Donnerstag, 27. Oktober 2011

Nesseria Release Party am 20. Oktober 2011 im Jazzkeller Saarbrücken

Wenn normalerweise der Headliner ausfällt, siehts oft problematisch aus. Die Leute wollen ihr Geld zurück, hauen alles kurz und klein oder tauchen erst gar nicht auf. Nicht so, wenn das kleine, sympathische Label Wooaargh was auf die Beine stellt. Denn so sah es zu Beginn der Veranstaltung leider aus: die Franzosen von Nesseria standen irgendwo in Frankreich, weil der Van kaputt war. Und da sie aus Orléans stammen, sah es so aus, dass sie ihre eigene Release-Show verpassen würden. Und so kam es dann auch. Nun, für namhaften Ersatz war jedenfalls gesorgt, aber dazu später mehr. Jedenfalls gabs für einen kleinen Aufpreis die neue Nessaria-Split-LP (Partner ist CttToaFF), die ich zu meiner Schande noch nicht gehört, aber sehr wohl im Regal bzw. in der Plattenbox stehen habe. Nun gut, zu recherchezwecken habe ich mir gerade ein paar Lieder über MySpace reingezogen. Klingt ziemlich black-metal-lastig, teilweise sehr schleppend, aber durchaus nett anzuhören.

No Hope

Los gings mit den Doomcorelern von No Hope. Und die waren natürlich vor allem eins... laaaaaaannnnnnngsaaaaaaaamm. Konsequenterweise ohne Ansagen doomten sie sich dann so durchs Set, war auch nett anzuhören, aber es kommt einem schon vor, als würde es ewig dauern. Eine halbe Stunde (gefühlte eine Stunde) später wars dann rum. Die Anheizerposition hatten sie damit zur Zufriedenheit aller ausgefüllt. Hat mir gut gefallen.

Bitterness Exhumed

Bitterness Exhumed sind erfahrene Profis aus K-Town (wos no punks gibt, wie man weiß) und musizieren in unterschiedlichen Besetzungen unter anderem bei Mindflair und Kent Brockmann. Das Projekt existiert seit 2010 und wenn man sich die MySpace-Biografie anguckt, hat man n bisserl Angst vor soviel Bitterness. Aber wie gesagt, mit Mindflair, Brockmann und zig anderen Projekten dominiert man die Grind- und Crust-Szene in K-Town und Umgebung seit fast 15 Jahren. Da kann man schon ein bisschen verbittert an die Sache ran gehen. Wenn man natürlich auch heute noch zeigen kann, wo der Hammer hängt und als leuchtendes Vorbild in eine neue HC-Zeit marschiert... oder besser schlurft, ja schlurfen ist gut. Ach nee, das waren No Hope... Naja, egal, Bitterness Exhumed stellen zwar auch keine Geschwindigkeitsrekorde auf, sind aber doch einen ganzen Zacken schneller als die Vorgänger. Die Lieder waren sehr lang, eins das ich mitgeschnitten habe, dauerte 7 Minuten (leider war der Ton nix). Zu hören gabs gefälligen crustigen Hardcore, der bei den Zuschauern ziemlich gut ankam.

Souls for Sale

Souls for Sale aus Bielefeld (sic!) übernahmen den vorletzten Teil des Abends und gaben auch bekannt, dass es Nesseria leider nicht mehr schaffen. Aber sie kündigten einen Auftritt der Lokalhelden Burt an, deren one-sided 7'' übrigens ausverkauft ist. Souls for Sale gingen dann sehr metallisch zu Werke und beeindruckten das Publikum zum dritten Mal an diesem Abend. Insbesondere eine Slayer-Hommage (ich glaube jeder liebt Slayer) mit ähnlichen Riffs und versuchter Gesangsführung á Tom Araya heizte dem Publikum zu später Stunde noch gut ein.



Burt hatten dann leichtes Spiel von dem leider langsam kleiner werdenden Publikum. Auf geliehenen Equipment und fast ohne Soundcheck holzten sie sich dann durch 10 Minuten á 30 Lieder. Alles dabei, zu Homöopathische Kackscheisse und Seifenblasen hab ich auch ein Video gedreht. Der Ton ist leider nicht so dolle, aber zumindest ein Video ist für den Blog (bzw. die Parallelveröffentlichung auf iamhavoc.de) doch ok. Jedenfalls gabs noch ein Minor-Threat-Cover (Small man, Big Mouth) und ansonsten cooles Geholze. Der Sänger erzählte bei Mann vom Zollamt, dass wegen ihm eine 7''-EP in Deutschland offiziell indiziert ist, weil sie beim Zoll hängengeblieben wäre. Da frage ich mich, handelt es sich um dieses Kleinod? (Keine Angst, der Link beinhaltet die zensierte Version). In der aktuellen BPJM-Liste wird die EP allerdings nicht geführt, aber ich erinnere mich, mal was im Plastic Bomb gelesen zu haben. Wie klein doch die Welt ist. Ergänzung: Es handelt sich bei der besagten Platte um eine Split-7'' von MDC, die (aus was für einem Grund auch immer) indiziert wurde.



Links gibts hier nur zum Jazzkeller (empfehlenswerte Location), die Bands sind im Bericht verlinkt: Jazzkeller Saarbrücken

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