Mittwoch, 24. August 2011

Amphi-Festival 2011 in Köln

Das Amphi-Festival ist jedes Jahr ein Highlight für mich. Da ich auf Grund vielfältiger privater und beruflicher Verstrickungen selten auf Festivals gehen kann, wurde es eine meiner jährlichen Anlaufstellen und gleichzeitig, dass einzige Festival, das ich mit stolzer Regelmäßigkeit besuche. Zum Einen ist Köln eine wunderschöne Stadt, zum Anderen ist das Festival gut erreichbar und die Übernachtungsmöglichkeiten für mein Alter bestens geeignet. Einziges Manko ist das Pisswasser, das sie Kölsch getauft haben und für saarländische Gaumen kaum erträglich ist.

Samstag
Wie immer gings relativ spät los und zusammen mit dem mühevollen Einchecken in unser Hotel (Reservierung verschlampt, aber zum Glück noch ein Zimmer frei), hatten wir dann auch schon mal schnell ein paar wichtige Bands verpasst.

Tanzwut

Angekommen sind wir zu Tanzwut. Absolut nicht mein Fall, aber die erste Band, die ich Knipsen konnte. Deshalb hier noch ein Bild bevor es ab ins Staatenhaus ging. Und zwar zu
In Strict Confidence, leider auch nicht so mein Fall. Gaben sich aber Mühe. Mein erstes Highlight war dann

Leather Strip

Leæther Strip. Meines Erachtens eine der coolsten Electro-Bands des Planeten. Da war ich offensichtlich nicht alleine mit, den das Staatenhaus war gut gefüllt. Sänger Claus Larsen war jedenfalls gut am Posen und präsentierte Knaller wie Civil Disobedience.Doch lange konnte man nicht abwarten, denn gleichzeitig gabs draußen

Die Krupps
Die Krupps, die auch schön Gas gaben. War früher eine meiner Lieblings-Metal-Bands, insbesondere das Album II - The Final Option , mit Krachern wie Bloodsuckers und Fatherland, die natürlich auch beide gespielt wurden. Danach gabs noch Deine Lakaien, die wir uns jedoch schenkten, weil just starker Regen einsetzte und wir noch einen kleinen Laufweg zum Hotel zurückzulegen hatten.



Sonntag


Deutscher W

Gibts was Schöneres als zu Der Fluch wach zu werden? Ich glaube nicht. Die Düsterpunker eröffneten den zweiten Festivaltag und boten alten OHL-Punk, den Deutscher W. hier mit Gothic-Rock-Anleihen verkaufte. Ein Absolut gelungener Auftritt mit Liedern wie Werwolf, Das Grauen geht um heut nacht und Hexen leben länger. Deutscher W. verkaufte sich auch gut als Rampensau, inklusive nacktem Oberkörper ab Mitte des Sets. Hintendran die austauschbaren OHL-Mitglieder. Leider konnten die OHL-Zugaben Kaufhof und Wahrschauer Pakt  nicht mehr  realisiert werden. Zu knappe Spielzeit. Bei der Autogrammstunde wollten sie das Ganze dann unplugged geben. Wers braucht. beste Band des Festivals und leider am Anfang schon verheizt.


Ordo Rosarius Equilibrio

Weiter gings mit Ordo Rosarius Equilibrio, die nach dem Auftritt natürlich keinen Rosenkranz gewinnen konnten. Der Kalauer sei mir verziehen. Nein, sie gaben sich redlich Mühe mit ihrem Neofolk den fulminanten Auftritt zu konterkarieren und hatten dabei das Publikum auf ihrer Seite. Haben mich sehr überzeugt. Wer auf ruhige, atmosphärische Klänge steht, sollte hier zugreifen.

Dann war Chillen und Shoppen angesagt, was natürlich bei diesem Festival beides recht gut möglich ist. Zum einen ist die Shopping-Meile absolut riesig und es gibt viel Interessantes zu entdecken. So zum Beispiel eine CD von Tombthroat, die ich mal vor Tausenden von Jahren im HdJ Ludwigshafen gesehen habe. Und natürlich nette Neofolk-Scheibchen für Insider. Währenddessen tobte die Cyberschlacht beim EMP-Stand. Eine der belanglosesten Subkulturen, seit Emo von weinerlichen Vollidioten unterwandert wurde. Das hektische Gezappel machte müde, also ab zum Strand von Kölle, wo man sich unters schwarze Volk mischen konnte und versuchte mit dem Pisswasser, dass die Kölner Bier nennen die Langeweile zu vertreiben. Danke an dieser Stelle an Gerrit. Checkt mal seine Seite, hat viel zu sagen und noch mehr zu erzählen.


Agonoize Amphi

Los gings dann wieder zu Agonoize, die ihren fulminanten Auftritt vom Hexentanz-Festival (wir berichteten)leider nicht wiederholen konnten. Zwar gaben sie sich reichlich Mühe, ließen den Sänger gleich zweimal töten und boten eine blutige Show, doch irgendwie war a) die Songauswahl besch...eiden und b) der Sound sogar eher besch...issen. Es ging dann noch kurz rein zu Das Ich, wo ich mich noch wunderte, dass Bruno Kamm das Ganze alleine riss und der Sänger sich nur alle drei Lieder mal blicken ließ. Nun, mittlerweile habe ich es rausgefunden. Es war gar nicht Stefan Ackermann, der da rumturnte. der ist nämlich schwer erkrankt. Von daher hier meine besten Genesungswünsche. War aber auch ein Scheiß-Licht und -Sound, das mir das nicht auffiel.

Da jetzt nur Mittelalter-Rotz und Techno-Geballer angesagt war, gings ins nette Restaurant Rheinterassen, wo wir letztes Jahr schon fürstlich dinierten. Ist zwar etwas teurer, dafür ist man unter sich. Grüße an die nette Kellnerin (falls sie das lesen sollte, der komische Typ mit der Kutte).


Auf dem Rückweg nahmen wir dann noch kurz Nitzer Ebb mit, die ich eigentlich großartig fand, aber unbedingt zu Kirlian Camera wollte. Im Nachhinein ein Fehler. Kack-Musik im Pseudorock-Stil. War mal eine tolle Neofolk-Band und jetzt Mucke mit schrecklichem Doro-Style-Gesang.

Die Untergrundbahn zu Sally und den Pakt ließen wir dann ausfallen und gingen auch nicht auf die Aftershow-Party, sondern in die Koje. Am nächsten tag war schließlich noch Köln-Besichtigung angesagt. Wieder ging ein superatmosphärisches und gut organisiertes Festival zu Ende. Bis zum nächsten Jahr...

Link: Amphi-Festival

Sonntag, 14. August 2011

Anthrax am 11. Juli 2011 in der Garage Saarbrücken

Was tut man nicht alles für den Metal? Nur um Fozzy live zu sehen 100 km früher zurückgelegt, als ich eigentlich wollte und was ist? Ich komme froh gelaunt in der Garage an und muss feststellen, dass Fozzy die erste Band war und ich sie dementsprechend verpasst habe. Da hilfts leider nix, dass mir jeder bestätigt, wie gut sie waren.

Skindred live SB

Als nächstes dann Skindred, die zwar eine fantastische Liveshow mit sehr agilem Frontmann auffahren, die musikalisch aber leider nicht mein Fall waren.

Belladonna Anthrax live

Und dann kam Anthrax. leider ohne Scott "Not" Ian, dessen Frau wohl gerade ein Kind erwartet hatte. Ist das eigentlich Metal, dann nicht mit auf Tour zu gehen? Ich glaube schon. Stattdessen kam Andreas Kisser mit. Da ich seine ex-Bandkollegen ja gerade kurz vorher gesehen habe, ein schönes Wiedersehen, auch wenn ich lieber Scott gesehen hätte. Belladonna war trotz des fehlenden Rudelführers jedenfalls ziemlich gut aufgelegt und Anthrax legten gleich mit ein paar alten Hits wie Caught in the Mosh, dem Got the Time-Cover (im Original von Joe Jackson) und Antisocial (im Original von Trust) los. Die Songauswahl war ziemlich gut und man bekam auch neues Material zu hören, dass mir jedoch zu viel 80s-Metal-Einschlag hatte. Auch ließ es sich Belladonna nicht nehmen, Material seines Nachfolgers bzw. Vorgängers zu performen. Ich weiß nur leider gerade nicht mehr, obs Only oder mein Lieblingslied Room for One More war. Indians, wohl ihr absoluter Megahit, war live dagegen deutlich zu lang. Auf jeden Fall eine gute Wahl. Kurz vor der Zugabe gabs noch die ersten paar Töne von Roots Bloody Roots (oder Refuse/Restist? Björn meint das jedenfalls!) und mit I Am the Law einen würdigen Abschluss für das Konzi!


Links: Fozzy - Skindred - Anthrax