Sonntag, 2. Oktober 2011

Gay for Johnny Depp am 16. August 2011 im Kleinen Klub

Nein, ich lebe noch, wirklich... Gerade nur mal wieder viel Stress. Ist zwar peinlich jeden zweiten Blog-Eintrag mit derselben Begründung abzuliefern, aber, naja, ist halt so und wird nicht besser. Viel Arbeit, krank, Unikram, das Übliche eben. Außerdem sollte ja der Schreibwettbewerb dieses Jahr nicht ohne mich auskommen. Straight Edge ist jetzt in trockenen Tüchern und wartet auf die knallharte Jury-Bewertung.

Was mich auch gleich zu meinem nächsten Konzertbericht bringt. Naja, gut, Straight Edge war keine der Bands. Zumindest sah ich Gay for Johnny Depp am Anfang des Abends Rotwein süffeln. Nun, relativ kurzfristig entschied ich mich alleine an diesem Konzertabend teilzunehmen, ohne rechten Plan, was mich erwartet. Nun, erst einmal erwartete mich nichts. Neben mir war ein (!) zahlender Gast da. Und die Bands. Was macht man da also als Band? Entweder man zieht die Sache durch oder bläst die Sache ab. Zum Glück entschieden sich die drei Bands für ersteres.

Burt live

Los gings mit Burt. Labelkollegen von The 'S. Laut Eigenbeschreibung moustache thrashcore. Zum Glück haben sich mittlerweile zumindest vier bis fünf Besucher mehr eingefunden. Mit der markigen Ankündigung Gemetzel für Leute Ü30 abliefern zu wollen, gings dann los, als ob sie vor 100 Leuten spielen würden. That's the spirit, sag ich mal. Aus den Boxen dröhnte Powerviolence, der mich tatsächlich in meine Jugend zurückversetzte, also so zwei Jahre früher ;-) Nee, die Zielgruppe war in meinem Fall schon richtig angepeilt. Ich sach mal, sehr solide Performance mit witzigen, aber unverständlichen Texten. Zum Glück gabs aber die erste one-sided-EP auch zu kaufen, so dass man sich nun was unter netten Songs wie Homöopathische Kackscheisse und Mann vom Zollamt vorstellen konnte. Ihr ganzes Potenzial ist aber nicht auf der 7'' abgebildet, sie spielten mal locker 20 Songs. Leider fiel eine Zugabe aus.

Finding Faith

Bei Finding Faith war dann seltsamerweise wieder weniger los. Nun, die Jungs gaben sich alle Mühe, insbesondere der Sänger, wie man an dem Bild erkennen kann. Aber irgendwie langweilte mich der Hardcore Punk, den die fünf Herren da boten und so wollte ich eigentlich eine knallharte Negativkritik schreiben ;-) Aber wie so oft im Leben... In der gleichen Woche lernte ich noch den Sänger der Band kennen und schilderte ihm meine Eindrücke. Mit einer oben genannten Kritik könne er leben, meinte er. So war der Plan danach Aktionsfreude trotz geringem Publikums hervorzuheben geboren. Aber auch dieser Plan war zum Scheitern verurteilt: Mittlerweile habe ich die Band im neuehrwürdigen JUZ NK noch einmal live gesehen, und da waren sie mit Abstand die beste Band des Abends. Für einen schlechten Tag will ich sie mal nicht bluten lassen, und bis der Bericht zum This is for the Kids-Festival irgendwann 2015 online geht, kann ich jedem nur empfehlen, sich ihre 7'' zuzulegen. Trotz des Namens übrigens keine christliche Hardcore-Punk-Band.

Gay for Johnny Depp SB

So, letzte Band. Gay for Johnny Depp. Der Name verlockt natürlich sowieso zum Besuch des Konzertes (zumindest bei 8 Leuten). Keinen Plan gehabt, was mich erwartete. Mittlerweile füllte sich der Laden auch n bisserl, werden jetzt so 15-20 Leute gewesen sein. Was dann kam, blies mich ganz einfach weg. Die (etwas kurze) Performance war aber energetisch und exzessiv. Zu Beginn wurde die Bühne in dichten Nebel gehüllt und los gings. Musikalisch eine Mischung aus Powerviolence, Math- und Hardcore. Gitarrist in Frauenkleidern, ab und an in Gasmaske. Der Sänger in Rockerkluft und ganz nah am Publikum. Zwischen den Liedern gabs ne gehörige Portion Humor mit zum Teil recht derben Scherzen. Aber auch während den Liedern gings gut ab. Der Sänger entriss einem Gast das Handy und fotografierte sich ein paar Mal. Später posierte er mit einer Baseballmütze, die er Cris Gore von WOOAAARGH (Label von The 'S und Burt) entriss, und zum Abschluss wälzte er sich mit einem Zuschauer auf dem Boden. Natürlich hab ich mir dann direkt die Discography-CD zugelegt ;-) Die neueste 7'' bekam ich mangels Wechselgeld für ein paar Euro weniger dazu. Leider gabs die T-Shirts mit rosanem Schriftzug nicht in meiner Größe... Danke für ein bezauberndes Konzert, das leider nicht wirklich gut frequentiert wurde.

Links: Burt - Finding Faith - Gay for Johnny Depp - WOOAAARGH

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