Freitag, 9. Dezember 2011

X-Mas Hexentanz am 2. Dezember 2011 in der Illipse Illingen

"Monoton und Minimal
Meine Welt ist ganz total
Alles was ich will ist da
Monoton und Minimal"

Welle erdball Illingen 2011


Seit dem 2. Dezember 2011 geht mir das verdammte Lied nicht mehr aus dem Kopf. Und schuld sind einziog und allein Welle:Erdball. Ganz, ganz schlimm. Jedenfalls hatten Welle:Erdball schon begonnen, als ich mit einem Kollegen die Halle betrat. Folgerichtig heißt das, ich habe auch den Bandcontest verpasst. Von daher kann ich die Mehrheitsentscheidung des Publikums weder kritisieren, noch loben. Aber dazu später mehr. Jetzt regierte für 90 Minuten erstmal der Retro-Future-Sound von Welle:Erdball. Retro-Future? Was soll denn das sein? Nun, dazu muss ich etwas Werbung für mein Lieblings-Computer-Magazin Retro und dessen sympathischen Herausgeber, den Herrn Enno Coners, denn ohne im Speziellen diese Ausgabe hätte ich wohl nur elektronische Musik gesagt. Weiß auch nicht, ob man Welle:Erdball wirklich als Retro-Future-Band bezeichnet. Ich empfinde sie jedenfalls so. Im Prinzip handelt es sich bei der Band um eine bereits vergangene Version von der Zukunft. Klingt komisch, ist aber so. Die Sounds klingen wie aus dem C-64er, besungen werden Super-8, der Gameboy oder Starfighter und zwar in einer Form, als wären diese Dinge nicht vergangen, sondern die Zukunft. Musikalisch irgendwo zwischen NDW und Kraftwerk, aber mit modernen oder modern aussehenden Mitteln geschaffen. Dazu flimmern Videoleinwände mit Tic-Tac-Toe-Mustern, Papierflugzeuge werden gestartet und nicht zuletzt riesige Luftballons gestartet. Ich kann nur sagen: wer Welle:Erdball noch nicht live gesehen hat, der sollte bei der sich am nächsten bietenden Gelegenheit auf ein Konzert einschleichen. Sehenswert und musikalisch ein ganz neues (altes) Erlebnis.Ich habe sie jetzt zum dritten Mal gesehen. Als alter Metaller vor acht Jahren verabscheut, vor drei Jahren wiederentdeckt und für gut befunden und jetzt nur noch am Feiern.



Nach Welle:Erdball wurden die Gewinner des Bandcontestes verkündet.

Siren’s Legacy konnten sich gegen ihre Konkurrenten Hooray (2. Platz) und Unchained durchsetzen. Wie ich von anderen Besuchern erfahren habe, müssen Unchained einen schlechten Tag erwischt haben und ansonsten eigentlich gut rocken, so Metalcore-technisch. Kann ich nicht soviel zu sagen. Als Gewinnerband erhalten Siren’s Legacy jedenfalls einen Auftritt beim Hexentanz-Festival 2012. Viel Erfolg dort! Ich bin mit Sicherheit dort auch am Start, weiß nur nicht, ob zu dieser (vermutlich frühen) Stunde.

Fiddlers Green2


Aber vorbei war der Event jedoch noch nicht. Sollte es doch nun mit Fiddler’s Green weitergehen. Waren bisher noch nicht auf meinem Schirm. Ich gebe gerne zu, mit Folk-Rock bzw. -Punk nicht so vertraut zu sein und dies bisher auch noch nicht bereut zu haben. Aber Fiddler’s Green sind live schon eine echte Bank. Und was für eine geniale Mischung ist das bitte? Zuerst Retro-Future-Sound, dann Retro-Rock-Sound, zwei Extreme, die aufeinanderprallen. Die einen prahlen damit, das alles handgemacht ist, die Welt der anderen ist monoton und minimal. Und dabei ist die Musik von Welle:Erdball ja auch handgemacht, auf andere Art eben. Großes Lob an den Veranstalter diese beiden Welten aufeinanderprallen zu lassen. Absurderweise beweisen aber gerade Fiddler’s Green, dass "handgemachte Musik" nur eine Mär ist. Denn wie peinlich ist es denn bitte, zuerst darauf hinzuweisen, dass alles handgemacht ist und dann ein fünfstimmiges Geigenspiel mit einer Geige aufführen zu lassen? Macht sie jetzt nicht gerade glaubwürdig. Handgemachter Effekt eben ;-) Das Publikum schiens nicht zu stören und so präsentierten Fiddler’s Green vor allem Lieder ihres neuen Albums Wall of Folk, natürlich auch die neue Stadionhymne des 1. FC Nürnberg Fields of Green/Nie zu spät, auf Platte mit dem Typen von In Extremo. Also eigentlich ist die Mischung Fußball-Folk-Mittelalter-Rock zu viel für meine armen Nerven. und allein bei der Erwähnung der drei Worte rollen sich meine Fußnägel hoch. Aber seltsam, an diesem Abend schien das zu passen. Die Band war toll, spielfreudig und das genaue Gegenteil von arrogant. Gegen Ende gabs dann auch noch eine wundervolle Wall-of-Folk und ein Folk-Pit. Ist im Prinzip wie eine Wall-of-Death nur dass sich alle lieb haben und nackt tanzen. Leider anscheinend nur die Männer (aber die lassen ihre Hosen an). Und das Folk-Pit (heißt das eigentlich so? Geht um einen höher gelegenen Vorturner. Aber was schreib ich da. Seht doch selbst (Sound wie immer bescheiden):



Dann gabs noch einen Tribut an Paddy Murphy, den vermutlich die Band nicht mal kennt ;-) und zum Abschluss wurden die verbliebenen Gäste nochmal nach vorne gerufen. Waren nur leider nicht mehr so viele, da auch schon ein Uhr war. Hammer Abend jedenfalls!


Links: Welle:Erdball - Fiddler's Green - Rock im Dorf

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