aufeinanderprallen. Die einen prahlen damit, das alles handgemacht ist, die Welt der anderen ist monoton und minimal. Und dabei ist die Musik von Welle:Erdball ja auch handgemacht, auf andere Art eben. Großes Lob an den Veranstalter diese beiden Welten aufeinanderprallen zu lassen. Absurderweise beweisen aber gerade Fiddler’s Green, dass "handgemachte Musik" nur eine Mär ist. Denn wie peinlich ist es denn bitte, zuerst darauf hinzuweisen, dass alles handgemacht ist und dann ein fünfstimmiges Geigenspiel mit einer Geige aufführen zu lassen? Macht sie jetzt nicht gerade glaubwürdig. Handgemachter Effekt eben ;-) Das Publikum schiens nicht zu stören und so präsentierten Fiddler’s Green vor allem Lieder ihres neuen Albums Wall of Folk, natürlich auch die neue Stadionhymne des 1. FC Nürnberg Fields of Green/Nie zu spät, auf Platte mit dem Typen von In Extremo. Also eigentlich ist die Mischung Fußball-Folk-Mittelalter-Rock zu viel für meine armen Nerven. und allein bei der Erwähnung der drei Worte rollen sich meine Fußnägel hoch. Aber seltsam, an diesem Abend schien das zu passen. Die Band war toll, spielfreudig und das genaue Gegenteil von arrogant. Gegen Ende gabs dann auch noch eine wundervolle Wall-of-Folk und ein Folk-Pit. Ist im Prinzip wie eine Wall-of-Death nur dass sich alle lieb haben und nackt tanzen. Leider anscheinend nur die Männer (aber die lassen ihre Hosen an). Und das Folk-Pit (heißt das eigentlich so? Geht um einen höher gelegenen Vorturner. Aber was schreib ich da. Seht doch selbst (Sound wie immer bescheiden):



Dann gabs noch einen Tribut an Paddy Murphy, den vermutlich die Band nicht mal kennt ;-) und zum Abschluss wurden die verbliebenen Gäste nochmal nach vorne gerufen. Waren nur leider nicht mehr so viele, da auch schon ein Uhr war. Hammer Abend jedenfalls!


Links: Welle:Erdball - Fiddler's Green - Rock im Dorf

Sonntag, 4. Dezember 2011

Thrashfest Classics - 30. November 2011 Garage Saarbrücken

Ohne Zweifel, dass Thrashfest Classics ist eine wunderbare Idee. Fünf Bands, die zur absoluten Speerspitze des Thrash Metals, der Königsdisziplin des Metals, zählen, treten an, um Stücke ihrer Klassikeralben zu performen und ignorieren den oft halbgaren neuen Output. Eine gute Idee, wenn das Ganze natürlich an der Bürokratie scheitert. Denn als ich um kurz vor 18 Uhr die Garage betrete, sind Mortal Sin aus Australien bereits fertig. Unglaublich! Wer hat denn bitte wochentags um diese Zeit die Möglichkeit ein Konzert zu besuchen? Ich jedenfalls nicht. Was für eine verdammte Frechheit. Wem kann man da den schwarzen Peter zu schieben? Der Garage? Nein, die sind an die Anwohner gebunden. Dem Veranstalter? Nein, der ist an die Garage gebunden. Dem Tourveranstalter? Der ist an seine Verträge gebunden. Also, am Schluss Niemandem. Scheiße. Jedenfalls hätte es für mich Lieder vom gigantischen Mayhemic Destruction-Album und dem Nachfolger Face of Despair gegeben. Ersteres ist jüngst in einer Neuauflage mit dem aktuellen Album neu aufgelegt worden. Kauftipp!!!


Statt Mortal Sin erwartete mich also Heathen. Wer die Jungs kennt, weiß was einen erwartet. Nämlich abartig genialen technischen Bay-Area-Thrash der Spitzenklasse. Beschränkt wurde die Setlist auf Victims of Deception und das Debütalbum Breaking the Silence, also zwei der besten Alben aller Zeiten. Schade, dass das Publikum noch nicht so in Freudenstimmung war und bis auf Sänger David White auch noch nicht so viel Power von der Band rüberschwappte. Ist aber klar, Lee Altus musste ja später mit Exodus nochmal ran. Als letzten Song gabs Death by Hanging, danach wurde das Publikum in die Arme von


Schmier von Destruction entlassen. Als Drei-Mann-Band angetreten, war es doch nur Schmier, der die Show alleine schmiss. Das Publikum war nun auch etwas erwacht und es gab sogar kurz sowas, wie ein Pit. Trotzdem waren lediglich die ersten drei reihen gefüllt und dann war da eine klaffende Lücke. Das Publikum feierte die Lieder von Sentence of Death und Infernal Overkill. Sehr unsouverän jedoch als Schmier Wünsche einforderte und die ersten beiden reihen unisono Devil's Soldier forderten, das jedoch nichht erfüllt werden konnte, weil sies nicht geprobt hatten. Jetzt mal ernsthaft: insgesamt 13 Songs waren zum Lernen. Hallo? Stattdessen gabs dann The Ritual. Hätte er mal besser seine Klappe gehalten von wegen Publikumswünsche. Aber es wurde noch seltsamer: letztes Lied war Curse of the Gods, aber das stand doch gar nicht zur Disposition? Ich meine auf der Thrashfest-Seite stehen doch die Alben und Eternal Devastation war nicht dabei. Aber egal, ein Hammer-Auftritt wars auf jeden Fall.


Nachdem der erste Headliner vorbei war, betraten Sepultura die Bühne. Ich war schon etwas gespannt, wie sich der "Neue" da so macht, habe ich Seppltura doch seit der Roots Chaos A.D. geflissentlich ignoriert. Naja, zum Glück gabs durch die Selbstbeschränkung auf ebenjenes Album, Arise und Beneath the Remains nicht zum hundertfünfzigsten Mal in diesem Jahr Roots Bloody Roots zu hören. Denn manche Songs reifen nicht wie guter Wein, sondern werden irgendwann direkt zu Essig. Ja, blablabla, und wie wars jetzt, lieber Gripweed? Gut wars, lieber Leser. Derrick Green, mittlerweile ein Jahr länger als Max Cavalera in der Band, aber für alle Anwesenden immer noch der Jungspund, performte ausschließlich Lieder, an deren Entstehung er nicht beteiligt war. Und zwar so gut, dass man den Max gar nicht vermisst hatte. Ein absoluter Hammerauftritt, den ich nicht so schnell vergessen werde. Alle Klassiker, von Mass Hypnosis über Dead Embryonic Cells nach Territory, alles dabei. Nur das unsagbar langweilige We Who Are not as Others hätte man sich sparen können. Gut, irgendwann muss man ja auch aufs Klo gehen. Natürlich, bei drei Hammeralben und einer Spielzeit von etwas knapp über einer Stunde vermisst man immer was. Aber eigentlich gar nicht so viel, denn Biotech is Godzilla gabs ja schon bei Cavalera Conspiracy

Exodus Xmas

Ein bisserl Bammel hatte ich vor Exodus, hatte ich sie doch in nicht so toller Erinnerung. Doch meine Bedenken waren wie weggewischt, denn diesmal herrschte guter Sound und ein gut aufgelegter Rob Dukes, der ja irgendwie immer so aussieht, als wäre er gerade vonner Straße eingesammelt worden und würde jeden Moment bei einem Hundekampf als Pittbull auftreten. Leider war bei Exodus offensichtlich, dass die meisten wegen den Seppls gekommen waren, leerte sich die Halle doch ein wenig.

Die Beschränkung betraf diesmal eines der besten Alben aller Zeiten, Bonded by Blood nämlich, und die beiden Alben Impact Is Imminent (imho so la la), sowie Pleasures of the Flesh. Warum die Aufteilung so komisch war (Fabulous Disasters wurde ignoriert), wurde einem irgendwie nicht klar. Das vorletzte Lied war nämlich The Toxic Waltz und das ist auf Fabulous Disasters. Seltsame Politik. Mir hätte sowieso Bonded by Blood gereicht. Und davon gabs auch ordentlich was auf die Ohren: Lesson in Violence, Piranha, Metal Command , Exodus und natürlich als Abschluss Strike of the Beast. Zwischendurch gabs mehrere zaghafte Circle-Pit-Anläufe und gegen Ende eine ziemlich kleine Wall-of-Death. Und weihnachtlich wurde es auch, sammelte Rob Dukes doch Weihnachtsmannmützen für einen guten Zweck die restlichen Bandmitglieder. Und einen Song hielten sie das Ganze auch aus. Am Schluss hatte nur noch der Höllenhund persönlich das Ding auf dem Kopf. Gigantisch!

Links: Mortal Sin - Heathen - Destruction - Sepultura - Exodus - Thrashfest

Sonntag, 27. November 2011

Fozzy + Support live im Kleinen Klub am 19. November 2011

Seit dem Anthrax-Konzert vor einem halben Jahr wollte ich Fozzy unbedingt live sehen. Falls ihr euch erinnert: ich hatte sie damals verpasst und nur Gutes über die Band gehört. Großartig jedenfalls, dass sie ein knappes halbes Jahr später zu ihrer Europatournee aufbrachen und als letzte Station ausgerechnet den Kleinen Klub ausgesucht haben. So muss das sein. Manchmal erfüllen sich Wünsche schon vor Weihnachten. Kurz nach 20 Uhr betraten wir dann den Konzertort. Anscheinend hatten wir die Vorband Codejak schon verpasst. Stattdessen spielten gerade

Sister live SB

Sister auf. Punkiger, Sleaze-Glam-wtf-Metal von Schweden, die coole Posen wirklich drauf haben. Gingen gut nach vorne und zeigten dem angereisten Publikum, was eine Harke ist. Als Anheizer exzellent und musikalisch der Hauptband eindeutig überlegen. Aber das wusste ich natürlich noch nicht, denn

Fozzy live Sb1

als Fozzy die Bühne betraten, war meine Welt noch in Ordnung. Und ehrlich gesagt gefiel mir die Show auch von Anfang an ganz gut, bis mich jemand darauf aufmerksam machte, dass der gut gelaunte Wrestler da vorne auf der Bühne mal schön Playback sang. Ich gebs ja zu, ich habs schon vermutet gehabt und mich angestrengt die fehlerhaften Lippenbewegungen zu ignorieren. Aber nachdem ich darauf hingewiesen wurde, fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Nein, da gab es nichts zu leugnen, das war astreines Playback. Nun, jetzt steh ich heute, rund eine Woche später, vor der Frage, wie zur Hölle ich damit umgehen soll. Denn diese Feststellung hat mir das Konzert madig gemacht. Dazu kommt noch, dass ich mehrfach, auch in den darauffolgenden Tagen, darauf hingewiesen wurde, dass Chris Jericho aussah und agierte, wie Dieter Bohlen mit dicken Armen. Eigentlich gefiel mir das Konzert doch ganz gut, oder? Aber auch die Frage, obs mir als Wrestling- oder Musikfan gefallen hat, stürzte mich vor wenigen Tagen in eine Krise. Und ehrlich gesagt... Ich weiß es nicht. Musikalisch finde ich Fozzy eigentlich ganz ok und ich bin auch stolzer Besitzer des Doppelalbums Chasing the Grails/Remains Alive. Auf dem Livealbum hört man, dass er live singt. Warum zur Hölle dann nicht in Saarbrücken? Weils der letzte Gig auf der Tour war? Zu viel gebechert bei den Geburtstagskindern? Enemy, die Zugabe, jedenfalls war live, das hörte man. Ich meine, scheiße nochmal, ich wollte es doch gut finden. Aber ich kanns einfach nicht...

Für alle, die enttäuscht sind; Neckbreaker schreibt wohlwollender!

PS: Auf dem Gig hab ich noch die neue Hellowed erworben. Review gibts bald hier an dieser Stelle oder bei Iamhavoc.

Sonntag, 13. November 2011

Saar Rock History Volume 1 & 2 - Review



Als alter Musikenthusiast bin ich bei solchen Veröffentlichungen, und dann noch vom Stadtverband, ja etwas skeptisch. Ist das eine Werbemaßnahme für den Stadtverband, eine Selbstbeweihräucherung für die paar Promis, die wir im Saarland haben, oder tatsächlich der Versuch die gesamte Rock-Szene des Saarlands darzustellen. Nun, nix von allen dreien, wie wir später sehen werden. In erster Linie wird tatsächlich versuchteine möglichst umfassende Geschichte der saarländischen Populärmusik abzuliefern. Dabei wird sowohl Wert auf den Underground, als auch auf bekannte oder mitunter auch schon nicht mehr bekannte Bands gelegt. Zunächst: Verantwortlich das Projekt sind in erster Linie Roland Helm und Norbert Küntzer, beide selbst Musiker und in der saarländischen Szene aktiv.

Das mit knapp 40 Euro etwas teuere Buch umfasst fast 500 Seiten. Enthalten ist die komplette, längst vergriffene Volume 1 (ca. 139 Seiten). Es beinhaltet nicht nur um die Darstellung eizelner Bands, sondern auch Hintergrundgeschichten, Anekdoten, Erlebnisberichte und Interviews aus rund 60 Jahren Rock- und Popgeschichte. Natürlich beinhaltet das Buch auch die üblichen Verdächtigen wie Frank Farian, Blackeyed Blonde oder Patricia Kaas. Aber das stört auch nicht, wenn daneben eine Zeitreise durch die saarländischen Jugendzentren der 1980er Jahre mit Konzertaufnahmen aus dem altehrwüdigen AJZ Homburg und der Toten Hose in Rohrbach  geliefert und dem JUZ Försterstraße gar ein eigenes Kapitel gewidmet wird. Tatsächlich ist es schwierig aus den wirklich interessanten Themen einzelne herauszugreifen, aber ich möchte ich an dieser Stelle dennoch ein paar meiner Favoriten (nach den genannten) kurz vorstellen:

Aus dem ersten Teil ist sicherlich der Bericht aus der Heavy-Metal-Szene in Neunkirchen (Saar) am interessantesten. on den angesprochenen Bands kannte ich gerade mal Lancelot, die in den USA ihr Glück versuchten. Die Geschichte von lancelot wird dann auch in Volume 2 fortgesetzt. Auch das Kapitel "No Future" über die saarländische Punkszene zeigte mir, dass auch vor meiner Zeit eine lebendige Szene im Saarland war, deren Exponate vermutlich in den Händen einzelner Sammler liegen und die nie einer breiten Öffentlichkeit bekannt wurden. Allerdings fand ich den ersten Teil dann doch weniger attraktiv, als den vollgepackten zweiten. Sehr gut der Artikel über das Devil's Place, die Hip-Hop-Geschichte des Saarlandes (inkl. Nyze, aber leider ohne Die Coole Gang und DCVDNS) und die geschichte von Hermann Ze German. Auf etwas mehr als 50 Seiten werden auch aktuelle und vergangene Bands im Kurzporträt vorgestellt. Eine interessante Fundgrube durch alle Musikstile.Insgesamt werden in einem Glossar dann auch noch 1421 Bands vorgestellt, wo man sich doch fragt, wie da bitte die Auswahl bzw. die Recherche war, wenn Spielbann, Dethroned und sogar die Krawallbrüder fehlen, dafür aber Old Pagan erwähnt werden. Ich vermute auch bei letzteren wurde nur aus Versehen diese Split unterschlagen.

Naja, komplett wäre auch sehr schwer gewesen. So liefert das Buch einen vielschichtigen und sehr interessanten Einblick in die saarländische Musikgeschichte. Kompetent zusammen getragen und unterhaltsam erzählt. Ein großes Lob an die Macher!

Links: Offizielle Website

Samstag, 12. November 2011

All Aboard!, Finding Faith, Cowboy Poetry & Friends... am 5. November JUZ Illingen

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er viel erzählen. Und so begab es sich, dass die Europa-Tournee von All Aboard! mit Cowboy Poetry auch im kleinen, beschaulichen Illingen Station machte. Quasi ein Heimspiel für Cowboy Poetry...

Friends and Liars Juz Ill

Tja, da sucht man sich als Rezensent aus dem fulminanten Angebot von Iamhavoc.de eine Scheibe aus, die man a) selbst schon heruntergeladen und b) von einem jungen Mann, den man am nächsten Tag bereits sieht. Naja, als vielbschäftigter Mann hat man ja nicht alle Termine im Kopf. Die Rede ist natürlich von Friends & Liars. Der Liedermacher eröffnete den Abend und präsentierte (natürlich) auch die am Tag vorher rezensierte Extended Play in Gänze. Zusätzlich gabs noch ein paar weitere, tolle Lieder. Für das tolle My Fork in the Road wurde auch Cowboy Poetry auf die Bühne gebeten. Als Video gibts aber das wirklich tolle Dog Saves Dog, das auch den Letzten überzeugen sollte sich die KOSTENLOSE EP runterzuladen.



Cowboy Poetry, der heimliche Star des Abends trat als nächstes auf die Bühne. Eigentlich sollte jetzt seine Band Finding Faith performen, doch anscheinend war der Gitarrist zu betrunken und der Schlagzeuger zu nüchtern. Oder doch umgekehrt? Egal, sollten mal lieber straight edge werden. Für die, die meine Wikipedia-Arbeit verfolgen, der Artikel Straight Edge, der hier verlinkt wurde erreichte Platz 1 der Sektion Kultur im letzten Schreibwettbewerb, kandidiert gerade zum Exzellenten Artikel. Drückt mir die Daumen!

Cowboy Poetry juz ill

Cowboy Poetry sah ich jetzt bereits zum dritten Mal und es ist wirklich immer wieder toll. Seine Lyrics über Freundschaft, Punkszene und das Leben auf Tour berühren einen tief dreiEuro ins Phrasenschwein. Nein, wirklich tolle Musik. Am besten gefiel mir der Song über seine saarländische Heimat mit Manowar-Querverweis. Weiß leider nicht, wie das Lied heißt. Für das fantastische Apocalypse Now wurde sich dann auch von Friends & Liars revanchiert, der mit Melodica bewaffnet die Bühne betrat und Cowboy Poetry unterstützte. Toller Auftritt!



Da mein Kollege noch was zu beißen benötigte, gings dann mal kurz das Illinger Nachtleben untersuchen. Ich kanns euch verraten: Es gibt keins. Kurz beim Asia-Bistro gestärkt, gings zurück, wo Finding Faith leider gerade ihr letztes Lied spielten. Mist, Gig verpasst, journalistische Sorgfaltspflicht verletzt... Naja, da Cowboy Poetry ziemlich kaputt aussah, wars wohl ein ziemlich guter Gig.

All Aboard Band


All Aboard!
waren mir unbekannt. Ihr Independent- oder Alternative-Rock- oder wie man das heute jetzt so nennt, kam jedoch gut an. Eigenbezeichnung: punkrock mit herz und seele. Punkrock darf ja alles, aber für Punk war mir die Mucke dann aber doch zu soft. Ich bleibe bei Alternative Rock. Und der ging gut ins Ohr. Lieblingslied: Die unten verlinkte Powerballade Values (habe kein Mikro, deswegen muss es immer was ruhiges sein, wenn ich aufnehme). Leider nicht auf ihrem dennoch sehr empfehlenswerten Album Twelve Little Compliments zu hören. Überflüssig zu erwähnen, dass auch hier wieder Cowboy Poetry die Bühne betrat und einen Song mitsang. Muss eine tolle Tour gewesen sein. Wenn sie mal n Mercher brauchen...



Sehr tolles Konzert!

Freitag, 4. November 2011

Review - Friends & Liars: EP 2010

Bereits 2010 veröffentlicht, doch seit 2011 kostenlos bei tapetapetape erhältlich. Lohnen sich die fünf Minuten Zeit, die man investiert auch wirklich?
Friends and Liars ist keine Band, wie man dem Namen nach vermuten kann. Hinter Friends and Liars verbirgt sich der Musiker Thomas Backes, der zur Zeit anscheinend in Trier oder Mainz zu Hause ist, aber ursprünglich aus dem Saarland stammt. Ein Singer-Songwriter im Hardcore-Punk-Context ist ja heute nicht mehr so unüblich, man denke nur an Walter Schreifels oder Chuck Ragan. Tatsächlich ist die Stimme von Friends and Liars sehr angenehm, was man nicht vermutet, wenn man weiss, das Thomas sein Glück normalerweise bei And Plagues Will Follow versucht. Sein Akustikpunk ist jedenfalls sehr schön anzuhören und wer auf solche Mucke steht, kann sich ja mal unverbindlich die EP bei Tapetapetape saugen. Mein Favorit ist das etwas flottere Won't Make It to the Dance, mit netter Pointe gegen Ende. Und eurer?

Iamhavoc.de


Vielleicht wirds ja den einen oder anderen verwundern, warum meine Beiträge mittlerweile bei Iamhavoc.de gespiegelt werden. Nun, dafür gibts einen einfachen Grund: Kohle. Gripweed hat sich ausverkauft, um mit seinen Beiträgen endlich mal Geld zu verdienen. Nein, quatsch. Iamhavoc ist ein wunderbares Portal für die regionale Szene und daher sind meine Beiträge dort in guten Händen. Schaut doch bei Gelegenheit dort mal rein. Auf weiter gute Zusammenarbeit, Gripweed

Mittwoch, 2. November 2011

The Baboon Show, Prinzessin... und The 's live im Trierer Exil, 29. Oktober 2011

Guten Freunden schenkt man eine Fahrt nach Trier und so gings am 29. Oktober 2011 in die Bistumshauptstadt des ältesten Bistums nördlich der Alpen (für meine katholischen Leser). Und dort im altehrwürdigen Exil sollte es dann drei superbe Bands zu erleben geben. Leider nicht im Kellergewölbe, sondern in einem weiter oben gelegenen, kleineren Saal. Naja, auch nicht schlimm. Etwas verwirrend, das um 20:30 noch niemand da war und auch noch niemand gespielt hatte. Die Sause ging erst um 21:30 los und zwar...

The 'S live in Trier  

...mit meinen Dauergästen von The 's. Leider war zu dieser frühen (?) Stunde noch nicht so viel los. Aber den anwesenden Gästen wurde eine wunderschöne Show geboten. Nach einem knackigen Intro folgten die von der Single bekannten Hits Hairy Girls on Acid, 5th Avenue und Liquor in the Front. Welche Songs noch gespielt wurden, könnt ihr auf meinem neu eingerichteten YouTube-Kanal erfahren. Also, wenn ich endlich erfahre, wie die Lieder heißen. Aber Vorsicht, so mit der richtigen Tonaufnahme habe ichs noch nicht so drauf. Aber egal, The 's hatten auch was neues mitgebracht, nämlich den Überhit Ass, Wind & Fire. Klasse Song. Langsam klappts auch mit dem Stageacting, auch wenn etwas mehr Rumgepose den Jungs nicht schlecht zu Gesicht stände.





Prinzessin Halts Maul waren die nächsten. Diese verfügten anscheinend in trier schon um eine beständige Fanbase, denn vor der Bühne war plötzlich die Hölle (naja, ein paar mehr) los und es wurde von Beginn an gepogt und mitgegröhlt. Eine reife Leistung, denn wie schon bei der The 's Release Show verstehe ich live kein Wort. So ging auch das Bubonix-Cover (siehe Video) etwas unter. Jedenfalls sind Prinzessin Halts Maul eine klasse Band, die jedoch, wie ich finde, auf Platte musikalisch besser sind, als die Live-Shows es vermuten lassen. Das soll nicht heißen, dass die Liveshows scheiße sind, eher im gegenteil. Die Band ist super motiviert und agil. Aber die Musik klingt irgendwie anders als auf Platte.



Baboon Show 3

The Baboon Show dürften der heißeste Export aus dem skandinavischen Raum seit Turbonegro sein. Zur Präsentation des neuen Albums Punk Rock Harbour gings auf Deutschland-Tour und der gemischt-geschlechtliche Vierer zeigte den deutschen Fans und solchen, die es werden wollen, was eine Liveshow bedeutet. Für die Support-Bands der wahre Graus, blasen die Schweden doch mal locker alles weg, was vorher war. Das liegt vor allem an der Präsenz von Frontfrau Cecilia Boström. Unglaublich, was die Dame an dem Abend leistete. Begann schon damit, dass sie durch die Menge zur Bühne tanzte. Stillstehen war nicht. Den ganzen Gig über nicht. Musikalisch eine Mischung aus Blondie und X-Ray Spex. Präsentiert wurden vor allem Lieder vom neuen Album. Die Hitdichte dort ist etwa vergleichbar mit dem ersten Ramones-Album. Wobei man auch hier erwähnen sollt, dass das Album nicht ganz so hart ist, wie sie live rüberkommen. Bis dato der beste Liveauftritt von 2011 und wohl auch kaum zu überbieten.



Links: The Baboon Show (MySpace)

Donnerstag, 27. Oktober 2011

Nesseria Release Party am 20. Oktober 2011 im Jazzkeller Saarbrücken

Wenn normalerweise der Headliner ausfällt, siehts oft problematisch aus. Die Leute wollen ihr Geld zurück, hauen alles kurz und klein oder tauchen erst gar nicht auf. Nicht so, wenn das kleine, sympathische Label Wooaargh was auf die Beine stellt. Denn so sah es zu Beginn der Veranstaltung leider aus: die Franzosen von Nesseria standen irgendwo in Frankreich, weil der Van kaputt war. Und da sie aus Orléans stammen, sah es so aus, dass sie ihre eigene Release-Show verpassen würden. Und so kam es dann auch. Nun, für namhaften Ersatz war jedenfalls gesorgt, aber dazu später mehr. Jedenfalls gabs für einen kleinen Aufpreis die neue Nessaria-Split-LP (Partner ist CttToaFF), die ich zu meiner Schande noch nicht gehört, aber sehr wohl im Regal bzw. in der Plattenbox stehen habe. Nun gut, zu recherchezwecken habe ich mir gerade ein paar Lieder über MySpace reingezogen. Klingt ziemlich black-metal-lastig, teilweise sehr schleppend, aber durchaus nett anzuhören.

No Hope

Los gings mit den Doomcorelern von No Hope. Und die waren natürlich vor allem eins... laaaaaaannnnnnngsaaaaaaaamm. Konsequenterweise ohne Ansagen doomten sie sich dann so durchs Set, war auch nett anzuhören, aber es kommt einem schon vor, als würde es ewig dauern. Eine halbe Stunde (gefühlte eine Stunde) später wars dann rum. Die Anheizerposition hatten sie damit zur Zufriedenheit aller ausgefüllt. Hat mir gut gefallen.

Bitterness Exhumed

Bitterness Exhumed sind erfahrene Profis aus K-Town (wos no punks gibt, wie man weiß) und musizieren in unterschiedlichen Besetzungen unter anderem bei Mindflair und Kent Brockmann. Das Projekt existiert seit 2010 und wenn man sich die MySpace-Biografie anguckt, hat man n bisserl Angst vor soviel Bitterness. Aber wie gesagt, mit Mindflair, Brockmann und zig anderen Projekten dominiert man die Grind- und Crust-Szene in K-Town und Umgebung seit fast 15 Jahren. Da kann man schon ein bisschen verbittert an die Sache ran gehen. Wenn man natürlich auch heute noch zeigen kann, wo der Hammer hängt und als leuchtendes Vorbild in eine neue HC-Zeit marschiert... oder besser schlurft, ja schlurfen ist gut. Ach nee, das waren No Hope... Naja, egal, Bitterness Exhumed stellen zwar auch keine Geschwindigkeitsrekorde auf, sind aber doch einen ganzen Zacken schneller als die Vorgänger. Die Lieder waren sehr lang, eins das ich mitgeschnitten habe, dauerte 7 Minuten (leider war der Ton nix). Zu hören gabs gefälligen crustigen Hardcore, der bei den Zuschauern ziemlich gut ankam.

Souls for Sale

Souls for Sale aus Bielefeld (sic!) übernahmen den vorletzten Teil des Abends und gaben auch bekannt, dass es Nesseria leider nicht mehr schaffen. Aber sie kündigten einen Auftritt der Lokalhelden Burt an, deren one-sided 7'' übrigens ausverkauft ist. Souls for Sale gingen dann sehr metallisch zu Werke und beeindruckten das Publikum zum dritten Mal an diesem Abend. Insbesondere eine Slayer-Hommage (ich glaube jeder liebt Slayer) mit ähnlichen Riffs und versuchter Gesangsführung á Tom Araya heizte dem Publikum zu später Stunde noch gut ein.



Burt hatten dann leichtes Spiel von dem leider langsam kleiner werdenden Publikum. Auf geliehenen Equipment und fast ohne Soundcheck holzten sie sich dann durch 10 Minuten á 30 Lieder. Alles dabei, zu Homöopathische Kackscheisse und Seifenblasen hab ich auch ein Video gedreht. Der Ton ist leider nicht so dolle, aber zumindest ein Video ist für den Blog (bzw. die Parallelveröffentlichung auf iamhavoc.de) doch ok. Jedenfalls gabs noch ein Minor-Threat-Cover (Small man, Big Mouth) und ansonsten cooles Geholze. Der Sänger erzählte bei Mann vom Zollamt, dass wegen ihm eine 7''-EP in Deutschland offiziell indiziert ist, weil sie beim Zoll hängengeblieben wäre. Da frage ich mich, handelt es sich um dieses Kleinod? (Keine Angst, der Link beinhaltet die zensierte Version). In der aktuellen BPJM-Liste wird die EP allerdings nicht geführt, aber ich erinnere mich, mal was im Plastic Bomb gelesen zu haben. Wie klein doch die Welt ist. Ergänzung: Es handelt sich bei der besagten Platte um eine Split-7'' von MDC, die (aus was für einem Grund auch immer) indiziert wurde.



Links gibts hier nur zum Jazzkeller (empfehlenswerte Location), die Bands sind im Bericht verlinkt: Jazzkeller Saarbrücken

Freitag, 21. Oktober 2011

Amanda Rogers Doppel-Review, 8. und 9. Oktober 2011

Wow, mein erster Tourreport. Naja, wie es dazu kam später. Fangen wir chronologisch an.

8. Oktober 2011

Am Samstag, dem 8. Oktober 2011 gastierte Amanda Rogers im Neunkircher Jugendzentrum. "Amanda wer?", werden jetzt einige verwundert fragen und auch ich landete eher zufällig auf diesem Konzert, war es doch nur sogenannte "Secret-Show", die nur über so Außenseitermedien wie Facebook, Twitter und die eigene Homepage beworben wurde. Also für den Normalsterblichen kaum zu erfahren. Aber zurück zur Frage, wer diese Amanda Rogers überhaupt ist. Laut laut.de lehrt diese anmutige Dame schon seit fast 15 Jahren den "harten Jungs mit ihrem Pianospiel, zarten Gesang und direkten und ehrlichen Lyrics" das Fürchten. Nein, Moment, bringt sie "zum Schweigen und Schwelgen". Also bringt sie "zum Schweigen" klingt schon ein bisschen wie Mafia... Gut ich höre auf Zitate aus dem kontext zu reißen. Ich hoffe ihr bekommt eine Idee davon. Amanda Rogers ist also neudeutsch eine Singer-Songwriterin, die meist im Vorprogramm von Indierock- und Hardcore-Punkbands aufgetreten ist und alleine mit ihrem Keyboard Liedchen trällert. Zu diesem Umfeld gehört auch die Gruppe The Pleasants, bei der sie mit Mike Matta zusammen als Duo auftritt. Der gute Mike blieb aber an diesem Tag zu Hause.


Vorband gabs auch. das übernahmen die Local Heros von Bermuda Zen. Die machten ihre Sache auch ausgezeichnet. Gefälliger Alternative-/Indie-Rock mit einem sehr guten Sänger. Musikalisch ließ zwar die Abwechslung etwas zu wünschen übrig (sie fehlte), aber als Opener doch ganz gut. Meine Lieblingslied war jedenfalls Fat Man Walking.

Amanda Rogers JUZNK

So, dann mal der Amanda lauschen. Sehr ruhig, wenig schnelle Passagen. Sehr schöne Singstimme. Fand ich super! Ihre etwas schnelleren Ragtime-Stücke sind auch nicht zu verachten. Großartige Präsenz, gehauchte Ansagen und alles in allem ein sehr, sehr ruhiges Konzert. Als Abschluss noch Three Fishers, ein Lied eines irischen Songwriters namens Stan Rogers (nicht verwandt noch verschwägert mit...) und ein schnelleres Stück. Dann wars rum.

9. Oktober 2011
Und vor lauter schlechtem Gewissen, dass ich die Hälfte des Abends mal wieder vor der Tür verbracht hatte, gings dann gleich am nächsten Tag mit einem ebenso beeindruckten Kollegen ins nahe gelegene JUZ Saarlouis. Dort konnte ich auch zum ersten Mal meine Kamerafunktion ausprobieren, mein erstes YouTube-Video daher hier:



Aber vorher gabs auch hier Musik. Sarah Wilkins (keinen Link gefunden) hatten wir schon verpasst, aber wir kamen noch gerade rechtzeitig zu...

The Fridge

The Fridge. Ein okayer Schweizer Liedermacher. Auch ein bisschen ruhig, für meinen Geschmack etwas zu ruhig. Aber er hat was zu sagen, leidet aber unter dem häufigen Namensproblem, daher ein Pseudonym. Ob das aber wirklich hilft, wenn man sich Kühlschrank nennt? Da gibts doch auch zu viele Google-Treffer. Sein Album gibts aber bei Bandcamp und es lohnt sich für alle die, die auf ruhige Klänge mit teilweise politischen Texten stehen.

Whale Vs Elephant JUZ Saarlouis

Danach folgten Whale vs. Elephant, ein Songwriter-Duo von dem aber nur der männliche Part Tobias Braun angereist war. Er wurde von einem Kollegen am, mhm, Apple(?) und Synthesizer (?) unterstützt. Im Stile von Sigur Ros gab es elektronische Musik mit dezenten Gitarrenklängen. Wieder sehr ruhig, sehr sphärisch und passte in den Kontext des Abends. Einmal wurde eine Gastsängerin auf die Bühne geholt, die von einem Blatt ablesend Tobias Braun unterstützte.

Danach gabs wieder Amanda Rogers und diesmal gabs für mich den ganzen Abend. Einmal vorne auf der Couch und dann etwas weiter hinten. Und die Kamerafunktion habe ich ausprobiert, zweimal. Oben gabs das eine, unten ein brandneues Lied. Leider etwas verwackelt.



Joah, muss sagen, der Auftritt hat mir ziemlich gut gefallen, besser als am Tag zuvor. Insbesondere das Radiohead-Cover Creep. Find ich um einiges besser und spannender als das Orginal. Aber auch ihr eigener Output kann sehr überzeugen. Es gab einige unveröffentlichte Lieder zu bestaunen, ein paar überarbeitete Demos und (siehe Video) auch ein paar neue Songs. Schön auch, dass die Auftritte unterschiedliche Setlisten hatten und Amanda spontan auf Publikumswünsche reagieren konnte. Starke Leistung!

Amanda Rogers JUZSLS

Links: Amanda Rogers - Beitrag bei rekombiniert.de mit Videos aus Neunkirchen (das kann der Kollege nämlich besser ;-) ).

Sonntag, 16. Oktober 2011

This is for the Kids Festival im JUZ Neunkirchen - Day 2 17. 09. 2011

Am zweiten Tag ging das Festival bereits um 16 Uhr los. Ein logistischer Alptraum also erstmal. Nun, ich entschied mich dann erst gegen 19 Uhr zu Cowboy Poetry aufzutauchen, sicherlich eine gute Entscheidung, aber so leider Christmas,
Colaris, Plinio Designoris letzter Winter und Maitresse verpasst. Naja, egal spielen bestimmt alle bald mal wieder.

Cowboy Poetry

Cowboy Poetry, auch bekannt als Sänger von Finding Faith, braucht keine Bühne, nur eine Akustikgitarre. Und so spielte er im Vorraum des JUZes, was auch alleine aus strategischen Gründen lohnend war, weil so die Umbaupause entfiel. Leider musste so der essensstand nach unten verschoben werden, weil die Pommes ziemlich stanken. Nachdem ich allen und jedem erzählt habe, wie toll die Veganer-Initiative im JUZ ist, wars schon ein bisserl peinlich, dass sie an dem Tag nur ordinäre Pommes am Start hatten. Na, wenigstens gabs vegane Mayo. Egal, es sollte ja um Musik gehen. Also ich finde Cowboy Poetry ja ziemlich gut, auch wenn ich finde, das er manchmal dazu neigt, zu aggressiv (ich meine zu laut) für Akustikpunk zu singen. Auf CD merkt man das nicht, das Album ist sehr empfehlenswert. Auch mutig, bei den ganzen Punkern alleine mit Gitarre aufzutreten. Alleine? Ja genau, oben auf dem Bild hat er ja jemanden im Schlepptau. Weiß nicht wen oder wie das Instrument heißt, aber kam ziemlich gut an.

Koeter

Was leider nicht für Koeter <-sic!-> gilt. Ich bin ein Riesenfan von allem, was der Rachut macht, aber der Rachut ist auch der Rachut, und Koeter bleiben Koeter... sozusagen. Bis auf das umgedrehte Kreuz im Bandlogo meines Erachtens zu unoriginell...
Love Academy

Was ebenfalls für Love Academy, die klingen genauso. Ich hab ja nix gegen gute Punk-Texte, aber man merkt leider, wo sies her haben. Sogar die meisten Gesangslinien klingen nach DackelamArschblutHansbisTurbostaat. Braucht niemand.


Im Gegensatz zu Finding Faith, die mich vorher ja nicht so beeindruckt haben. Hätten thematisch auch gut zum vorherigen Tag gepasst. Obwohl, Violent Dancing wäre nicht so gut gewesen. Der Cowboy-Poetry-Mann springt ja eh wie ein Flummi herum. Jedenfalls machten die alles richtig und rockten das JUZ wie Sau.

Kotzreiz-JUZ-NK

Danach kamen Kotzreiz. Und ganz ehrlich: der überkam mich auch. Was nicht am Alkohol lag. 08/15-Parolen-Deutschpunk ohne Sinn und Verstand. Und von denen macht noch einer bei Jennifer Rostock mit. So viel zum Antikapitalismus. Wär ja noch witzig, wenn sie witzig wären. So wars einfach nur billig. Drei Akkorde? Bei denen reicht einer.

Jaja, ich weiß, kriegen sie diesmal alle ihr Fett weg. Heißt das etwa, das Festival war schlecht? Nein, ganz im Gegenteil. Musik steht zwar im Vordergrund, ist aber nicht alles. Es gab Alkohol, Freunde, nette Gespräche und leckeres Essen. Ein rundum perfekt organisiertes Festival in dieser an Musik so armen Stadt Neunkirchen. Für das nächste Mal im März haben sich schon Burt und The 'S angekündigt, so dass es mir auch musikalisch mehr behagt. Vielen Dank an Last Exit Music für ein gelungenes Wochenende.

Freitag, 14. Oktober 2011

This is for the Kids Festival im JUZ Neunkirchen - Day 1 16. 09. 2011

Freitag ist immer ein kritischer Tag bei mir. Training oder Weggehen? Training oder Weggehen? Training und Weggehen. Das bedingt leider hier nur eine Aufzählung liefern zu dürfen, über das was ich verpasst habe. Als da wären: Meat My Mum und ...and Plagues will Follow, die leider schon vorbei waren, als ich den Laden betrat. Also dann, los gings mit...

Of Saints and Sinners

Of Saints and Sinners aus Zweibrücken. Kann ich nur sagen: keine Tasse Tee für mich. Eine Mischung aus Hardcore und Metal, die mich doch sehr langweilte. Gut waren sie, wenns in die schnellen Parts ging, ganz mies war der Klargesang. Dann doch lieber etwas Gespräch mit Leuten, die man schon lange nicht mehr gesehen hatte und lecker Futter vom Veganerstand (gab Tortillas).

Hordak

Danach kam der mächtige Hordak den Skeletoren von Saints zu Hilfe. Das war nämlich die nächste Band, benannt nach dem bösen Lehrmeister von Skeletor. Fetter Pluspunkt für den Namen. Die Jungs hatten den weiten Weg aus Etheria Koblenz unternommen, um vor den 50 Leuten eine prächtige Show abzuliefern. Metalcore ist ja nun, weiß Gott nicht mein Fall, aber die Jungs haben den richtigen Spirit, definitiv. Etwas nervend sind allerdings die blöden violetten, äh, die Violent Dancer, die leider auch angereist waren. Ein blöder Tanzstil. Da hilfts auch nicht, dass der eine Typ später erklärt, er würde dafür "trainieren" und wolle ja niemanden verletzen. Als ob er das kontrollieren könnte. Und natürlich gabs dann auch n bisschen Ärger, als ein paar andere Pogo tanzten und eins zum andern kam. Testosteron und Adrenalin setzte ein und es kam zu... nichts. Dies ist dem dem Sänger von Hordak zu verdanken, der geistesgegenwärtig den Diskutanten zwei Bierbongs überließ, damit sie zusammen einen trinken gehen konnten. Super Aktion, Glück gehabt, dass die nicht Straight Edge waren. Jedenfalls, die Mucke von Hordak überzeugt mich. Nicht zu viel Metal und gerade noch genug Core um nicht langweilig zu wirken. Dazu ein passender Sänger und kein unnötiger Klargesang.

Die letzte Band Ichor (Death Metal aus Trier) fiel aus mir unbekannten Gründen aus. Naja, am nächsten Tag sollte es ja auch schon um 16 Uhr weitergehen.

Links: This Is for the Kids Facebook

Mittwoch, 12. Oktober 2011

Crowd of Isolated / 19. August 2011 Juz Neunkirchen

Endlich, ich dachte schon, es würde nie passieren. Hielt mich schon für Mastermind. Aber nun ist es endlich passiert. Ich habe keine Ahnung, wer die Band auf unten stehendem Foto ist. Tatsache ist, es spielten drei Bands im JUZ und eine vierte sagte ab. Eine davon wird später beschrieben. Also handelt es sich hier um a) Clap your Hands Twice, b) Autobot oder c) The Maja Project . Oder gar d) eine völlig andere Band, die nicht auf dem Flyer war? Ich habe einen klaren Favoriten, aber ich bin mir wie gesagt nicht sicher. Wer es weiß meldet sich. Als Gewinn gibts n Bier beim nächsten Konzert und ne Commons-Datei für die Band. Wie ichs normalerweise ja immer tue.


Nun, da ich schon den Namen nicht mehr dem Foto zuordnen kann, werde ich wohl auch nix mehr zum musikalischen Stil beitragen können. Blieb jedenfalls ohne große Akzente, befürchte ich.

Crowd of Isolated

Wer kennt Crowd of Isolated? Hand hoch! Ach, doof, seh ich ja gar nicht. Egal, ich kannte sie jedenfalls nicht, doch Kollege Rekombiniert hielt mir eine Geschichtsstunde. Also, Crowd of Isolated war eine saarländische Hardcore-Punk-Band, die in den 1980ern immerhin zwei Platten veröffentlichte, nämlich I Try to Tell About a Way und Memories and Scars (letztere ist noch erhältlich). Damit zählen sie wohl neben Nicole und Blackeyed Blonde zu den bekanntesten saarländischen Hardcore-Acts. Oh sorry, Kalauer. Naja, Wurst (also Lyoner)... OK, ich höre auf. Geschichtsstunde beendet, Artikel folgt. Jedenfalls entschieden sich die mittlerweile in der Midlife-Crisis befindlichen Jungs wieder gemeinsame Sache zu machen. Und so gings dann auch an diesem Abend los mit einem Intro und A Few Seconds. Danach folgten ein paar Witze über Altersheime und Seniorenteller, die mir ehrlich gesagt etwas auf den Sack gingen. Aber man kann im Hardcore nicht alles haben. Entweder die Band hält ewig lange Vorträge über die Befindlichkeit der Welt, der eigenen Szene oder ihrem morgendlichen Frühstück, oder sie macht eben schlechte Witze. So wie der nächste: Wichtig ist, was hinten dabei raus kommt: Nämlich in letzter Instanz verdammt gute druckvolle Musik. Und wären die Witze über Seniorenteller nicht so penetrant gewesen, hätte man dieser auch das Alter nicht angemerkt. Waren auch fast nur neue Songs plus ein paar Klassiker. Mit den Jungs bleibt also zu rechnen. Ein sehr schöner Auftritt vor leider zu wenig Gästen. Danke aber an den veganen Stand, der auch zu spät gekommene weiterhin mit Essen versorgte.

Links: Crowd of Isolated

Sonntag, 2. Oktober 2011

Gay for Johnny Depp am 16. August 2011 im Kleinen Klub

Nein, ich lebe noch, wirklich... Gerade nur mal wieder viel Stress. Ist zwar peinlich jeden zweiten Blog-Eintrag mit derselben Begründung abzuliefern, aber, naja, ist halt so und wird nicht besser. Viel Arbeit, krank, Unikram, das Übliche eben. Außerdem sollte ja der Schreibwettbewerb dieses Jahr nicht ohne mich auskommen. Straight Edge ist jetzt in trockenen Tüchern und wartet auf die knallharte Jury-Bewertung.

Was mich auch gleich zu meinem nächsten Konzertbericht bringt. Naja, gut, Straight Edge war keine der Bands. Zumindest sah ich Gay for Johnny Depp am Anfang des Abends Rotwein süffeln. Nun, relativ kurzfristig entschied ich mich alleine an diesem Konzertabend teilzunehmen, ohne rechten Plan, was mich erwartet. Nun, erst einmal erwartete mich nichts. Neben mir war ein (!) zahlender Gast da. Und die Bands. Was macht man da also als Band? Entweder man zieht die Sache durch oder bläst die Sache ab. Zum Glück entschieden sich die drei Bands für ersteres.

Burt live

Los gings mit Burt. Labelkollegen von The 'S. Laut Eigenbeschreibung moustache thrashcore. Zum Glück haben sich mittlerweile zumindest vier bis fünf Besucher mehr eingefunden. Mit der markigen Ankündigung Gemetzel für Leute Ü30 abliefern zu wollen, gings dann los, als ob sie vor 100 Leuten spielen würden. That's the spirit, sag ich mal. Aus den Boxen dröhnte Powerviolence, der mich tatsächlich in meine Jugend zurückversetzte, also so zwei Jahre früher ;-) Nee, die Zielgruppe war in meinem Fall schon richtig angepeilt. Ich sach mal, sehr solide Performance mit witzigen, aber unverständlichen Texten. Zum Glück gabs aber die erste one-sided-EP auch zu kaufen, so dass man sich nun was unter netten Songs wie Homöopathische Kackscheisse und Mann vom Zollamt vorstellen konnte. Ihr ganzes Potenzial ist aber nicht auf der 7'' abgebildet, sie spielten mal locker 20 Songs. Leider fiel eine Zugabe aus.

Finding Faith

Bei Finding Faith war dann seltsamerweise wieder weniger los. Nun, die Jungs gaben sich alle Mühe, insbesondere der Sänger, wie man an dem Bild erkennen kann. Aber irgendwie langweilte mich der Hardcore Punk, den die fünf Herren da boten und so wollte ich eigentlich eine knallharte Negativkritik schreiben ;-) Aber wie so oft im Leben... In der gleichen Woche lernte ich noch den Sänger der Band kennen und schilderte ihm meine Eindrücke. Mit einer oben genannten Kritik könne er leben, meinte er. So war der Plan danach Aktionsfreude trotz geringem Publikums hervorzuheben geboren. Aber auch dieser Plan war zum Scheitern verurteilt: Mittlerweile habe ich die Band im neuehrwürdigen JUZ NK noch einmal live gesehen, und da waren sie mit Abstand die beste Band des Abends. Für einen schlechten Tag will ich sie mal nicht bluten lassen, und bis der Bericht zum This is for the Kids-Festival irgendwann 2015 online geht, kann ich jedem nur empfehlen, sich ihre 7'' zuzulegen. Trotz des Namens übrigens keine christliche Hardcore-Punk-Band.

Gay for Johnny Depp SB

So, letzte Band. Gay for Johnny Depp. Der Name verlockt natürlich sowieso zum Besuch des Konzertes (zumindest bei 8 Leuten). Keinen Plan gehabt, was mich erwartete. Mittlerweile füllte sich der Laden auch n bisserl, werden jetzt so 15-20 Leute gewesen sein. Was dann kam, blies mich ganz einfach weg. Die (etwas kurze) Performance war aber energetisch und exzessiv. Zu Beginn wurde die Bühne in dichten Nebel gehüllt und los gings. Musikalisch eine Mischung aus Powerviolence, Math- und Hardcore. Gitarrist in Frauenkleidern, ab und an in Gasmaske. Der Sänger in Rockerkluft und ganz nah am Publikum. Zwischen den Liedern gabs ne gehörige Portion Humor mit zum Teil recht derben Scherzen. Aber auch während den Liedern gings gut ab. Der Sänger entriss einem Gast das Handy und fotografierte sich ein paar Mal. Später posierte er mit einer Baseballmütze, die er Cris Gore von WOOAAARGH (Label von The 'S und Burt) entriss, und zum Abschluss wälzte er sich mit einem Zuschauer auf dem Boden. Natürlich hab ich mir dann direkt die Discography-CD zugelegt ;-) Die neueste 7'' bekam ich mangels Wechselgeld für ein paar Euro weniger dazu. Leider gabs die T-Shirts mit rosanem Schriftzug nicht in meiner Größe... Danke für ein bezauberndes Konzert, das leider nicht wirklich gut frequentiert wurde.

Links: Burt - Finding Faith - Gay for Johnny Depp - WOOAAARGH