Donnerstag, 27. Oktober 2011

Nesseria Release Party am 20. Oktober 2011 im Jazzkeller Saarbrücken

Wenn normalerweise der Headliner ausfällt, siehts oft problematisch aus. Die Leute wollen ihr Geld zurück, hauen alles kurz und klein oder tauchen erst gar nicht auf. Nicht so, wenn das kleine, sympathische Label Wooaargh was auf die Beine stellt. Denn so sah es zu Beginn der Veranstaltung leider aus: die Franzosen von Nesseria standen irgendwo in Frankreich, weil der Van kaputt war. Und da sie aus Orléans stammen, sah es so aus, dass sie ihre eigene Release-Show verpassen würden. Und so kam es dann auch. Nun, für namhaften Ersatz war jedenfalls gesorgt, aber dazu später mehr. Jedenfalls gabs für einen kleinen Aufpreis die neue Nessaria-Split-LP (Partner ist CttToaFF), die ich zu meiner Schande noch nicht gehört, aber sehr wohl im Regal bzw. in der Plattenbox stehen habe. Nun gut, zu recherchezwecken habe ich mir gerade ein paar Lieder über MySpace reingezogen. Klingt ziemlich black-metal-lastig, teilweise sehr schleppend, aber durchaus nett anzuhören.

No Hope

Los gings mit den Doomcorelern von No Hope. Und die waren natürlich vor allem eins... laaaaaaannnnnnngsaaaaaaaamm. Konsequenterweise ohne Ansagen doomten sie sich dann so durchs Set, war auch nett anzuhören, aber es kommt einem schon vor, als würde es ewig dauern. Eine halbe Stunde (gefühlte eine Stunde) später wars dann rum. Die Anheizerposition hatten sie damit zur Zufriedenheit aller ausgefüllt. Hat mir gut gefallen.

Bitterness Exhumed

Bitterness Exhumed sind erfahrene Profis aus K-Town (wos no punks gibt, wie man weiß) und musizieren in unterschiedlichen Besetzungen unter anderem bei Mindflair und Kent Brockmann. Das Projekt existiert seit 2010 und wenn man sich die MySpace-Biografie anguckt, hat man n bisserl Angst vor soviel Bitterness. Aber wie gesagt, mit Mindflair, Brockmann und zig anderen Projekten dominiert man die Grind- und Crust-Szene in K-Town und Umgebung seit fast 15 Jahren. Da kann man schon ein bisschen verbittert an die Sache ran gehen. Wenn man natürlich auch heute noch zeigen kann, wo der Hammer hängt und als leuchtendes Vorbild in eine neue HC-Zeit marschiert... oder besser schlurft, ja schlurfen ist gut. Ach nee, das waren No Hope... Naja, egal, Bitterness Exhumed stellen zwar auch keine Geschwindigkeitsrekorde auf, sind aber doch einen ganzen Zacken schneller als die Vorgänger. Die Lieder waren sehr lang, eins das ich mitgeschnitten habe, dauerte 7 Minuten (leider war der Ton nix). Zu hören gabs gefälligen crustigen Hardcore, der bei den Zuschauern ziemlich gut ankam.

Souls for Sale

Souls for Sale aus Bielefeld (sic!) übernahmen den vorletzten Teil des Abends und gaben auch bekannt, dass es Nesseria leider nicht mehr schaffen. Aber sie kündigten einen Auftritt der Lokalhelden Burt an, deren one-sided 7'' übrigens ausverkauft ist. Souls for Sale gingen dann sehr metallisch zu Werke und beeindruckten das Publikum zum dritten Mal an diesem Abend. Insbesondere eine Slayer-Hommage (ich glaube jeder liebt Slayer) mit ähnlichen Riffs und versuchter Gesangsführung á Tom Araya heizte dem Publikum zu später Stunde noch gut ein.



Burt hatten dann leichtes Spiel von dem leider langsam kleiner werdenden Publikum. Auf geliehenen Equipment und fast ohne Soundcheck holzten sie sich dann durch 10 Minuten á 30 Lieder. Alles dabei, zu Homöopathische Kackscheisse und Seifenblasen hab ich auch ein Video gedreht. Der Ton ist leider nicht so dolle, aber zumindest ein Video ist für den Blog (bzw. die Parallelveröffentlichung auf iamhavoc.de) doch ok. Jedenfalls gabs noch ein Minor-Threat-Cover (Small man, Big Mouth) und ansonsten cooles Geholze. Der Sänger erzählte bei Mann vom Zollamt, dass wegen ihm eine 7''-EP in Deutschland offiziell indiziert ist, weil sie beim Zoll hängengeblieben wäre. Da frage ich mich, handelt es sich um dieses Kleinod? (Keine Angst, der Link beinhaltet die zensierte Version). In der aktuellen BPJM-Liste wird die EP allerdings nicht geführt, aber ich erinnere mich, mal was im Plastic Bomb gelesen zu haben. Wie klein doch die Welt ist. Ergänzung: Es handelt sich bei der besagten Platte um eine Split-7'' von MDC, die (aus was für einem Grund auch immer) indiziert wurde.



Links gibts hier nur zum Jazzkeller (empfehlenswerte Location), die Bands sind im Bericht verlinkt: Jazzkeller Saarbrücken

Freitag, 21. Oktober 2011

Amanda Rogers Doppel-Review, 8. und 9. Oktober 2011

Wow, mein erster Tourreport. Naja, wie es dazu kam später. Fangen wir chronologisch an.

8. Oktober 2011

Am Samstag, dem 8. Oktober 2011 gastierte Amanda Rogers im Neunkircher Jugendzentrum. "Amanda wer?", werden jetzt einige verwundert fragen und auch ich landete eher zufällig auf diesem Konzert, war es doch nur sogenannte "Secret-Show", die nur über so Außenseitermedien wie Facebook, Twitter und die eigene Homepage beworben wurde. Also für den Normalsterblichen kaum zu erfahren. Aber zurück zur Frage, wer diese Amanda Rogers überhaupt ist. Laut laut.de lehrt diese anmutige Dame schon seit fast 15 Jahren den "harten Jungs mit ihrem Pianospiel, zarten Gesang und direkten und ehrlichen Lyrics" das Fürchten. Nein, Moment, bringt sie "zum Schweigen und Schwelgen". Also bringt sie "zum Schweigen" klingt schon ein bisschen wie Mafia... Gut ich höre auf Zitate aus dem kontext zu reißen. Ich hoffe ihr bekommt eine Idee davon. Amanda Rogers ist also neudeutsch eine Singer-Songwriterin, die meist im Vorprogramm von Indierock- und Hardcore-Punkbands aufgetreten ist und alleine mit ihrem Keyboard Liedchen trällert. Zu diesem Umfeld gehört auch die Gruppe The Pleasants, bei der sie mit Mike Matta zusammen als Duo auftritt. Der gute Mike blieb aber an diesem Tag zu Hause.


Vorband gabs auch. das übernahmen die Local Heros von Bermuda Zen. Die machten ihre Sache auch ausgezeichnet. Gefälliger Alternative-/Indie-Rock mit einem sehr guten Sänger. Musikalisch ließ zwar die Abwechslung etwas zu wünschen übrig (sie fehlte), aber als Opener doch ganz gut. Meine Lieblingslied war jedenfalls Fat Man Walking.

Amanda Rogers JUZNK

So, dann mal der Amanda lauschen. Sehr ruhig, wenig schnelle Passagen. Sehr schöne Singstimme. Fand ich super! Ihre etwas schnelleren Ragtime-Stücke sind auch nicht zu verachten. Großartige Präsenz, gehauchte Ansagen und alles in allem ein sehr, sehr ruhiges Konzert. Als Abschluss noch Three Fishers, ein Lied eines irischen Songwriters namens Stan Rogers (nicht verwandt noch verschwägert mit...) und ein schnelleres Stück. Dann wars rum.

9. Oktober 2011
Und vor lauter schlechtem Gewissen, dass ich die Hälfte des Abends mal wieder vor der Tür verbracht hatte, gings dann gleich am nächsten Tag mit einem ebenso beeindruckten Kollegen ins nahe gelegene JUZ Saarlouis. Dort konnte ich auch zum ersten Mal meine Kamerafunktion ausprobieren, mein erstes YouTube-Video daher hier:



Aber vorher gabs auch hier Musik. Sarah Wilkins (keinen Link gefunden) hatten wir schon verpasst, aber wir kamen noch gerade rechtzeitig zu...

The Fridge

The Fridge. Ein okayer Schweizer Liedermacher. Auch ein bisschen ruhig, für meinen Geschmack etwas zu ruhig. Aber er hat was zu sagen, leidet aber unter dem häufigen Namensproblem, daher ein Pseudonym. Ob das aber wirklich hilft, wenn man sich Kühlschrank nennt? Da gibts doch auch zu viele Google-Treffer. Sein Album gibts aber bei Bandcamp und es lohnt sich für alle die, die auf ruhige Klänge mit teilweise politischen Texten stehen.

Whale Vs Elephant JUZ Saarlouis

Danach folgten Whale vs. Elephant, ein Songwriter-Duo von dem aber nur der männliche Part Tobias Braun angereist war. Er wurde von einem Kollegen am, mhm, Apple(?) und Synthesizer (?) unterstützt. Im Stile von Sigur Ros gab es elektronische Musik mit dezenten Gitarrenklängen. Wieder sehr ruhig, sehr sphärisch und passte in den Kontext des Abends. Einmal wurde eine Gastsängerin auf die Bühne geholt, die von einem Blatt ablesend Tobias Braun unterstützte.

Danach gabs wieder Amanda Rogers und diesmal gabs für mich den ganzen Abend. Einmal vorne auf der Couch und dann etwas weiter hinten. Und die Kamerafunktion habe ich ausprobiert, zweimal. Oben gabs das eine, unten ein brandneues Lied. Leider etwas verwackelt.



Joah, muss sagen, der Auftritt hat mir ziemlich gut gefallen, besser als am Tag zuvor. Insbesondere das Radiohead-Cover Creep. Find ich um einiges besser und spannender als das Orginal. Aber auch ihr eigener Output kann sehr überzeugen. Es gab einige unveröffentlichte Lieder zu bestaunen, ein paar überarbeitete Demos und (siehe Video) auch ein paar neue Songs. Schön auch, dass die Auftritte unterschiedliche Setlisten hatten und Amanda spontan auf Publikumswünsche reagieren konnte. Starke Leistung!

Amanda Rogers JUZSLS

Links: Amanda Rogers - Beitrag bei rekombiniert.de mit Videos aus Neunkirchen (das kann der Kollege nämlich besser ;-) ).

Sonntag, 16. Oktober 2011

This is for the Kids Festival im JUZ Neunkirchen - Day 2 17. 09. 2011

Am zweiten Tag ging das Festival bereits um 16 Uhr los. Ein logistischer Alptraum also erstmal. Nun, ich entschied mich dann erst gegen 19 Uhr zu Cowboy Poetry aufzutauchen, sicherlich eine gute Entscheidung, aber so leider Christmas,
Colaris, Plinio Designoris letzter Winter und Maitresse verpasst. Naja, egal spielen bestimmt alle bald mal wieder.

Cowboy Poetry

Cowboy Poetry, auch bekannt als Sänger von Finding Faith, braucht keine Bühne, nur eine Akustikgitarre. Und so spielte er im Vorraum des JUZes, was auch alleine aus strategischen Gründen lohnend war, weil so die Umbaupause entfiel. Leider musste so der essensstand nach unten verschoben werden, weil die Pommes ziemlich stanken. Nachdem ich allen und jedem erzählt habe, wie toll die Veganer-Initiative im JUZ ist, wars schon ein bisserl peinlich, dass sie an dem Tag nur ordinäre Pommes am Start hatten. Na, wenigstens gabs vegane Mayo. Egal, es sollte ja um Musik gehen. Also ich finde Cowboy Poetry ja ziemlich gut, auch wenn ich finde, das er manchmal dazu neigt, zu aggressiv (ich meine zu laut) für Akustikpunk zu singen. Auf CD merkt man das nicht, das Album ist sehr empfehlenswert. Auch mutig, bei den ganzen Punkern alleine mit Gitarre aufzutreten. Alleine? Ja genau, oben auf dem Bild hat er ja jemanden im Schlepptau. Weiß nicht wen oder wie das Instrument heißt, aber kam ziemlich gut an.

Koeter

Was leider nicht für Koeter <-sic!-> gilt. Ich bin ein Riesenfan von allem, was der Rachut macht, aber der Rachut ist auch der Rachut, und Koeter bleiben Koeter... sozusagen. Bis auf das umgedrehte Kreuz im Bandlogo meines Erachtens zu unoriginell...
Love Academy

Was ebenfalls für Love Academy, die klingen genauso. Ich hab ja nix gegen gute Punk-Texte, aber man merkt leider, wo sies her haben. Sogar die meisten Gesangslinien klingen nach DackelamArschblutHansbisTurbostaat. Braucht niemand.


Im Gegensatz zu Finding Faith, die mich vorher ja nicht so beeindruckt haben. Hätten thematisch auch gut zum vorherigen Tag gepasst. Obwohl, Violent Dancing wäre nicht so gut gewesen. Der Cowboy-Poetry-Mann springt ja eh wie ein Flummi herum. Jedenfalls machten die alles richtig und rockten das JUZ wie Sau.

Kotzreiz-JUZ-NK

Danach kamen Kotzreiz. Und ganz ehrlich: der überkam mich auch. Was nicht am Alkohol lag. 08/15-Parolen-Deutschpunk ohne Sinn und Verstand. Und von denen macht noch einer bei Jennifer Rostock mit. So viel zum Antikapitalismus. Wär ja noch witzig, wenn sie witzig wären. So wars einfach nur billig. Drei Akkorde? Bei denen reicht einer.

Jaja, ich weiß, kriegen sie diesmal alle ihr Fett weg. Heißt das etwa, das Festival war schlecht? Nein, ganz im Gegenteil. Musik steht zwar im Vordergrund, ist aber nicht alles. Es gab Alkohol, Freunde, nette Gespräche und leckeres Essen. Ein rundum perfekt organisiertes Festival in dieser an Musik so armen Stadt Neunkirchen. Für das nächste Mal im März haben sich schon Burt und The 'S angekündigt, so dass es mir auch musikalisch mehr behagt. Vielen Dank an Last Exit Music für ein gelungenes Wochenende.

Freitag, 14. Oktober 2011

This is for the Kids Festival im JUZ Neunkirchen - Day 1 16. 09. 2011

Freitag ist immer ein kritischer Tag bei mir. Training oder Weggehen? Training oder Weggehen? Training und Weggehen. Das bedingt leider hier nur eine Aufzählung liefern zu dürfen, über das was ich verpasst habe. Als da wären: Meat My Mum und ...and Plagues will Follow, die leider schon vorbei waren, als ich den Laden betrat. Also dann, los gings mit...

Of Saints and Sinners

Of Saints and Sinners aus Zweibrücken. Kann ich nur sagen: keine Tasse Tee für mich. Eine Mischung aus Hardcore und Metal, die mich doch sehr langweilte. Gut waren sie, wenns in die schnellen Parts ging, ganz mies war der Klargesang. Dann doch lieber etwas Gespräch mit Leuten, die man schon lange nicht mehr gesehen hatte und lecker Futter vom Veganerstand (gab Tortillas).

Hordak

Danach kam der mächtige Hordak den Skeletoren von Saints zu Hilfe. Das war nämlich die nächste Band, benannt nach dem bösen Lehrmeister von Skeletor. Fetter Pluspunkt für den Namen. Die Jungs hatten den weiten Weg aus Etheria Koblenz unternommen, um vor den 50 Leuten eine prächtige Show abzuliefern. Metalcore ist ja nun, weiß Gott nicht mein Fall, aber die Jungs haben den richtigen Spirit, definitiv. Etwas nervend sind allerdings die blöden violetten, äh, die Violent Dancer, die leider auch angereist waren. Ein blöder Tanzstil. Da hilfts auch nicht, dass der eine Typ später erklärt, er würde dafür "trainieren" und wolle ja niemanden verletzen. Als ob er das kontrollieren könnte. Und natürlich gabs dann auch n bisschen Ärger, als ein paar andere Pogo tanzten und eins zum andern kam. Testosteron und Adrenalin setzte ein und es kam zu... nichts. Dies ist dem dem Sänger von Hordak zu verdanken, der geistesgegenwärtig den Diskutanten zwei Bierbongs überließ, damit sie zusammen einen trinken gehen konnten. Super Aktion, Glück gehabt, dass die nicht Straight Edge waren. Jedenfalls, die Mucke von Hordak überzeugt mich. Nicht zu viel Metal und gerade noch genug Core um nicht langweilig zu wirken. Dazu ein passender Sänger und kein unnötiger Klargesang.

Die letzte Band Ichor (Death Metal aus Trier) fiel aus mir unbekannten Gründen aus. Naja, am nächsten Tag sollte es ja auch schon um 16 Uhr weitergehen.

Links: This Is for the Kids Facebook

Mittwoch, 12. Oktober 2011

Crowd of Isolated / 19. August 2011 Juz Neunkirchen

Endlich, ich dachte schon, es würde nie passieren. Hielt mich schon für Mastermind. Aber nun ist es endlich passiert. Ich habe keine Ahnung, wer die Band auf unten stehendem Foto ist. Tatsache ist, es spielten drei Bands im JUZ und eine vierte sagte ab. Eine davon wird später beschrieben. Also handelt es sich hier um a) Clap your Hands Twice, b) Autobot oder c) The Maja Project . Oder gar d) eine völlig andere Band, die nicht auf dem Flyer war? Ich habe einen klaren Favoriten, aber ich bin mir wie gesagt nicht sicher. Wer es weiß meldet sich. Als Gewinn gibts n Bier beim nächsten Konzert und ne Commons-Datei für die Band. Wie ichs normalerweise ja immer tue.


Nun, da ich schon den Namen nicht mehr dem Foto zuordnen kann, werde ich wohl auch nix mehr zum musikalischen Stil beitragen können. Blieb jedenfalls ohne große Akzente, befürchte ich.

Crowd of Isolated

Wer kennt Crowd of Isolated? Hand hoch! Ach, doof, seh ich ja gar nicht. Egal, ich kannte sie jedenfalls nicht, doch Kollege Rekombiniert hielt mir eine Geschichtsstunde. Also, Crowd of Isolated war eine saarländische Hardcore-Punk-Band, die in den 1980ern immerhin zwei Platten veröffentlichte, nämlich I Try to Tell About a Way und Memories and Scars (letztere ist noch erhältlich). Damit zählen sie wohl neben Nicole und Blackeyed Blonde zu den bekanntesten saarländischen Hardcore-Acts. Oh sorry, Kalauer. Naja, Wurst (also Lyoner)... OK, ich höre auf. Geschichtsstunde beendet, Artikel folgt. Jedenfalls entschieden sich die mittlerweile in der Midlife-Crisis befindlichen Jungs wieder gemeinsame Sache zu machen. Und so gings dann auch an diesem Abend los mit einem Intro und A Few Seconds. Danach folgten ein paar Witze über Altersheime und Seniorenteller, die mir ehrlich gesagt etwas auf den Sack gingen. Aber man kann im Hardcore nicht alles haben. Entweder die Band hält ewig lange Vorträge über die Befindlichkeit der Welt, der eigenen Szene oder ihrem morgendlichen Frühstück, oder sie macht eben schlechte Witze. So wie der nächste: Wichtig ist, was hinten dabei raus kommt: Nämlich in letzter Instanz verdammt gute druckvolle Musik. Und wären die Witze über Seniorenteller nicht so penetrant gewesen, hätte man dieser auch das Alter nicht angemerkt. Waren auch fast nur neue Songs plus ein paar Klassiker. Mit den Jungs bleibt also zu rechnen. Ein sehr schöner Auftritt vor leider zu wenig Gästen. Danke aber an den veganen Stand, der auch zu spät gekommene weiterhin mit Essen versorgte.

Links: Crowd of Isolated

Sonntag, 2. Oktober 2011

Gay for Johnny Depp am 16. August 2011 im Kleinen Klub

Nein, ich lebe noch, wirklich... Gerade nur mal wieder viel Stress. Ist zwar peinlich jeden zweiten Blog-Eintrag mit derselben Begründung abzuliefern, aber, naja, ist halt so und wird nicht besser. Viel Arbeit, krank, Unikram, das Übliche eben. Außerdem sollte ja der Schreibwettbewerb dieses Jahr nicht ohne mich auskommen. Straight Edge ist jetzt in trockenen Tüchern und wartet auf die knallharte Jury-Bewertung.

Was mich auch gleich zu meinem nächsten Konzertbericht bringt. Naja, gut, Straight Edge war keine der Bands. Zumindest sah ich Gay for Johnny Depp am Anfang des Abends Rotwein süffeln. Nun, relativ kurzfristig entschied ich mich alleine an diesem Konzertabend teilzunehmen, ohne rechten Plan, was mich erwartet. Nun, erst einmal erwartete mich nichts. Neben mir war ein (!) zahlender Gast da. Und die Bands. Was macht man da also als Band? Entweder man zieht die Sache durch oder bläst die Sache ab. Zum Glück entschieden sich die drei Bands für ersteres.

Burt live

Los gings mit Burt. Labelkollegen von The 'S. Laut Eigenbeschreibung moustache thrashcore. Zum Glück haben sich mittlerweile zumindest vier bis fünf Besucher mehr eingefunden. Mit der markigen Ankündigung Gemetzel für Leute Ü30 abliefern zu wollen, gings dann los, als ob sie vor 100 Leuten spielen würden. That's the spirit, sag ich mal. Aus den Boxen dröhnte Powerviolence, der mich tatsächlich in meine Jugend zurückversetzte, also so zwei Jahre früher ;-) Nee, die Zielgruppe war in meinem Fall schon richtig angepeilt. Ich sach mal, sehr solide Performance mit witzigen, aber unverständlichen Texten. Zum Glück gabs aber die erste one-sided-EP auch zu kaufen, so dass man sich nun was unter netten Songs wie Homöopathische Kackscheisse und Mann vom Zollamt vorstellen konnte. Ihr ganzes Potenzial ist aber nicht auf der 7'' abgebildet, sie spielten mal locker 20 Songs. Leider fiel eine Zugabe aus.

Finding Faith

Bei Finding Faith war dann seltsamerweise wieder weniger los. Nun, die Jungs gaben sich alle Mühe, insbesondere der Sänger, wie man an dem Bild erkennen kann. Aber irgendwie langweilte mich der Hardcore Punk, den die fünf Herren da boten und so wollte ich eigentlich eine knallharte Negativkritik schreiben ;-) Aber wie so oft im Leben... In der gleichen Woche lernte ich noch den Sänger der Band kennen und schilderte ihm meine Eindrücke. Mit einer oben genannten Kritik könne er leben, meinte er. So war der Plan danach Aktionsfreude trotz geringem Publikums hervorzuheben geboren. Aber auch dieser Plan war zum Scheitern verurteilt: Mittlerweile habe ich die Band im neuehrwürdigen JUZ NK noch einmal live gesehen, und da waren sie mit Abstand die beste Band des Abends. Für einen schlechten Tag will ich sie mal nicht bluten lassen, und bis der Bericht zum This is for the Kids-Festival irgendwann 2015 online geht, kann ich jedem nur empfehlen, sich ihre 7'' zuzulegen. Trotz des Namens übrigens keine christliche Hardcore-Punk-Band.

Gay for Johnny Depp SB

So, letzte Band. Gay for Johnny Depp. Der Name verlockt natürlich sowieso zum Besuch des Konzertes (zumindest bei 8 Leuten). Keinen Plan gehabt, was mich erwartete. Mittlerweile füllte sich der Laden auch n bisserl, werden jetzt so 15-20 Leute gewesen sein. Was dann kam, blies mich ganz einfach weg. Die (etwas kurze) Performance war aber energetisch und exzessiv. Zu Beginn wurde die Bühne in dichten Nebel gehüllt und los gings. Musikalisch eine Mischung aus Powerviolence, Math- und Hardcore. Gitarrist in Frauenkleidern, ab und an in Gasmaske. Der Sänger in Rockerkluft und ganz nah am Publikum. Zwischen den Liedern gabs ne gehörige Portion Humor mit zum Teil recht derben Scherzen. Aber auch während den Liedern gings gut ab. Der Sänger entriss einem Gast das Handy und fotografierte sich ein paar Mal. Später posierte er mit einer Baseballmütze, die er Cris Gore von WOOAAARGH (Label von The 'S und Burt) entriss, und zum Abschluss wälzte er sich mit einem Zuschauer auf dem Boden. Natürlich hab ich mir dann direkt die Discography-CD zugelegt ;-) Die neueste 7'' bekam ich mangels Wechselgeld für ein paar Euro weniger dazu. Leider gabs die T-Shirts mit rosanem Schriftzug nicht in meiner Größe... Danke für ein bezauberndes Konzert, das leider nicht wirklich gut frequentiert wurde.

Links: Burt - Finding Faith - Gay for Johnny Depp - WOOAAARGH