Samstag, 31. Dezember 2011

So ne Art Jahresrückblick...

Tja, 2011 neigt sich dem Ende zu. Für meine Web-2.0-Karriere war 2011 ein aufregendes, wenn nicht spektakuläres Jahr (von meinen privaten bleibt ihr wie immer verschont). Von daher möchte ich auf ein paar Höhepunkte hinweisen:

Als allerersten Höhepunkt möchte ich hier meine Mitwirkung an einem professionellen Onlinemagazin hervorheben. Ich bin stolz, an einem saarländischen Szenejournal mitwirken zu dürfen und mittlerweile auch dort exklusiv zu veröffentlichen. Sicher, dieser kleine Blog liegt mir am Herzen und die Strategie der Doppelveröffentlichung werde ich weiter fortführen. Aber ein paar Sachen gibts eben nur dort



An zweiter Stelle steht mein Artikel Straight Edge für Wikipedia.Mein zweiter exzellenter Artikel. Einen Haufen Arbeit im Rahmen des 15. Schreibwettbewerbs reingesteckt, was mir letztlich den Sektionssieg in der Kategorie Kultur und den 7. Platz der Gesamtwertung einbrachte. Also:

Straight Edge Tattoo cropped


Was diesen Blog angeht: Seit seiner Entstehung wurde das ganze Ding (laut Blogspot) in der Zeit von Mai 2009 – Dezember 2011 21.772 mal aufgerufen. Im letzten Monat ganze 680 mal. Das ist erfreulich, ob es viel ist, kann ich nicht sagen ;-) Offensichtlich ist Was man aus B-Filmen lernen kann... Folge 2 relativ beliebt, so dass ich in dieser Richtung mal etwas genauer gucken sollte. Ansonsten versuche ich auch weiterhin jedes Konzert, dass ich besuche, zu reviewen. Für 2012 habe ich mir vorgenommen, auch Tonträger (vornehmlich auf iamhavoc) und Filme zu besprechen, mal sehen, was daraus wird.

Ich wünsche allen Lesern des Blogs ein "Frohes neues Jahr und einen guten Rutsch!" Up the Irons!

Mittwoch, 28. Dezember 2011

Morbid Angel am 18. Dezember 2011 - Garage Saarbrücken

Wie mans macht, man machts falsch. Kam ich beim letzten Megapackage eine halbe Stunde zu spät, hatte ich schon eine Band verpasst. Hier kam ich pünktlich und konnte noch gut eine Dreiviertelstunde warten. Allzuviel war nicht los, was sich leider den Abend über auch nicht änderte, obwohl viele erst zu späterer Stunde anreisten. Nicht ganz so wenig wie bei Sodom zu Anfang des Jahres, aber auch nicht wirklich voll. Schade, aber das passt leider zur stagnierenden Old-School-Death-Metal-Szene.
Nervecell live in SB 

Nervecell aus Dubai jedenfalls gibt es seit 2000 und bisher ging die Band dann doch an mir vorbei. Gut, Dubai ist jetzt auf der Metal-Landkarte auch nicht so der Fixpunkt. Laut Metal-archives gibts/gabs in den Vereinigten Arabischen Emiraten 19 Bands. Umso schöner, dass es eine nach Saarbrücken geschafft hat. Nervecell überzeugten mich dann auch mit ihrem hübschen Brutal Death Metal, laut BWikipedia und Reviews mit dezenten arabischen Einflüssen. Müssen sehr dezent gewesen sein, habe nämlich keine vernommen. Hauptaugenmerk des mit 30 Minuten recht kurz angelegten Gigs waren Stücke des aktuellen Albums Psychogenocide, dass ich hiermit auch jedem ans Herz legen möchte. Übrigens inklusive einem Featuring (wie nennt man das im Nicht-Hip-Hop?) von Karl Sanders. es gab aber auch ein-zwei neue Lieder zu hören. Wenn ich recht verstanden habe war der Titel des einen The Holy Bible und hörte sich recht nett an. Das Publikum war aber offensichtlich noch nicht ganz wach, gebangt wurde äußerst dezent. Auch beim Bolt-Thrower-Cover Where Next To Conquer nicht.

Benighted Saarbrücken02

Benighted aus Frankreich traten dann an, um ihren teil zur Tour beizutragen. Ich muss allerdings sagen, ich weiß nicht, ob ich sie gut fand. Immerhin konnte ich sie ja nicht sehen. Nein, ernsthaft, wer immer auf die Idee gekommen ist, zu brutalem Deathgrind würden Stroboskopteffekte gut passen, der sollte mir besser nicht unter die Augen treten. Ich konnte jedenfalls nichts sehen, ohne befürchten zu müssen, mit Zuckungen auf dem Boden zu liegen. Ist ja schon nervig, wenn das einmal an einem Abend passiert, aber mir schien es so, als wäre das den ganzen Gig lang so. Also gings zunächst in den Vorraum und dann auf eine Sitzgelegenheit ohne Sicht auf die Bühne. Ich bin ja eigentlich erklärter Grindcore-Freund, aber mit so Deathgrind-Kram kann ich nicht viel anfangen. Man kann aber sagen, dass die Jungs bemüht waren und auch das Publikum ganz gut abging. Not my cup of tea, wie wir Saarländer sagen.

Necrophobic Saarbrücken 2011

Necrophobic live zu sehen, war dann schon sowas, wie ein kleiner Traum. Die Schweden an der Grenze zwischen Death und Black-Metal zählen doch schon lange zu meinen Favoriten. Naja, zumindest das Album The Nocturnal Silence (ist jetzt auch schon wieder ein paar Jährchen her). Naja, und als ich sie damals vor gut 15 Jahren gehört habe, naja, da schienen sie wie eine der bösesten Bands des Planeten zu sein. Dieser Eindruck ist heute natürlich nicht mehr ganz so. Insbesondere dann, wenn Sänger Tobias Sidegård in so einem dubiosen Gothic-Röckchen auftritt und schon zu Beginn des Intros guckt, als könnte er die Welt vernichten. "Och, guck mal, wie niedlich" werden wohl ein paar mehr gedacht haben. Das Outfit von Basser Alex Friberg fand ich dagegen super.


Schön Old School sozusagen.Gut gefallen haben sie mir sowieso vor allem, wenns ein bisschen thrashiger wurde, also vor allem bei den alten Songs. Musikalisch topfit jedenfalls. Leider sind meine Aufzeichnungen etwas mangelhaft, daher weiß ich nur noch das sie wohl Sacrificial Rites gespielt haben, ihren größten Hit Revelation 666 der Crew gewidmet haben und bei ebenjenem Song Sidegård eine Necrophobic-Flagge mit Pentagram und allem drum und dran herumschwenkte. Aja, genau, musste alles auch sehr schnell gehen, weil die Bands alle schnell zum Flieger mussten. Deshalb gabs ab 22 Uhr nur noch Merch der Hauptband zu erstehen. Dennoch hatten Necrophobic schon ne gute Spielzeit.

Morbid Angel Saarbrücken 2011

Tja, und dann begannen auch schon diemorbiden Engel. Zur Pausenmusik gabs irgendwas seltsames, das neue Moribid-Angel-Album soll auch eher durchwachsen sein... Sollte der Gig jetzt wider Erwarten Scheiße werden? Nein, die Setlist war mit Sicherheit die beste seit Jahren. Nennt einen Morbid-Angel-Klassiker, den sie an dem Abend nicht gespielt haben... Ich glaube, ihr werdet keinen finden. Mit Immortal Rites gings los. Es folgten Fallen from Grace, Rapture, Day of Suffering, Blasphemy of the Holy Gods... Ich glaube aus der Tucker-Phase gabs Bil Ur-Sag und vom neuen Album gerade einmal zwei Lieder (Nevermore und Existo Vulgoré). Nicht schlecht, Herr Specht. Der arme Tucker ist zwar mittlerweile bei Nader Sadek unter, aber etwas mehr Aufmerksamkeit hätte der gute Mann verdient. Auch nicht bei den Engeln spielte Pete Sandoval, der sich einer Rückenoperation unterziehen musste und durch Tim Yeung (Divine Heresy) ersetzt wurde. T-Shirts zollten dem Ausnahmedrummer Tribut, der seit seiner OP nicht mehr spielen darf. David Vincent war an dem Abend super drauf und packte ein altes Lied nach dem anderen aus. Mit Angel of Disease der leider nicht von Trey gesungen wurde (den man unter seinen Haaren den ganzen Gig nicht erkennen konnte), gab auch mein Lieblingslied zu hören. Mit dem Oberknaller God of Emptiness und World of Shit (The Promised Land) war dann Schluss. Für die beiden Zugaben Sworn to the Black und Chapel of Ghouls kam die Band dann noch ein letztes Mal zurück und beendeten nach 90 Minuten eine absolute Hammershow!

Links: Nervecell - Benighted - Necrophobic - Morbid Angel

Dienstag, 13. Dezember 2011

Leningrad Cowboys in der Garage: Der Sprit ist noch da...

Oh mein Gott, der Gripweed legt sich jetzt mit den Multis an. Ich habe den Fehler gemacht und den Saarbrücker-Zeitungs-Artikel kurz vorm Verfassen des Artikels gelesen. Nun ja... Was soll man sagen? Ich bin jedenfalls nicht ganz der Meinung des oder der kfb. Aber der Reihe nach...

Leningrad Cowboys SB 2

Auch in meinem Bekanntenkreis erinnerten sich nicht mehr viele an die Leningrad Cowboys, von daher ist wohl mal wieder eine Geschichtsstunde angebracht. 1989, als Finnland noch kein Exportland zahlloser zahnloser Trendbands, die sich oft genug Metal schimpfen, aber eigentlich Humppa spielen, war, gründete sich mit Beherit eine perfekte Black-Metal-Band. Mist, das war falsch. Also nochmal: Zu dieser Zeit drehte der Kultregisseur Aki Kaurismäki (keine Angst, die heißen dort alle so) den Film Leningrad Cowboys Go America und erfand damit die Band Leningrad Cowboys. Eine dreizehnköpfige Band, die Rock'n'Roll-Klischees und Klischees über Finnland/Russland miteinander verband und so eine irrwitzige Komödie hervorbrachte, die rasch zum Kultfilm aufstieg. 1994 erfuhr der Film mit Die Leningrad Cowboys treffen Moses eine Fortsetzung. Doch Kaurismäki wurde die Geister, die er rief nicht mehr los. Das Monster entwickelte ein Eigenleben, in Form eines dreizehnköpfigen Ensembles, die plötzlich real Musik machten und durch die Welt tingelten. Markenzeichen sind extreme Tollen und absonderlich lange Schuhe, ein mit russischem Akzent gesprochenes Englisch und eine Latte von Coverversionen, die die Band zum Besten gibt. 2011 erschien das Album Buena Vodka Social Club und die Band ging erneut auf Tour. Dabei machte sie auch Station in Saarbrücken, in der Garage nämlich. Dort fanden sich dann kfb und Gripweed auch ein. Der/die eine ein/e Provinzjournalist/in, der andere einer der bekanntesten Blogger Deutschlands Mit zwei unterschiedlichen Auftraggebern. Der eine schreibt für die beste saarländische Publikation, der oder die eine für die Saarbrücker Zeitung. Ist ja gut, ich lasse ab jetzt die Kalauer. Meinungen sind eben wie Arschlöcher. Jeder hat eins. Meine Meinung ist eben eine andere, wie sie in der SZ steht. Jedenfalls bekam ich genau das, wofür ich bezahlt habe:
Leningrad Cowboys Elvis 2

Haufenweise Klischees und alte Kammellen. Fing schon an mit Back in the USSR und ging weiter mit Fight for Your Right (for Party) und dann Enter Sandman und das waren die ersten drei Lieder. Danach gings munter weiter über alle möglichen Lieder, Fremd- und Eigenkompositionen aus über 50 Jahren Rockmusik. Darunter Perlen wie Ring of Fire oder gewagte Cover wie Offsprings Pretty Fly (for a White Guy). Und Tume Uusitalo durfte sich gleich zweimal verkleiden, als Elvis und als Krabbe. Warum? Keine Ahnung, war mir auch egal. "Ihrem Auftritt fehlte es an Ideen und Esprit. Diese Show mag vor Jahren ein großer Spaß gewesen sein. Heutzutage hat das den Charakter eines Kalauers." Zitiert aus der Saarbrücker Zeitung. Kann man so sehen. Was verkannt wird: Die Leute, die in die Garage kamen, wusste was sie erwartet. Natürlich ist das nicht zeitgemäß. Ich finde, dass soll es auch nicht sein. Vielmehr geht es um die Idee, die dahintersteht. Ich wollte all die Klischees und die Sinnlosigkeit der Kaurismäki-Vorlage. Innovationen habe ich keine erwartet.

Leningrad Cowboys Pink Crab

Sicher, mich hat auch das Schlagzeugsolo gestört. Das Krabbenkostüm fand ich auch nicht besonders witzig. Und als Zugabe Born to be Wild und Those Were the Days? Kann man sich auch sparen. Dennoch: ich will von Metallica auch kein Album mit Lou Reed zusammen und wenn Slayer kommen, sollen sie gefälligst auch nur Reign in Blood spielen und dann wieder abzischen. Und genau das habe ich bekommen: schräge Frisuren, dümmliche Kalauer und einen dicken Elvis. Nicht mehr, aber auch verdammichnochmal nicht weniger. Und jetzt gucke ich mir erstmal den zweiten Teil an. Den kenne ich nämlich noch gar nicht.

Links: Leningrad Cowboys

Freitag, 9. Dezember 2011

X-Mas Hexentanz am 2. Dezember 2011 in der Illipse Illingen

"Monoton und Minimal
Meine Welt ist ganz total
Alles was ich will ist da
Monoton und Minimal"

Welle erdball Illingen 2011


Seit dem 2. Dezember 2011 geht mir das verdammte Lied nicht mehr aus dem Kopf. Und schuld sind einziog und allein Welle:Erdball. Ganz, ganz schlimm. Jedenfalls hatten Welle:Erdball schon begonnen, als ich mit einem Kollegen die Halle betrat. Folgerichtig heißt das, ich habe auch den Bandcontest verpasst. Von daher kann ich die Mehrheitsentscheidung des Publikums weder kritisieren, noch loben. Aber dazu später mehr. Jetzt regierte für 90 Minuten erstmal der Retro-Future-Sound von Welle:Erdball. Retro-Future? Was soll denn das sein? Nun, dazu muss ich etwas Werbung für mein Lieblings-Computer-Magazin Retro und dessen sympathischen Herausgeber, den Herrn Enno Coners, denn ohne im Speziellen diese Ausgabe hätte ich wohl nur elektronische Musik gesagt. Weiß auch nicht, ob man Welle:Erdball wirklich als Retro-Future-Band bezeichnet. Ich empfinde sie jedenfalls so. Im Prinzip handelt es sich bei der Band um eine bereits vergangene Version von der Zukunft. Klingt komisch, ist aber so. Die Sounds klingen wie aus dem C-64er, besungen werden Super-8, der Gameboy oder Starfighter und zwar in einer Form, als wären diese Dinge nicht vergangen, sondern die Zukunft. Musikalisch irgendwo zwischen NDW und Kraftwerk, aber mit modernen oder modern aussehenden Mitteln geschaffen. Dazu flimmern Videoleinwände mit Tic-Tac-Toe-Mustern, Papierflugzeuge werden gestartet und nicht zuletzt riesige Luftballons gestartet. Ich kann nur sagen: wer Welle:Erdball noch nicht live gesehen hat, der sollte bei der sich am nächsten bietenden Gelegenheit auf ein Konzert einschleichen. Sehenswert und musikalisch ein ganz neues (altes) Erlebnis.Ich habe sie jetzt zum dritten Mal gesehen. Als alter Metaller vor acht Jahren verabscheut, vor drei Jahren wiederentdeckt und für gut befunden und jetzt nur noch am Feiern.



Nach Welle:Erdball wurden die Gewinner des Bandcontestes verkündet.

Siren’s Legacy konnten sich gegen ihre Konkurrenten Hooray (2. Platz) und Unchained durchsetzen. Wie ich von anderen Besuchern erfahren habe, müssen Unchained einen schlechten Tag erwischt haben und ansonsten eigentlich gut rocken, so Metalcore-technisch. Kann ich nicht soviel zu sagen. Als Gewinnerband erhalten Siren’s Legacy jedenfalls einen Auftritt beim Hexentanz-Festival 2012. Viel Erfolg dort! Ich bin mit Sicherheit dort auch am Start, weiß nur nicht, ob zu dieser (vermutlich frühen) Stunde.

Fiddlers Green2


Aber vorbei war der Event jedoch noch nicht. Sollte es doch nun mit Fiddler’s Green weitergehen. Waren bisher noch nicht auf meinem Schirm. Ich gebe gerne zu, mit Folk-Rock bzw. -Punk nicht so vertraut zu sein und dies bisher auch noch nicht bereut zu haben. Aber Fiddler’s Green sind live schon eine echte Bank. Und was für eine geniale Mischung ist das bitte? Zuerst Retro-Future-Sound, dann Retro-Rock-Sound, zwei Extreme, die aufeinanderprallen. Die einen prahlen damit, das alles handgemacht ist, die Welt der anderen ist monoton und minimal. Und dabei ist die Musik von Welle:Erdball ja auch handgemacht, auf andere Art eben. Großes Lob an den Veranstalter diese beiden Welten aufeinanderprallen zu lassen. Absurderweise beweisen aber gerade Fiddler’s Green, dass "handgemachte Musik" nur eine Mär ist. Denn wie peinlich ist es denn bitte, zuerst darauf hinzuweisen, dass alles handgemacht ist und dann ein fünfstimmiges Geigenspiel mit einer Geige aufführen zu lassen? Macht sie jetzt nicht gerade glaubwürdig. Handgemachter Effekt eben ;-) Das Publikum schiens nicht zu stören und so präsentierten Fiddler’s Green vor allem Lieder ihres neuen Albums Wall of Folk, natürlich auch die neue Stadionhymne des 1. FC Nürnberg Fields of Green/Nie zu spät, auf Platte mit dem Typen von In Extremo. Also eigentlich ist die Mischung Fußball-Folk-Mittelalter-Rock zu viel für meine armen Nerven. und allein bei der Erwähnung der drei Worte rollen sich meine Fußnägel hoch. Aber seltsam, an diesem Abend schien das zu passen. Die Band war toll, spielfreudig und das genaue Gegenteil von arrogant. Gegen Ende gabs dann auch noch eine wundervolle Wall-of-Folk und ein Folk-Pit. Ist im Prinzip wie eine Wall-of-Death nur dass sich alle lieb haben und nackt tanzen. Leider anscheinend nur die Männer (aber die lassen ihre Hosen an). Und das Folk-Pit (heißt das eigentlich so? Geht um einen höher gelegenen Vorturner. Aber was schreib ich da. Seht doch selbst (Sound wie immer bescheiden):



Dann gabs noch einen Tribut an Paddy Murphy, den vermutlich die Band nicht mal kennt ;-) und zum Abschluss wurden die verbliebenen Gäste nochmal nach vorne gerufen. Waren nur leider nicht mehr so viele, da auch schon ein Uhr war. Hammer Abend jedenfalls!


Links: Welle:Erdball - Fiddler's Green - Rock im Dorf

Sonntag, 4. Dezember 2011

Thrashfest Classics - 30. November 2011 Garage Saarbrücken

Ohne Zweifel, dass Thrashfest Classics ist eine wunderbare Idee. Fünf Bands, die zur absoluten Speerspitze des Thrash Metals, der Königsdisziplin des Metals, zählen, treten an, um Stücke ihrer Klassikeralben zu performen und ignorieren den oft halbgaren neuen Output. Eine gute Idee, wenn das Ganze natürlich an der Bürokratie scheitert. Denn als ich um kurz vor 18 Uhr die Garage betrete, sind Mortal Sin aus Australien bereits fertig. Unglaublich! Wer hat denn bitte wochentags um diese Zeit die Möglichkeit ein Konzert zu besuchen? Ich jedenfalls nicht. Was für eine verdammte Frechheit. Wem kann man da den schwarzen Peter zu schieben? Der Garage? Nein, die sind an die Anwohner gebunden. Dem Veranstalter? Nein, der ist an die Garage gebunden. Dem Tourveranstalter? Der ist an seine Verträge gebunden. Also, am Schluss Niemandem. Scheiße. Jedenfalls hätte es für mich Lieder vom gigantischen Mayhemic Destruction-Album und dem Nachfolger Face of Despair gegeben. Ersteres ist jüngst in einer Neuauflage mit dem aktuellen Album neu aufgelegt worden. Kauftipp!!!


Statt Mortal Sin erwartete mich also Heathen. Wer die Jungs kennt, weiß was einen erwartet. Nämlich abartig genialen technischen Bay-Area-Thrash der Spitzenklasse. Beschränkt wurde die Setlist auf Victims of Deception und das Debütalbum Breaking the Silence, also zwei der besten Alben aller Zeiten. Schade, dass das Publikum noch nicht so in Freudenstimmung war und bis auf Sänger David White auch noch nicht so viel Power von der Band rüberschwappte. Ist aber klar, Lee Altus musste ja später mit Exodus nochmal ran. Als letzten Song gabs Death by Hanging, danach wurde das Publikum in die Arme von


Schmier von Destruction entlassen. Als Drei-Mann-Band angetreten, war es doch nur Schmier, der die Show alleine schmiss. Das Publikum war nun auch etwas erwacht und es gab sogar kurz sowas, wie ein Pit. Trotzdem waren lediglich die ersten drei reihen gefüllt und dann war da eine klaffende Lücke. Das Publikum feierte die Lieder von Sentence of Death und Infernal Overkill. Sehr unsouverän jedoch als Schmier Wünsche einforderte und die ersten beiden reihen unisono Devil's Soldier forderten, das jedoch nichht erfüllt werden konnte, weil sies nicht geprobt hatten. Jetzt mal ernsthaft: insgesamt 13 Songs waren zum Lernen. Hallo? Stattdessen gabs dann The Ritual. Hätte er mal besser seine Klappe gehalten von wegen Publikumswünsche. Aber es wurde noch seltsamer: letztes Lied war Curse of the Gods, aber das stand doch gar nicht zur Disposition? Ich meine auf der Thrashfest-Seite stehen doch die Alben und Eternal Devastation war nicht dabei. Aber egal, ein Hammer-Auftritt wars auf jeden Fall.


Nachdem der erste Headliner vorbei war, betraten Sepultura die Bühne. Ich war schon etwas gespannt, wie sich der "Neue" da so macht, habe ich Seppltura doch seit der Roots Chaos A.D. geflissentlich ignoriert. Naja, zum Glück gabs durch die Selbstbeschränkung auf ebenjenes Album, Arise und Beneath the Remains nicht zum hundertfünfzigsten Mal in diesem Jahr Roots Bloody Roots zu hören. Denn manche Songs reifen nicht wie guter Wein, sondern werden irgendwann direkt zu Essig. Ja, blablabla, und wie wars jetzt, lieber Gripweed? Gut wars, lieber Leser. Derrick Green, mittlerweile ein Jahr länger als Max Cavalera in der Band, aber für alle Anwesenden immer noch der Jungspund, performte ausschließlich Lieder, an deren Entstehung er nicht beteiligt war. Und zwar so gut, dass man den Max gar nicht vermisst hatte. Ein absoluter Hammerauftritt, den ich nicht so schnell vergessen werde. Alle Klassiker, von Mass Hypnosis über Dead Embryonic Cells nach Territory, alles dabei. Nur das unsagbar langweilige We Who Are not as Others hätte man sich sparen können. Gut, irgendwann muss man ja auch aufs Klo gehen. Natürlich, bei drei Hammeralben und einer Spielzeit von etwas knapp über einer Stunde vermisst man immer was. Aber eigentlich gar nicht so viel, denn Biotech is Godzilla gabs ja schon bei Cavalera Conspiracy

Exodus Xmas

Ein bisserl Bammel hatte ich vor Exodus, hatte ich sie doch in nicht so toller Erinnerung. Doch meine Bedenken waren wie weggewischt, denn diesmal herrschte guter Sound und ein gut aufgelegter Rob Dukes, der ja irgendwie immer so aussieht, als wäre er gerade vonner Straße eingesammelt worden und würde jeden Moment bei einem Hundekampf als Pittbull auftreten. Leider war bei Exodus offensichtlich, dass die meisten wegen den Seppls gekommen waren, leerte sich die Halle doch ein wenig.

Die Beschränkung betraf diesmal eines der besten Alben aller Zeiten, Bonded by Blood nämlich, und die beiden Alben Impact Is Imminent (imho so la la), sowie Pleasures of the Flesh. Warum die Aufteilung so komisch war (Fabulous Disasters wurde ignoriert), wurde einem irgendwie nicht klar. Das vorletzte Lied war nämlich The Toxic Waltz und das ist auf Fabulous Disasters. Seltsame Politik. Mir hätte sowieso Bonded by Blood gereicht. Und davon gabs auch ordentlich was auf die Ohren: Lesson in Violence, Piranha, Metal Command , Exodus und natürlich als Abschluss Strike of the Beast. Zwischendurch gabs mehrere zaghafte Circle-Pit-Anläufe und gegen Ende eine ziemlich kleine Wall-of-Death. Und weihnachtlich wurde es auch, sammelte Rob Dukes doch Weihnachtsmannmützen für einen guten Zweck die restlichen Bandmitglieder. Und einen Song hielten sie das Ganze auch aus. Am Schluss hatte nur noch der Höllenhund persönlich das Ding auf dem Kopf. Gigantisch!

Links: Mortal Sin - Heathen - Destruction - Sepultura - Exodus - Thrashfest